13.04.2021

Employee Experience kommt langsam in den Unternehmen an

Laut einer aktuellen Umfrage im DACH-Raum wendet derzeit etwas weniger als ein Sechstel der Unternehmen aktiv Methoden der Employee Experience an.
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außergewöhnliche mitarbeiter:innen merkmale
(c) Adobe Stock - fizkes

Angetreten ist sie vor wenigen Jahren als Menschen-zentrierte Weiterentwicklung des Human Resources-Bereichs. Und langsam bekommt die Employee Experience (EX) einen fixen Platz in den heimischen Unternehmen, wie eine aktuelle Umfrage im DACH-Raum zeigt. EX-Experte Maximilian Lammer befragte dazu Anfang des Jahres 130 HR-Leader.

Etwas weniger als ein Sechstel der Unternehmen gestaltet Employee Experience aktiv

Demnach gaben 15,4 Prozent der befragten HR-Manager an, dass sie Employee Experience aktiv in der Organisation gestalten und die sogenannten „moments that matter“ designen. Weitere 23,9 Prozent der Befragten sagen, dass sie bereits begonnen haben, sich mit dem Thema zu beschäftigen, und für 30,7 Prozent ist EX jedenfalls geplant, wenn auch noch nicht begonnen. Ein gutes Viertel der teilnehmenden HR-Leader (24,6 Prozent) hat das Thema noch nicht auf der Agenda. 5,4 Prozent werden sich laut eigenen Angaben auch nicht damit auseinander setzen.

Auch woran es liegen könnte, dass das Thema noch nicht überall angekommen ist, hat Lammer erhoben. Die drei größten Herausforderungen bestehen für die Befragten demnach in „der Erzeugung eines entsprechenden Verständnisses auf oberster Führungsebene für die Wichtigkeit von Employee Experience“, „der Sammlung und Analyse relevanter Daten, um die Bedürfnisse der Menschen besser zu verstehen“ und „der Definition von eindeutigen Parametern, um Employee Experience im Verlauf der Zeit zu messen“.

12,5 Prozent haben mehr als 100.000 Euro für EX budgetiert

Eine weitere Herausforderung ist – wie so oft – finanzieller Natur. Noch gibt es geringe Budgetallokation in den meisten Unternehmen. 60 Prozent geben an, nichts explizit für die Gestaltung von Employee Experience budgetiert zu haben. Ein knappes Viertel (23,8 Prozent) der Firmen reserviert bis zu 100.000 Euro pro Jahr für EX, und 12,5 Prozent der Organisationen haben zwischen 100.000 und einer Million Euro für Employee Experience eingeplant. Kein Unternehmen investiert mehr als eine Million Euro in das Erlebnis und die Erfahrung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Erhoben wurde auch, wer in den Unternehmen sich überhaupt des Themas annimmt. An erster Stelle stehen klarerweise die People Manager in den Organisationen – 77 Prozent der Befragten nennen diese. Zu 63,9 Prozent werden Führungskräfte eingebunden und in der Hälfte aller Unternehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wenn es darum geht EX zu gestalten. Ebenfalls werden als Involvierte genannt: HR Business Partner (48,5 Prozent), C-Level (17 Prozent), IT (13,1 Prozent ), Data Scientists (3,9 Prozent) und Customer Experience Team (0,8 Prozent).

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Gerhard Petzl möchte mit seinem Elektrolyt-Cocktail ein unbesetztes Segment erobern. | © Gerhard Petzl

Wenn Gerhard Petzl eine seiner Plash-Dosen aufmacht, fühlt sich das für ihn ein bisschen nach Urlaub an. Genau dieses exklusive Gefühl will der Gründer mit seinem Getränke-Startup in den Alltag seiner Kund:innen bringen. Seine alkoholfreien Mocktails sollen nach Bar schmecken und nebenbei Elektrolyte liefern. Das Konzept würde die Gen Z mit dem Begriff „Spaßgetränk“ auf den Punkt bringen. Etwas, das man sich zu besonderen Anlässen gönnt, wie ein Gläschen Wein, nur gesünder.

