05.11.2025
BILDUNG

Digidoo: EdTech aus Graz kurz nach Gründung in über 100 Schulen im DACH-Raum vertreten

Mit Digidoo hat das Grazer EdTech-Startup eine Plattform geschaffen, die Lernfortschritte und Kompetenzen an Schulen einfach dokumentierbar machen möchte. Wenige Monate nach der Gründung ist die Lösung bereits international im Einsatz. Dafür gab es eine 350.000 Euro-Förderung vom aws.
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Digidoo
© Phil Lihotzky - (vorne v.r.n.l.): Niklas Lorber CTO, Moritz Hiebl CEO Hinten v.r.n.l.: Wolfgang Bartelme Designer, Gunther Marktl Ideengeber.

Wenige Wochen nach der Gründung der Pädagogik-Plattform Digidoo ist das steirische Unternehmen inzwischen in mehr als 100 Schulen in Österreich, Deutschland und der Schweiz vertreten.

Digidoo: Förderung erhalten

Digidoo sei nach eigenen Worten „die erste Plattform, mit der Pädagoginnen und Pädagogen alle gesetzlichen Kompetenzen, Leistungsfeststellungen und Berichte digital, sicher und einfach bedienbar erfassen können“.

Das soll die Arbeit des Lehrpersonals verbessern und beschleunigen und damit eine „effektivere Lernsteigerung“ für die Schülerinnen und Schüler möglich machen. Dafür gab es für die Plattform vom aws Seedfinancing eine Förderung von 350.000 Euro.

Hinter dem Startup stehen Ideengeber und Seriengründer Gunther Marktl, der bereits Unternehmen wie „iTranslate“ (Exit 2018) und „StepApps“ aufgebaut hat und von Apple-Gründer Steve Jobs immer wieder erwähnt wurde. Dazu kommen Designer Wolfgang Bartelme (u.a. Gewinner von sechs Apple Design Awards), CTO Niklas Lorber und CEO Moritz Hiebl.

Kooperation mit Lehrpersonal bei der Gründung

Entwickelt wurde Digidoo gemeinsam mit der Pädagogin Jessica Rittstieg aus der Volksschule Hönigtal (nahe Graz), die das Problem der Kompetenzaufzeichnung aus eigener Erfahrung kannte. Bisher bedeutete die Aufzeichnung: mühsame Eigenarbeit, hoher Zeitaufwand und Papierchaos. Über ein Jahr lang arbeitete das Gründerteam deshalb eng mit Lehrpersonen, der Pädagogischen Hochschule Steiermark und der Privaten Pädagogischen Hochschule Steiermark sowie der Bildungsdirektion Steiermark zusammen, um „eine Lösung zu schaffen, die es bislang noch nicht gab“.

Das Ergebnis ist nun eine Plattform, „die alle offiziellen Kompetenzvorlagen vom neuen Lehrplan des Ministeriums enthält, für Einheitlichkeit bei der Kompetenzerfassung sorgt und erstmals eine echte Vergleichbarkeit innerhalb von Klassen und Schulen ermöglicht“, so in der Aussendung. Mit einer visuellen „Kompetenzblume“ sei der Lernstand übersichtlich dargestellt und Förderbedarf könne so frühzeitig festgestellt werden. Zudem können per Klick Berichte für Eltern- oder Jahresgespräche erstellt werden.

Weitere Expansion geplant

„Uns begeistert die Einfachheit. Man legt seinen Account an und kann sofort loslegen. Alle schulrechtlich relevanten Leistungen sind bereits integriert“, sagt Rittstieg, die dem Gründerteam auch als pädagogische Beirätin zur Seite steht.

Aktuell wird ein Team in Graz aufgebaut und eine europaweite Expansion ist in Planung. Eine zentrale Rolle falle in Zukunft auch Künstlicher Intelligenz zu. KI-gestützte Funktionen sollen Lehrpersonen künftig noch stärker bei der individuellen Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler unterstützen.

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Howie
© Suchart Wannaset - Ewa Lenart von Howie.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde nachträglich (11.9.2026) nach Erhalt eines Statements von Gründerin Ewa Lenart ergänzt.

