21.05.2026
VIENNAUP

Diese vier Startups wurden beim Connect Day 26 ausgezeichnet

Vier Startups, vier Schlüsseltechnologien, ein Tag: Beim Connect Day 26 der Austria Wirtschaftsservice (aws) wurden in der Wiener Wirtschaftskammer CyberACI, M-Chem, Thyra Imaging und theion ausgezeichnet. Rund 1.000 Teilnehmende aus 49 Ländern nutzten das Matchmaking-Event der ViennaUP für über 1.450 vorab vereinbarte B2B-Gespräche.
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v.l.n.r. James Langer (Moderation), Asif Safdary (CyberACI), Florian Haas (EY), Dominica Schmid-Schmidsfelden (aws) | (c) aws / Peter Rauchecker

Rund 1.000 Teilnehmer:innen aus 49 Ländern sind am 19. Mai 2026 in der Wirtschaftskammer Österreich zum Connect Day 26 zusammengekommen. Bei dem von der Austria Wirtschaftsservice (aws) organisierten Matchmaking-Event der ViennaUP wurden über 1.450 vorab vereinbarte 1:1-B2B-Meetings zwischen Startups, Corporates, Investor:innen sowie Forschungseinrichtungen durchgeführt.

In jeweils 15-minütigen Gesprächen sollten konkrete Kooperationen, Pilotprojekte und Investments angebahnt werden. Im Unterschied zu klassischen Networking-Formaten setzt der Connect Day auf kuratiertes Matchmaking: Die Teilnehmenden werden im Vorfeld geprüft und thematisch zugeordnet.

Vier Schlüsseltechnologien im Fokus

Das Bühnenprogramm war entlang von vier Themenfeldern strukturiert: FrontierTech & AI, GreenTech & Manufacturing, MedTech & LifeScience sowie UrbanTech, Mobility & EnergyTransition. Pro Bereich präsentierten sechs Startups ihre Lösungen, eine Fachjury kürte vor Ort jeweils einen Sieger.

Ausgezeichnet wurden die CyberACI GmbH (FrontierTech & AI), M-Chem FlexCo (GreenTech & Manufacturing), Thyra Imaging FlexCo (MedTech & LifeScience) sowie die theion GmbH (UrbanTech, Mobility & EnergyTransition).

Ein weiteres Format waren die Corporate Reverse Pitches: Etablierte Unternehmen stellten ihre technologischen Herausforderungen vor, um passende Startup-Lösungen zu finden. Infineon nutzte das Format, um konkrete Innovations- und Kooperationsbedarfe zu adressieren.

Förderlandschaft im Hintergrund

aws-Geschäftsführer Bernhard Sagmeister hob die Rolle der Förderbank hervor: Rund 30 Prozent des Kerngeschäfts fließen in die Förderung von Jungunternehmen. Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), verwies darauf, dass die FFG 2025 über 90 Millionen Euro in österreichische Startup-Projekte investiert und damit insgesamt 145 Millionen Euro mobilisiert habe.

Auch die Erste Bank war als Partner vertreten. Kundenvorstand Maximilian Clary und Aldringen betonte, das hauseigene Gründer-Center habe in den vergangenen 25 Jahren über 100.000 Unternehmer:innen begleitet.

Internationale Strahlkraft Richtung Asien

Über das GO AUSTRIA-Programm des Global Incubator Network Austria (GIN) reisten heuer 56 asiatische Startups nach Wien. Laut FFG-Geschäftsführerin Egerth zeigt dies die internationale Strahlkraft, die Österreich als Innovationsstandort durch das GIN-Programm in den vergangenen zehn Jahren insbesondere in Asien aufgebaut habe.

Strukturierter Dealflow statt Pitch-Marathon

Für Investor:innen bot das Format kuratierten Dealflow: Die Kombination aus Bühnenpräsenz, Matchmaking und direktem Austausch mit Corporate-Entscheider:innen ermöglichte einen kompakten Überblick über relevante Innovationsprojekte.

