03.03.2025
HORIZON EUROPE

EU-geförderte Startups erreichen Firmenbewertung von 520 Mrd. Euro

Dealroom, eine Datenplattform für Startup-Analysen, veröffentlichte kürzlich ihren Forschungsbericht zu EU-Förderungen im Startup-Bereich.
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Fahne der Europäischen Union
Foto: Adobe Stock

Bis 2027 läuft noch das aktuelle EU-Rahmenprogramm “Horizon Europe”. Mit einem Budget von 95,5 Milliarden Euro positioniert es sich als das weltweit größte, transnationale Programm für Forschung und Innovation. Sein Ziel ist es, den europäischen Forschungsraum zu stärken und die Innovations- sowie Wettbewerbsfähigkeit Europas zu steigern – brutkasten berichtete. 

Nun präsentiert Dealroom in Zusammenarbeit mit Dealflow.eu und zahlreichen EU-Startups einen Bericht zu EU-Förderungen, der neue Erkenntnisse bringt. Der Bericht, der im Rahmen des Projekts „Innovation Radar Bridge“ erstellt wurde, basiert sowohl auf EU-Daten als auch Informationen von Dealroom, einer Datenplattform für Startup-Analysen. Untersucht wurden mehr als 13.600 Startups, die EU-Fördermittel erhalten haben. Ziel der Analyse ist es, herauszufinden, wie diese Förderprogramme das Wachstum und die Innovationskraft von Startups beeinflussen.

Von EU-Förderung zu privaten Investments

In den vergangenen 40 Jahren wurden insgesamt zwölf Milliarden Euro an EU-Fördermittel an Startups vergeben, um deren Entwicklung voranzutreiben. Diese Mittel stammen aus verschiedenen EU-Rahmenprogrammen wie Horizon 2020 oder Horizon Europe. Laut Bericht konnten diese Startups durch die Finanzierungen eine Firmenbewertung von insgesamt 520 Milliarden Euro erreichen.

Die Förderungen der EU habe demnach den Startschuss für die Entwicklung dieser Startups gegeben. Zusätzliches Venture Capital in Höhe von 70 Milliarden Euro trieb ihr weiteres Wachstum voran (seit 2010). Die Daten würden verdeutlichen, wie frühe EU-Finanzierungen dazu beitragen, Innovationen weniger riskant zu machen und so wiederum private Investments attraktiver zu machen. Insgesamt machen die von der EU unterstützten Startups rund zehn Prozent des Gesamtwerts aller VC-finanzierten Startups in Europa aus.

Somit stellen laut Bericht EU-Förderprogramme nicht nur eine direkte finanzielle Unterstützung für Startups dar, sondern öffnen auch Türen für zusätzliche Investments aus der Privatwirtschaft. Als Beispiel hierfür nannte wird die Erfolgsgeschichte des Unternehmens BioNTech genannt, das mithilfe von EU-Förderungen den Covid-Impfstoff entwickelte.

74 Prozent der EU-geförderten Startups im Tech-Bereich

Ein genauerer Blick auf die Startups zeigt, dass 74 Prozent der EU-geförderten Startups in zukunftsweisenden Technologiebereichen angesiedelt sind. Besonders Startups in DeepTech-Bereichen wie KI, Robotik und Klimatechnologie schneiden beim Skalieren besser ab, benötigen jedoch zusätzliche Finanzierungen.

Yoram Wijngaarde, Gründer und CEO von Dealroom, sagt: „Der Bericht zeigt, dass öffentliche Mittel dazu beitragen können, frühe Innovationen weniger riskant zu machen und den Weg für privates Kapital zu ebnen, mit äußerst erfolgreichen Ergebnissen”. Dabei würden Startups nur fünf Prozent der bisherigen EU-Innovations-Förderungen erhalten. Die Ergebnisse des Berichts seien ein “starkes Argument, ihren Anteil in zukünftigen Programmen zu erhöhen”.

