19.05.2025
RANKING

Ein österreichischer Vertreter unter den „Top-100 Rising Startups“ im europäischen Tech-Ökosystem

VivaTech hat zum ersten Mal eine Liste der "Top 100 Rising European Startups for 2025" herausgebracht. Darin finden sich 36 aus Deutschland, 22 aus Frankreich sowie 17 aus UK. Aus Österreich ist eines dabei.
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VivaTech, Prewave
(c) VivaTech - VivaTech erstellte zum ersten Mal ein Ranking der "Top 100 europäischen Startups" im Aufwind.

Viva Technology oder VivaTech, ist ein jährliches Treffen, das sich der technologischen Innovation widmet, und bringt Startups, führende Technologieunternehmen, Großunternehmen und Investor:innen zusammen. Es findet jährlich auf der „Paris Expo Porte de Versailles“ in Paris, Frankreich, statt und wird von den Gruppen Les Échos und Publicis organisiert. Nun stellte es erstmalig die 100 vielversprechendsten jungen Unternehmen im europäischen Tech-Ökosystem vor.

VivaTech-Kriterien

Die Auswahlkriterien, um für die Auflistung infrage zu kommen, umfassen einen europäischen Hauptsitz, ein Minimum von fünf Millionen Euro an wiederkehrendem Jahresumsatz (ARR) im Jahr 2024 sowie ein jährliches Wachstum von mindestens 40 Prozent über die letzten drei Jahre. Diese Kriterien wurden gemeinsam mit führenden europäischen Risikokapitalgebern wie Accel, Eurazeo, HV Capital, Northzone und Partech entwickelt.

Aus Österreich schaffte es Prewave in die elitäre Liste. Das 2017 gegründete Lieferketten-Startup von Lisa Smith und Harald Nitschinger hat im Vorjahr in einer Serie-B-Finanzierungsrunde 67 Millionen US-Dollar (63 Millionen Euro) abgeschlossen – 2023 gab es eine Series A mit 18 Millionen Euro. Nun komplettiert man mit 99 anderen das VivaTech-Ranking und wird im Bereich „Logistik und Supply Chain“ als einziges österreichisches Unternehmen angeführt.

Erstellt mit ChatGPT – Deutschland führt das VivaTech-Ranking an.

In diesem Jahr sind 13 Länder unter den Top 100 Rising European Startups vertreten: Deutschland (36), Frankreich (22) und das Vereinigte Königreich (17) sind die treibenden Kräfte einer Rangliste, die von Unternehmen rund um KI dominiert wird. Dieser Sektor beherrscht die europäische Szene in diesem Jahr mit 15 Startups, die sich auf Agenten (Aily Labs, Cognigy, Parloa), Modelle (Mistral, ElevenLabs, Synthesia) und Middlewares & Tooling-Unternehmen (Lovable Labs, Smartness) verteilen.

Laut dem Ranking sind es sechs Trends, die aktuell die europäische Innovationen bestimmen:

  • FinTech sorgt weiterhin für Umwälzungen in der Finanzbranche. Dafür steht die wachsende Zahl von Banking-as-a-Service-Angeboten wie von Flatpay (Dänemark) und Capi Money (Vereinigtes Königreich), ergänzt durch Finanzmanagementlösungen wie Payflow (Spanien) und Pennylane (Frankreich).
  • Der Bereich Logistik und Supply Chain setzt für Risikosteuerung (Prewave – Österreich) und die Automatisierung von Einkauf und Lieferantenmanagement (Mercanis, Packmatic – Deutschland) auf KI.
  • Cybersecurity und DefenseTech bilden die Grundpfeiler der digitalen Souveränität mit Playern wie Filigran (Frankreich) und Helsing (Deutschland).
  • Im Bereich ClimateTech loten Startups trotz stagnierender ESG-Investitionen neue Wege für Gebäude-Energielösungen (1KOMMA5° – Deutschland), dezentralisierte Energienetze (UrbanChain – Großbritannien) und Dekarbonisierungslösungen (Treefera – Großbritannien) aus.
  • HealthTech und BioTech nehmen mit KI Fahrt auf, angeführt von Startups wie Causaly (Großbritannien) und Aqemia (Frankreich), die die medizinische Forschung vorantreiben.
  • Die Kreativwirtschaft erfindet sich mit KI-gestützten Tools wie Photoroom (Frankreich) und Kittl (Deutschland) selbst neu, indem sie die Erstellung digitaler Inhalte für jeden zugänglich macht.

„Die Top 100 der Rising European Startups spiegeln den Reifegrad des europäischen Tech-Ökosystems wider. KI steht mittlerweile im Zentrum aller Branchen und Bereiche – von Cybersicherheit, über Verteidigung bis hin zu Logistik und Supply Chain – und beweist Europas Fähigkeit zu technologischen und strategischen Innovationen mit langfristigen Visionen“, sagt François Bitouzet, Managing Director von Viva Technology. „Diese Dynamik bestätigt auch, dass Europa mehr als nur eine Wachstumsregion ist. Europa hat sich vielmehr zu einem echten Labor für technologischen und gesellschaftlichen Wandel entwickelt.“

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Rainer Haude und Piotr Ciski | (c) Daniel Willinger
Rainer Haude und Piotr Ciski | (c) Daniel Willinger

Bereits 1967 gegründet, nutzen heute nach Unternehmensangaben rund 4.000 Anwender:innen in Österreich die Steuerberatungssoftware des Wiener Anbieters dvo Software. Die Lösung unterstützt Steuerberater:innen bei Kanzleimanagement, Honorarabrechnung, automatisierten Workflows, sicherer Kommunikation und Dokumentenmanagement sowie bei Finanzbuchhaltung, Steuern und Anlagenverzeichnis. Dabei kommt auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz, der Fokus liege auf Automatisierung, heißt es vom Unternehmen.

Marke, Team und Geschäftsführer bleiben

Nun gab die Firma die Übernahme durch den erheblich größeren polnischen Mitbewerber Symfonia Group bekannt. Ein Kaufpreis wurde dabei nicht genannt. Marke, Team und Ausrichtung auf den österreichischen Steuerberatungsmarkt sollen unverändert bleiben. Auch die Geschäftsführer Rainer Haude und Richard Theiß bleiben in ihren Positionen und halten künftig Anteile an der Muttergesellschaft.

DACH-Einstieg für Symfonia

Symfonia hat mehr als 55.000 Kunden, darunter 6.700 Steuerberatungskanzleien. „Mit dvo Software betritt Symfonia erstmals den DACH-Raum, und wir beabsichtigen, hier weiter zu wachsen“, kommentiert Piotr Ciski, CEO der Symfonia Group. „Dvo kennt die Anforderungen österreichischer Steuerberatungskanzleien genau. Wir bringen Know-how im Bereich Technologie sowie der Einhaltung regulatorischer und gesetzlicher Rahmenbedingungen mit.“

„Interessante Chancen“ im österreichischen Markt

Und Rainer Haude, Geschäftsführer von dvo Software, sagt: „Wir teilen Symfonias Fokus auf die Steuerberatungsbranche und das Ziel, die Produktivität in Steuerberatungskanzleien durch intelligente Software erheblich zu steigern. Wir können nun unser ohnehin schon ehrgeiziges KI-Investitionsprogramm bei dvo Software mit noch größerer Dynamik vorantreiben.“ Der österreichische Markt befinde sich derzeit in einer teilweise durch den Rückzug des deutschen Anbieters Datev hervorgerufenen Umbruchsphase und biete daher „interessante Chancen“.

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