16.01.2025
POLITIK

1,75 Mio. Euro: An diese Parteien spendet Bitpanda-Gründer Eric Demuth

Der Bitpanda-Co-CEO und gebürtige Deutsche hat jeweils sechsstellige Spenden an vier deutsche Parteien offengelegt. Wie er diese ausgewählt hat und was Demuth von Politik und Wirtschaft erwartet.
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Eric Demuth | (c) Bitpanda
Eric Demuth | Foto: Bitpanda

Bitpanda-Mitgründer und Co-CEO Eric Demuth kann sicherlich als politischer Mensch bezeichnet werden. Zumindest äußert sich er sich immer wieder auf Social Media zu aktuellen politischen Themen: Nachdem etwa in Österreich Regierungspläne zur Wiedereinführung einer Haltefrist, nach deren Ablauf Kursgewinne auf Wertpapiere steuerfrei wären, gescheitert sind, warf Demuth den Grünen vor, damit „einen Beitrag zur Zuspitzung der Altersarmut geleistet” zu haben (brutkasten berichtete). An den Grünen war die Umsetzung der von ihrem Koalitionspartner ÖVP forcierten Idee gescheitert.

Die neuerliche Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im vergangenen November bezeichnete Demuth als „einen historischen Wendepunkt“ für die Krypto-Branche. Doch auch abseits klassischer Investment-Themen hat sich Demuth gelegentlich zu Wort gemeldet, so etwa zum Thema Tierrechte.

Demuth spendet insgesamt 1,75 Mio. Euro

Im laufenden deutschen Bundestagswahlkampf geht Demuth nun aber einen Schritt weiter: Er spendet insgesamt 1,75 Mio. Euro an mehrere Parteien. Der Bitpanda-Mitgründer will damit ein Zeichen setzen und „die demokratischen Strukturen und den Meinungsbildungsprozess stärken“, heißt es in einer Mitteilung von Bitpanda, die brutkasten vorliegt. Zuvor hatte BTC Echo über die Spende berichtet. Demuth ist selbst gebürtiger Deutscher und 1987 in Wismar in Mecklenburg-Vorpommern geboren.

Die Spende teilt sich folgendermaßen auf:

  • 750.000 Euro für die beiden konservativen Unionsparteien, wovon 500.000 auf die CDU entfallen und 250.000 auf die CSU. Diese ist nur in Bayern aktiv, die CDU deckt die restlichen Bundesländer ab. Sie bilden seit 1949 eine gemeinsame Bundestagsfraktion
  • 500.000 für die sozialdemokratische SPD
  • 500.000 für die liberale FDP

Ausgewählt habe Demuth die Parteien anhand ihrer Positionen zu zentralen Themen wie Wirtschaft, Innovation und Europa, schreibt Bitpanda in der Aussendung. „Bei diesen Parteien sehe ich ein realistisches Konzept für ein wirtschaftliches starkes, modernes und zeitgleich soziales Deutschland“, wird Demuth zitiert. Es sei wichtig, dass die Parteien über die nötigen Ressourcen verfügen würden, „echte interne Kompetenzen zu den wichtigsten Innovations-Themen unserer Zeit aufzubauen“.

Demuth: Politik muss bei Zukunftsthemen wieder proaktiv werden

Die deutsche Politik müsse bei Zukunftsthemen wieder proaktiv werden. „Ich möchte auf keinen Fall, dass wir amerikanische Verhältnisse bekommen, wo viele Menschen drei Jobs haben müssen, um über die Runden zu kommen“, sagt Demuth weiter. Ein starkes Europa gebe es nur mit einem starken Deutschland. Stark bleibe Deutschland aber nur, wenn es „wieder eine international angesehene Wirtschaftsmacht wird“.

