Startup-Wissen sammeln von Menschen, die Erfahrung aus der Praxis mit bringen können – und das auch noch gratis. Das ist das Angebot hinter dem „Entrepreneurial Leadership Program“, das Austrian Startups 2020 startet. Die Teilnehmer erhalten hier in Hands-on-Workshops nützliches Wissen rund um ihre Startup-Karriere.
„Das Programm entstand aus dem Bewusstsein, dass Austrian Startups für Viele ein Sprungbrett und ein Einstieg in die Startup-Szene ist und dass viele unserer einstigen Volunteers nun im Startup-Ökosystem aktiv sind“, sagt Raunig: Diese Assets habe man strukturiert und in ein Programm gegossen, um den Menschen „die Tools mit zu geben, die sie später mal brauchen.“
Die Inhalte des Entrepreneurial Leadership Program von Austrian Startups
Dabei gibt es unter anderem einen Fokus auf das Thema Self Empowerment, also zum Beispiel das Entwickeln von Ideen und das Erstellen von Prototypen, oder das Erstellen eines einfachen Designs mit Tools wie Canva. „Die Zielgruppe sind also Menschen, die Startups cool finden und vielleicht mal gründen wollen“, sagt Raunig. Ein Großteil der Teilnehmer werden wohl Studierende sein – generell gibt es aber keine Altersbeschränkung.
Die besagten Tools werden vor allem in Workshops vermittelt. Ergänzend dazu gibt es Diskussionen, in denen unter anderem über die Rolle von Unternehmern in einer immer stärker von Technologie geprägten Welt debattiert wird. Zudem gibt es ständiges Mentoring, und den Teilnehmern wird der Einstieg ins österreichische Startup-Ökosystem erleichtert. Der Praxisteil kommt durch Freiwilligenarbeit bei Austrian Startups zustande.
Gratis-Wissen für Startup-Gründer
Das „Entrepreneurial Leadership Program“ startet jedes halbe Jahr neu und dauert zwei Semester. Das Programm ist kostenlos, erläutert Daniel Cronin, Vorstand bei Austrian Startups: Allerdings sollte man sich committen, an den Terminen teilzunehmen.
Konkret finden immer donnerstags von 18 bis 21 Uhr die Workshops und Diskussionsrunden statt. Zusätzlich gibt es von 27. bis 29. März ein Kick-Off-Wochenende. Für die Freiwilligenarbeit bei Austrian Startups sollten die Teilnehmer laut Website einen Zeitaufwand von fünf bis zehn Stunden pro Woche einplanen.
Zyglox: Grazer Startup holt Sensortechnik aus dem All auf die Schiene
Das Grazer Startup Zyglox misst Belastungen an Radsätzen von Zügen berührungslos mit Sensorik aus der Raumfahrt. Gefördert wird es von der Austria Wirtschaftsservice (aws). Wir haben mit Gründer Jakob Moder gesprochen.
Zyglox: Grazer Startup holt Sensortechnik aus dem All auf die Schiene
Das Grazer Startup Zyglox misst Belastungen an Radsätzen von Zügen berührungslos mit Sensorik aus der Raumfahrt. Gefördert wird es von der Austria Wirtschaftsservice (aws). Wir haben mit Gründer Jakob Moder gesprochen.
Rund die Hälfte der Lifecycle-Kosten eines Zuges entfällt auf die Wartung, und davon wiederum mehr als die Hälfte auf Räder, Achsen und Fahrwerk, sagt Jakob Moder. Wie stark diese Bauteile im Betrieb tatsächlich belastet werden, wird bisher aber kaum gemessen. Der Grund ist simpel: Es fehlt an präziser Messtechnik, die im Dauerbetrieb einsetzbar ist. Das Grazer Startup Zyglox will das ändern.
„Die Eisenbahn ist nicht ins 21. Jahrhundert gekommen“
Der Name ist ein Wortspiel: Zyglox, gesprochen „Zügloks“, steht für Messtechnik für Züge und Loks. Dahinter stehen Jakob Moder und Erik Gerstl, die zuvor gemeinsam in der Messtechnik gearbeitet haben. Moder wechselte später in den Eisenbahnbereich und erlebte die Lücke dort aus der Praxis. Was es brauche, sei eine Lösung, „die das einerseits zuverlässig erkennt und gleichzeitig gut applizierbar ist“. Sein Urteil: „Bei der Usability ist die Eisenbahn nicht ins 21. Jahrhundert gekommen.“ Ende 2023 gründeten die beiden Techniker Zyglox in Graz.
Die bisherige Methode mit Dehnmessstreifen sei „einfach zu teuer“, erklärt Moder. Der Zug müsse dafür ein bis zwei Wochen zerlegt und instrumentiert werden, deshalb passiere das nur bei der Zulassung. „Das dauert ein Jahr, diese Technik reinzubringen, die Zulassung durchzuführen, und dann wird es wieder rausgenommen.“ Im laufenden Betrieb bleiben nur Beschleunigungssensoren, wie sie auch in jedem Smartphone stecken. „Das ist von der Datenqualität her ganz was anderes. Unser Sensor ist wie 4K, der Beschleunigungssensor liefert ein verpixeltes Foto von den Zuständen.“
Ein Sensor für Zulassung und Dauerbetrieb
Die Lösung von Zyglox lässt sich ohne größere Änderungen am Bauteil anbringen. „Wir haben eine Plug-and-Play-Lösung, die kann man einfach aufstecken“, sagt Moder. Ein Techniker braucht dafür laut Zyglox 30 Minuten. Der Sensor messe Dehnungen an Achsen, Wellen oder Schienen und liefere „gleiche oder bessere Daten als die Lösungen bisher“. Das Ziel ist ein Universalwerkzeug: genau genug für die Zulassung, aber so ausgelegt, dass es danach auf dem Fahrzeug bleibt und die Kräfte im Rad-Schiene-Kontakt dauerhaft erfasst. „Da gibt es ein großes Anwendungsfeld, denn damit wird auch die Infrastruktur überwacht“, so Moder.
