13.01.2016

EarlySnow: TU Wien will Kunstschnee neu erfinden

"Earlysnow" ist ein Projekt der TU Wien, bei dem untersucht wird wie man Wasser schneller zum gefrieren bringt. Das Ziel ist es, auf umweltschonende Art und Weise, Kunstschnee bei höheren Temperaturen erzeugen zu können.
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Hinrich Grothe und sein team von Early Snow. (Laura Felgitsch, Hinrich Grothe, Thomas Häusler und Philipp Baloh v.li.)

Dieser Artikel ist Teil des Themenschwerpunkts Wintersport

Wenn Schnee nicht mehr vom Himmel fällt, hilft der Mensch ein bisschen nach. Das ist nichts Neues. Wenn es jedoch zu warm ist, gibt es auch keinen brauchbaren Kunstschnee. Die TU Wien arbeitet am Projekt „Earlysnow“, um auf umweltfreundliche Art und Weise Kunstschnee bei höheren Temperaturen zu erzeugen.

Kunstschnee bei höheren Temperaturen

Allein in Tirol werden jährlich mehr als 40 Millionen Kubikmeter Kunstschnee erzeugt. Das fordert einen hohen Einsatz von Wasser und elektrischer Energie. „Der Winter verschiebt sich momentan bis zu zwei Monate nach hinten und es wird wärmer. Herkömmliche Beschneiungsanlagen arbeiten zwischen 0 und -8 Grad Celsius nicht ordentlich“, erklärt Universitätsprofessor und Projektleiter Hinrich Grothe.

„Herkömmliche Beschneiungsanlagen arbeiten zwischen 0 und -8 Grad Celsius nicht ordentlich.“

Die Ziele von Earlysnow

  • Bei Temperaturen zwischen 0 und -8 Grad Celsius Kunstschnee erzeugen
  • Eine Ergänzung für herkömmliche Beschneiungssysteme darstellen – die aktuellen Beschneiungsanlagen sollen nicht ersetzt werden
  • Große Schneekristalle produzieren, um den Kunstschnee echtem Pulverschnee aus der Wolke ähnlicher werden zu lassen

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Verbindung Theorie und Praxis

Earlysnow ist ein Bridgeprojekt, ein Projekt das die Grundlagenforschung zum Thema Schnee und Eis und Beschneiung in der Praxis verbindet. Beteiligt sind daran das Institut für Materialchemie der TU Wien, die Uni Innsbruck, die Neuschnee GmbH, ein Spin-off der TU Wien und der BOKU Wien, die Liftgesellschaft Obergurgl-Hochgurgl und die Firma Technik Wille.

Doktorandin Laura Felgitsch untersucht Wassertropfen.
Doktorandin Laura Felgitsch untersucht gefrierende Wassertropfen.

Umweltschonende Technologie

Anhand von Laborexperimenten wird seit November 2015 untersucht, welche Nukleationskeime zu Wasser hinzugefügt werden müssen, damit es schneller gefriert. Relevante Nukleationskeime sind Gesteinsabrieb oder Mineralstaub (z.B. Feldspat). „Wir benützen ausschließlich natürliche Ressourcen, die im alpinen Raum vorhanden sind. Es geht uns auch darum ressourcenschonend und umweltfreundlich zu arbeiten“, sagt Grothe. Man wolle den Vorgang der Eiskristallbildung in der Wolke verstehen und auf die Skipiste bringen, so Grothe weiters. Im Zuge des Projekts sind Feldversuche im Skigebiet Obergurgl-Hochgurgl geplant.

„Wir wollen den Vorgang in der Wolke auf die Skipiste bringen.“

Vorteil für die Praxis

Die umweltschonende Technologie soll es ermöglichen Kunstschnee unter weniger Einsatz von Wasser und Strom zu produzieren. Das könnte langfristig sehr positive Auswirkungen auf den Tourismus und die hochalpine Umwelt haben. „Skigebiete könnten bereits im Spätherbst ihre Pisten beschneien wenn die Bedingungen stimmen und der Saisonstart kann damit besser geplant werden“, meint Grothe.

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(c) Michael Meier - Maximilian Kindler, Gründer von incaseof.law.

Rund 600 Rauchfangkehrerbetriebe gibt es in Österreich, rund 350 davon arbeiten mit der Grazer Branchensoftware WinChim. Sie können überfällige Rechnungen nun direkt aus dem Verrechnungsmodul an das Wiener LegalTech incaseof.law übergeben. Die Plattform übernimmt den weiteren Prozess, vom außergerichtlichen Mahnverfahren bis zur gerichtlichen Durchsetzung.

