08.05.2020

Q&A mit Electroneum: Blockchain-Wallet für eine demokratische Wirtschaft

Wallets und Crypto-Payments per se sind nicht neu. Aber irgendwas dürfte Electroneum richtig machen, denn weltweit gibt es 3,9 Millionen User. Ein Q&A mit CEO und Founder Richard Ells.
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Richard Ells, Founder und CEO von Electroneum.
Richard Ells, Founder und CEO von Electroneum. (c) Electroneum
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Einkäufe tätigen ohne Cash und Konto. Das ist an und für sich keine Neuigkeit, sondern wird durch mobile Lösungen wie M-Pesa ebenso wie durch diverse verschiedene Crypto-Projekte bewerkstelligt. Auch Electroneum setzt darauf, Payments über eine mobile Crypto-Wallet und den eigenen ETN-Token zu ermöglichen. Dabei punktet das Projekt aber unter anderem durch Einfachheit und durch das Erfüllen diverser regulatorischer Vorgaben. Das kommt offensichtlich gut an: Electroneum hat 3,9 Millionen registrierte Benutzer auf der ganzen Welt, die meisten davon in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Richard Ells, Founder und CEO von Electroneum, wird als einer der Top-Speaker auf dem ANON Summit 2020 auftreten, welches am 19. und 20. Mai stattfindet – wegen des Coronavirus freilich im digitalen Raum. Im Vorfeld beantwortete Ells dem brutkasten diverse Fragen zum Thema Electroneum.

Alle weiteren Details zum ANON Summit 2020, sowie Tickets und Programm unter diesem Link. 

Was ist die Kernfunktion von Electroneum?

Electroneum ist die erste mobile app-basierte Krypto-Währung für Nicht-Banken und finanziell Ausgeschlossene. Die ETN-Mobilfunkapplikation von Electroneum ermöglicht es Benutzern, Einkäufe zu senden, zu empfangen und zu bezahlen, wenn die Verkäufer ETN akzeptieren. Derzeit gibt es Hunderte von verschiedenen Orten und E-Commerce-Websites auf der ganzen Welt, bei denen man mit ETN bezahlen kann. Im Ländern wie Uganda, Südafrika, Argentinien und Brasilien gibt es viele lokale Geschäfte und Dienstleistungsanbieter, die ETN akzeptieren, wofür die Nutzer kein Bankkonto benötigen.  Electroneum hat in über 140 Ländern In-App-Telefonie- und Datenaufladungen ermöglicht.

Electroneum entwickelt derzeit weitere Möglichkeiten für unsere Nutzer, ETN sowohl auszugeben als auch zu verdienen. Ein wichtiger Teil dieses Ökosystems ist AnyTask, die vom Electroneum betriebene globale Plattform für Freiberufler, die sich seit Mitte Februar in der Soft-Launch-Phase befindet. Seitdem haben sich über 250.000 Menschen entweder als Verkäufer oder als Käufer auf der Website angemeldet. Es sind über 3.150 Aufgaben aufgeführt. Die Beliebtheit der Website liegt darin, dass sie von Freiberuflern keine Gebühren oder Provisionen verlangt.

Zusammengefasst: Wir haben ein revolutionäres neues Ökosystem für digitale Zahlungen entwickelt, das kein Bankkonto erfordert und es jedem ermöglicht, digitale Gelder über sein Smartphone zu speichern, zu senden und zu empfangen. Unsere mobile Zahlungslösung basiert auf ETN, der weltweit schnellsten und ersten KYC/AML-kompatiblen Krypto-Währung. ETN kann für den Kauf alltäglicher Dinge verwendet werden, von Brot und Milch bis zum Aufladen von Mobiltelefonen. In Verbindung mit der mobilen Anwendung Electroneum können die Benutzer ETN im Handumdrehen an jedermann übertragen. Unsere Mission ist es, die Macht der Blockchain zu nutzen, um die globale digitale Wirtschaft für Millionen von Menschen zu erschließen. Unsere Lösung hilft allen, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu leben, und ermöglicht es den Menschen, ihren Unternehmergeist zu entfalten und neue Wege zu finden, ihr Leben zu verbessern.

Wie passt Ihr Electroneum Token (ETN) da hinein? Warum macht ihr nicht einfach eine App, um kontaktlos mit Fiat-Geld zu bezahlen?

