22.02.2021

DPD: Fehlende Zustellversuche laut RTR „struktureller Mangel“

Die Beschwerden, wonach Boten des Paketdiensts DPD gar nicht versuchen, Pakete zuzustellen, häuften sich zuletzt extrem. Die Regulierungsbehörde RTR weitete ein laufendes Aufsichtsverfahren dazu nun aus.
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Vermisst: Dass DPD-Zusteller gar nicht versuchen, Pakete abzuliefern, dürfte System haben
Vermisst: Dass DPD-Zusteller gar nicht versuchen, Pakete abzuliefern, dürfte System haben (c) Adobe Stock - Tupungato

Noch bis vor kurzem war Österreich im harten Lockdown. Hunderttausende Menschen befanden sich unfreiwillig fast ununterbrochen zuhause. Da verwunderte es einige, dass sie nach einem ganzen Tag zuhause eine Benachrichtigung des Paketdienstleisters DPD bekamen, dass ein Zustellversuch nicht erfolgreich gewesen sei und das Paket in einem Paketshop abzuholen ist.

Beschwerden darüber häuften sich nicht nur in sozialen Medien und auf den Social Media-Seiten von DPD. Auch bei der zuständigen Rundfunk- und Telekom-Regulierungsbehörde RTR sowie bei der Arbeiterkammer gingen zuletzt außergewöhnlich viele davon ein, wie das ORF-Konsumentenmagazin Help berichtet. Statt üblicherweise rund 200 Beschwerden im Jahr seien es etwa 2000 innnerhalb eines Wochenendes gewesen, sagt dort RTR-Jurist Wolfgang Feiel.

Fehlende Zustellversuche: RTR weitete Verfahren gegen DPD aus

Schon vor einer Woche hatte die RTR ein Aufsichtsverfahren dazu eingeleitet. Dieses wurde nun ausgeweitet, denn, so Feiel gegenüber Help: „Aufgrund der Vorkommnisse meinen wir, dass offenbar strukturelle Zustellmängel vorliegen – ohne dem Verfahren vorgreifen zu wollen“. In anderen Worten: Die fehlenden Zustellversuche dürften nicht an einzelnen Paketboten liegen, sondern System haben.

Untermauert wird diese These durch eine von Help zitierte Nachricht von DPD an einen Kunden, der Anfang Februar per Video festgehalten hatte, dass kein Bote vor Ort war: „Aufgrund des momentan besonders starken Paketaufkommens, sind wir gezwungen ausgewählte Pakete direkt bei einem unserer Pickup Paketshop-Partner in Ihrer Nähe zuzustellen“. Eine Neuzustellung sei „aufgrund der angespannten Situation“ leider nicht möglich.

DPD nahm gegenüber der Konsumentensendung nur allgemein Stellung – ebenfalls mit Verweis auf das hohe Paketaufkommen. Zudem kündigte das Unternehmen an, jeder einzelnen Beschwerde nachzugehen, „sobald alle Fälle im Detail bekannt sind“.

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Lukas Enzersdorfer-Konrad, CEO von Bitpanda (c) Bitpanda
Lukas Enzersdorfer-Konrad, CEO von Bitpanda. (c) Bitpanda

Bitpanda gab heute bekannt, dass CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad im ersten Quartal 2027 zurücktreten wird. Bis zu seinem Ausscheiden bleibt er CEO und wird das Unternehmen weiterhin leiten. Danach wechselt er zur Erste Group, wie CEO Peter Bosek per LinkedIn-Post bekannt gibt. Der Bitpanda-Verwaltungsrat hat laut Aussendung eine strukturierte Suche nach Enzersdorfer-Konrads Nachfolge eingeleitet, bei der sowohl interne als auch externe Kandidaten berücksichtigt werden.

Bitpanda: Trummer als Co-CEO

Als Co-Founder und Chief Scientist bringt Christian Trummer Erfahrung in der Entwicklung der Plattform und Technologie ein, die Bitpandas Strategie zugrunde liegen. Er soll den Fokus auf Produktqualität zusätzlich schärfen, während Bitpanda die Weiterentwicklung des Multi-Asset-Angebots über Krypto, Aktien, ETFs und Edelmetalle hinweg und den Ausbau seiner Infrastruktur für Finanzinstitute vorantreiben möchte, wie es per Aussendung heißt.

Eric Demuth, Executive Chairman und Präsident des Verwaltungsrats von Bitpanda zu den Vorgängen: „Lukas hat entscheidend dazu beigetragen, Bitpanda breiter aufzustellen und ein starkes Fundament für die Zukunft zu schaffen, und ich danke ihm für sein Engagement. Mit Christian als Co-CEO starten wir aus einer starken Ausgangsposition in die nächste Wachstumsphase und konzentrieren uns noch intensiver auf das, was uns zur bevorzugten Plattform für Millionen von Nutzern in Europa und zu einem verlässlichen Partner für Finanzinstitute weltweit macht.“

Enzersdorfer-Konrad zur Erste Group

Enzersdorfer-Konrad kommentiert wie folgt: „Meine Entscheidung, nächstes Jahr zurückzutreten, ist mir nicht leichtgefallen. Ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam aufgebaut haben, und werde Bitpanda bis zu meinem Ausscheiden weiterhin mit vollem Einsatz führen. Ich freue mich darauf, unsere Strategie gemeinsam mit Christian und unseren Teams voranzutreiben.“

Bei seiner neuen Rolle bei der Erste Group wird er konzernweit die Verantwortung dafür übernehmen, eine integrierte Strategie für Asset Management und digitales Investieren in den acht Kernmärkten der Erste Group und für deren 23 Millionen Kunden voranzutreiben, heißt es per offiziellem Statement.

„Vom Sparen zum Investieren“

„Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, Lukas für die Erste Group zu gewinnen. Er verkörpert den Pioniergeist und bringt umfassende Expertise darin mit, das Investieren einfacher und zugänglicher zu machen – ein entscheidender Faktor, um die nächste Generation von Anlegerinnen und Anlegern zu erreichen“, sagt Peter Bosek. „Junge Menschen beginnen früher und investieren aktiver als frühere Generationen. Ein Grund dafür ist das wachsende Bewusstsein dafür, dass sie ihre finanzielle Zukunft selbst absichern müssen. Da sich ihre Erwartungen laufend weiterentwickeln, muss auch unser Angebot mit ihnen wachsen. Lukas wird eine zentrale Rolle dabei spielen, unser Angebot in all unseren Märkten intuitiv und attraktiv zu gestalten und mehr Menschen in Mitteleuropa dabei zu unterstützen, den Schritt vom Sparen zum Investieren zu machen.“

„Lukas Enzersdorfer-Konrad hat in den vergangenen acht Jahren aus erster Hand erlebt, wie schnell sich die Erwartungen der Menschen an das Investieren verändern können, wenn man es einfach, transparent und zugänglich gestaltet“, so Bosek weiter: „Die Erste Group verfügt über etwas, das nur wenige Institutionen in diesem Bereich bieten können: direkte und vertrauensvolle Beziehungen zu 23 Millionen Kunden sowie mit George über eine der meistgenutzten Banking-Plattformen Europas.“

Das sagt Bitpandas CO-CEO

Christian Trummer, nun CO-CEO, kommentiert gegenüber brutkasten: „Vor zwölf Jahren haben wir Bitpanda mit einer einfachen Überzeugung gegründet: Investieren soll einfacher und zugänglicher sein. Ich freu mich diese Rolle zu übernehmen und werde noch mehr Fokus auf unsere Produktqualität legen. Wir müssen eine Multi-Asset-Plattform sein, die jeder liebt.“

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