23.07.2024
INSOLVENZ

Dual Docker: Oberösterreichisches Startup für Andocksysteme insolvent

Das Startup Dual Docker wollte mit seiner patentierten Technologie Häuser und Stege am Wasser stabilisieren. Nun musste es Insolvenz anmelden.
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(c) Adobe Stock

Häuser und Stege auf dem Wasser zu stabilisieren – das war die Grundidee des oberösterreichischen Startups Dual Docker. 2010 gegründet, hatte das Unternehmen aus Schalchen große Ziele. Mit der patentierten Eigentechnologie wollte man den Markt für Marinas und Häuser auf dem Wasser weltweit umkrempeln.

Schwimmende Objekte stabil halten

Geschäftsführer Michael Fuhrmann war bei einem Urlaub auf die Idee gekommen, eine bessere Stabilisierungsmethode für schwimmende Objekte wie Stege oder Häuser auf dem Wasser zu entwickeln. Zu sehr würden herkömmliche Methoden einem das Gefühl vermitteln, ständig auf einem Boot zu sein. Aus der patentierten Idee heraus entstand 2010 Dual Docker. Neben Fuhrmann gehören Andreas Sengthaler und Claudio Feistritzer zum Kernteam.

Dual-Docker-System am Brombachsee in Bayern (c) Dual Docker

Feistritzer war im November 2019 bei einem brutkasten-Live-Talk zu Gast. Dort sprach er vor allem von dem weltweiten Marktpotential des Produkts: In Österreich sei der Markt für schwimmende Objekte sehr klein, man fokussiere sich vor allem auf Skandinavien und Norddeutschland. Damals plante Dual Docker auch den Sprung auf den nordamerikanischen Markt. In den USA würden 40 Prozent aller Marinas weltweit liegen. Schon zu diesem Zeitpunkt exportierte das Unternehmen 99 Prozent seiner Produkte.

OÖ HightechFonds war Investor

Überall dort, wo es den Lifestyle-Wunsch gebe, am Wasser zu Leben, könne man wortwörtlich andocken. „Was gibt es Schöneres, als nicht nur am Ufer zu leben, sondern auf dem Wasser, aber mit dem Comfort von einem wirklichen Haus“, sagte Feistritzer damals. Die Anlegesysteme von Dual Docker konnten sowohl für Marina-Stege, als auch für ganze Häuser verwendet werden. Kund:innen waren vor allem Immobilienentwickler:innen, Architekt:innen oder Schwimmstegbauer:innen, nicht die Endkund:innen selbst. Für ein schwimmendes Haus bewegte sich der Preis für das Andocksystem bei rund 15.000 Euro.

Ein wichtiger Kapitalgeber für das Startup war der Oberösterreichische HightechFonds, der 50.000 Euro investierte. Dadurch konnte es sich Dual Docker leisten, bei Messen im Boots- und Immobilienbereich auszustellen, wo die Kernzielgruppe erreicht werden konnte. Der OÖ HightechFonds will vor allem die Region Oberösterreich stärken und dort Wertschöpfung erzielen.

Antrag auf Konkursverfahren

Die Pläne zur Eroberung des weltweiten Andock-Marktes dürften allerdings fehlgeschlagen sein. Wie der Kreditschutzverband KSV1870 vermeldet, brachte Dual Docker nun einen Antrag für ein Konkursverfahren ein. Detailinformationen zur Insolvenz, etwa zur Höhe der Passiva und zur Anzahl der Gläubiger:innen sind allerdings nicht öffentlich. Eine brutkasten-Anfrage um ein Statement blieb bislang unbeantwortet.*

*Disclaimer: Sofern eine Stellungnahme vom Unternehmen zu den Hintergründen erfolgt, wird diese hier ergänzt.

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fluctus, aws
© fluctus - Anna Kurpierz und Christian Sattlecker von fluctus.

Der Bedarf an Bandbreite und enormen Datenvolumina steigt rasant. Doch während der globale Ausbau der physischen Infrastruktur voranschreitet, hinkt die digitale Verwaltung oft hinterher. Gerade kleine Regionen und lokale Netzerrichter stünden vor großen Herausforderungen. Zudem arbeiten mittelständische und große Unternehmen häufig mit starren, unzureichenden Systemen, denen es an Flexibilität fehlt, so die Erfahrung des fluctus-Gründerduos Anna Kurpierz und Christian Sattlecker.

fluctus mit End-to-End

„Wir haben bei unseren Projekten festgestellt, dass der österreichische Ausbau oft große Lücken hinterlässt – kleinen Regionen und Netzbetreibern fehlt der Zugang zu zukunftsträchtigen Technologien“, sagt Kurpierz. Um diese Lücken zu schließen, hat das oberösterreichische Startup ein von Grund auf neues Management-System für „Open-Access-Netze“ entwickelt.