Forderungen an die EU

Aufgrunddessen fordert das Forschungsteam eine Erweiterung der Startup-Investments für das zehnte EU-Rahmenprogramm (FP10), das mit dem Jahr 2028 starten wird. Außerdem soll die EU mehr Geld für Startups bereitstellen, um deren Wachstum und Innovation zu fördern, “da sie einen erheblichen Beitrag zur Wirtschaft und Gesellschaft leisten”, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die untersuchten Startups geben außerdem an, dass die komplexen Strukturen der EU-Förderprogramme eine Hürde darstellen und daher den Zugang zu finanziellen Mitteln erschweren. Hier wird vorgeschlagen, die vielen unterschiedlichen Förderprogramme der EU zu vereinheitlichen, sodass die Komplexität reduziert wird. Ziel sei es, diese Programme effizienter und zugänglicher für Startups zu machen.

Eine weitere Forderung ist, mehr EU-Startup-Gipfel und Pitch-Veranstaltungen zu organisieren, um so Startups mit privaten Investor:innen und großen Unternehmen zu vernetzen. All diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Entwicklung und Skalierung von Startups in Europa zu fördern und weltweit mehr Sichtbarkeit zu erlangen.

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Das Verenas-Team mit Gründerin Verena Nairz-Kapferer (3. v.r.). © Verenas

Die Ursprungsidee für Verenas entstand krisenbedingt: Während des ersten Corona-Lockdowns 2020 entwickelte Verena Nairz-Kapferer im eigenen Innsbrucker Café haltbare Rezepturen, um den Betrieb abzusichern. Was als Initiative für Café-Gäste begann, wird nun zum eigenständigen Geschäftsmodell. Im November 2026 gründen Verena Nairz-Kapferer und Jürgen Nairz eine eigene GmbH, um das Produktangebot im B2B-Bereich überregional zu skalieren.

Prozesssicherheit statt Spezialzutaten

Im Zentrum der Vertriebsstrategie steht der Premium-Gastrogroßhandel, über den Hotels, Cafés und Restaurants flächendeckend beliefert werden sollen. Aus mehr als 60 praxiserprobten Rezepturen konzentriert sich das Unternehmen für Großküchen auf rund 20 Varianten. Der wirtschaftliche Hebel liegt laut dem Gründungsteam dabei nicht nur beim Wareneinsatz von 0,80 bis 1,20 Euro pro fertig gebackener Portion. Standardisierte Mischungen reduzieren insbesondere den Arbeits- und Lageraufwand für Betriebe, die keine eigenen Spezialzutaten vorhalten wollen.

„Für einen Gastronomiebetrieb zählt nicht nur, was eine Portion an Zutaten kostet. Entscheidend sind auch Arbeitszeit, Einfachheit, Prozesssicherheit und eine Qualität, die unabhängig davon funktioniert, wer den Kuchen gerade zubereitet“, erklärt Jürgen Nairz, der den Vertriebsaufbau verantwortet.

Getrennte Produktion für Glutenfrei-Zertifizierung

Verena Nairz-Kapferer arbeitete ursprünglich im sozialen Bereich und verkaufte samstags selbst gebackene Kuchen. © Verenas

Die Backmischungen sind rein pflanzlich sowie zu großen Teilen zusätzlich glutenfrei formuliert. „Ich wollte nie einen Kuchen entwickeln, bei dem jemand sagt: Für vegan oder glutenfrei schmeckt der aber gut“, betont Produktentwicklerin Verena Nairz-Kapferer.

Um die geforderten Qualitätsstandards im B2B-Geschäft sicherzustellen, trennt das Startup laut eigenen Angaben die Fertigung. Vegane Varianten sollen ab November 2026 in einem Partnerbetrieb nahe Graz abgefüllt werden. Die glutenfreien Mischungen verbleiben in einer separaten Innsbrucker Produktionsstätte, um Kreuzkontaminationen auszuschließen. Damit bereitet sich das Unternehmen auf die Zertifizierung mit dem Glutenfrei-Symbol vor.

Absatzziel: 40.000 Einheiten im Jahr 2027

Flankiert von einem B2C-Onlineshop mit vorerst sieben Sorten setzt das Unternehmen auf wiederkehrende B2B-Bestellungen. Für das Geschäftsjahr 2027 peilt Verenas ein Absatzvolumen von rund 40.000 Einheiten an. Gespräche mit weiteren Partnern im Gastrogroßhandel laufen laut den Gründer:innen bereits, um die Distribution im kommenden Jahr überregional auszubauen.

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