07.02.2023

UK will digitales Pfund einführen – die Auswirkung könnte massiv sein

In ein paar Jahren könnte im Vereinigten Königreich die digitale Version der Währung Pfund eingeführt werden. Das würde eine entscheidende Möglichkeit mit sich bringen.
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Digitales Pfund soll noch dieses Jahrzehnt kommen
(c) Philip Veater via Unsplash

Was ist der größte Unterschied zwischen Bar-Zahlung und Karten-, Smartphone- oder Smartwatch-Zahlung? Vielen kommt jetzt wohl der Komfort in den Sinn. Für einen gewissen Anteil der Menschen ist es aber etwas anderes: Für die erstgenannte Zahlungsmethode braucht man kein Bankkonto. Dieses Faktum macht Bargeld nicht nur beliebt für Transaktionen, die unbemerkt bleiben sollen, sondern macht es auch zur Notwendigkeit für Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen kein Konto führen können.

Kein Bankkonto – viele (Zahlungs-)Möglichkeiten weniger

Doch damit können Menschen ohne Konto nicht nur zahlreiche Produkte und Dienstleistungen nicht oder nur schwer beziehen (etwa Elektrizität), sondern müssen auch Produkte wie Paysafe (die nicht überall akzeptiert werden) in Anspruch nehmen, um nicht von den weitreichenden Möglichkeiten digitaler Zahlungsmethoden – vor allem im E-Commerce – abgeschnitten zu sein. Nicht umsonst entstanden Bitcoin und andere Kryptowährungen mit der Idee, jenen Menschen eine Art Konto zu geben, die für klassische Banken nicht als Kund:innen infrage kommen („bank the unbanked“). Weltweit trifft das noch immer fast auf ein Viertel der Menschen zu.

Digitales Pfund auf der Smartphone-Wallet

Doch in gar nicht ferner Zukunft könnten ausgerechnet Notenbanken dieses Problem endgültig lösen. Nämlich mit digitalen Versionen ihrer Währungen. Ein digitaler Euro ist schon länger im Gespräch, aber noch nicht spruchreif. Im Vereinigten Königreich wurde nun das digitale Pfund für „frühestens in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts“ angekündigt. „Bargeld wird es weiterhin geben“, stellte Finanzminister Jeremy Hunt dazu klar. „Ein digitales Pfund, herausgegeben und gesichert von der Bank of England, könnte eine neue Bezahlmethode sein, die vertrauenswürdig, zugänglich und einfach zu verwenden ist“. Dieses würde über die Wallet-Funktion eines Smartphones oder über eine Smartcard genutzt werden. Es diene rein als Zahlmittel, Zinsen würden nicht gezahlt.

Banken sehen digitalen Euro positiv, aber wollen beteiligt sein

Das legt eine Erwartung nahe: Von den Notenbanken herausgegebene digitale Währungen könnten zukünftig eine sehr große Bandbreite an Transaktionen (bis hin zu Gehaltsüberweisungen) ohne Bankkonto ermöglichen und den Finanzbereich im Endkund:innen-Segment damit massiv beeinflussen. Die Verbraucherbanken, die das in besonderem Maße betreffen würde, stehen digitalen Währungen dennoch eher positiv gegenüber. Erst gestern etwa veröffentlichte der Bundesverband deutscher Banken ein Positionspapier zum digitalen Euro, in dem es heißt: „Als komfortables und risikofreies digitales Zahlungsmittel könnte er in europaweit nutzbare privatwirtschaftliche Zahlverfahren eingebettet werden“. Digitale Währungen könnten nämlich auch die Vorgänge von Banken erheblich erleichtern – diese fordern aber natürlich, stark einbezogen zu werden.

Diese möglichen Vorteile auf mehreren Seiten dürften einige ausgewiesene Kritiker:innen digitaler Währungen übrigens nicht umstimmen. Sie befürchten nämlich, dass diese zukünftig zum Instrument staatlicher Überwachung werden.

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Easelink
© Luxshare - (v.l.) Hermann Stockinger, Gründer & CEO Easelink und Harvey Yuan, General Manager Luxshare.

2022 schloss das Grazer Startup Easelink eine 8,3 Millionen Euro schwere Series-A-Finanzierungsrunde ab, der im Oktober 2024 ein 1,5 Mio. Euro-Investment von Verbund X Ventures folgte. Im November 2025 gründete man die Matrix Charging Interest Group (MCIG), eine Branchenkooperation zur Standardisierung der „Matrix Charging Technologie“, die vom österreichischen High-Tech-Unternehmen entwickelt wurde. Dem folgte heuer eine Kooperation mit SEG Automotive – brutkasten berichtete. Nun hat man in China den ersten Technologie-Lizenzpartner gewinnen können.

China gilt als der weltweit größte Markt für Elektromobilität und war für Easelink schon immer von zentraler strategischer Bedeutung – siehe 2018. Für die Industrialisierung und Bereitstellung von Matrix Charging verlangen die spezifischen Anforderungen des chinesischen Automobilmarkts einen Local-for-Local-Ansatz. „Mit Luxshare gewinnt Easelink einen dedizierten Lizenznehmer für China – ein weiterer Schritt in der Strategie, in allen wichtigen Automobilmärkten Lizenz- und Industrialisierungspartner für Matrix Charging aufzubauen“, liest man in der Aussendung. Die Partnerschaft hat bereits zu konkreten Marktaktivitäten geführt: Beide Unternehmen arbeiten an ersten OEM-Projekten (Original Equipment Manufacturer), um die Technologie in künftige Fahrzeugplattformen zu integrieren.

„Wir sehen großes Potenzial in unserer Zusammenarbeit mit Easelink, die es uns ermöglicht, neue Kundensegmente im Bereich der automatisierten Abrechnung zu erschließen. Darüber hinaus sind wir uns der entscheidenden Rolle bewusst, die die Standardisierung neuer Schnittstellen spielt, und setzen uns daher in der ‚Matrix Charging Interest Group‘ für die entsprechenden Standardisierungsbemühungen ein, um Interoperabilität und eine breite Marktakzeptanz sicherzustellen“, sagt Harvey Yuan, General Manager von Luxshare.

„Wachsende Präsenz in China“

Die Zusammenarbeit baut auf Luxshares Erfahrung auf, gemeinsam mit führenden internationalen Technologieunternehmen Produkte zu industrialisieren und „in großem Maßstab“ zu fertigen. Gleichzeitig wird Easelink sein lokales Team in China weiter ausbauen, um die technische und projektbezogene Zusammenarbeit mit Luxshare und chinesischen OEMs eng zu begleiten.

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit einem global so bedeutenden Unternehmen wie Luxshare – einem komplementären Partner mit starkem Engineering-Know-how“, sagt Hermann Stockinger, Gründer & CEO Easelink. „Gemeinsam konzentrieren wir uns darauf, Kunden in China vor Ort zu betreuen und Matrix Charging in bestehende Wertschöpfungsketten der Automobilindustrie zu integrieren. Diese Partnerschaft ist ein wichtiger Meilenstein für unsere wachsende Präsenz in China und ein zentraler Baustein unserer Mission, den globalen Industriestandard für automatisiertes Laden zu setzen.“

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