13.10.2025
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Ehemaliger 2m2m-Juror wird neuer Präsident des SPÖ-Wirtschaftsverbandes Österreich

Beim Verbandstag des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Österreich am Wochenende wurde der 50-jährige Hotelier und Startup-Investor aus Kärnten, Bernd Hinteregger, zum neuen Präsidenten des SWV Österreich gewählt.
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Bernd Hinteregger, SWV
© Vicky Posch/SWV Wien/Canva - Bernd Hinteregger.

Mit einer Zustimmung von 85,52 Prozent wurde Bernd Hinteregger am 11. Oktober von den 146 Delegierten des ordentlichen Verbandstags des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Österreich (SWV) zum neuen Präsidenten gewählt. Er folgt damit auf Christoph Matznetter, der diese Position 20 Jahre lang ausübte.

Hinteregger: „Starke Vertretung der kleinen und mittleren Betriebe“

„Ich freue mich sehr über das hohe Vertrauen, das in mich gesetzt wurde und sehe meiner neuen Funktion mit Zuversicht und hohem Engagement entgegen. Ich bin ein Mann der Taten und werde den Verband erneuern und in eine starke Zukunft führen. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, in denen wir derzeit leben, braucht es eine starke Vertretung der kleinen und mittleren Betriebe in Österreich“, sagt Hinteregger.

Hinteregger ist vielen nicht nur als Hotelier geläufig, sein Auftritt als Investor bei der Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“ machte ihn einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Nach seinem BWL-Studium war er zunächst Marketingleiter der Verkehrsbüro Group. Später baute er die HB1-Hotelkette auf, besitzt zwölf Hotels und ist an mehreren Unternehmen beteiligt.

Zu Hintereggers Zielen in seiner neuen Rolle gehört es, den SWV wieder zu einer „Bewegung“ zu machen: „Wirtschaftspolitik funktioniert für mich nicht ohne Sozialpolitik. Ich bin ein leidenschaftlicher Verfechter der roten Wirtschaft. Diese steht für mich dafür, Wachstum und Gerechtigkeit zu vereinen, Zukunftsbranchen zu fördern, Arbeitsplätze zu schaffen, Leistung zu belohnen und Spekulationen zu bremsen“, so der neue SWV-Präsident.

Matznetter Ehrenpräsident

Im Zuge der Wahl wurde Christoph Matznetter in Anerkennung seiner langjährigen Verdienste per Akklamation zum Ehrenpräsidenten des SWV Österreich ernannt.

Er sagt: „Ich wünsche Bernd Hinteregger alles Gute und freue mich, mit ihm einen Vorzeigeunternehmer als Nachfolger zu haben. Der SWV war und ist die Stimme der kleinen und mittleren Betriebe – und ich bin überzeugt, dass Bernd Hinteregger diesen Weg mit voller Energie fortsetzen wird.“

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Rendering der Anlage in Bruck an der Leitha | (c) OMV Aktiengesellschaft
Rendering der Anlage in Bruck an der Leitha | (c) OMV Aktiengesellschaft

Während man sich im Individualverkehr in den vergangenen Jahren tendenziell von der Idee verabschiedet hat, bleibt Wasserstoff vor allem für Schwerverkehr, Flugverkehr und Industrie eine zentrale Wette in der Energiewende. Konkret grüner Wasserstoff, der mittels Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Mit einer 140-Megawatt-Anlage im niederösterreichischen Bruck an der Leitha will der heimische Energieriese OMV im Joint Venture mit Masdar aus Abu Dhabi eine der größten Anlagen Europas bauen (brutkasten berichtete zuletzt über eine Förderzusage durch die aws über 123 Mio. Euro).

Direkte Pipeline zur Raffinerie Schwechat

Ab Ende 2027 soll die Anlage bis zu 23.000 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr produzieren und diesen direkt über eine 22 Kilometer lange Pipeline in die OMV-Raffinerie Schwechat liefern. Dort wird dieser dann in der Produktion von Kraftstoffen und chemischen Produkten eingesetzt und soll die direkten Emissionen um zehn Prozent bzw. 150.000 Tonnen CO2 pro Jahr reduzieren. „Die Produktion von grünem Wasserstoff in Österreich ermöglicht es uns, den Einsatz nachhaltigerer Energie in unserer Produktion sowie für unsere innovativen Produkte zu erhöhen. Der Bau einer der größten Anlagen für grünen Wasserstoff in Europa ist ein wichtiger Meilenstein bei der Dekarbonisierung unserer industriellen Prozesse“, meint dazu Reinhard Florey, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und CFO von OMV.

EIB-Darlehen: Nehammer betont Bedeutung für Souveränität

Die Kosten für den Bau der Anlage in Bruck an der Leitha sind mit insgesamt 600 Millionen Euro veranschlagt. Nach der genannten Förderung durch die aws holt sich die OMV nun den größten Brocken des notwendigen Budgets – 450 Millionen Euro – in Form eines Darlehens der Europäischen Investitionsbank (EIB). „Die Darlehenszusage der Europäischen Investitionsbank ist ein starkes Signal für das Vertrauen in die Transformationsstrategie von OMV und unsere Fähigkeit, Großprojekte umzusetzen, die zur Dekarbonisierung der Industrie beitragen“, kommentiert Florey.

Reinhard Florey und Karl Nehammer beim Signing | (c) OMV Aktiengesellschaft

EIB-Vizepräsident und Ex-Bundeskanzler Karl Nehammer betont in einem Statement die Relevanz für die europäische Souveränität. „Grüner Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein des Übergangs zu einem wettbewerbsfähigen, klimaneutralen und sicheren Energiesystem für Europa“, so Nehammer. „Diese Investition legt zudem den Grundstein für die künftige Produktion von nachhaltigen Flugkraftstoffen und unterstützt damit die Klima- und Energiesicherheitsziele der EU.“

OMV: „Netto-Null-Emissionen“-Ziel für 2050

Im Rahmen ihrer „Strategie 2030“ strebt die OMV bis Ende des Jahrzehnts eine Wasserstoff-Produktionskapazität von rund 900.000 Tonnen an. Dazu sind bereits kleinere Anlagen an verschiedenen europäischen Standorten in Betrieb. Anlagen für nachhaltigen Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel) und hydriertes Pflanzenöl (Hydrotreated Vegetable Oil) befinden sich in Umsetzung. Bis 2050 hat sich der Konzern das Ziel „Netto-Null-Emissionen“ gesetzt.

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