Der Bitpanda-Co-CEO fordert auch ein Engagement der Wirtschaft: „Politik ist nicht nur Aufgabe der Politiker – auch die Wirtschaft kann und muss einen Beitrag leisten. Unternehmerisches Denken und Engagement für Demokratie schließen sich nicht aus, sondern ergänzen und stärken sich gegenseitig.“

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Das microagi-Team | (c) microagi
Das microagi-Team | (c) microagi

Sie gilt aktuell als einer der – mit dem KI-Boom verknüpften – globalen Mega-Trends: die Robotik. Und einmal mehr droht Europa im globalen Wettlauf ins Hintertreffen zu geraten, warnt man beim Münchner Startup microagi. Denn trotz einer großen industriellen Basis und starken Leistungen in Forschung und Entwicklung, laufe China dem Kontinent aktuell davon. Eine besondere Herausforderung für Europa sei dabei die Alterung der Bevölkerung.

„Wir können es uns nicht leisten, Europas Zögern bei der KI zu wiederholen“

„Das industrielle Europa hat 12 bis 18 Monate Zeit, um seinen Vorsprung in der Robotik auszubauen. Wir können es uns nicht leisten, Europas Zögern bei der KI zu wiederholen“, meint Bercan Kilic, Gründer und CEO von microagi.
„Wer Fabriken in Europa betreibt, hat die Zahlen schon auf dem Schreibtisch: Die erfahrensten Mitarbeiter gehen in diesem Jahrzehnt in den Ruhestand, und deren Nachfolger wurden nie geboren.“

Datenaufbereitung im Fokus

Kilic war zuvor Ingenieur bei Red Bull Racing und gründete microagi vor zehn Monaten unter anderem mit einem weiteren ehemaligen Formel-1-Ingenieur von Mercedes-AMG Petronas. Mit dem Startup, das seinen Forschungshauptsitz im Umfeld der ETH Zürich betreibt, setzt das Team auf das Thema Datenaufbereitung. Denn, so heißt es vom Unternehmen: „Roboter erreichen etwa 95 Prozent einer Aufgabe und stagnieren dann. Die letzten paar Prozentpunkte – diejenigen, die darüber entscheiden, ob eine Maschine die Wirtschaftlichkeit der Fabrik tatsächlich verbessert –, stammen ausschließlich aus den eigenen Betriebsdaten und Edge Cases dieser Fabrik.“

Das System Atlas erfasst Daten im laufenden Betrieb und diese in einer Simulation, um sie für werkspezifische Aufgaben zu optimieren. Zusammen mit Hardware-Partnern wie NVIDIA und Unitree setzen dann Ingenieur:innen des Startups vor Ort in den Fabriken ein System auf.

„Unsere Partner bauen wirklich gute Roboter und Modelle“, erklärt CTO Nico Nussbaum. „Unsere Arbeit beginnt danach, in der Fabrikhalle. Wir stellen unsere Ingenieure bei jedem Kunden vor Ort bereit, und das System lernt aus ihren realen Abläufen und speist das in den nächsten Durchlauf ein. So sind sie mit jedem Monat, den wir dort sind, ihrer Konkurrenz ein Stück weiter voraus.“

Rekord-Seedinvestment primär aus Europa

Mit dem System überzeugte microagi nun eine ganze Reihe vorwiegend europäischer Investmentgesellschaften. Mit 55 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 48 Mio. Euro) schließt das Startup nach eigenen Angaben die größte Seed-Finanzierungsrunde in der deutschen Geschichte ab. Den Lead übernimmt dabei Hummingbird mit Sitz in Belgien, mit Beteiligung von Northzone (UK), LocalGlobe (UK), Village Global (USA) und redalpine (Schweiz).

„Europa bildet einige der besten Robotiker der Welt aus – und sieht ihnen dann dabei zu, wie sie Unternehmen in Kalifornien aufbauen. Was gefehlt hat, ist die richtige Ambition“, kommentiert Firat Ileri, Managing Partner bei Hummingbird. „Microagi hat einige der ehrgeizigsten Menschen versammelt, die wir je getroffen haben, sie in Europa gehalten und sie auf eines der schwierigsten Probleme ausgerichtet, die es gibt.“

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