22.11.2019

EU startet 2 Milliarden Euro-Technologie-VC-Fonds

Die Europäische Kommission und der Europäische Investitionsfonds (EIF) wollen in den kommenden Jahren mit dem neuen Fonds mit privaten VCs in Technologien wie AI- und Blockchain co-investieren. Der Schritt ist als klares Zeichen im Wettlauf mit den USA und China zu werten.
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Neuer 2 Milliarden Euro EU-Technologie-VC-Fonds - EIC-Fonds
(c) Adobe Stock - Grecaud Paul

Wie das Magazin Stifted berichtet, setzen die Europäische Kommission und der Europäische Investitionsfonds (EIF) einen neuen Technologie-VC-Fonds für Investments in Grundlagen-Technologien auf. Dieser soll zunächst im Jahr 2020 rund 100 Millionen Euro in Tech-Unternehmen, etwa aus dem AI- oder Blockchain-Bereich investieren. Durch Co-Investments von privaten VCs soll kommendes Jahr insgesamt eine Investment-Summe von 300 bis 400 Millionen Euro zusammenkommen. Ab 2021 sei dann eine Aufstockung des neuen Fonds auf ein bis zwei Milliarden Euro in der Endausbaustufe geplant, so Stifted.

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Hinterher im Wettlauf mit den USA und China

Die Zielsetzung der EU dahinter scheint klar: Europa hinkt gerade in Technologie-Bereichen wie Artificial Intelligence den USA und China bei Investment-Volumina massiv hinterher. Weniger als zehn Prozent des weltweit bereitgestellten Kapitals für AI flossen in den vergangenen acht Jahren laut OECD nach Europa. Mit fast zwei Dritteln aller Investments dominieren die USA hier klar vor China, das immerhin rund 20 Prozent der weltweiten Investments im Bereich verbuchen konnte.

Neuer Technologie-VC-Fonds: aws als logischer Co-Investor

Generell sind die Programme des EIF auf kleine und mittlere Unternehmen und damit konkret auch auf Startups ausgelegt. Neben direkten VC-Investments vergibt der Fonds vor allem Kreditgarantien für Unternehmen. Auf nationaler Ebene arbeitet man dazu hierzulande etwa mit dem aws zusammen. Vor einem Jahr wurde etwa gemeinsam eine neue InnovFin-Vereinbarung unterzeichnet, die dem aws die Bereitstellung von weiteren 96 Millionen Euro Garantievolumen für KMU ermöglichte. Auch für den neuen Fonds dürften die heimischen Institutionen mit ihren Fonds als logische Co-Investoren infrage kommen.

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Impression vom VERBUND Venture Day 2026 | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Impression vom VERBUND Venture Day 2026 | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

„Von der Innovation zur Skalierung und von der Skalierung zu einem stärkeren Europa“ mit diesem einen Satz könne man das große Ziel für den europäischen Energiesektor zusammenfassen, sagt VERBUND-X-Geschäftsführer Franz Zöchbauer in seinen einführenden Worten zum VERBUND Venture Day 2026, der erstmals beim neuen Energy-Launchpad-Partner WU Wien stattfand. „Wir haben die Lösungen, aber es dauert zu lange, bis sie am Markt sind. Wir müssen skalieren, aber kein Player kann das alleine. Es braucht ein Ökosystem und hier zählen die Menschen“, so Zöchbauer.

Franz Zöchbauer | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Franz Zöchbauer | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

Die Zusammenarbeit im Ökosystem als Motto beim VERBUND Venture Day ist nicht neu, der Diskurs, in den das Motto dieses Jahr eingebettet ist, durchaus: Auch hier dominiert das große Thema europäische Souveränität. Der Titel des diesjährigen Events lautet „Scaling Beyond Borders“.