Es mag möglich sein, eine Fiat-Version von dem zu machen. Doch dieser Markt wird als von Nichtregierungsorganisationen und gemeinnützigen Organisationen dominiert angesehen, und die Geldgeber können nicht erkennen, wie man von einem Markt mit so viel Armut aus ein nachhaltiges Geschäft machen kann.

Einige der Projekte mit mobilem Geld waren sehr erfolgreich, und einige wie MPESA haben viel verändert. Sie sind zum Teil der Grund dafür, dass wir wussten, dass Electroneum ein so großer Erfolg werden könnte, aber es ist ebenso schwierig, Dollars von außerhalb des Landes dorthin zu schicken. Es gibt kein globales Projekt für mobiles Geld, das Fiat verwendet.

Indem wir Electroneum zu einem Blockchainprojekt mit einer Kryptogeldmünze machten, konnten wir ein ICO implementierten, das einem Börsengang gleichkommt – nur außerhalb der traditionellen Aktien- und Wertpapiermärkte. Wir verkauften unsere ETN-Münzen, wodurch wir die Mittel erhielten, um das Geschäft aufzubauen und die Enduser zu befähigen. Unsere App ermöglicht es den Benutzern, außerhalb des Bankensystems kontaktlos und digital zu bezahlen. Wir haben über 250.000 Sofortzahlungen von finanziell unterversorgten Gemeindemitgliedern von App zu App erhalten. Unsere Freelancer-Plattform AnyTask ermöglicht ihnen den Zugang zur globalen digitalen Wirtschaft ohne Bankkonto.

Unsere Sofortzahlungs-API macht es Entwicklern auch unglaublich einfach, bestehende ePOS- und eCommerce-Systeme in Electroneum zu integrieren. Dadurch können MVNOs und MNOs, Unternehmen und Einzelhändler beginnen, ETN als Zahlungsmittel für ihre Produkte und Dienstleistungen zu akzeptieren.

Welche Länder und Branchen nutzen Electroneum?

Wir haben 3,9 Millionen registrierte Benutzer auf der ganzen Welt. Über 2,3 Millionen dieser Nutzer haben die ETN-Mobilfunkanwendung heruntergeladen. Die meisten unserer Benutzer befinden sich in Entwicklungsländern. Wir haben ein erstaunliches organisches Wachstum in Indien, der Türkei, Brasilien, Nigeria, Uganda, Südafrika, um nur einige zu nennen, beobachtet. Die meisten Zahlungen konzentrieren sich derzeit auf den Markt für das Aufladen von Mobilfunkguthaben, wobei über 100.000 Mobilfunkguthaben in über 140 Ländern direkt über die ETN-App von Electroneum aufgeladen werden.

Muss man technisch versiert sein, um die Lösung nutzen zu können?

Nein, die mobile App von Electroneum ist sehr benutzerfreundlich. In die Electroneum-App ist eine ETN-Wallet integriert. Alle Ihre ETNs sind hier gespeichert und können jederzeit benutzt werden. Sie können ETN in Ihrer Wallet empfangen, indem Sie einfach Ihren QR-Code einem anderen Benutzer zeigen. Die Electroneum-App ist durch einen sicheren Passcode gesichert, so dass nur Sie Zugang zu Ihrem ETN haben und ihn ausgeben können. Für ein Höchstmaß an Sicherheit können Sie Ihren ETN jederzeit in eine Offline-Wallet übertragen.

In die Electroneum-App ist ein einfacher Währungsumrechner integriert, mit dem Sie genau sehen können, wie viel Sie ausgeben, entweder in ETN oder in Ihrer Landeswährung. Derzeit werden mehr als 60 Währungen unterstützt.

Sie können jemanden innerhalb von Sekunden bezahlen. Scannen Sie einfach den QR-Code mit Ihrem Telefon. Zahlungen erfolgen dank unseres Sofortzahlungs-Benachrichtigungssystems in Sekundenschnelle.  ETN kann überall auf der Welt an jeden mit der Electroneum-App gesendet werden, und zwar zu einem Bruchteil der Kosten im Vergleich zu herkömmlichen Anbietern. Es ist unglaublich einfach, mit Electroneum zu beginnen. Laden Sie einfach die App herunter, registrieren Sie sich und führen Sie die Verifizierung durch. Die Anmeldung dauert weniger als 60 Sekunden.

Was sind die größten Herausforderungen bei der Einführung von Electroneum in Europa?

