19.02.2018

Wiener Startup verkauft „Aktien“ für Songcontest-Songs

Das Wiener Startup "Global Rockstar" betreibt die weltweit erste Crowdfunding-Plattform für (Pop-)Musik. Nun kooperiert es mit San Marino bei der Auswahl seines Eurovision-Songcontest-Songs.
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Global Rockstar ESC
Screenshot: https://www.globalrockstar.com/ - die Kandidaten für die ESC-Vorausscheidung

Im Dezember startete das Wiener Startup Global Rockstar die weltweit erste Crowdfunding-Plattform für (Pop-)Songs – der Brutkasten berichtete. User können dort Anteile an einem Song erwerben und bis zum Ende des Copyrights – 70 Jahre später – daran mitverdienen. Nun zog Founder Christoph Straub, der Teil der Band Papermoon eine gewisse Bekanntheit in Österreich erlangt hat, einen besonderen Deal an Land. San Marino führt seine Vorausscheidung für den Eurovision Songcontest (ESC) gemeinsam mit Global Rockstar durch.

+++ Global Rockstar: Wiener Startup mit erster Musik-Crowdfunding-Plattform +++

Internationale Starter bei ESC-Vorausscheidung in San Marino

In mehreren Shows werden je elf Kandidaten präsentiert, die nicht nur aus San Marino, sondern aus unterschiedlichsten Ländern der Welt (Zimbabwe, Israel, Norwegen, Deutschland, San Marino, Italien, Malta, Finnland, Österreich) kommen. Nach den jeweiligen Shows können User der Plattform Global Rockstar in die Songs investieren. Es tritt zwar nur einer der Songs beim ESC an. Veröffentlicht werden aber alle. Das heißt, jedes Investment wird realisiert.

„Sehr hoher Gewinn über einen langen Zeitraum“

Founder Straub verspricht Aussicht auf gute langfristige Rendite: „ESC-Songs erreichten in der Vergangenheit bis zu 120 Mio Streams und erzielen damit in etwa 960.000 Euro Umsatz. Eine Investition in ein Prozent Anteile am richtigen Song kann damit zu einem sehr hohen Gewinn über einen langen Zeitraum führen“. Die erfolgreichsten Streaming-Hits würden über einen gewissen Zeitraum überhaupt bis zu 100.000 Euro Umsatz am Tag erzielen.

Bislang drei Songs über Global Rockstar fianziert

Drei Songs wurden seit dem Start der Plattform im Dezember erfolgreich finanziert. Zwei davon von der österreichischen Musikerin ZOE, selbst ESC-Starterin, deren Produzent Straub ist. Der dritte Song stammte von der deutschen Sängerin Jo Marie. Bevor Straub das Crowdinvesting-Modell startete, betrieb er unter der Marke Global Rockstar bereits einige Jahre lang erfolgreich den nach eigenen Angaben größten Online-Musikwettbewerb der Welt.

+++ Crowdfunding-Statistik: 2017 kein Startup unter Top 15 Projekten +++


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Die Gründer von versa: Jakob Logar, Maximilian Brehm und Elija Dentler (v. l.) | (c) webformance.agency

Ein schwieriges Kundengespräch, eine heikle Preisverhandlung oder eine verärgerte Kundin: Solche Situationen gehören in vielen Berufen zum Alltag. Doch wie bereitet man Mitarbeitende darauf vor? Klassische Kommunikationstrainings sind oft zeitaufwendig und bieten nur begrenzte Möglichkeiten, das Gelernte praktisch anzuwenden.

Genau hier setzt das Grazer Startup versa an. Das im Jänner 2026 gegründete Unternehmen hat eine KI-basierte Plattform entwickelt, mit der Mitarbeitende realistische Gesprächssituationen simulieren und anschließend individuelles Feedback erhalten können.

Gegründet wurde das Unternehmen von Jakob Logar, Elija Dentler und Maximilian Brehm. Die Idee entstand aus den beruflichen Erfahrungen der Gründer. Co-CEO Logar war rund 20 Jahre im Vertrieb tätig und absolvierte selbst zahlreiche Kommunikationstrainings. Diese seien zwar hilfreich gewesen, hätten aber meist nur wenig Raum für praktische Übungen geboten. „Da haben wir jetzt einfach gesehen, das was KI da möglich macht, ist eben diesen Flaschenhals der Rollenspiele aufzuheben“, erklärt Logar. Mitarbeitende könnten dadurch unabhängig von Trainer:innen oder Vorgesetzten Gespräche üben.

