15.10.2025
INVESTMENT

enspired: Wiener Energy-Startup holt sich rund 15 Millionen Euro Investment

Das Wiener Startup enspired erweitert damit seine letztjährige Series-B auf über 40 Millionen Euro.
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© enspired . Wolfgang Eichberger (l.) und Jürgen Mayerhofer von enspired.

Mit seiner KI-basierten Software für den Handel mit elektrischem Strom stand das Wiener Unternehmen bereits mehrfach im Fokus: So sicherte sich enspired im Jahr 2021 ein Investment von insgesamt 7,5 Millionen Euro – brutkasten berichtete. 2024 konnte das Startup noch einmal nachlegen und eine Series-B-Finanzierungsrunde über 25,5 Millionen Euro abschließen. Heuer folgte im Juli die Expansion nach Polen und Spanien. Nun erweitert man die Series-B um rund 15 Millionen Euro auf insgesamt über 40 Millionen Euro.

enspired mit neuem Investor

Die Runde bringt Future Energy Ventures als neuen Partner an Bord, zusammen mit erneuerten Zusagen von Zouk Capital, EnBW New Ventures, Banpu NEXT, PUSH VC und 360 Capital.

Das neue Kapital soll enspired befähigen, „die Grenzen des Möglichen in der KI-gestützten Flexibilitätsoptimierung weiter zu verschieben und ein neues Paradigma dafür zu schaffen, wie die Energie der Welt gesteuert wird“, so die Vision.

„In den letzten zwölf Monaten sind wir in sechs neue Märkte eingetreten und haben die magische Marke von einem Gigawatt an verwalteten BESS (Anm.: Batteriespeichersysteme) überschritten. Wir haben unsere unangefochtene Führungsrolle in der kommerziellen Optimierung bewiesen, indem wir unsere tatsächlichen, zertifizierten Umsätze veröffentlicht haben. Wir sind auf unserem größten Höhepunkt – und wir werden hier nicht aufhören“, sagt enspired-CEO und Mitgründer Jürgen Mayerhofer.

Und weiter: „Mit der strategischen Unterstützung von Future Energy Ventures als neuem Investor sind wir perfekt positioniert, unser Wachstum zu beschleunigen und in Kürze mehrere innovative Use-Cases einzuführen. Ihre Expertise im Energiesektor und ihr Engagement für unsere Vision machen sie zu einem idealen Partner für unsere nächste Expansionsphase.“

KI als „Boost“

Jan Palasinski, Partner bei Future Energy Ventures sieht die Energiespeicherung als einen der wichtigsten Treiber für die Energie-Resilienz der EU, während man alles elektrifiziere: „Enspired verfügt über die fortschrittlichste Batterieoptimierungstechnologie und ein herausragendes Team, das seiner Konkurrenz stets voraus ist. Wir vertrauen ihnen seit dem ersten Tag und sind beeindruckt von ihrer konsequenten Umsetzung ehrgeiziger Meilensteine. Ihre weltweite technologische Führungsrolle hat uns überzeugt, ihre Expansion in neue Märkte zu unterstützen und Teil dessen zu werden, was wir als eine prägende Erfolgsgeschichte der Energiewende betrachten.“

Für enspired gilt dabei KI als die Technologie, um die globale Energiewende in einem „bisher unerreichten Tempo“ zu beschleunigen. Mit dieser neuen Investition möchte das Startup seine transformative Technologie in neue Regionen rund um den Globus bringen können.

Kooperation in Japan

Der erste Meilenstein dieses Ziels ist die Partnerschaft mit Banpu NEXT, einem Anbieter von Net-Zero-Lösungen in der Asien-Pazifik-Region, der als BESS-Akteur in Japan agiert.

„Banpu NEXT freut sich, der erste Partner außerhalb Europas zu sein, der von enspireds überlegener Optimierungsstrategie profitiert. Mit ihrer Expertise und ihren fortschrittlichen KI-Technologien arbeiten wir gemeinsam an der Entwicklung innovativer Energielösungen für den japanischen Strommarkt. Wir sind zuversichtlich, dass diese Partnerschaft unser BESS-Portfolio und unser Energiehandelsgeschäft stärken und gleichzeitig unsere Strategie der KI-Integration in unseren Lösungen untermauern wird – um intelligentere, zuverlässigere und nachhaltigere Energiesysteme zu schaffen, die das Geschäftswachstum beider Unternehmen und die Dekarbonisierungsziele des Landes unterstützen“, sagt Smittipon Srethapramote, CEO von Banpu NEXT.

enspired-CEO: „Veränderung sein“

Und Jürgen Mayerhofer ergänzt: „Während unserer ersten Series-B-Finanzierungsphase sagte ich, dass der beste Zeitpunkt zur Anpassung vor einer Marktveränderung liegt. Die Zusammenarbeit mit den großartigen Köpfen bei enspired und unseren Investoren hat meine Sichtweise seitdem verändert. Ich bin nun überzeugt, dass es besser ist, die Veränderung zu sein.“

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deltaVision beschäftigt heute 125 Mitarbeitende © deltaVision

Das 2022 gegründete Münchner Unternehmen deltaVision hat in seiner ersten Finanzierungsrunde 10,2 Millionen Euro eingesammelt. Wie das Startup mitteilt, wird die Runde von KT Ventures und Valemount Capital angeführt. Zudem beteiligen sich Futury Capital sowie weitere private Investor:innen über ein Investitionsvehikel.

Skalierung im Münchner Werk

Nach eigenen Angaben wirtschaftet deltaVision seit der Gründung profitabel und beschäftigt mittlerweile 125 Mitarbeitende in einem ehemaligen Siemens-Werk in der Münchner Innenstadt. Das frische Kapital soll vor allem in den Kapazitätsausbau fließen, um die Produktion von Ventilen und Antriebskomponenten auf 5.000 Einheiten pro Jahr zu steigern. Parallel dazu will das Unternehmen Technologien für das orbitale Betanken von Raumfahrzeugen weiterentwickeln.

„Wir setzen auf ein offenes und interoperables Ökosystem für In-Orbit-Services, statt auf ein Modell, bei dem am Ende ein einzelner Anbieter den gesamten Markt beherrscht.“, wird CEO und Mitgründer Alex Plebuch in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert. Ein offenes Ökosystem vergrößere den Gesamtmarkt erheblich, wovon alle Akteure profitierten, heißt es weiters.

Expansion nach Frankreich und in die USA

Neben der Kapazitätserweiterung in Deutschland plant das Startup den Aufbau von Forschung und Produktion in Frankreich über eine neu gegründete Tochtergesellschaft. Kurzfristig soll zudem eine eigene Ventilproduktion in den USA entstehen, um den dortigen Markt direkt zu bedienen.

Das Unternehmen beliefert laut eigenen Angaben mehr als 60 Kund:innen weltweit, darunter die Europäische Weltraumorganisation (ESA) für das Mondlander-Projekt „Argonaut“. Johannes Pichler von Lead-Investor KT Ventures begründet den Einstieg wie folgt: „Wir investieren nicht in ein Versprechen, sondern in ein profitables Geschäftsmodell mit enormem Rückenwind und internationalen Wachstumschancen.“

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