Distillery Krauss: Fast halbe Million Euro Crowdfunding für heimischen Gin
Das steirische Familienunternehmen "Distillery Krauss" konnte über die heimische Crowdfunding-Plattform Lion Rocket 471.500 Euro einsammeln. Das Kapital soll für den Markteintritt in Amerika und Asien genutzt werden.
„Essen und Trinken“ machen laut den aktuellen Zahlen von CrowdCircus am heimischen Crowdinvesting-Markt einen Anteil von 8,5 Prozent aus – der brutkaten berichtete.
Ein Investitionsprojekt in diesem Segment das besonders hervorsticht, wurde letztes Jahr von der steirischen Distillery Krauss rund um die Gründer Carmen und Werner Krauss gelauncht.
Mit einer Kampagne, die über die heimische Crowdfunding-Plattform Lion Rocket abgewickelt wurde, konnte das Familienunternehmen 471.500 Euro an Kapital aufstellen. Das Kapital soll der künftigen Expansion von Spirituosen und der Internationalisierung dienen. Insgesamt haben sich 334 Investoren beteiligt.
Im Fokus der Familie stehen die Zukunftsmärkte „Asien“ und „Amerika“. „Vor allem im asiatischen Raum wird der Spirituosenmarkt in den kommenden Jahren massiv wachsen. Dabei werden Edelbrände und andere hochwertige, individuelle Spirituosen – insbesondere Gin – eine wichtige Rolle spielen“, so Carmen Krauss.
In Asien sind China und Japan die ersten Ziele. In Amerika möchte sich die Familie zunächst in Brasilien und den USA mit exklusiven Craft-Spirituosen etablieren. „Wir sind bereits dabei, den Eintritt in diese Märkte vorzubereiten. Die Verhandlungen mit möglichen Partnern verlaufen sehr vielversprechend“, so Krauss.
Die Gründer Carmen und Werner Krauss | (c) Krauss Distillery
Neue Produktionshalle
Damit die Expansion auch technisch umsetzbar ist, haben Carmen und Werner Krauss bereits in der Vergangenheit ordentlich Kapital in die Hand genommen. Ende 2017 starteten sie mit einem Neubau ihrer Betriebsstätte in St. Martin im steirischen Sulmtal.
Die Nutzfläche beträgt 1400 m². Insgesamt verfügt die Brennerei über vier Brennblasen, wovon zwei für die Produktion von Gin und zwei für den Rest der Produktpalette an Spirituosen vorgesehen sind.
Die Anlage verfügt über eine Produktionskapazität von 750.000 Flaschen Gin pro Jahr und erfüllt somit die nötigen Voraussetzungen für die angestrebte Internationalisierung des Unternehmens.
(c) Distillery Krauss
Marketing & Vertrieb
Die 471.500 Euro von der Crowd sollen vor allem zur Beschaffung von Rohstoffen, weiteren Anlagen, Flaschen und Fässern verwendet werden. Letztere werden zur Herstellung und Lagerung von Whiskey, Rum und Applebrandy benötigt.
Zudem soll auch Geld in Marketing & Vertrieb fließen. In Bezug auf den Bekanntheitsgrad wurden bereits wichtige Milestones erreicht. So wurde das Unternehmen beispielsweise bei den World Spirits Awards in San Francisco prämiert. Mit der Auszeichnung „Gin of the Year“ bei den China Wine & Spirits Awards erzielte die Distillery Krauss unter anderem auch schon einen Erfolg in Asien.
25 Jahre Riz up Genius Ideen- und Gründerpreis: Das sind die Sieger:innen des Jubiläumsjahrgangs
Der Riz up Genius Ideen- und Gründerpreis wurde zum 25. Mal vergeben. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner brachte bei der Verleihung einen "Tag der Fehlerkultur" nach finnischem Vorbild ins Spiel.
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25 Jahre Riz up Genius: Niederösterreichs Gründeragentur riz up hat am Montagabend im Congress Center Baden das Jubiläum ihres Ideen- und Gründerpreises gefeiert, brutkasten war vor Ort. Heuer wurden über 230 Geschäftsideen eingereicht, so viele wie nie zuvor, von der Bahnstrom-Versorgung bis zur „Smartwatch“ für Pferde. In den vier Kategorien innovativ genial, regional genial, digital genial und ökologisch genial waren jeweils sieben Projekte für das Finale nominiert. Die bestplatzierten Ideen erhielten zwischen 2.000 und 6.000 Euro Preisgeld, gesponsert von Industriellenvereinigung Niederösterreich, ecoplus, Niederösterreichs Wirtschaftsagentur, Wirtschaftskammer Niederösterreich, Raiffeisen Niederösterreich-Wien, Land Niederösterreich, Flughafen Wien, EVN, Novomatic, Wiener Städtische, accent, dem RIZ Förderverein Süd sowie riz up selbst.
