28.03.2024

EcoNetix: Wiener ClimateTech holt wenige Monate nach Gründung Millionen-Investment

EcoNetix hat eine technische und datengetriebene Lösung zum Monitoring und Tracking von CO2-Einsparung entwickelt. Über die nächsten Jahre soll ein weltweites Carbon-Credit-Portfolio aufgebaut werden. Die beiden Gründer Jakob Zenz und Paul Nimmerfall haben uns mehr über die Lösung und nächsten Wachstumsschritte erzählt.
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Die beiden EcoNetix-Gründer Paul Nimmerfall und Jakob Zenz (v.l.n.r.) | (c) brutkasten/ fabian krausböck

Einer Studie der Boston Consulting Group zufolge betrug der globale Markt für Carbon-Credits 2021 rund zwei Milliarden US-Dollar. Und ihm wird ein rasantes Wachstum vorausgesagt: Bis 2030 geht man davon aus, dass dieser auf bis zu 40 Milliarden US-Dollar anwachsen wird. Trotz des Booms steht der Markt in Kritik – insbesondere aufgrund der mangelnde Standardisierung und Transparenz.

Einer der Hauptgründe dafür liegt in der Überprüfung der Wirksamkeit von CO2-Kompensations-Projekten, die in der Regel schwierig ist. Dies trifft insbesondere auf Projekte in Entwicklungsländern zu. Aufgrund mangelnder Infrastruktur und Ressourcen werden beispielsweise Aufforstungsprojekte in entlegenen Regionen nur einmal pro Jahr einem Audit unterzogen.

EcoNetix bietet Lösung

Um mehr Transparenz am Markt zu schaffen, bedarf es künftig einer akkurateren Datenlage vor Ort. Dies hat sich das Wiener ClimateTech EcoNetix zur Aufgabe gemacht, das 2023 von Jakob Zenz und Paul Nimmerfall gemeinsam mit David Salzgeber gegründet wurde. Das noch recht junge Unternehmen entwickelte eine Tech-Lösung, die mit Hilfe von Sensoren Live-Daten im Feld sammelt. Langfristig soll so das Vertrauen in den CO2-Markt zurückgebracht und ein weltweites Carbon-Credit-Portfolio aufgebaut werden.

(c) EcoNetix

Dafür arbeitet das Unternehmen bereits mit lokalen Partnern in sechs Ländern und auf drei Kontinenten zusammen. Dazu zählen etwa Aufforstungsprojekte in Afrika, Renaturierungsprojekte an Küsten und Projekte zur Transformation hinzu erneuerbarer Energie. “Wir haben aktuell über 78.000 Hektar über Projektpartner konzessioniert”, so Zenz gegenüber brutkasten. Zu Ländern zählen Tanzania, die Demokratische Republik Kongo, Kenia, Angola, die Vereinigte Arabischen Emirate und der EU-Raum.

Gründerteam bringt viel Erfahrung mit

Der Bezug zum afrikanischen Kontinent kommt nicht von ungefähr. Zenz, der über einen Background als Investmentbanker verfügt, war bereits in Uganda als Unternehmer aktiv und gründete vor Ort eine 65 Hektar große Farm. Im Zuge seiner unternehmerischen Aktivität lernte er den Gründer des afrikanischen Scaleups UpEnergy kennen, das bereits seit 2011 Carbon-Removal-Projekte in zahlreichen afrikanischen Ländern aufbaute.

“Das Carbon-Credit-Thema ist irgendwie für mich immer so etwas gewesen, wo der Financial Stream effektiv vom globalen Norden in den globalen Süden kommen kann. Die Ursprungsidee war einfach gut”, so Zenz über seine Motivation EcoNetix zu gründen.

Für die Gründung seines neuen Unternehmens war Zenz auf der Suche nach Co-Foundern und wurde über LinkedIn auf Paul Nimmerfall aufmerksam, der über einen juristischen Background verfügt. Er arbeitete außerdem rund zwei Jahre in den Vereinigten Arabischen Emiraten für eine Anwaltskanzlei im Bereich “M&A und Energy-Law”. Zuletzt war Nimmerfall beim oberösterreichischen Energy-Scaleup neoom rund um Walter Kreisel als Director tätig. Dort war er maßgeblich an der Skalierung des Unternehmens von 30 auf über 250 Mitarbeiter:innen beteiligt.

Dritter im Bunde ist David Salzgeber, der die technische Expertise einbringt. Salzgeber ist zugleich auch CEO des 1996 gegründeten Unternehmens Salzgeber IT Revolutions, das in Österreich ein führender Hersteller von Sicherheitstechnik und Internet of Things ist.