Technisch nutzt Zyglox hochsensitive Magnetfeldsensoren aus der Raumfahrt, das Startup ist Teil eines Downstream-Programms der ESA. Das Prinzip erklärt Moder am Transformator: Der brummt, weil das Magnetfeld des Wechselstroms den Stahl minimal dehnt. „Und wir machen das Umgekehrte: Wenn sich der Stahl dehnt, ändert sich sein Magnetfeld in der Umgebung.“ Ein aktives Messverfahren berücksichtigt dabei den linearen Zusammenhang zwischen Belastung und Sensorsignal. Die Technologie ist patentiert, entwickelt und montiert wird in Graz.
Betreiber als Kunden, Wartung als Hebel
Als primäre Kunden sieht Zyglox die Bahnbetreiber, bei denen die Wartungskosten anfallen. Dazu kommt die Sicherheit: „Es gibt viele Vorfälle, die vielleicht nicht zu einem Unfall führen, wo man aber trotzdem sicherer und zuverlässiger unterwegs wäre, wenn man gutes Condition Monitoring hat.“
Ein kleines Pilotprojekt ist bereits abgeschlossen. Für 2027 ist der Einbau des Systems in Fahrzeuge im regulären Streckenbetrieb geplant, zunächst als Prototyp für einige Wochen Messung. Danach folgt die Zulassung. Ende 2027 soll daraus ein fertiges Produkt werden, erst dann könne die Skalierung beginnen, sagt Moder. An Interesse mangelt es nicht: „Wir können gar nicht alle Pilotprojekte machen“, weil Sensorentwicklung samt Software personalintensiv sei. Ende September zeigt das Team den Prototyp auf der InnoTrans in Berlin, der größten Messe für Schienenfahrzeuge.
Mit aws Preseed und aws Seed vom Effekt zum Produkt
Finanziert hat sich Zyglox bisher aus eigenen Mitteln und über die Austria Wirtschaftsservice (aws). Mit aws Preseed, konkret im Programm „aws Preseed | Seedfinacing – Deep Tech“, hat das Startup die ersten eineinhalb Jahre an der Sensortechnologie getüftelt. „Es hat uns die Möglichkeit gegeben, eine Idee, die bereits validiert war, einfach zu erproben. Einfach Zeit zu haben, weil Hardware dauert ein bisschen, etwa Prototypen zu iterieren“, sagt Moder. Es sei vor allem darum gegangen, „sicherzustellen, dass das dann ein Produkt werden kann“. Seit Mitte 2025 ist Zyglox im Seed-Programm der aws, das voraussichtlich bis Anfang 2028 läuft. Das Team ist inzwischen auf rund sieben Personen gewachsen. Für die Skalierungsphase im kommenden Jahr will sich das Startup nach Investoren umsehen: „Wenn eine Bestellung eintritt oder größer wird, werden wir das mit den aktuellen Mitteln wahrscheinlich nicht mehr stemmen können.“
Standortvorteil Graz
Den Standort Graz sieht Moder als klaren Vorteil: Siemens fertigt hier Fahrwerke, dazu kommen Messdienstleister, Prüfstandbauer und Nextsense. Zyglox sitzt direkt am Campus der TU Graz, mit Zugang zu Prüfständen der Universität und Maschinen der voestalpine. „Die gesamte Infrastruktur ist einzigartig“, sagt Moder. „Im Silicon Valley könnten wir das Produkt wahrscheinlich nicht entwickeln, in Österreich geht es besser. Das ist eigentlich ein bisschen verrückt, aber wir haben hier die optimalen Bedingungen.“
Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Medienkooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) entstanden.
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Entrepreneurial Leadership Program: Austrian Startups startet Ausbildung für Gründer
Die Teilnehmer erhalten in Hands-on-Workshops nützliches Wissen rund um ihre Startup-Karriere.
Dabei gibt es unter anderem einen Fokus auf das Thema Self Empowerment, also zum Beispiel das Entwickeln von Ideen und das Erstellen von Prototypen, oder das Erstellen eines einfachen Designs mit Tools wie Canva.
Ergänzend dazu gibt es Diskussionen, in denen unter anderem über die Rolle von Unternehmern in einer immer stärker von Technologie geprägten Welt debattiert wird.
Zudem gibt es ständiges Mentoring, und den Teilnehmern wird der Einstieg ins österreichische Startup-Ökosystem erleichtert.
Der Praxisteil kommt durch Freiwilligenarbeit bei Austrian Startups zustande.
AI Kontextualisierung
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Entrepreneurial Leadership Program: Austrian Startups startet Ausbildung für Gründer
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