Dream wird Unicorn: Sebastian-Kurz-Startup holt 100 Mio. US-Dollar
Das von Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz mitgegründete israelische Cyber-Security-Startup Dream erreicht keine drei Jahre nach der Gründung die Milliardenbewertung.
Zum Start 2022 holte es sich 20 Millionen US-Dollar Investment, Ende 2023 verkündete man eine 34-Millionen-Kapitalrunde (brutkasten berichtete). Nun wird das vom österreichischen Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz gemeinsam mit Shalev Hulio, Ex-CEO der Spionagefirma NSO, gegründete israelische Cyber-Security-Startup Dream durch eine 100-Millionen-Dollar-Runde zum Unicorn.
Firmenbewertung von Dream nun bei 1,1 Mrd. US-Dollar
Angeführt wird die aktuelle Kapitalrunde vom US-Investor Bain Capital. Die Firmenbewertung steige dabei auf 1,1 Milliarden US-Dollar, heißt es in einer Aussendung. Das frische Kapital soll in die Expansion – vor allem nach Südamerika und in die USA – fließen.
Zuletzt 125 Mio. US-Dollar Umsatz
Im vergangenen Dezember hatte Kurz via LinkedIn unter anderem mitgeteilt, dass Dream zuletzt auf 125 Millionen US-Dollar Umsatz angewachsen ist, wie brutkasten berichtete. Das Unternehmen beschäftigt rund 150 Mitarbeiter:innen und hat Kunden in Europa, Nahost und Südostasien.
Staaten und Industrieunternehmen als Kunden
Diese Kunden sind Industrieunternehmen und ganze Staaten, deren kritische Infrastruktur Dream mit seiner AI-basierten Lösung schützen will. Das „Cyber Language Model“ analysiere Bedrohungen in Echtzeit, erkenne potenzielle Sicherheitsrisiken und könne Cyberangriffe frühzeitig identifizieren und abwenden, heißt es vom Unternehmen.
„Viele Staaten stehen vor der Herausforderung, sich gegen eine immer größere Anzahl an immer komplexer werdenden Angriffen zu verteidigen, während ihre eigenen Systeme oft veraltet und unzureichend geschützt sind. Genau hier setzen wir mit Dream an: Wir entwickeln Lösungen auf Basis künstlicher Intelligenz, trainiert von den besten Hackern der Welt, die derartige Angriffe nicht nur frühzeitig erkennen können, sondern auch verhindern“, kommentiert Sebastian Kurz.
ESA-Phi-Lab Austria: Förderungen mit 9,6 Millionen Euro bis 2031 gesichert
Das Land Niederösterreich und die ESA (über den Bund) stellen weitere Förderungen bis 2031 sicher. Raumfahrtechnologie soll künftig schneller in die industrielle Produktion kommen. Für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner stehen dabei die Unabhängigkeit von den USA und Asien und die Wertschöpfung des Standorts im Fokus.
ESA-Phi-Lab Austria: Förderungen mit 9,6 Millionen Euro bis 2031 gesichert
Das Land Niederösterreich und die ESA (über den Bund) stellen weitere Förderungen bis 2031 sicher. Raumfahrtechnologie soll künftig schneller in die industrielle Produktion kommen. Für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner stehen dabei die Unabhängigkeit von den USA und Asien und die Wertschöpfung des Standorts im Fokus.
Die Zukunft des ESA-Phi-Lab Austria ist bis 2031 sicher. Das Land Niederösterreich und die ESA (über den Bund) finanzieren den Space Hub in Schwechat mit 4,4 bzw. 5,2 Millionen Euro, wie bei den Austrian Space Days bekanntgegeben wurde. Somit können weitere Unternehmen gefördert werden. Ziel für die Förderperiode ab 2028 ist, neuartige Raumfahrttechnologien schneller vom Prototyp in die industrielle Produktion zu bringen.
Unabhängigkeit und Wertschöpfung
Aufgrund der geopolitischen Lage sei es zentral, mit der „Konkurrenz aus den USA und Asien mithalten zu können“, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Sie präzisiert: „Wenn wir die Schlüsseltechnologien nicht in der Hand haben, dann steigt unsere Abhängigkeit sowohl politisch, aber vor allem auch wirtschaftlich. Was das heißt, haben wir in den letzten Jahren hautnah zu spüren bekommen.“
Außerdem sieht sie eine Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich: „Wir erwarten uns neue Jobs, neue Unternehmen und dadurch auch neue Wertschöpfung, aber vor allem auch Wohlstand in der Zukunft.“ Während andere Branchen laut Mikl-Leitner wegen der wirtschaftlichen Lage verloren gingen, habe die Raumfahrt Potential. „Es gibt in der Raumfahrt ein Wachstum von zehn Prozent pro Jahr. Raumfahrttechnologie und auch Bahntechnologie sind die am schnellsten wachsenden Bereiche weltweit und da wollen wir natürlich auch mit dabei sein.“
LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont: „Die Verlängerung des ESA-Phi-Lab ist wichtig, um zu zeigen, dass wir auch in angespannten Budgetzeiten in Zukunftstechnologien investieren.“
Vier Ausschreibungen, mehr als 150 Einreichungen
Seit seiner Einführung im Jahr 2024 gab es vier Ausschreibungsrunden, in denen insgesamt über 150 Projekte eingereicht wurden. Einreichungen seien weiterhin laufend möglich. Die Förderung betrage zwischen 200.000 und 500.000 Euro die Projekte würden 12 bis 24 Monate begleitet werden. Der Schwerpunkt liege auf Upstream-Technologien, also der Hard- und Software für Satelliten und Raumfahrzeuge und ihren Betrieb. Das Programm verbindet die Finanzierung mit Unterstützung u. a. bei Geschäftsmodellen, Marktanalyse und Skalierung.
Im ESA Phi-Lab Austria werden aktuell 13 Projekte umgesetzt. Dabei sind Firmen wie Peak Technology, R-Space oder auch Gate Space beteiligt. Letztere designte einen Satelliten, der im Februar nächsten Jahres von SpaceX in den Orbit geschossen werden soll. Der Beaconsat ist Österreichs erster Militärsatellit und soll Angriffe auf Navigationssignale sichtbar machen.
Im Sommer dieses Jahres wurde die Space Factory, eine Infrastruktur für Prototyping und Tests, gegründet (brutkasten berichtete). Nun folgt der Ausbau des Space Hubs, um Platz für mehr Firmen zu schaffen. Aktuell sind dort zehn Unternehmen tätig. „Als österreichischer Generaldirektor bin ich wirklich sehr beeindruckt, wie dynamisch die Szene hier ist, wie schnell sich das aufbaut und wie vorwärtsschauend die Region Niederösterreich, aber Österreich insgesamt ist. Die Industrie ist aufgewacht und sehr aktiv. Das rennt jetzt“, sagt ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher.
Space Region Lower Austria
In Niederösterreich möchte man „Raumfahrt weiterdenken“ und arbeitet daher an der Initiative „Space Region Lower Austria“. Von Seibersdorf über Wiener Neustadt bis zum Flughafen Wien-Schwechat sollen Forschungseinrichtungen und Unternehmen besser vernetzt werden und unter einer Dachmarke auftreten. „Wir stehen für Raumfahrttechnologie, wir wollen im internationalen Wettbewerb auch mitspielen können. Wir wollen uns von den USA und letztendlich auch von Asien abheben können“, sagt Mikl-Leitner.
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