Da wir die erste Kryptowährung sind, die den KYC/AML-Vorschriften (5. europäische Anti-Geldwäsche-Richtlinie) entspricht, und wir glauben, dass wir der Umsetzung der Krypto-Vorschriften durch die (britische) FCA bereits einen Schritt voraus sind, stehen wir bei der europaweiten Implementierung von Electroneum vor keinen besonderen Herausforderungen, aber unser Schwerpunkt und unsere Prioritäten sind auf die Entwicklungsländer gerichtet.

Wie wirkt sich die Coronakrise auf dein Business aus?

Ein Teil unserer Vorbereitung auf die Einhaltung der FCA Compliance Vorschriften war der Aufbau eines robusten BCP (Business Continuity Plan). Zum Glück war dieser bereits vorhanden, als die Sperrungen begannen, und wir hatten bereits das Arbeiten von zu Hause aus getestet. Daher sind wir der Meinung, dass uns dies wahrscheinlich weniger betroffen hat als die meisten Unternehmen. Ich denke, wir haben auch Glück, dass sich unser Unternehmen in der Entwicklungsphase befindet, so dass unsere Programmierer normal weiter developen konnten. Wir haben eine Reihe von Plattformen aufgebaut, die in diesem Moment startklar gemacht werden und die in die nächste Phase unseres Geschäfts einfließen werden. In der zweiten Phase unseres Geschäfts wird es darum gehen, die Inflation innerhalb der Token Economy drastisch zu reduzieren und der Krypto-Community zu zeigen, was wir aufgebaut haben, und sie an das unglaubliche Projekt zu erinnern, das wir aufgebaut haben. Wir mussten die Coin-Inflation in Phase 1 haben, um sicherzustellen, dass ETN weit und breit verteilt wird und um bei der Anzahl der Wallets und der Verwendung mit anderen Top-5-Projekten aufzuholen, die Jahre vor unserem Start begonnen hatten.

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Die Gründer von versa: Jakob Logar, Maximilian Brehm und Elija Dentler (v. l.) | (c) webformance.agency

Ein schwieriges Kundengespräch, eine heikle Preisverhandlung oder eine verärgerte Kundin: Solche Situationen gehören in vielen Berufen zum Alltag. Doch wie bereitet man Mitarbeitende darauf vor? Klassische Kommunikationstrainings sind oft zeitaufwendig und bieten nur begrenzte Möglichkeiten, das Gelernte praktisch anzuwenden.

Genau hier setzt das Grazer Startup versa an. Das im Jänner 2026 gegründete Unternehmen hat eine KI-basierte Plattform entwickelt, mit der Mitarbeitende realistische Gesprächssituationen simulieren und anschließend individuelles Feedback erhalten können.

Gegründet wurde das Unternehmen von Jakob Logar, Elija Dentler und Maximilian Brehm. Die Idee entstand aus den beruflichen Erfahrungen der Gründer. Co-CEO Logar war rund 20 Jahre im Vertrieb tätig und absolvierte selbst zahlreiche Kommunikationstrainings. Diese seien zwar hilfreich gewesen, hätten aber meist nur wenig Raum für praktische Übungen geboten. „Da haben wir jetzt einfach gesehen, das was KI da möglich macht, ist eben diesen Flaschenhals der Rollenspiele aufzuheben“, erklärt Logar. Mitarbeitende könnten dadurch unabhängig von Trainer:innen oder Vorgesetzten Gespräche üben.

Von einem Forschungsprojekt zur KI-Plattform

Den Anstoß lieferte ein Forschungsprojekt am Grazer Know-Center. Dort wurde auf Anfrage der Medizinischen Universität Innsbruck untersucht, ob sich Arzt-Patienten-Gespräche mit KI simulieren lassen. Ein erster ChatGPT-Prototyp zeigte Potenzial, aber auch technische Grenzen.

Heute kombiniert versa verschiedene KI-Modelle für die Szenarioerstellung, Sprachinteraktion und Auswertung. Unternehmen können eigene Unterlagen und Kundenprofile einbinden, um möglichst praxisnahe Trainingssituationen zu schaffen.

Doch warum braucht es dafür eine eigene Plattform statt ChatGPT? „Die Magie liegt eigentlich in der KI-Architektur und in der Agent-Orchestrierung“, sagt Logar. Anders als bei der Nutzung eines einzelnen Sprachmodells sollen die KI-Personas konsistent bleiben und die Auswertungen vergleichbar sein.

