22.02.2021

ELP: AustrianStartups bringt Gründungswillige zusammen

Das Entrepreneurial Leadership Program (ELP) von AustrianStartups geht bereits in die dritte Runde - nun wurde das einjährige Programm noch einmal nachgeschärft.
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AustrianStartups: Das Entrepreneurial Leadership Program (ELP)
(c) AustrianStartups

Cortecs, room4physio, Ikonity oder strategyworkshop.at – das sind Alumni des Entrepreneurial Leadership Program (ELP) von AustrianStartups. Dieses geht im März bereits in die dritte Runde (Bewerbung bis 28. Februar), obwohl es gerade erst ersten Geburtstag feiert. Das Konzept wurde nun nochmal überarbeitet. Ziel des Programms ist, „High Potentials aus den verschiedensten Bereichen zusammenzubringen und in einem Jahr auf das Gründerleben vorzubereiten“.

Entrepreneurial Leadership Program: Teamspirit Lernen und Zusammenkommen

„Das letzte Jahr hat uns nochmals konkret gezeigt, dass unser Bildungssystem uns kaum auf die persönlichen Herausforderungen einer Gründung vorbereitet: Wie man Teamspirit aufbaut, mit Klarheit kommuniziert oder schwierige Entscheidungen fundiert trifft – das sind einfach Dinge die man unternehmerisch tagtäglich braucht, aber in keinem Lehrplan Platz finden“, sagt Hannah Wundsam, Geschäftsführerin von AustrianStartups, zur Ausbildung.

Und AustrianStartups-Vorstand Markus Raunig erklärt: „Wir sind überzeugt, dass die besten Technikerinnen da draußen derzeit leider nur selten die besten Ökonominnen kennenlernen – und genausowenig die besten Naturwissenschaftler die besten Designer. Deshalb haben wir letztes Jahr das Entrepreneurial Leadership Program ins Leben gerufen – wir wollen die smartesten Köpfe zusammenbringen und ihnen dabei helfen gemeinsam was aufzubauen“. Das Programm umfasst neben Startup Skill Workshops, etwa zu Prototyping, Growth Hacking und Funding, auch Formate, bei denen Leadership Skills für die Zukunft vermittelt werden sollen.

Konkrete Projekte und kritische Auseinandersetzung im Programm

Die Teilnehmer arbeiten im Rahmen des Programms an Projekten, in denen sie die in den Workshops erlernten Kenntnisse anwenden sollen. Zum einen an Community-Projekten, die einen Mehrwert für das österreichische Startup-Ökosystem schaffen sollen. Zum anderen an eigenen Startup-Projekten. Dabei werde vor allem Augenmerk auf interdisziplinäre Zusammenarbeit gelegt heißt es von AustrianStartups.

Dazu gibt es im Rahmen des Entrepreneurial Leadership Program Diskussionsabende und Mentoring. „Uns ist es ein Anliegen unsere Fellows auch dazu anzuregen, sich kritisch mit den Auswirkungen von Technologie auseinanderzusetzen und über Themen wie Content-Moderation oder Datenmonopole zu diskutieren“, sagt dazu Johanna Einsiedler, Operations & ThinkTank Lead bei AustrianStartups. „Außerdem wollen wir ihnen über unser Mentoring-Programm die Möglichkeit geben, sich ihr eigenes Netzwerk in der Startup-Welt aufzubauen.“

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Das Arivo-Gründerteam (v.l.) Dominik Wieser und Philipp Reitter © Arivo

Vor einem halben Jahrzehnt titelte brutkasten: „Nie mehr Parktickets“. Damals trat das 2017 gegründete Grazer Startup Arivo an, um die Schrankenanlagen dieser Welt ins digitale Zeitalter zu holen (hier geht es zum damaligen Artikel). Spult man fünf Jahre vor, hat das Gründer-Duo bestehend aus Dominik Wieser und Philipp Reitter laut eigenen Angaben dieses Ziel weitgehend erreicht und das Geschäftsmodell zusätzlich strategisch weiterentwickelt.

Vom Einzelsystem zum Parking Ökosystem

„Unser Ziel war immer, das Parken digital und einfach zu machen – das haben wir mittlerweile eigentlich schon erreicht“, blickt Wieser im Gespräch mit brutkasten zurück. Das Grazer Unternehmen versteht sich in der Zwischenzeit als Anbieter eines ganzheitlichen Park-Ökosystems. Dabei kombiniert man eigens entwickelte Hardware mit modularen Software-Anwendungen wie digitaler Kundenverwaltung oder Pre-Booking-Lösungen.

Dieser technische Ansatz ermöglicht es Betreiber:innen, vom Hotel bis zum Skigebiet, ihre Flächen effizienter auszulasten und durch datenbasierte Angebote Zusatzumsätze zu generieren. Laut Wieser verzeichnen Kunden dadurch teils bis zu 40 Prozent mehr Umsatz. Auf rund 1.500 Flächen ist die Technologie mittlerweile im Einsatz.

Die Arivo Hardware im Parkhaus der Messe Graz © Arivo

Zweistellige Millionenumsätze & der Schlüssel zum Erfolg

Arivo arbeitet laut eigenen Angaben profitabel und verzeichnet mittlerweile einen Umsatz im mittleren zweistelligen Millionenbereich. 70 Prozent davon erwirtschaftet das Grazer Scaleup im Ausland, wobei Deutschland den mit Abstand stärksten Markt bildet.

Das Team ist auf knapp 100 Köpfe angewachsen und belegt im Grazer Headquarter inzwischen zwei Stockwerke. Für Wieser liegt genau hier der größte Lernprozess und der Schlüssel zum Erfolg: „Was sich schon immer wieder bestätigt ist, dass eigentlich alles an den Leuten hängt“. Trotz steigender Mitarbeiterzahlen habe man es geschafft die hands-on-Mentalität nicht zu verlieren.

„Wir suchen Leute, die nicht sagen: Das war immer schon so, sondern die auch hinterfragen und eigenständig Themen übernehmen, ownen und weitertreiben.“, erklärt Wieser. Aktuell hat Arivo einige Stellen im Softwaredevelopment ausgeschrieben und überlegt auch einen zusätzlichen, kleinen Standort in Klagenfurt aufzubauen.

Der bargeldlose Arivo Screen im Parkhaus der Messe Graz © Arivo

Bootstrapping statt VC-Millionen

Trotz des starken Wachstums bleibt Arivo weiterhin komplett eigenfinanziert. Anfragen externer Kapitalgeber schlägt das Gründerteam konsequent aus: „Ich glaube, es kommen jede Woche fünf Mails wo irgendwer sagt, er möchte investieren. Aber wir finden es sehr angenehm, nicht von Investoren abhängig zu sein“, gibt sich Wieser im Gespräch pragmatisch.

Die strategische Linie bleibt damit unverändert klar: Das Scaleup plant, den DACH-Raum vorerst aus eigener Kraft weiter zu durchdringen. Lediglich für eine spätere Internationalisierung über diesen Kernmarkt hinaus schließt der Gründer eine Finanzierungsrunde in der Zukunft nicht gänzlich aus.

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