01.12.2020

Digitale Gesundheit: Covid Pop-up Hub strebt nach Learnings aus der Krise

Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) startete ein Covid-Pop-up Hub, um Learnings aus der Covid-Krise mitzunehmen. Wir sprachen mit Projektleiterin "Digitale Gesundheit" Lisa Höllbacher über Telemedizin, offene Aufgaben und die Rolle von Ärzten bei der digitalen Transition.
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Digitale Gesundheit
(c) nexyo - Leiterin "Digitale Gesundheit" des Covid Pop-up Hubs Lisa Höllbacher sieht noch einige offene Hausaufgaben im Bereich der Telemedizin.

Der Covid Pop-up Hub ist eine Initiative des BMK, um gemeinsam aus der Covid-Krise zu lernen. Bis zum Jänner 2021 möchte der Hub in virtueller und partizipativer Form neue Ideen, Fragestellungen und Denkweisen sammeln. Gemeinsam sollen dadurch neue Lösungsansätze erarbeitet werden, um eine resilientere Zukunft zu gestalten. Diskutiert wird dazu in vier Themenbereichen, welche sich in der Covid19-Krise als besonders relevant für das Wirtschafts- und Gesellschaftssystem herausgestellt haben: Digitale Gesundheit, Distancing, Ökonomischer Puffer und Staatliche Intervention.

Digitale Gesundheit: Werden Arztbesuche obsolet?

Lisa Höllbacher ist CEO und Co-Founderin des Daten-Startups nexyo und Leiterin des Bereichs „Digitale Gesundheit“ des Hubs. Grade in Sachen Telemedizin habe die Corona-Krise der Gesellschaft eines verdeutlicht, meint sie: „Die Zukunft liegt in der Digitalisierung des Gesundheitswesens und dabei vor allem in der Telemedizin. Diese erfuhr gerade durch die Krise einen enormen Aufschwung und wird immer präsenter. Im ‚COVID Pop-up‘ erklärte bereits Dietmar Bayer, Präsident der österreichischen Gesellschaft für Telemedizin, dass die Krise einen enormen Innovationsschub für die Patientenkommunikation darstellt und den Gang in die Arztpraxis nun immer öfter obsolet macht“, so Höllbacher.

Datenschutz

Bevor die Gesellschaft ganz auf die Telemedizin bauen kann, gebe es noch einige Herausforderungen, so die Gründerin weiter, welche zuvor noch genauer unter die Lupe genommen gehören. Etwa der Datenschutz. „Dennoch wird sich die Medizin durch den technologischen Fortschritt immer mehr in diese Richtung weiter entwickeln.“

Dr. Digital gefragt

Es spielen vor allem Ärzte mit eigener Praxis eine übergeordnete Rolle, die sich vor dem Hintergrund sich stetig wandelnder Rahmenbedingungen und dem Aufkommen neuer Technologien, mit den Auswirkungen der Digitalisierung auseinandersetzen müssen.

„Dabei reicht ein alleiniger Fokus auf medizinische Innovationen nicht aus. Neuartige Trends in den Bereichen Internet, Kommunikation und Datenmanagement greifen auch auf das Arzt-Patienten-Verhältnis über und können dieses grundlegend verändern. Ärzte müssen sich deshalb frühzeitig im Rahmen ihrer Funktion mit diesen Entwicklungen auseinandersetzen und evaluieren, wie sich die Digitalisierung auf das Verhältnis zu Patienten auswirkt und wie man Herausforderungen der Digitalisierung bewältigen kann“, sagt Höllbacher.

Aufbau des Vertrauensverhältnisses

Und sie fügt an: „Der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zum Patienten spielt hier eine besonders wichtige Rolle und wird aber auch in Zukunft Dreh- und Angelpunkt der Arzt-Patienten-Beziehung sein.  Ärzte und Praxen müssen sich dabei Strategien überlegen, wie die durch die Digitalisierung hervorgebrachten Herausforderungen bewältigt werden können und der Auflösung des Vertrauensverhältnisses entgegengewirkt werden soll.“

Langfristiges Verhältnis

Die Digitalisierung biete dabei Chancen und eröffne neuartige Möglichkeiten, ein vertrauensbasiertes Arzt-Patienten-Verhältnis aufzubauen und langfristig zu halten. „Beispielsweise Sprechstunden via Videoübertragung oder Vorabklärungen anhand zugesendeter Fotos. Onlineterminvereinbarung, digitale Vernetzung mittels Onlineportalen mit aktuellen Kontaktdaten, Datenmanagement und vieles mehr“, so Höllbacher.

Gemeinsam aus der Krise lernen

Die Krise hat offenbart, dass Österreich noch einige Hausaufgaben zu erledigen hat, um das Gesundheitswesen digital fit zu machen. „Das Momentum der Veränderung, welches durch Corona gerade besteht, darf nicht ungenutzt verstreichen. Jetzt ist die Zeit, die dringend notwendige Digitalisierung und Harmonisierung im Gesundheitswesen umzusetzen. Davon profitiert die gesamte Gesellschaft nämlich nicht nur in Krisenzeiten, sondern auch im Regelbetrieb. Nach dem Motto #ChanceCorona sollten wir nun alle Learnings aus dieser Krise nehmen und auch tatsächlich umsetzen“, fordert Höllbacher.