Die beiden Unternehmen haben die Kooperation Anfang Oktober bekannt gegeben. Für das Startup von Gründer und CEO Maximilian Kindler ist WinChim nach eigenen Angaben die erste Branchensoftware, über die es eine ganze Branche erreicht.

Viele kleine Rechnungen, wenig Zeit

Die Leistungen der Rauchfangkehrer sind gesetzlich vorgeschrieben, die Tarife reguliert. Daraus ergibt sich ein eigenes Forderungsbild: sehr viele kleine, wiederkehrende Rechnungen an Privathaushalte und Hausverwaltungen. Die Betriebe zählen im Schnitt sechs Beschäftigte, offene Rechnungen verfolgt meist der Inhaber selbst. Eine klassische Inkassobeauftragung zahle sich bei Kleinbeträgen oft nicht aus, heißt es weiter.

„Unsere Anwender wollen kehren, messen und beraten, nicht Zahlungserinnerungen schreiben. Mit incaseof.law ist der offene Posten in unserer Buchhaltungssoftware mit einem Klick erledigt, der Rest passiert im Hintergrund“, sagt Martin Haidenthaler, Gründer von WinChim. Das Unternehmen wurde 1999 in Graz gegründet und ist nach eigenen Angaben Marktführer unter den Rauchfangkehrerbetrieben in sieben Bundesländern.

„Rauchfangkehrer sind das Paradebeispiel für eine Branche, in der Forderungsmanagement bisher schlicht nicht stattfindet, weil es sich nicht auszahlt. Über WinChim erreichen wir die Betriebe dort, wo ihre Rechnungen entstehen. Ab jetzt kommt das Geld dorthin, wo es hingehört: auf das Konto des Betriebs.“

Die Inkassokosten trägt der säumige Schuldner

Laut Aussendung zahlt die Plattform eingehende Beträge ohne Abzüge an den Betrieb aus. Woran incaseof.law dann verdient, erklärt Kindler auf brutkasten-Anfrage: „Der Rauchfangkehrer zahlt uns nichts, weder Provision noch Gebühr. Unser Umsatz kommt ausschließlich vom säumigen Schuldner, und zwar aus den Inkassokosten und den Verzugszinsen.“

Diese Kosten sind laut Kindler durch die Verordnung über die Höchstsätze der Inkassoinstituten gebührenden Vergütungen gedeckelt. Zudem müssen sie nach dem Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) in einem angemessenen Verhältnis zur Forderung stehen. Die Verordnung würde es ihm zufolge auch erlauben, dem Auftraggeber eine Gebühr zu verrechnen. Darauf verzichte man ausnahmslos.

Was das für Schuldner:innen bedeutet, zeigt ein Rechenbeispiel des Gründers. Bei einer offenen Rechnung über 80 Euro fallen mit der ersten Zahlungsaufforderung rund 25 Euro inklusive Umsatzsteuer an, dazu Verzugszinsen von wenigen Cent. Das entspricht einem Aufschlag von rund 31 Prozent. Wer nach der ersten Aufforderung zahlt, bleibt laut Kindler bei diesem Betrag. Bezahlt werden kann über ein Online-Portal, auf Wunsch in Raten über bis zu zwölf Monate. Zu den Kosten bei weiteren Mahnschritten oder im gerichtlichen Verfahren machte Kindler keine Angaben.

Noch keine Zahlen für die Branche

Zahlen für die Rauchfangkehrerbranche gibt es noch nicht, die Anbindung ist erst seit Anfang Oktober aktiv. Kindler erwartet aber eine sehr hohe Quote, weil die Leistung gesetzlich vorgeschrieben, dokumentiert und zu regulierten Tarifen verrechnet sei: „Echten Streit über die Forderung gibt es da kaum. Meistens ist die Rechnung schlicht liegen geblieben.“

Zahlt ein Schuldner trotz mehrerer Mahnschritte nicht, geht der Fall laut Kindler auf derselben Plattform ins gerichtliche Forderungsmanagement über, mit Anbindung an den Elektronischen Rechtsverkehr in Österreich und Deutschland.

Weitere Branchen im Blick

Seit Mai können Kund:innen der Finanzautomatisierungsplattform ibana das Inkasso direkt aus deren Plattform beauftragen (brutkasten berichtete).

Als weitere Branchen sieht sich das Startup laut Kindler Hausverwaltungen, das Gesundheits- und Pflegeumfeld und das Handwerk an und entwickelt dafür eigene Produktlinien. „Die Logik ist überall gleich: viele kleine Rechnungen, kleine Betriebe, kaum Zeit für das Mahnwesen“, so Kindler. Weitere Anbieter will incaseof.law nennen, sobald die Verträge stehen.

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