„25 Jahre Riz up Genius-Preis, einfach eine Sensation, wo viele Erfolgsgeschichten bereits geschrieben worden sind und wo wir jetzt neue Erfolgsgeschichten schreiben“, so Mikl-Leitner im Rahmen der Preisverleihung. „Und ich bin unglaublich stolz auf so viel Innovationsgeist.“
Die Gewinner
Kategorie: innovativ genial
In der Kategorie innovativ genial ging der erste Platz an Cybershell Technologies aus Mödling. Das von Mario Curvelo Carvalho eingereichte Projekt ist eine modulare physische Safety-Architektur für industrielle humanoide Roboter. Während Plattformhersteller KI und Antrieb optimieren, setzt Cybershell bei mechanischer Robustheit, CE-Operationalisierung und Versicherbarkeit an und will so eine standardisierbare Schutzschicht für den europäischen Markt schaffen (5.000 Euro, Industriellenvereinigung Niederösterreich).
Platz zwei belegte ein Team aus Neunkirchen um Gerald Höllinger, Alexandra Bernegger und Sebastian Nowak, das BNCT-Anlagen zur Krebstherapie entwickeln will. Ein Linearbeschleuniger ersetzt dabei den Kernreaktor, die Behandlungszeiten sollen unter zehn Minuten liegen (4.000 Euro, Wiener Städtische). Den dritten Platz holte sich EquiShape aus Baden (Janine Rybin), eine Art „Smartwatch für Pferde“: Sensor-Gamaschen, eine App mit Dashboards und ein KI-Trainingsassistent sollen das Training fairer, gesünder und transparenter machen (2.000 Euro, riz up).
In der Kategorie regional genial gewann die Norphluchs GmbH aus Mödling mit ihrer Plattform für DSGVO-konforme Backgroundchecks. Das Unternehmen von Stephanie und Christoph Böhm bündelt Personenrecherchen aus offenen Quellen und offiziellen Registern für HR- und Sicherheitsabteilungen. Dafür gab es 6.000 Euro von der Wirtschaftskammer Niederösterreich.
Platz zwei ging an die electrify smart energy GmbH aus Mistelbach (Dominik Kohl), die auf KI-gesteuerte Schwarmspeicher für die Energiewende setzt (4.000 Euro, EVN). Den dritten Platz teilen sich zwei Projekte. neuSTADTPILZE aus Wiener Neustadt (Joachim Hintenberger) lässt Frischpilze in einem vormals leerstehenden Kellergewölbe aus dem Mittelalter wachsen, ohne Befeuchtung und Klimatisierung. MoveOn aus Wiener Neustadt Land (Carina Polly, Dominik Lerch, Laurin Levai) bietet Eltern von Kindern und Jugendlichen, die vom Schulbesuch befreit oder dauerhaft krankgeschrieben sind, mobilen Unterricht zu Hause, psychosoziale Begleitung und die Koordination von Hilfskräften. Ziel ist, Schulabbrüche zu vermeiden. Beide erhielten je 2.000 Euro vom RIZ Förderverein Süd.
In der Kategorie digital genial siegte die METUSAN FUTURE GmbH aus Mistelbach (Michael Fischer, Sascha Hassa, Günther Unger) mit WOLTRONIC SNM. Das Sensor-Netzwerkmodul überwacht die Bahnstromversorgung und zentrale Teile der Bahninfrastruktur in Echtzeit, Störungen sollen sich damit punktgenau erkennen lassen (6.000 Euro, ecoplus).
Zwei Projekte landeten auf Platz zwei: Legal Rankings AI von Law Business aus St. Pölten (Alexander und Sophie Dillinger) automatisiert die aufwendigen Einreichungen von Anwaltskanzleien bei Kanzlei-Rankings. Laut den Einreicher:innen sind 98 Prozent der Kanzleien weltweit bisher nicht gerankt (4.000 Euro, accent). Die Soxware Interactive GmbH aus Amstetten (Peter Soxberger) entwickelt eine schweißbeständige VR-Brille für den professionellen Dauerbetrieb, die Mehrspieler-Tracking auf bis zu 1.200 Quadratmetern Spielfläche ermöglichen soll (4.000 Euro, Novomatic).