„Ein Unternehmen mit 300 Ingenieurinnen und Ingenieuren gibt im Durchschnitt zwischen 1,8 und 36 Millionen Euro pro Jahr für die manuelle Informationsbeschaffung aus“, erklärt Ewa Lenart, Gründerin des Wiener Startups Howie, vergangenes Jahr. Ihr Unternehmen könne helfen, die Kosten dafür zu halbieren.

„AI Copilot for the Built Environment“

Dazu positionierte Howie sich als „AI Copilot for the Built Environment“. Die KI-gestützte Plattform für die Bau- und Immobilienbranche bereitet unter anderem Texte, Bilder und Konstruktionszeichnungen mit großen Datenvolumina auf. Dabei nutzt sie LLMs, um Muster in den Daten, etwa auch aus Berichten, E-Mails, Bildern und Zeichnungen, zu erkennen.

Zwei Investmentrunden 2025

Mit dem Konzept konnte Howie vergangenes Jahr mehrere Investoren überzeugen. Im März und im November 2025 verkündete das Unternehmen jeweils eine sechsstellige Finanzierungsrunde. Dabei dürfte es sich um Wandeldarlehen gehandelt haben: In den öffentlich einsehbaren Firmenbuch-Daten sind die Finanzierungsrunden nämlich in den Beteiligungsverhältnissen nicht ablesbar. Zudem holte Gründerin Lenart vergangenes Jahr den zweiten Platz in der Kategorie Startups beim brutkasten „Innovator of the Year“.

Konkursantrag – keine Details von Kreditschutzverbänden

Doch nun brachte das Startup einen Konkursantrag ein, wie die heimischen Kreditschutzverbände übereinstimmend berichten. Konkrete Informationen dazu liegen aktuell bei keinem der Verbände vor. Sollten die Investments tatsächlich in Form von Wandeldarlehen erfolgt sein, würde ihre Summe in die Passiva fallen.

Gründerin Lenart: Zwei Investments nicht rechtzeitig abgeschlossen

Auf brutkasten-Anfrage meldete sich Gründerin Ewa Lenart mit einem Statement zur Insolvenz. Man sei in einem „technisch sehr anspruchsvollen und noch relativ jungen Markt“ tätig, und habe in den vergangenen zwei Jahren ein starkes, wachsendes Interesse von weltweit führenden Architektur-, Ingenieur- und Beratungsunternehmen verzeichnen können. „Gleichzeitig erwiesen sich die Entwicklungs- und Implementierungszyklen in der Bau- und Immobilienbranche als länger und kapitalintensiver, als wir ursprünglich geplant hatten. Wir waren daher auf eine zusätzliche Finanzierung angewiesen, um die nächsten kommerziellen Meilensteine zu erreichen“, so die Gründerin.

Während der jüngsten Finanzierungsrunde habe man zwei Term Sheets mit etablierten Investoren unterzeichnet. „Letztendlich wurde jedoch keine der beiden Transaktionen innerhalb des Zeitrahmens abgeschlossen, den das Unternehmen benötigte“, schreibt Lenart. „Wir haben zudem ein deutlich schlankeres und stärker kundenfinanziertes Betriebsmodell geprüft, konnten die daraus resultierende Liquiditätslücke aber nicht rechtzeitig schließen.“

Weiterführung steht noch im Raum

Doch Lenart fügt an: „Die zugrunde liegende Marktthese ist aus meiner Sicht nach wie vor sehr stark. Als wir Howie gründeten, befanden sich KI-native Workflows für die Baubranche noch in einer sehr frühen Phase. In den letzten zwei Jahren haben sich die Investitionen und die Adaption in diesem Bereich deutlich beschleunigt.“ Man sehe weiterhin Interesse von Kunden und Branchenakteuren an Howie und seiner Technologie. „Ob und in welcher Form Teile des Unternehmens oder des Produkts fortbestehen werden, hängt nun vom Insolvenzverfahren ab“, so die Gründerin.

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