10.03.2022

Digitale GmbH-Gründung: „Meine ersten Gründer musste ich dazu überreden“

Nina Ofner war vor einigen Jahren eine der ersten Notar:innen in Österreich, die eine digitale GmbH-Gründung durchführten. Dem brutkasten erzählte sie über ihre Erfahrungen seitdem.
/artikel/digitale-gmbh-gruendung-ofner
Notarin Nina Ofner führte 2017 die erste digitale GmbH-Gründung Österreichs durch
Notarin Nina Ofner teilt ihre Erfahrungen mit der digitalen GmbH-Gründung | (c) Notariatskammer
sponsored

Seit 2019 kann man flächendeckend bei österreichischen Notar:innen seine GmbH online gründen. Bereits zwei Jahre davor startete ein Pilotprojekt mit 16 teilnehmenden Notar:innen. Die erste digitale GmbH-Gründung wurde von Philipp Nierlich, Notar in Wien, durchgeführt. Kurz darauf gründete auch Nina Ofner, Notarin in Ybbs an der Donau, eine GmbH digital. „Das hat damals auch auf Anhieb gut funktioniert“, erzählt sie heute. Der Vorgang an sich habe sich seitdem nicht geändert, wohl aber der Zugang der Menschen.

„Meine ersten Gründer musste ich dazu überreden“, sagt Ofner. Vor allem seit Beginn der Corona-Pandemie, im Zuge derer auch alle anderen notariellen Dienstleistungen (ausgenommen Testamentserrichtungen) digital zugänglich gemacht wurden, habe sich der Zugang vieler Menschen aber geändert. „Die Scheu ist viel weniger geworden“, sagt die Notarin. Beim Anteil der digital durchgeführten Services gebe es aber noch Luft nach oben. „Es wird noch selten direkt nachgefragt. Meistens ergibt sich die Online-Durchführung, weil die Terminfindung schwierig ist, oder jemand nicht im Land ist“ sagt Ofner.

Online GmbH-Gründung „praktisch immer schneller“

In jedem Fall sei eine GmbH-Gründung online praktisch immer schneller erledigt als offline, wenn nicht alle Unterzeichner zufällig direkt neben dem Notariat wohnen. Wenn alles richtig vorbereitet wurde, bewege so eine digitale Gründung sich nämlich „im Minutenbereich“. Zunächst erfolgt dabei eine Videoidentifikation, wonach man einen gemeinsamen Datenraum betritt, in dem auch die Dokumente hoch- und heruntergeladen werden. „Dann ist es wie im physischen Notartermin. Der Vertrag wird noch einmal verlesen und dann von allen signiert. Das kann zwar ein paar Minuten länger dauern, als wenn ein Vertrag am Tisch herumgereicht wird. Aber selbst wenn jemandem die Internet-Connection abreißt, dauert es insgesamt kürzer, als wenn alle anreisen müssen“, sagt die Notarin.

Besser nicht im Kaffeehaus gründen

Damit spricht sie auch eine der möglichen Hürden in der digitalen Gründung an. „Es gibt zwei Gründe dafür, dass etwas schief gehen kann: Entweder werden die technischen Voraussetzungen nicht erfüllt, oder es werden die Anweisungen nicht klar befolgt“, erklärt Ofner. Diese Voraussetzungen seien Zugriff auf die angegebene E-Mail-Adresse, eine funktionierende Kamera und das Smartphone in Griffweite zu haben. Zudem solle man an einem ruhigen Ort sitzen. „Wir hatten einmal einen Gesellschafter, der im Kaffeehaus war. Den hat man kaum verstanden“, erzählt die Notarin. Bei den Anweisungen gebe es klare Schritt-für-Schritt-Anleitungen. „Trotzdem passieren manchmal Hoppalas, weil jemand nicht weiß, wo er hinklicken soll, oder voreilig woanders hinklickt“.

