31.08.2022

Enery: Nach neunstelligem Investment expandiert heimischer Grünstromerzeuger nach Estland

Das Wiener Unternehmen Enery hat sich nach einem neunstelligem Investment im Jahr 2021 zum Ziel gesetzt, der größte Photovoltaik-Betreiber Zentraleuropas zu werden. Nun erhielt Enery den Zuschlag für ein großes Solarprojekt in Estland.
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Die Enery-Gründer Richard König und Lukas Nemec
Die Enery-Gründer Richard König und Lukas Nemec | (c) Enery/Thomas Peintinger

Erst im Frühjahr 2021 investierte der Infrastrukturfonds 3SIIF einen nicht näher genannten dreistelligen Millionenbetrag in den Wiener Grünstromerzeuger Enery, der 2019 von Richard König, Lukas Nemec und RP Global gegründet wurde. Bei der 3SIIF handelt es sich um die sogenannte Drei-Meere-Initiative, die von zahlreichen nationalen Entwicklungsbanken im CEE-Raum und institutionellen Investoren getragen wird. Eines der Hauptziele der Initiative ist die Diversifizierung der Energieversorgung, etwa um mehr Unabhängigkeit von Importen aus Russland zu erlangen.

Enery expandiert in Zentraleuropa & CEE

Im Zuge des Investments kündigte Enery damals an, einer der größten Photovoltaik-Betreiber Zentraleuropas werden zu wollen. Unter anderem kaufte das Unternehmen in der Vergangenheit bereits Solar-Kraftwerke in mehreren zentraleuropäischen Ländern auf, darunter etwa auch den größten Solarpark Bulgariens. Dank des Investments habe man rund eine Milliarde Euro Budget für das weitere Wachstum zur Verfügung, wie es damals von Enery hieß.

Expansion nach Estland

Enery setzt nun seinen Wachstumskurs fort und expandiert nach Estland, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Konkret ging man laut eigenen Angaben nach einem Bieterverfahren als „größter Gewinner“ einer Auktion für erneuerbare Energien in Estland hervor. Der Zuschlag bedeutet, dass Enery 220 von insgesamt 540 GWh erhalten hat. Das Unternehmen möchte noch in diesem Jahr mit dem Bau seiner ersten Kraftwerke beginnen, wie es in einer Aussendung heißt. Bereits ab nächstem Jahr soll dann grüner Strom in Estland produziert und an lokale Industriekunden und Energieversorger geliefert werden.

Im Zuge der Expansion erläutert Enery CEO Richard König, dass Estland als Musterbeispiel für die Energiewende herangezogen werden kann – angefangen von raschen Genehmigungsverfahren über den transparenten Netzzugang bis hin zum Auktionssystem. „Das hat es uns ermöglicht, unsere ersten Anlagen innerhalb eines Jahres erfolgreich zu entwickeln. Infolgedessen wird Estland schnell die benötigte grüne Kapazität erhalten, die es braucht“, so König abschließend.



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Claus Schmidt | © Schrotter
Claus Schmidt | © Schrotter

Das seit diesem Sommer börsennotierte Grazer Energie- und Atomkraft-Scaleup (bzw. je nach Lesart Unicorn) Emerald Horizon hat schon zuvor mit Personal-Entscheidungen auf sich aufmerksam gemacht: Zunächst holte man vergangenes Jahr Ex-Nationalbank-Gouverneur Robert Holzmann, später Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer jeweils in Vice-President-Positionen ins Team. Eine nun verkündete Personalie weist etwas weniger Prominenz, dafür wohl mehr Pragmatismus auf: Der erfahrene österreichische Manager Claus Schmidt übernimmt den Verantwortungsbereich „Organizational Development & Quality Management“.

Ziel: fit für die ambitionierten Pläne

Für Emerald Horizon geht es darum, die gesamte Organisation fit für die ambitionierten Pläne zu machen. Denn sowohl mit dem erst teilweise marktreifen Energiespeichersystem „Dual Store Plus“ als auch mit den geplanten Thorium- und Teilchenbeschleuniger-basierten Mini-Atomkraftwerken „Ades“ (brutkasten berichtete) will man in den kommenden Jahren in die Serienproduktion, um in die weltweite Skalierung zu gehen. Als Produktionspartner hierfür ist die niederländische VDL Groep bereits fixiert.

„Wir kommen aus der Forschung und gehen in die Industrialisierung. Über diesen Übergang entscheidet die Organisation in wesentlichem Maße mit“, sagt Vice President Operations Philipp Pölzl. „Claus Schmidt hat in mehreren Industrien Verantwortung übernommen. Diese Erfahrung holen wir uns an Bord.“ Schmidt bringe mit, was ein Deep-Tech-Unternehmen in der Wachstumsphase brauche: „Struktur, Qualitätsdenken und ein Gespür für Teams“.

Claus Schmidt: 25 Jahre Erfahrung im Top-Management

Konkret kommt der studierte Betriebswirt Schmidt mit mehr als 25 Jahren Erfahrung als CEO und CSO in unterschiedlichen Branchen und Ländern. Er war unter anderem Geschäftsführer der Umdasch Shopfitting Group mit 1.500 Mitarbeitern in 16 Ländern, CEO der Columbia S.r.l. in Italien und der Shoptec k.f.t in Ungarn, CEO der IDEAL Kältetechnik und zuletzt Generalbevollmächtigter der SIMACEK Holding in Wien und Hamburg.

„Emerald Horizon ist in einer Phase, in der aus einer Entwicklung Schritt für Schritt großartige Produktlösungen entstehen. Diese Herausforderung reizt mich enorm, und ich freue mich auf die Arbeit mit diesem großartigen und wachsenden Team“, kommentiert Schmidt.

Ungewöhnlicher Börsengang

In einem durchaus ungewöhnlichen Schritt ging Emerald Horizon Anfang dieses Sommers im Segment „standard market continuous“ an die Wiener Börse. Ungewöhnlich deshalb, weil das erste geplante Produkt „Dual Store Plus“ nach eigenen Angaben teilweise erst in der Prototypenphase ist – konkret der Wärmespeicher „CALStore“; vom geplanten Hauptprodukt „Ades“ gibt es noch keinen Prototypen. Für die kommenden Jahre rechnet das Unternehmen mit Verlusten, was zuletzt zu einem ungewöhnlichen Finanzierungsschritt führte. Dennoch wird das Unternehmen an der Börse bereits mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet.

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