Dabei setzt fluctus auf ein „New-Generation Open-Access-Tool“, das den Datenaustausch zentralisiert abwickelt. Das System funktioniert als reine „Zero-Touch“-Anwendung.

„Wir sind derzeit die Einzigen, die am europäischen Open-Access-Markt eine komplett zentralisiert managebare End-to-End-Lösung (E2E) anbieten“, erklärt die Gründerin weiter. „Da sämtliche Marktbegleiter von den Kunden eine Implementierung der Logiken in deren Netz voraussetzen.“

Der entscheidende Vorteil für Kunden sei hierbei, dass im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten Netzbetreiber keine komplexen Logiken mehr selbst in ihr eigenes Netz implementieren müssten.

Wettbewerb steigern

„Ziel unseres Systems ist der Zugang zu einem offenen Netz für alle Breitbandteilnehmer“, so die Founderin weiter. „Einerseits wird damit der Wettbewerb unter den ‚Internet Service Providern‘ gesteigert und verbraucherseitig entsteht zudem ein Nutzen aus qualitativ hochwertigen Produkten, ein großer Pool aus Anbietern und Produkten sowie niedrigere Preise. Durch die Entstehung eines Polypols auf der Angebotsseite und den daraus entstehenden größeren Markt ergeben sich intensivere Preis- und Qualitätswettbewerbe.“

Zudem würden offene Netze einen fairen Zugang für alle Anbieter ermöglichen und an jedem Anschluss einheitliche Prozesse sowie technische Mindeststandards garantieren.

„Unser Produkt ist im Wesentlichen ein System für den Glasfaserausbau und -betrieb, welches als zero-touch Anwendung realisiert wird. Durch das ‚New-Generation Open Access Tool‘, welches den Datenaustausch zentralisiert abwickelt, kann eine vergleichbare Angebotslandschaft wie im Mobilfunk geschaffen werden – neben bestehenden Internet-Providern werden auch neue Anbieter im selben Netz entstehen“, erklärt Kurpierz. „Dies führt zu größerer Angebotsvielfalt, wettbewerbsfähigen Preisen und einer höheren Anschlussquote. Es entstehen somit auch neue Möglichkeiten für Discounter, Energy-Drink-Giganten bis hin zur kleinen IT-Firma, im Netz anzubieten.“

Zielgruppen von fluctus

Die Kernzielgruppe von fluctus umfasst Netzbesitzer (wie regionale Infrastrukturbetreiber) sowie große Technologieunternehmen. Ein typischer Use-Case ist der Zusammenschluss bislang getrennt strukturierter Regionen. Durch die Zentralisierung von Netz- und Betriebsprozessen sollen bestehende Infrastrukturen effizienter genutzt und neue Internet-Service-Provider nahtlos integriert werden.

Monetarisiert wird die Technologie über Dienstleistungs- und Wartungsverträge. Nach dem Prinzip „Grow with your business“ bietet fluctus drei flexible Modelle an, die ein E2E-Deployment und den laufenden Betrieb über das hauseigene OSS/BSS-Management-System umfassen. Die Preisgestaltung ist nach Unternehmensgröße gestaffelt. Zusätzlich wird pro Projekt beziehungsweise pro „Point of Presence“ (POP) eine Projektpauschale verrechnet, die sich nach der Größe des Projekts richtet.

Hürden überwunden

Die Entwicklung einer derart tiefgreifenden Technologie ist kapital- und ressourcenintensiv. Das Gründerteam stand beim Aufbau vor massiven Hürden, wie Kurpierz erklärt: „Die Entwicklung und Herstellung unseres Produktes hat hohe Investitionen, sogenannte CAPEX, erzeugt und unzählige Tests erfordert. Erschwerend kommt hinzu, dass es am Markt wenig ausgebildetes Personal in diesem Bereich gibt – die interne Weiterbildung in dieser Nische ist enorm zeitintensiv und führt daher zu höheren Kosten.“

© fluctus – Das fluctus-Team.

Einen entscheidenden Durchbruch hierbei brachte aws Seedfinancing – Deep Tech. Die Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) trug maßgeblich zur Marktreife der Technologie bei, wie die Gründerin erklärt. Zudem konnte das Startup das aws-Netzwerk nutzen, um strategisch wertvolle Kontakte zu knüpfen.

Mit einer fertigen Technologie im Rücken sind die nächsten Meilensteine klar definiert. In den kommenden Jahren möchte sich fluctus als etablierte Größe im DACH-Raum positionieren. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Erschließung weiterer internationaler Märkte voran.


Disclaimer: Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt

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