Bis jetzt habe sie aber noch jedes Mal herausgefunden, woran es liegt, wenn etwas nicht gleich funktioniert, sagt Ofner. „Das geht natürlich auf Dauer mit der Erfahrung immer besser“. Gründer:innen empfiehlt sie jedenfalls, sich vorzubereiten: „Man kann vorher einmal einsteigen und es ausprobieren“. Gute Vorbereitung brauche es natürlich auch beim Gesellschaftsvertrag, betont Ofner und erinnert an das Beratungsangebot der Notar:innen. „Wenn der Vertrag nicht unterschriftsreif ist, teile ich die GmbH-Gründung auf zwei Termine auf, einen zur Überarbeitung und dann jenen für die Unterschriften. Aber das ist in der analogen Welt nicht anders“.

Deine ungelesenen Artikel:
14.09.2026

Celum: Linzer Tech-Unternehmen erhält mit Mark Kaslatter neuen CEO

Celum, ein Technologieunternehmen in den Bereichen Product-Content-Management, Brand-Management und Content-Collaboration Software - mit Standorten in Linz, Wien und München - ernennt Mark S. Kaslatter zum neuen CEO.
/artikel/celum-linzer-tech-unternehmen-erhaelt-mit-mark-kaslatter-neuen-ceo
14.09.2026

Celum: Linzer Tech-Unternehmen erhält mit Mark Kaslatter neuen CEO

Celum, ein Technologieunternehmen in den Bereichen Product-Content-Management, Brand-Management und Content-Collaboration Software - mit Standorten in Linz, Wien und München - ernennt Mark S. Kaslatter zum neuen CEO.
/artikel/celum-linzer-tech-unternehmen-erhaelt-mit-mark-kaslatter-neuen-ceo
Celum
© Christian Huber Fotografie - (l.) Michael Kräftner, Celum-Gründer, Chairman und Chief Vision Officer, Mark Kaslatter ist neuer Chief Executive Officer bei Celum.

Im Februar des Vorjahres übernahm Christian Jüngling die Position des Chief Financial Officer (CFO) bei Celum, um neue Impulse für die Weiterentwicklung des Unternehmens zu setzen – brutkasten berichtete. Zudem bestellte das Management mit Bojan Bozic die neu geschaffene Position des Chief Services Officer (CSO). Nun gibt es auf höchster Ebene eine weitere Änderung.

Celum: Fokus auf Stärkung des Vertriebs

Mark Kaslatter übernimmt die Position des CEO und damit die Führung des Unternehmens. Sein Fokus soll auf der Stärkung des Vertriebs, des Partnerchannels und der weiteren nationalen und internationalen Expansion liegen. Celum-Gründer Michael J. Kräftner bleibt dem Unternehmen als „Chief Vision Officer“ erhalten und konzentriert sich künftig verstärkt auf die langfristige strategische Produktentwicklung.

Der gebürtige Tiroler Kaslatter verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung als Unternehmer und Führungskraft in der Technologiebranche. 2004 gründete er etwa das auf CRM-Lösungen spezialisierte Unternehmen k.section, baute es ohne externe Investoren auf und verkaufte es später an die an der Euronext notierten Emakina Group.

Von 2019 bis 2022 war Kaslatter Managing Director von Emakina Central & Eastern Europe und wechselte danach ins Advisory Board der Belgier. Anschließend war er gemeinsam mit Benjamin Ruschin Mitgründer und Managing Partner von Big Cheese Ventures, einem Beratungs- und M&A-Unternehmen für Tech-Startups. Er studierte Software-Engineering am Campus Hagenberg der Fachhochschule Oberösterreich und absolvierte einen MBA in General Management an der Universität für Weiterbildung Krems.

