04.05.2020

Dunkelziffer- und Antikörpertest-Ergebnisse: Herdenimmunität als „Illusion“

Heute wurden die Ergebnisse des zweiten Durchgangs der Stichproben- und Antikörpertests in Österreich präsentiert. Wissenschaftsminister Heinz Faßmann ging bei der Präsentation auch auf eine mögliche zweite Coronavirus-Welle ein.
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Heinz Faßmann zu Corona - Coroanvirus-Antikörpertest- und Dunkelziffer-Studie - Herdenimmunität als Illusion
(c) BKA / Andy Wenzel - Wissenschaftsminister Heinz Faßmann kündigt das "Austrian Micro Data Center" an.

2800 Personen wurden zu Teilnahme eingeladen. 1432 Personen in ganz Österreich konnten zwischen 21. und 24. April dann tatsächlich auf das neuartige Coronavirus getestet werden. Eine dieser Personen war infiziert. Das kam bei der zweiten (repräsentativen) Prävalenz-Studie („Dunkelziffer-Studie“) für Österreich heraus, die unter Federführung von Statistik Austria durchgeführt wurde. „Diese eine Person hat die Wahrscheinlichkeit, infiziert zu sein, übrigens selbst als unwahrscheinlich angesehen. Sie hatte bloß eine verstopfte Nase“, erklärt Matea Paškvan von Statistik Austria bei einer Pressenkonferenz mit Wissenschaftsminister Heinz Faßmann. Bei dieser wurden neben den Ergebnissen der Stichprobentests auch jene des zweiten Antikörpertest-Durchgangs präsentiert.

+++ Coronavirus in Österreich: News, Daten und Hintergründe +++

Dunkelziffer bis zu drei Mal so hoch, wie bekannter Wert

Die eine infizierte Person ergibt in der (gewichteten) Hochrechnung eine Infektionsrate von etwa 0,05 Prozent in der Gesamtbevölkerung – rund 3400 Personen. Diese Einschätzung sei aber mit großer Vorsicht zu genießen, räumt Minister Faßmann ein. Eine bessere Aussage könne man damit zur Obergrenze des Konfidenzintervals treffen, also zu jenem Wert, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent höchstens in der Gesamtbevölkerung vorliegt. Diese betrage etwa 0,15 Prozent – ca. 11.000 Personen (Anm. am letzten Studien-Tag, 24.4. betrug die offizielle Erkrankten-Zahl rund 2600 – die Dunkelziffer könnte also bis zu ca. drei Mal so hoch liegen, wie der bekannte Wert). „Das ist ein deutlicher Rückgang zur SORA-Studie drei Wochen davor (Anm. Obergrenze: 67.400), der sich ja auch in den offiziellen Zahlen widerspiegelt“, so Faßmann. „Das zeigt deutlich, dass die offiziellen Messungen valide sind und trotz einer tendenziellen Unterschätzung die Realität abbilden. Die Fakten und Tendenzen passen gut zusammen“.

Antikörpertests für „experimentelle Validierungsstudie“

Ganz anders, nämlich nicht repräsentativ, ging man bei der zweiten Antikörpertest-Studie vor. Bei dieser „experimentellen Validierungsstudie für Antikörpertests“ sei es primär darum gegangen, die vorhanden Testmöglichkeiten zu untersuchen, erklärt Virologin Elisabeth Puchhammer von der MedUni Wien. Für die Studie wurden in neun politischen Bezirken jeweils jene drei Gemeinden mit der höchsten relativen Infektionsrate ausgewählt – also ausschließlich „Hotspot“-Gemeinden. Ischgl sei nicht dabei gewesen, da es sich zu dem Zeitpunkt noch unter Quarantäne befand, ergänzt Minister Faßmann.

