22.06.2020

Etihad Airways nutzt Corona-Risiko-Tool von Wiener Startup Medicus AI

Ein Risiko-Eischätzungstool des Wiener MedTech-Startups Medicus AI wird nun im Rahmen einer Kooperation von der Fluglinie Etihad Airways genutzt.
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Etihad Airways: Neues Covid-19-Tool vom Wiener Startup Medicus AI
(c) Etihad Airways: Neues Covid-19-Tool vom Wiener Startup Medicus AI

22 Fragen sollen Fluggäste der Fluglinie Etihad Airways aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nun beantworten, bevor sie eine Reise antreten. Fünf Minuten soll der  Vorgang in Anspruch nehmen. Mit diesem Selbst-Test soll das Risiko einer möglichen Covid-19-Infektion relativ genau eingeschätzt werden. Die Technologie dafür liefert das Wiener MedTech-Startup Medicus AI.

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WHO-Kriterien werden täglich upgedatet

Dieses hatte gemeinsam mit dem Luxemburger Unternehmen BioneXt Lab im April die weltweit erste als Medizinprodukt zertifizierte Coronavirus-App, Covive, gelauncht. Das Tool, das nun in der Kooperation mit Etihad genutzt wird und unter anderem in dessen App eingebaut wurde, arbeitet anhand der aktuell von der Weltgesundheitsorganisation WHO definierten Kriterien und wird täglich upgedatet. Vorerst ist es auf Englisch verfügbar. Arabisch, Französisch, Deutsch und Portugiesisch sollen schrittweise folgen.

Etihad CDO: Medicus AI-Tool bringt „Sicherheit und Seelenfrieden“

Frank Meyer, Chief Digital Officer von Etihad kommentiert: „Wir wissen, dass Gesundheit und Wohlbefinden ein wichtiger Faktor für die Reiseentscheidungen unserer Gäste sein werden, und wir sind bestrebt, ihre Sicherheit und ihren Seelenfrieden zu gewährleisten“. Die Partnerschaft mit Medicus AI sei eine der Möglichkeiten, den Betrieb an die neuen Anforderungen anzupassen, die aufgrund von Covid-19 an die Reisebranche gestellt werden.

Zurück in den Alltag

Und Medicus AI-Gründer und CEO Baher Al Hakim erklärt: „Unsere anfänglichen Bemühungen zu Beginn der Pandemie waren darauf ausgerichtet, Einschätzungs- und Monitoring-Tools bereitzustellen. Mit der Verlagerung der Bedürfnisse haben sich unsere Bemühungen dahingehend weiterentwickelt, unseren Partnern dabei zu helfen, die Menschen auf sichere Weise wieder in ihr alltägliches Leben zurückzuführen“.

⇒ Zum Tool (Web-Version)

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Context64.ai CEO & Founder Marko Lah (r.) mit COO Jan Bernasch (l.)

Das steirische Startup Context64.ai, gegründet von Marko Lah, hat sich auf die Bereitstellung horizontaler und industrieagnostischer KI-Infrastruktur spezialisiert. Erst Anfang des Jahres ging das Unternehmen mit der deutschen 3DSE Management Consultants GmbH eine strategische Allianz ein – brutkasten berichtete. Nun stellen die Grazer die technologische Plattform für die neue „Data2AI“-Produktlinie des deutschen Softwareentwicklers Emposo bereit.

Klare Rollenverteilung

Die Rollenverteilung bei der Kooperation ist klar: Context64 stellt die Plattform, Emposo baut daraus fertige Kundenlösungen. Emposo ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Hays Holding. Während der Mutterkonzern Hays primär als weltweit agierender Personaldienstleister im Recruiting-Bereich bekannt ist, konzentriert sich Emposo als spezialisierter Lösungsanbieter auf IT- und Engineering-Dienstleistungen sowie die Abwicklung von Werk- und Serviceverträgen. Nach einer einjährigen Pilotphase wurde die Zusammenarbeit mit dem Grazer Startup nun fest verankert.

Strukturierte Daten statt KI-Halluzinationen

Der Software-Stack von Context64.ai setzt beim sogenannten Kontextproblem herkömmlicher Sprachmodelle an. Über den „Data Context Hub“ werden verteilte Unternehmensdaten – darunter Anforderungen, Stücklisten und Qualitätsdaten – in einem Knowledge Graph miteinander vernetzt.

Die ergänzende Komponente „M4AI“ (Memory for AI) ermöglicht KI-Agenten den gezielten Zugriff auf dieses strukturierte Wissen. Dadurch navigieren die Agenten entlang der realen Unternehmensstruktur, anstatt isolierte Dokumente zu durchsuchen. Das soll Verarbeitungszeiten verkürzen, Fehlantworten (Halluzinationen) minimieren und den Ressourceneinsatz senken.

Pilotprojekt im Automobil-Sektor

Als ersten produktiven Anwendungsfall nennen die Unternehmen ein Projekt aus dem Automobil-Engineering, bei dem ausführbare Testfälle automatisiert aus Spezifikationen und Signaldaten erzeugt werden. Laut Aussendung führte der Einsatz der Software in dem langjährigen Kundenprogramm zu einer siebenfachen Produktivitätssteigerung gegenüber der zuvor wochenlangen manuellen Erstellung.

Context64.ai-Gründer Marko Lah sieht in dem Projekt ein übergeordnetes Muster für den Markt: „KI selbst wird zur Commodity – entscheidend ist, was darunter liegt: die saubere Vernetzung von Daten über Systemgrenzen hinweg, Präzision, effizienter Token-Einsatz.“, argumentiert er. „Die Domänenexperten sitzen bereits in den Unternehmen. Was fehlt, ist die Infrastruktur, dieses Wissen mit KI zu verbinden – die liefern wir als Plattform.“

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Etihad Airways nutzt Corona-Risiko-Tool von Wiener Startup Medicus AI

  • 22 Fragen sollen Fluggäste der Fluglinie Etihad Airways aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nun beantworten, bevor sie eine Reise antreten.
  • Mit diesem Selbst-Test soll das Risiko einer möglichen Covid-19-Infektion relativ genau eingeschätzt werden.
  • Die Technologie dafür liefert das Wiener MedTech-Startup Medicus AI.
  • Das Tool, das unter anderem in die Etihad-App eingebaut wurde, arbeitet anhand der aktuell von der Weltgesundheitsorganisation WHO definierten Kriterien und wird täglich upgedatet.

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