27.01.2025
FUND OF FUNDS

Erste: Finales Closing von 90-Mio.-Euro-Private-Equity-Dachfonds

Die Erste Asset Management setzte den Private-Equity-Dachfonds 2022 auf, die Erste Group trat als Ankerinvestor auf.
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Der Erste Campus in Wien | © Erste Group/ Christian Wind

Die Startup-Community wünscht sich einen vom Staat, die Erste Group hat bereits einen aufgebaut: einen Private-Equity-Dachfonds bzw. Fund of Funds, also einen Fonds, der ausschließlich in andere Fonds investiert, die wiederum in Unternehmen investieren. 2022 hatte die Erste Asset Management diesen mit der Erste Group als Ankerinvestor aufgesetzt. Nun wurde das finale Closing bei einer Summe von 90 Millionen Euro verkündet.

Portfolio mit zwölf Venture-Capital-, Growth-Equity- und Buyout-Fonds

In der Zeit hat der Private-Equity-Dachfonds ein Portfolio von bislang zwölf Venture-Capital-, Growth-Equity- und Buyout-Fonds aufgebaut. „Diese konzentrieren sich auf wachstumsstarke Klein- und Mittelbetriebe in Zentraleuropa und dem DACH-Raum, und haben seit Fondsstart eine positive Entwicklung gezeigt“, heißt es in einer Aussendung. Als Investoren des Dachfonds seien „institutionelle Investoren wie Pensionskassen, Versicherungen und Banken, kirchliche Institutionen und Kunden aus dem Erste Bank Private Banking“ an Bord.

Mehr als 200 Investments durch Portfolio-Fonds

Insgesamt habe es bislang Investments in mehr als 200 einzelne Unternehmen gegeben. „Das Portfolio deckt mit Buyout-, Growth Equity- und Venture-Capital-Fonds verschiedene Unternehmensphasen ab. Die Portfolios, in die über den Dachfonds investiert wird, verteilen sich aktuell über die Vintage-Jahre 2019 bis 2023, in denen die ersten Investments getätigt wurden. Die Investments sind breit über die Kernregionen der Erste Group – Zentral- und Osteuropa – sowie den DACH-Raum, gestreut“, heißt es von Erste Asset Management.

Investiert werde in Unternehmen mit skalierbaren Geschäftsmodellen aus Branchen wie Industrie, Enterprise Software, Space Tech, Retail und Business Services. Bei frühphasigen Unternehmen stünden hingegen Branchen wie Healthcare, Künstliche Intelligenz (AI), Fin Tech, Software-as-a-Service (SaaS) sowie Deep Tech im Fokus.

Dachfonds „erfüllt einen wesentlichen Nutzen für die dahinterstehenden Unternehmen“

Mit dem Dachfonds erfülle man „einen wesentlichen Nutzen für die dahinterstehenden Unternehmen“, meint Ingo Bleier, Chief Corporates and Markets Officer der Erste Group: „Mit dem Investment setzen wir an der Basis der Wirtschaft an und unterstützen Unternehmen mit ausreichend Kapital bei ihrer Entwicklung. So stärken wir gleichzeitig lokale Ökosysteme, eine wesentliche Triebfeder für unternehmerische Initiativen, Innovationen und Wachstum.“

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Majourny
© Majourny - Severin Bergsmann und Fabian Pischinger.

Es begann mit einer App, die KI zur automatischen Routenerstellung nutzte. Basierend auf ihren Interessen bekamen Nutzer:innen Empfehlungen für Hotels, Restaurants und Aktivitäten in der ausgewählten Stadt. Die Routen konnten dann in einem Feed geteilt werden, um Vertrauen zu schaffen und die App von rein algorithmischen Planern zu unterscheiden. Das Ziel der beiden Gründer Fabian Pischinger und Severin Bergsmann war es, als B2C-Reiseplaner Endkund:innen zu erreichen. Doch dann sprach man mit den Hotels.

Majourny-Founder: „Haben nicht im Office überlegt“

„Je mehr wir mit Hotels gesprochen haben, desto klarer wurde: Die Gäste sind längst digital, die Betriebe dahinter oft noch nicht. Dort geht jeden Tag enorm viel Zeit für Telefonate, Zettel und Nachfragen verloren“, sagt Pischinger. Also pivotierte man und versteht sich jetzt als B2B-Plattform für Hotels. Das Wissen über die Erwartungen digitaler Gäste nahm das Team mit. „Die Gen Z will ihre Anliegen digital erledigen, zu jeder Uhrzeit. Gleichzeitig hat das Personal schlicht keine Kapazität mehr, alles händisch abzufangen.“

Seit Ende 2025 entsteht die Software direkt im Hotelalltag, gemeinsam mit dem Stift Schlägl und dem Boutiquehotel Königswieserhof im Bezirk Freistadt. Als dritter Pilotbetrieb kamen die ARVE Chalets auf der Turracher Höhe dazu.

„Wir haben nicht im Büro überlegt, was Hotels brauchen könnten. Wir waren im Betrieb und haben gesehen, wo jeden Tag Zeit verloren geht“, ergänzt Pischinger. Unterstützt wird die Entwicklung durch ein FFG-Kleinprojekt, das Projektvolumen beläuft sich auf 150.000 €. Das Ziel des Projektes ist es, Hotels autonomer zu gestalten und Abläufe mittels KI-Agenten zu vereinfachen.

Daten automatisch ins System

Majourny wird an das bestehende Property-Management-System (PMS) des Hotels angebunden. Anreisen, Zimmernummern und Aufenthaltsdaten fließen somit automatisch ins System, eine zusätzliche Insellösung entstehe nicht. Der TeamHub bündelt Aufgaben, Übergaben und Kommunikation zwischen Rezeption, Housekeeping, Haustechnik und Küche. Eine KI-Wissensdatenbank soll auch neuen oder saisonalen Mitarbeiter:innen Antworten zum Haus liefern, und über einen digitalen Concierge erreichen Gäste das Hotel rund um die Uhr.

Zielgruppe sind der Aussendung zufolge Boutiquehotels, inhabergeführte Hotels und Chalets, also Betriebe, in denen wenige Menschen viele Rollen übernehmen und für eine eigene IT-Abteilung kein Platz ist.

Mit Version 1.0 startete im September auch der Vertrieb. Langfristig sollen KI-Agenten einen großen Teil der Back-Office-Arbeit in Hotels selbstständig erledigen. Die Verantwortung bleibe dabei beim Menschen: Entscheidungen über Preise, Kulanz oder Beschwerden treffe weiterhin das Hotel. „Die KI soll niemanden ersetzen“, so die Founder. „Sie soll die Arbeit übernehmen, die keiner gerne macht, damit wieder mehr Zeit für die Gäste bleibt.“

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