Faßmann zu Herdenimmunität: „Illusion“

Demnach liege der Anteil an Personen in den Hotspot-Gemeinden, bei denen Coronavirus-Antikörper nachgewiesen werden konnten, bei 4,6 Prozent. Auch aus diesen nicht repräsentativen Ergebnissen leitet der Wissenschaftsminister eine allgemeine Erkenntnis ab: „Wenn selbst in den am stärksten betroffen Gemeinden die Zahl so niedrig ist, ist klar: Die Vorstellung, dass das Virus unbemerkt die Bevölkerung erfasst und dort eine hohe Immunisierung hervorruft scheint eine Illusion zu sein“. Eine zweite Coronavirus-Welle könne ob der fehlenden Herdenimmunität stattfinden, sie werde nicht automatisch gebremst.

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Die Talentir Gründer Lukas Steiner (r.) und Johannes Kares (l.) © Talentir

Das schweizerisch-österreichische Fintech Talentir gibt den Abschluss einer Seed-Finanzierungsrunde über vier Millionen Euro bekannt. Angeführt wird die Runde von Redstone VC. Weitere Investor:innen sind Inovia Capital (vertreten durch Patrick Pichette, ehemaliger CFO bei Google), Shapers, Tenity, NewSchool, Noia Capital, BFC, Cambrena Capital sowie Mark Ransford.

Überzeichnet und selektiv

Ursprünglich wollte Talentir lediglich drei Millionen Euro einsammeln, erzählt Co-Founder und CEO Lukas Steiner im Interview mit brutkasten-Herausgeber Dejan Jovicevic. Das Interesse übertraf diese Erwartung laut dem Gründer deutlich: Letztlich lagen Zusagen über rund 5,5 Millionen Schweizer Franken (fast 6 Millionen Euro) vor, woraufhin das Team Angebote bewusst ablehnte.

Pivot mit Anlauf

Die Runde folgt auf eine längere strategische Entwicklung: Talentir pivotierte zunächst vom Creator-Marktplatz zu Echtzeit-Auszahlungen für YouTuber, bevor das Unternehmen seine Technologie auf eine breitere B2B-Infrastruktur ausweitete.

Im Interview benennt Steiner die Marktlücke direkt: „Stripe hat das Pay-in gelöst, aber das Pay-out-Thema mit unterschiedlicher Regulatorik – das ist nach wie vor extrem komplex.“

Die Payout-Infrastruktur

Talentir übernimmt diesen komplexen Payout-Prozess, von der Datenverarbeitung über Compliance- und Steueranforderungen bis zur eigentlichen Auszahlung. Dabei kombiniert das Team KI-gestützte Automatisierung mit einer eigenen Stablecoin-basierten Settlement-Infrastruktur.

Bereits heute wickle man täglich Auszahlungen im siebenstelligen Bereich ab, so das Unternehmen. Eine Besonderheit ist laut Unternehmen die Rolle als „Merchant of Record“ auf der Auszahlungsseite: Talentir übernimmt dabei regulatorische Verpflichtungen wie Steuerbehandlung und Empfänger-Onboarding. Das Geschäftsmodell basiert dabei auf einer prozentuellen Beteiligung des abgewickelten Transaktionsvolumens, wie Steiner im Interview erklärt.

Europäischer Anspruch

Mit dem frischen Kapital will sich Talentir als europäische Alternative zu bestehenden, meist US-amerikanischen Lösungen positionieren. „In der Vergangenheit gab es derartige Lösungen höchstens im Silicon Valley“, heißt es in der Aussendung.

Dabei sollen unter anderem zwei neue Hires helfen. Moritz Putzhammer vom Krypto-Trading-Bot-Startup Trality und Nik Redl, der am Exit von Mokker.ai beteiligt war und bei Talentir künftig als Founding Engineer und Head of AI mitwirken wird, konnte das Startup für sich gewinnen.

Das nächste messbare Ziel ist laut Unternehmen ein jährliches Transaktionsvolumen von 100 Millionen Euro. Langfristig peile man die Milliardenmarke an. Das frische Kapital fließe laut Steiner primär in Sales, Compliance und Licensing: „Das ist jetzt das Allerwichtigste.“

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