Eigene KI-Basismodelle entwickelt das Startup nicht. Stattdessen setzt es auf eine flexibel aufgebaute Architektur. „Wir verwenden immer das beste Modell“, so Logar. Neue Technologien könnten dadurch einzelne Komponenten ersetzen, ohne die gesamte Plattform verändern zu müssen.

Eingesetzt wird versa derzeit vor allem beim Onboarding neuer Mitarbeitender. Diese können vom ersten Kundentelefonat bis zur Preisverhandlung unterschiedliche Gesprächssituationen trainieren.

Das KI-Trainingsgespräch selbst erfolgt dann im Look eines Video-Calls. (c) versa Training GmbH

14 zahlende Kunden und bereits profitabel

Nur wenige Monate nach der Gründung zählt versa laut Logar rund 14 zahlende Unternehmenskunden. Darunter befinden sich eine große Bank und einer der größten deutschen Versicherer. Als Zielgruppe sieht versa nicht ausschließlich Großkonzerne. Interessant sei die Plattform grundsätzlich für Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitenden in kundenorientierten Rollen, etwa im Vertrieb oder Kundenservice.

Der Weg vom ersten Interesse zum Vertragsabschluss sei allerdings nicht immer kurz. Besonders bei größeren Unternehmen würden rechtliche Prüfungen rund um den Einsatz von KI den Verkaufsprozess verlängern.

Finanziert wurde das Startup bislang ausschließlich aus Eigenmitteln. Das Stammkapital von 10.000 Euro brachten die drei Gründer selbst auf. Auf die Frage, wann das Unternehmen profitabel werden wolle, antwortet Logar: „Wir sind schon profitabel.“

Förderabsage als Wendepunkt

Ursprünglich hatte das Gründerteam auf eine aws-Seedförderung gehofft. Nach einem Pitch im Frühjahr 2026 folgte jedoch die Absage. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gründer ihre bisherigen Jobs bereits gekündigt. Trotz des Rückschlags beschlossen sie weiterzumachen. „Wir haben dann aber den Entschluss gefasst, weiterzumachen, weil die Idee so gut ist“, erzählt Logar. Die Absage habe das Team letztlich stärker auf den Markt fokussiert.

Aktuell ist versa in der Science Park Graz Academy und arbeitet im Grazer Unicorn. Zunächst will das Startup aus eigener Kraft weiterwachsen und einen mittleren sechsstelligen Umsatzbetrag erreichen. Für die spätere Skalierung werden Partner gesucht.

Dabei denkt das Team von Beginn an international. „Wir haben ja keine sprachlichen Restriktionen“, erklärt Logar. Erste Kunden aus Deutschland hat versa bereits gewonnen. Langfristig will das Unternehmen vor allem dort wachsen, wo der Bedarf an skalierbaren Kommunikationstrainings besonders groß ist.

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Q&A mit Electroneum: Blockchain-Wallet für eine demokratische Wirtschaft

  • Einkäufe tätigen ohne Cash und Konto. Das ist an und für sich keine Neuigkeit, sondern wird durch mobile Lösungen wie M-Pesa ebenso wie durch diverse verschiedene Crypto-Projekte bewerkstelligt.
  • Auch Electroneum setzt darauf, Payments über eine mobile Crypto-Wallet und den eigenen ETN-Token zu ermöglichen. Dabei punktet das Projekt aber unter anderem durch Einfachheit und durch das Erfüllen diverser regulatorischer Vorgaben.
  • Das kommt offensichtlich gut an: Electroneum hat 3,9 Millionen registrierte Benutzer auf der ganzen Welt, die meisten davon in Entwicklungs- und Schwellenländern.
  • Richard Ells, Founder und CEO von Electroneum, wird als einer der Top-Speaker auf dem ANON Summit 2020 auftreten, welches am 19. und 20. Mai stattfindet – wegen des Coronavirus freilich im digitalen Raum.

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  • Auch Electroneum setzt darauf, Payments über eine mobile Crypto-Wallet und den eigenen ETN-Token zu ermöglichen. Dabei punktet das Projekt aber unter anderem durch Einfachheit und durch das Erfüllen diverser regulatorischer Vorgaben.
  • Das kommt offensichtlich gut an: Electroneum hat 3,9 Millionen registrierte Benutzer auf der ganzen Welt, die meisten davon in Entwicklungs- und Schwellenländern.
  • Richard Ells, Founder und CEO von Electroneum, wird als einer der Top-Speaker auf dem ANON Summit 2020 auftreten, welches am 19. und 20. Mai stattfindet – wegen des Coronavirus freilich im digitalen Raum.

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