In der Kategorie ökologisch genial wurden gleich zwei Projekte mit einem ersten Platz und je 6.000 Euro ausgezeichnet. Roadeye von Christoph Pasching aus Melk ist nach eigenen Angaben der weltweit erste serienreife, patentierte Straßenleitpflock, der als energieautarker, KI-gestützter Sensor Straßen- und Umweltzustände erfasst und die Daten in Echtzeit nutzbar macht. Der Sensor ersetzt die schwarze Kappe auf den bestehenden weißen Leitpflöcken und lässt sich per Plug and Play nachrüsten (Sponsor: Land Niederösterreich).
Die Zellhofer Engineering GmbH aus Gänserndorf (Sebastian und Tobias Zellhofer) gewann mit Solarpellet, einer mobilen, automatisierten Anlage, die überschüssigen Photovoltaik-Strom vor Ort in Holzpellets umwandelt und Solarenergie damit biologisch speichert (Sponsor: Raiffeisen).
Platz zwei ging an die IceEx GmbH aus Amstetten (Johannes Üblacker) mit einer mobilen Solemischanlage für den Winterdienst, mit der sich Salzsole mit einem Gefrierpunkt von minus 19 Grad herstellen lässt (4.000 Euro, Flughafen Wien).
Mikl-Leitner: „Ab heute arbeiten wir am Tag der Fehlerkultur“
Auf die Frage, was die Entbürokratisierung konkret für Gründer:innen bedeutet, antwortet die Landeshauptfrau gegenüber brutkasten zunächst grundsätzlich: „Gerade in so herausfordernden Zeiten sollten wir daran denken, was uns stark gemacht hat in diesem Land. Und das ist eben Leistung, vor allem auch Eigenverantwortung und Hausverstand.“ Gepaart mit Innovationsgeist und dem Abbau von Regulatorik bringe das Niederösterreich weiter. Man habe im Rahmen der groß angelegten Verwaltungsreform bereits jedes sechste Landesgesetz entbürokratisiert und vor allem die Bauordnung vereinfacht. „Das heißt, Bauen und Sanieren wird effizienter und vor allem auch billiger“, so Mikl-Leitner. Mit der neuen Initiative Taskforce Wirtschaft soll es zudem eine eigene Plattform geben: „Unternehmerinnen und Unternehmer, wenn sie mit Bürokratie ein Problem haben, als auch mit Genehmigungen, dann ist dort die richtige Stelle, um eben komplexe Dinge auch ordentlich und anständig bearbeiten zu können.“
Bei der Verleihung hatte Mikl-Leitner zudem die Idee eines „Tag der Fehlerkultur“ ins Spiel gebracht. In Finnland werde ein solcher Tag groß gefeiert, sagt sie gegenüber brutkasten. „Aus Fehlern kann man lernen. Fehler sind nicht zu verurteilen.“ Vielmehr solle man sie als Motivation für den Weg nach vorne nehmen. Wenn es nach ihr geht, soll der Tag schon 2027 starten: „Das heißt, ab heute arbeiten wir am Tag der Fehlerkultur.“
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Distillery Krauss: Fast halbe Million Euro Crowdfunding für heimischen Gin
„Essen und Trinken“ haben laut den aktuellen Zahlen von CrowdCircus am heimischen Crowdinvesting-Markt einen Anteil von 8,5 Prozent.
Ein Investitionsprojekt in diesem Segment das besonders hervorsticht, wurde letztes Jahr von der steirischen Distillery Krauss rund um die Gründer Carmen und Werner Krauss gelauncht.
Im Fokus der Familie stehen die Zukunftsmärkte in Asien und Amerika.
In Asien sind zunächst China und Japan die ersten Ziele, in Amerika möchte sich Krauss zunächst in Brasilien und den USA mit exklusiven Craft-Spirituosen etablieren.
Crowdinvesting: EUR 471.500,- für Expansion Mit einer jährlichen Produktionskapazität von 750.000 Flaschen Gin und der Kapazität, vier Mio. Flaschen Spirituosen abzufüllen, erfüllt das moderne Produktionsgebäude in St. Martin im Sulmtal die Voraussetzungen zur Internationalisierung.
Letztere werden zur Herstellung und Lagerung von Whiskey, Rum und Applebrandy benötigt, die künftig zur weiteren Expansion des Unternehmens beitragen werden.
AI Kontextualisierung
Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
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