Allein schon der Begriff „Digital Health“, der für die Mehrheit zu Jahresbeginn ein Fremdwort war, ist jetzt kein unbekannter Ausdruck mehr. „Einerseits war die virtuelle Gesundheitsversorgung während der Pandemie oft die einzige Möglichkeit, wirksames ‚Distancing‘ umzusetzen, andererseits sind digitale Lösungen schon des Längeren auch im Gesundheitswesen im Vormarsch“, meint Höllbacher, die bei allen technologischen Entwicklungen, weiß worauf es ankommt:

No Dr. Roboto

„Dass nun jedoch der Arztbesuch nur mehr in Ausnahmefällen möglich sein wird, oder dass von nun an Pflegeleistungen gänzlich von Robotern übernommen werden, gehört eher zum Bereich der Utopien. Auch wenn sich hierzulande ein neuer, starker Markt bildet und immer mehr neuartige Anwendungen in dass alltägliche Leben integriert werden, ist das Gesundheitswesen noch immer ein zu tiefst menschliches Business und lebt vom Vertrauen des Patienten.“

Die nächsten Diskussionsmöglichkeiten des Covid Pop-up Hubs finden am 6. (Thema Ökonomischer Puffer) und 11. Dezember (Technologien für Distancing) statt.

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Das C-Level von Minimist: Robert Andrei Damian (CTO), Anna Greil (COO) und Stephan Hofmann (CEO). | © Minimist

Nach der Finanzierungsrunde in Höhe von rund einer Million Euro im März treibt das Wiener Kreislaufwirtschafts-Startup Minimist seine internationale Expansion voran. Nach dem Markteintritt in Großbritannien kooperiert das Unternehmen nun mit Salvos Stores, dem Einzelhandelszweig der Heilsarmee in Australien.

Salvos: 400 Filialen in Australien und Teil der Heilsarmee

Salvos Stores betreibt landesweit rund 400 Filialen und verarbeitet nach eigenen Angaben jährlich mehr als 50 Millionen Sachspenden. Als Einzelhandelszweig ist Salvos organisatorisch Teil der Heilsarmee, einer international tätigen evangelischen Freikirche mit sozialem Hilfswerk, die weltweit in Territorien und Divisionen gegliedert ist. Die Erlöse aus dem Verkauf gebrauchter Ware fließen laut Unternehmen in soziale Projekte der Organisation.

Minimists Software soll die Erfassung, die automatisierte Preisfindung und den Multi-Channel-Verkauf von Sachspenden digitalisieren. Salvos verspricht sich dadurch weniger administrativen Aufwand und kürzere Durchlaufzeiten in den Filialen. Ein Pilotprojekt sei laut Minimist erfolgreich abgeschlossen worden.

Minimist COO Anna Greil (links) vor einem der 400 Salvos Stores in Australien © Minimist

WU Ignite Ventures und Seebacher mit je 50.000 Euro

Laut Pressemitteilung investieren mit WU Ignite Ventures und dem Angel-Investor Johannes Seebacher zwei neue Geldgeber:innen in Minimist. Wie Anna Greil im Gespräch mit brutkasten präzisiert, beteiligen sich beide mit jeweils 50.000 Euro.

Insgesamt seien nach der 1-Million-Runde vom März diesen Jahres im Mai nochmals zwischen 150.000 und 200.000 Euro an zusätzlichem Kapital in das Startup geflossen; die übrigen Investor:innen dieser Nachfinanzierung wollten laut Greil nicht genannt werden.

WU-Ignite-Ventures-Co-Geschäftsführer Rudolf Dömötör begründet sein Investment in Minimist: „Re-Commerce wird oft als Nische betrachtet. Stephan, Anna und Robert beweisen mit Minimist das Gegenteil: Sie bauen die Infrastruktur für einen der wirksamsten Hebel der Kreislaufwirtschaft, und zwar in globalem Maßstab.Dass ein Wiener Team mit Salvos Stores einen der größten Charity-Retailer Australiens gewinnt, zeigt, wie ernst dieser Anspruch gemeint ist.“

Von Wien in die Welt

Minimist wurde von Stephan Hofmann und Robert Andrei Damian gegründet. 2025 stieß Anna Greil als Late-Co-Founder und COO dazu. Das Startup sicherte sich bereits mehrere Finanzierungsrunden, unter anderem von Eversports-Gründer Hanno Lippitsch. Die Produktentwicklung bleibt laut Unternehmen in Wien verankert.

CEO Stephan Hofmann sagt zur Expansion: „Wir sind im Kern ein Software-Startup und ein globales Team. Die Welt ist unser Spielfeld, und der Erfolg in Australien zeigt, dass wir durch diesen internationalen Ansatz massiv an Geschwindigkeit gewinnen. Die Skalierbarkeit unserer Technologie kennt keine Grenzen.“

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AI Summaries

Digitale Gesundheit: Covid Pop-up Hub strebt nach Learnings aus der Krise

  • Der COVID Pop-up Hub ist eine Initiative des BMK, um gemeinsam aus der COVID-Krise zu lernen.
  • Bis zum Jänner 2021 möchte der Hub in virtueller und partizipativer Form neue Ideen, Fragestellungen und Denkweisen sammeln.
  • Lisa Höllbacher ist CEO und Co-Founderin des Daten-Startups nexyo und Leiterin des Bereichs „Digitale Gesundheit“ des Hubs.
  • Sie sagt: „Jetzt ist die Zeit, die dringend notwendige Digitalisierung und Harmonisierung im Gesundheitswesen umzusetzen.“
  • Allein schon der Begriff „Digital Health“, der für die Mehrheit zu Jahresbeginn ein Fremdwort war, ist jetzt kein unbekannter Ausdruck mehr.

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