Von einem Forschungsprojekt zur KI-Plattform

Den Anstoß lieferte ein Forschungsprojekt am Grazer Know-Center. Dort wurde auf Anfrage der Medizinischen Universität Innsbruck untersucht, ob sich Arzt-Patienten-Gespräche mit KI simulieren lassen. Ein erster ChatGPT-Prototyp zeigte Potenzial, aber auch technische Grenzen.

Heute kombiniert versa verschiedene KI-Modelle für die Szenarioerstellung, Sprachinteraktion und Auswertung. Unternehmen können eigene Unterlagen und Kundenprofile einbinden, um möglichst praxisnahe Trainingssituationen zu schaffen.

Doch warum braucht es dafür eine eigene Plattform statt ChatGPT? „Die Magie liegt eigentlich in der KI-Architektur und in der Agent-Orchestrierung“, sagt Logar. Anders als bei der Nutzung eines einzelnen Sprachmodells sollen die KI-Personas konsistent bleiben und die Auswertungen vergleichbar sein.

Eigene KI-Basismodelle entwickelt das Startup nicht. Stattdessen setzt es auf eine flexibel aufgebaute Architektur. „Wir verwenden immer das beste Modell“, so Logar. Neue Technologien könnten dadurch einzelne Komponenten ersetzen, ohne die gesamte Plattform verändern zu müssen.

Eingesetzt wird versa derzeit vor allem beim Onboarding neuer Mitarbeitender. Diese können vom ersten Kundentelefonat bis zur Preisverhandlung unterschiedliche Gesprächssituationen trainieren.

Das KI-Trainingsgespräch selbst erfolgt dann im Look eines Video-Calls. (c) versa Training GmbH

14 zahlende Kunden und bereits profitabel

Nur wenige Monate nach der Gründung zählt versa laut Logar rund 14 zahlende Unternehmenskunden. Darunter befinden sich eine große Bank und einer der größten deutschen Versicherer. Als Zielgruppe sieht versa nicht ausschließlich Großkonzerne. Interessant sei die Plattform grundsätzlich für Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitenden in kundenorientierten Rollen, etwa im Vertrieb oder Kundenservice.

Der Weg vom ersten Interesse zum Vertragsabschluss sei allerdings nicht immer kurz. Besonders bei größeren Unternehmen würden rechtliche Prüfungen rund um den Einsatz von KI den Verkaufsprozess verlängern.

Finanziert wurde das Startup bislang ausschließlich aus Eigenmitteln. Das Stammkapital von 10.000 Euro brachten die drei Gründer selbst auf. Auf die Frage, wann das Unternehmen profitabel werden wolle, antwortet Logar: „Wir sind schon profitabel.“

Förderabsage als Wendepunkt

Ursprünglich hatte das Gründerteam auf eine aws-Seedförderung gehofft. Nach einem Pitch im Frühjahr 2026 folgte jedoch die Absage. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gründer ihre bisherigen Jobs bereits gekündigt. Trotz des Rückschlags beschlossen sie weiterzumachen. „Wir haben dann aber den Entschluss gefasst, weiterzumachen, weil die Idee so gut ist“, erzählt Logar. Die Absage habe das Team letztlich stärker auf den Markt fokussiert.

Aktuell ist versa in der Science Park Graz Academy und arbeitet im Grazer Unicorn. Zunächst will das Startup aus eigener Kraft weiterwachsen und einen mittleren sechsstelligen Umsatzbetrag erreichen. Für die spätere Skalierung werden Partner gesucht.

Dabei denkt das Team von Beginn an international. „Wir haben ja keine sprachlichen Restriktionen“, erklärt Logar. Erste Kunden aus Deutschland hat versa bereits gewonnen. Langfristig will das Unternehmen vor allem dort wachsen, wo der Bedarf an skalierbaren Kommunikationstrainings besonders groß ist.

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