„Celum verfügt über eine starke technologische Basis, langjährige Kundenbeziehungen und großes Potenzial im internationalen Markt. Jetzt geht es darum, diese Stärken noch konsequenter in nachhaltiges und skalierbares Wachstum zu übersetzen“, sagt Kaslatter. „Der Wechsel zu Celum ist für mich mehr als eine neue Aufgabe – er ist zugleich die Rückkehr ans Steuer eines Softwareunternehmens. Die Beratung von Startups war eine spannende und bereichernde Zeit. Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie sehr mir das unmittelbare Gestalten, das operative Doing und die umfassende unternehmerische Verantwortung gefehlt haben.“

Und weiter: „Besonders vermisst habe ich das hohe Innovationstempo und den intensiven Austausch mit Entwickler:innen. Sie schaffen mit ihren Ideen nicht nur neue Produkte, Unternehmen und Geschäftsmodelle, sondern gestalten zunehmend auch unsere Wirtschaft und Gesellschaft. Genau dieses Umfeld, diese Denkweise und die Möglichkeit, gemeinsam etwas zu bewegen, begeistern mich an meiner neuen Aufgabe bei Celum.“

„Everybody is in Sales“

Kaslatters Leitgedanke lautet: „Everybody is in Sales.“ Damit sei jedoch nicht gemeint, dass jede und jeder im klassischen Sinne im Vertrieb tätig sein muss. Vielmehr trage jede Funktion im Unternehmen dazu bei, Mehrwert für die Kundinnen und Kunden zu schaffen. Diese gemeinsame Verantwortung für den Kundenerfolg und eine konsequente Marktorientierung möchte er bei Celum weiter stärken. Deshalb sollen die Bereiche Vertrieb, Marketing, Customer Success, Produktentwicklung und Organisation künftig noch enger auf die gemeinsamen Wachstumsziele ausgerichtet werden.

„Mark Kaslatter verbindet tiefes Technologieverständnis mit ausgeprägter Vertriebskompetenz und echter unternehmerischer Erfahrung“, kommentiert Michael J. Kräftner, Gründer von Celum, die neue Personalie. „Mit Mark gewinnt Celum einen CEO, der die Verantwortung mit einem klaren Fokus auf Kunden und Markt übernimmt. Die neue Rollenverteilung ermöglicht es mir gleichzeitig, noch stärker in den Bereichen Produktstrategie und technologische Innovation aktiv zu werden. Es war für mich immer klar, dass Celum ab einer bestimmten Größe jemanden als CEO haben wird, der viel mehr auf Wachstum und Organisation wirken kann als ich. So holen wir also zusätzliche unternehmerische und vertriebliche Expertise in die Führung und verbinden Kontinuität mit frischem unternehmerischem Drive.“

Knapp 20 Mio.-Euro Umsatz

Als Chief Vision Officer soll Kräftner die langfristige Produktvision weiter vorantreiben. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Weiterentwicklung des Produktportfolios vor dem Hintergrund tiefgreifender Veränderungen durch Künstliche Intelligenz, neue Formen der Content-Nutzung und zunehmend automatisierte Content-Prozesse.

Das seit seiner Gründung eigenfinanzierte und unabhängige Softwareunternehmen steigerte seinen Umsatz von 12,5 Millionen Euro im Jahr 2021 auf 19,8 Millionen Euro im Jahr 2025. Heute beschäftigt Celum rund 130 Mitarbeitende aus 23 Nationen an den Standorten Linz, Wien und München.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Digitale GmbH-Gründung: „Meine ersten Gründer musste ich dazu überreden“

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Digitale GmbH-Gründung: „Meine ersten Gründer musste ich dazu überreden“

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Digitale GmbH-Gründung: „Meine ersten Gründer musste ich dazu überreden“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Digitale GmbH-Gründung: „Meine ersten Gründer musste ich dazu überreden“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Digitale GmbH-Gründung: „Meine ersten Gründer musste ich dazu überreden“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Digitale GmbH-Gründung: „Meine ersten Gründer musste ich dazu überreden“

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Digitale GmbH-Gründung: „Meine ersten Gründer musste ich dazu überreden“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Digitale GmbH-Gründung: „Meine ersten Gründer musste ich dazu überreden“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Digitale GmbH-Gründung: „Meine ersten Gründer musste ich dazu überreden“