Das Geschäftsmodell

Gemeinsam bauen sie nun Sensoren, die für das Early-Verification-Tool Daten vor Ort sammeln. Diese werden wiederum mit Satellitendaten kombiniert. In einen weiteren Schritt erhalten Kunden über eine Plattform in Echtzeit einen Einblick zum jeweiligen Kompensationsprojekt, das sie mit dem Kauf von Carbon Credits unterstützen. Teil des Geschäftsmodells ist jedoch nicht nur das Sammeln der Daten, sondern auch der Verkauf der Credits. Und das Startup hat ambitionierte Pläne: “Wir wollen der größte Anbieter und der größte Asset Manager von High-Quality Carbon Credits werden”, so Paul Nimmerfall.

(c) EcoNetix

Zooplus-Gründer steigt über Investment-Company ein

Für das weitere Wachstum und die Umsetzung ihrer Pläne konnte EcoNetix nun eine siebenstellige Finanzierungsrunde abschließen. Und das Startup konnte dafür namhafte Investoren für sich gewinnen: Neben dem VC Persistent und ASC Impact beteiligt sich auch Voltares Ventures. Bei letzterem handelt es sich um die Green Investment Company von Cornelius Patt. Er hat Europas größten Tierbedarfshändler Zooplus aufgebaut, der 2021 von Finanzinvestoren für einen Betrag in Höhe von 3,7 Milliarden Euro von Finanzinvestoren übernommen wurde. Den Kontakt zu Cornelius Patt konnten die Gründer übrigens in Wien auf der UNIDO-Messe in der Wiener Hofburg herstellen.

“Im Jahr 2024 werden wir im Kernteam von fünf auf ca. 15 Personen wachsen. Mit unseren Projektpartnern beschäftigen wir aktuell bereits über 150 Mitarbeiter weltweit”, so Zenz. Zudem sollen in den nächsten Monaten Niederlassungen in den USA, Singapur und Japan aufgebaut werden, um die Plattform global zu skalieren.


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Nur vier Monate nach Produktionsstart erhielt das in Wien gegründete BioTech Startup ein Investment von einer Million Euro – damals von der Hong Konger Investorin Maggie Luan durch die ML Manna Laaz BeteiligungsgmbH, wie brutkasten berichtete.

Genbausteine in nur fünf Tagen

Gegründet wurde nagene im August 2023. Das Founderteam besetzt Alexander Makula gemeinsam mit Florian Höfig und Natascha Vujicic. Nagene stellt synthetische DNA-Bausteine in nur fünf Tagen her – handelsüblich sei dies nur in sieben bis zehn Tagen möglich. Die produzierten Gene ließen sich folglich unter anderem zur Herstellung von mRNA-Impfstoffen von Pharmaunternehmen verwenden.

Förderung für Standort und Labor

Nun fließen frische Fördergelder aus dem Heimatmarkt: Konkret handelt es sich dabei um eine Förderzusage der Wirtschaftsagentur Wien in Höhe von insgesamt 652.000 Euro – aufgeteilt in Sachgüter für hochmoderne Laborgeräte sowie in die Förderung “Standort”. Als gefördertes Sachgut wird unter anderem der sogenannte Syntax – als Laborgerät einmalig in ganz Österreich – vorhanden sein.

Mit der Förderung “Standort” der Wirtschaftsagentur Wien werden der Aus- und Umbau des Wiener nagene-Produktions- und Laborstandortes im Technologiezentrum der Wiener Seestadt gefördert. Die Förderung Standort inkludiert indes nicht nur bauliche Maßnahmen sowie den Ankauf von Bausubstanz, sondern auch Dienstleistungen wie Architekturleistungen.

Mit neuen Laborgeräten und -räumlichkeiten will nagene nicht nur um die 50 neuen Arbeitsplätze schaffen, sondern auch seine bestehenden Forschungs- und Produktionskapazitäten auf über 2.000 Quadratmeter erweitern. Das erstes Labor soll Mitte Mai in Betrieb genommen werden – im Technologiezentrum 2.

Pharmakunden in der Pipeline

“Dies markiert einen entscheidenden Schritt in unserem Bestreben, die Lieferzeiten für DNA-Sequenzen erheblich zu verkürzen”, sagt Alexander Makula, Co-Founder von nagene. “Ab Mai zählen wir sieben Mitarbeiter:innen, bis Ende 2024 finden insgesamt zwölf Mitarbeiter:innen bei uns Platz. Die ersten Pharmakunden warten bereits auf unseren Start, um bei uns Gene zu bestellen”, erzählt Makula zum Status Quo des Jungunternehmens.

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