10,25 Billionen Euro für die Energiewende

Zöchbauer drückt die Ambition hinter der eingeforderten Skalierung in Zahlen aus: Es brauche Schätzungen zufolge 10,25 Billionen Euro, um das Energiesystem Europas bis 2040 zu transformieren. „Das ist 70 mal das Volumen des Marshallplans oder das Volumen von 25 Jahren globale VC-Investments“, so der VERBUND-X-Geschäftsführer. Es handle sich also um eine epochale Investment-Chance. Doch er erinnert: „Zahlen ändern die Welt nicht. Menschen tun es.“

Achim Kaspar | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Achim Kaspar | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

Dabei sei die Energiewende keineswegs nur ein Wunsch, sondern eine Notwendigkeit, betont VERBUND-COO Achim Kaspar in einer Panel-Diskussion unter dem Titel „Owning the Future“: „Wir sind an einem Wendepunkt. Man liest jeden Tag von Problemen beim Transport fossiler Energieträger. Wir müssen auf erneuerbare umsteigen.“ Für VERBUND sei dabei schon lange klar: „Wir wollen nicht das nächste Kodak werden.“

„Es laufen mehrere Energiewenden parallel“

Diese europäische Sicht auf die Energiewende setzt Angela Wilkinson, CEO des World Energy Council, im Panel und bei ihrer Keynote in die globale Perspektive: „Es laufen mehrere Energiewenden parallel. In Europa geht es um den hundertprozentigen Umstieg auf erneuerbare Energieträger. Im nahen Osten etwa geht es um Technologien, um den CO2-Ausstoß auch mit fossilen Energieträgern auf Null zu bringen.“

Angela Wilkinson | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Angela Wilkinson | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

Bei der Souveränität gehe es letztlich um die Möglichkeit, sich seine Abhängigkeiten auszusuchen, „nicht um teuren Isolationismus“, meint Wilkinson. Was ihr insgesamt fehle, sei eine kollektive Vision für eine bessere Zukunft. „Wir haben klare Ziele bei der CO2-Reduktion, aber keine gemeinsame positive Perspektive. Wir haben die Energiewende zwar an die Wall Street gebracht, aber nicht auf die Hauptstraße, wo die Menschen sind.“

Konsequenter Fokus auf die Kund:innen

Darum, wie die Transformation direkt zu den Menschen gebracht werden kann, ging es in einem Talk von VERBUND-CEO Michael Strugl und Greg Jackson, Gründer von Octopus Energy. Strugl sieht das britischen Unternehmen dabei als Vorbild: „Octopus ist ein echter Champion, wenn es um Kundenservice geht.“ Als er Jackson zum ersten Mal nach dessen Geschäftsmodell gefragt habe, sei die Antwort denkbar simpel gewesen: „Ich will den Kunden weniger verrechnen.“ Dieser konsequente Fokus auf die Kund:innen sei der Schlüssel, sagt Strugl.

Michael Strugl | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Michael Strugl | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

Viele Energieunternehmen würden Kund:innen bisher nur als reine Abnehmer verstehen, meint Jackson. Octopus setze stattdessen auf radikale Vereinfachung und digitale Flexibilität: „Statt schwer lesbarer, regulierter PDFs nutzen wir einfache E-Mails, auf die man direkt antworten kann.“ Diese Kundennähe gepaart mit intelligenter Steuerung – etwa beim Laden von Elektrofahrzeugen – sei der Treiber für das rasante Wachstum des Unternehmens. Für Strugl ist das eine klare Orientierung für die gesamte Branche: „Innovatoren und Disruptoren helfen uns dabei, das gesamte System in ein erneuerbares, dezentrales und digitalisiertes Energiesystem zu verwandeln.“

Tragende Rolle für Gründer:innen – Unis entscheidend

Es sind also nicht nur Politiker:innen und Verantwortliche in Energiekonzernen, sondern auch Gründer:innen, die bei der Energiewende eine tragende Rollen spielen. Hier wiederum sind die Universitäten entscheidende Akteure, wie Franz Zöchbauer am Panel gemeinsam mit WU-Wien-Rektor Rupert Sausgruber und TU-Wien-Rektor Jens Schneider erläutert. „Es gibt im Energiesektor so viel Potenzial, aber man braucht nicht nur viel Geld sondern auch die Ideen“, bringt es Schneider auf den Punkt.