Der Geschmack einer Bar, die Mineralien eines Sportgetränks

Der Hybrid-Cocktail in den drei Geschmacksrichtungen Pink Guava, Lemon & Mint und Orange Ginger | © Plash

Am Anfang der Getränke-Reise stand ein Ärgernis: Sportgetränke liefern Elektrolyte, schmecken aber nicht besonders hochwertig, Softdrinks schmecken, sind aber oft voll mit Zucker oder anderen Konservierungsmitteln. Also entwickelte Petzl, laut eigenen Angaben, den ersten trinkfertigen Mocktail mit Elektrolyten in der EU.

Eine 330-Milliliter-Dose enthält laut eigenen Angaben rund 20 Kalorien, drei Gramm Zucker und bis zu zehn Prozent Fruchtsaft. Zudem sind die Getränke vegan und kommen ohne Konservierungsstoffe aus. Auf künstliche Zuckerfreiheit verzichtet das Startup bewusst: „Der Zucker fungiert als Brücke, die das Geschmacksprofil und die Fruchtnoten stabilisiert“, betont Petzl im Gespräch. Ohne die drei Gramm Zucker würde im Mittelbereich des Körpers der Geschmack absacken – selbst bei der Verwendung von Stevia.

Pro Dose enthält der Hybrid-Cocktail zudem 320 Milligramm Kalium, 120 Milligramm Kalzium, 57 Milligramm Magnesium und 14 Milligramm Natrium in einer Menge, die laut Petzl die gesetzlichen Vorgaben für die Auslobung erfüllt. Ein vergleichbares US-Produkt unterschreite sie. Die gelösten Mineralien zählen zu den teuersten Zutaten, wie der Gründer im Gespräch verrät.

Vom Pastry Chef über Nestlé zum Alleingründer

Ursprünglich kommt Petzl aus der Schokoladenwelt: Über 20 Jahre arbeitete er als Pastry Chef, Chocolatier und Berater in Europa, den USA, Asien und Australien, nach eigenen Angaben mit mehr als acht Goldmedaillen. Danach entwickelte er knapp ein Jahrzehnt lang bei Nestlé in der Schweiz Produkte, von Schokolade bis Babynahrung, und stieg im Sommer 2025 aus.

Eigenfinanzierung und schrittweiser Markteintritt

In puncto Kapitalstruktur geht Plash eigenständige Wege. Petzl ist alleiniger Gründer und verzichtete aktiv auf externes Risikokapital, um die volle Kontrolle über Rezepturen und Unternehmensstrategie zu behalten. Die Produktentwicklung erfolgte in der Schweiz, wo der Webshop im August dieses Jahres eröffnete. Ein Karton mit 24 Dosen wird online für 69,95 Schweizer Franken angeboten.

Parallel bereitet das Startup den Markteintritt in Österreich vor. Die Produktion für den EU-Raum soll künftig direkt in Österreich oder der EU erfolgen, um Logistikwege zu optimieren und Zoll- sowie Mehrwertsteuerhürden zu vermeiden. Der Marktstart im österreichischen Handel verzögert sich aktuell jedoch durch bürokratische Prozesse rund um das nationale Einwegpfandsystem, für das gesetzliche Vertretungen und Registrierungen erforderlich sind.

B2B-Personalisierung und Gastronomie

Um sich im hart umkämpften Getränkesektor durchzusetzen, verzichtet Plash vorerst bewusst auf den klassischen Lebensmitteleinzelhandel. „Der Supermarkt ist definitiv der letzte Schritt“, betont Petzl. Stattdessen setzt das Unternehmen auf zwei Säulen: die gehobene Gastronomie, Hotellerie und Event-Szene sowie ein direktes B2B-Modell.

Für Unternehmenskunden bietet Plash personalisierte Drink-Boxen an, die als Mitarbeiter- oder Kundengeschenke positioniert werden. Kleinserien ab 30 Stück können individuell bedruckt und geliefert werden. Nach dem Anlauf im DACH-Raum plant Plash eine schrittweise internationale Skalierung, unter anderem im Mittleren Osten, wo der Lifestyle-Ansatz des alkoholfreien Premiumsortiments greifen soll. Zu Verkaufszahlen äußert er sich noch nicht. Zum Jahreswechsel soll Österreich folgen, mit Vertrieb, Lager und möglichst auch Produktion vor Ort.

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