Jens Schneider (l.) und Rubert Sausgruber (r.) | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

„Starke Gründer:innen, aber viele Hindernisse am Weg“

Dass natürlich auch die Politik ihren Beitrag leisten muss, um die Skalierung über die Grenzen hinaus zu ermöglichen, erörtert Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner in ihrer Keynote. Man müsse die Herausforderung angehen, Startups in Europa zu halten. „Wir haben starke Gründer:innen, aber viele Hindernisse am Weg“, sagt Zehetner und spricht nicht nur das bekannte Thema Wachstumskapital, sondern unter anderem auch die Ausgründungsbedingungen für universitäre Spinoffs an.

Elisabeth Zehetner | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Elisabeth Zehetner | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

Als konkrete Maßnahmen – teils auf europäischer, teils auf nationaler Ebene – nennt die Staatssekretärin etwa den European Scaleup Fund und den heimischen Dachfonds und die Notwendigkeiten, die europäische Kapitalmarktunion zu stärken und die Mitarbeiter:innenbeteiligung auch durch steuerliche Anreize weiter zu verbessern. Denn letztlich sei das Ziel – ganz getreu dem Motto des Venture Days – klar: „Erfinde dein Produkt hier, bau dein Unternehmen hier und skaliere hier, aber verkaufe dein Produkt in die ganze Welt.“

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EU startet 2 Milliarden Euro-Technologie-VC-Fonds

Wie das Magazin Stifted berichtet, setzen die Europäische Kommission und der Europäische Investitionsfonds (EIF) einen neuen Technologie-VC-Fonds für Investments in Grundlagen-Technologien auf. Dieser soll zunächst im Jahr 2020 rund 100 Millionen Euro in Tech-Unternehmen, etwa aus dem AI- oder Blockchain-Bereich investieren. Durch Co-Investments von privaten VCs soll kommendes Jahr insgesamt eine Investment-Summe von 300 bis 400 Millionen Euro zusammenkommen. Mit fast zwei Dritteln aller Investments dominieren die USA hier klar vor China, das immerhin rund 20 Prozent der weltweiten Investments im Bereich verbuchen konnte. Vor einem Jahr wurde etwa gemeinsam eine neue InnovFin-Vereinbarung unterzeichnet, die dem aws die Bereitstellung von weiteren 96 Millionen Euro Garantievolumen für KMU ermöglichte. Auch für den neuen Fonds dürften die heimischen Institutionen mit ihren Fonds als logische Co-Investoren infrage kommen.

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EU startet 2 Milliarden Euro-Technologie-VC-Fonds

Wie das Magazin Stifted berichtet, setzen die Europäische Kommission und der Europäische Investitionsfonds (EIF) einen neuen Technologie-VC-Fonds für Investments in Grundlagen-Technologien auf. Dieser soll zunächst im Jahr 2020 rund 100 Millionen Euro in Tech-Unternehmen, etwa aus dem AI- oder Blockchain-Bereich investieren. Durch Co-Investments von privaten VCs soll kommendes Jahr insgesamt eine Investment-Summe von 300 bis 400 Millionen Euro zusammenkommen. Mit fast zwei Dritteln aller Investments dominieren die USA hier klar vor China, das immerhin rund 20 Prozent der weltweiten Investments im Bereich verbuchen konnte. Vor einem Jahr wurde etwa gemeinsam eine neue InnovFin-Vereinbarung unterzeichnet, die dem aws die Bereitstellung von weiteren 96 Millionen Euro Garantievolumen für KMU ermöglichte. Auch für den neuen Fonds dürften die heimischen Institutionen mit ihren Fonds als logische Co-Investoren infrage kommen.

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