Organisiert wurde der Connect Day 26 von der aws gemeinsam mit der FFG, dem Global Incubator Network Austria, der Erste Bank, der Austrian Business Agency (ABA) und der Wirtschaftskammer Österreich.

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11.08.2026

Phoenics: Steirisches Konsortium entwickelt Speicherzellen ohne Kobalt und Nickel

Virtual Vehicle, Varta Innovation, das Materials Center Leoben und AVL forschen drei Jahre lang an einem neuen Kathodenmaterial für stationäre Batteriespeicher. Die Zellen sollen 20 Prozent mehr Energie speichern und 40 Prozent länger halten. So lauten die Projektziele. Budget: 2,9 Millionen Euro.
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Strom aus Wind und Sonne braucht Speicher. Für sie entwickelt das Projekt Phoenics neue Batteriezellen. Konzeptbild, mit KI erstellt. | (c) Virtual Vehicle
Strom aus Wind und Sonne braucht Speicher. Für sie entwickelt das Projekt Phoenics neue Batteriezellen. Konzeptbild, mit KI erstellt. | (c) Virtual Vehicle

Wind und Sonne liefern Strom, wann sie wollen, nicht wann ihn jemand braucht. Diese Lücke schließen Batteriespeicher. Sie werden damit zur Schlüsseltechnologie der Energiewende. Genau hier setzt Phoenics an: Ein steirisches Konsortium entwickelt die nächste Generation von Lithium-Ionen-Zellen für stationäre Speicher.

Koordiniert wird das Projekt von der Virtual Vehicle Research GmbH in Graz. Partner sind Varta Innovation, die Materials Center Leoben Forschung GmbH (MCL) und AVL List. Phoenics läuft 36 Monate und kostet 2,9 Millionen Euro. Knapp zwei Millionen davon kommen von der FFG, aus der Ausschreibung „Energieforschung 2024″.

Ein Material, zwei Ziele

Im Zentrum steht ein Kathodenmaterial: Lithium-Mangan-Eisenphosphat, kurz LMFP. Es ist eine Weiterentwicklung des etablierten Lithium-Eisenphosphats (LFP). LFP-Zellen gelten als sicher und robust, und sie kommen ohne kritische Rohstoffe wie Kobalt oder Nickel aus. LMFP soll zusätzlich bis zu 20 Prozent mehr spezifische Energiedichte liefern. Auf gleichem Bauraum ließe sich damit mehr Energie speichern.

Diesen Materialvorteil will das Konsortium in die fertige Zelle bringen. Die Zielmarken: 20 Prozent mehr Energiedichte, 40 Prozent längere Lebensdauer.

Was noch offen ist

Bis dahin bleiben Fragen. Wie verhält sich das Material über die Lebensdauer, wie altert es, und lässt es sich industriell verarbeiten und skalieren?

Das Konsortium kombiniert deshalb Experiment und Simulation. Die Partner untersuchen das Kathodenmaterial über den gesamten Lebenszyklus, mit Materialcharakterisierung, hochauflösender Bildgebung und KI-gestützter Auswertung. Parallel entstehen physikbasierte und datengetriebene Modelle. Sie bilden das Verhalten der Zelle von der Mikrostruktur bis zum kompletten Speichermodul ab und sollen Entwicklungszyklen verkürzen.

„Die Mikrostruktur von Elektrodenmaterialien beeinflusst maßgeblich Leistung, Lebensdauer und Zuverlässigkeit von Batteriezellen“, sagt Roland Brunner, Gruppenleiter am MCL.

Ein eigener Schwerpunkt gilt der Sicherheit. Spezielle Testverfahren sollen zeigen, ob LMFP-Zellen den Anforderungen an Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit genügen. AVL bringt dafür seine Erfahrung in der elektrochemischen Modellierung ein. Verbinde man physikalische Modelle mit Methoden des maschinellen Lernens, ließen sich kritische Betriebszustände und Sicherheitsaspekte frühzeitig vorhersagen, sagt Roland Wanker, Geschäftsbereichsleiter Advanced Simulation Technologies bei AVL.

Aufbauen statt neu anfangen

Phoenics setzt die Zusammenarbeit aus dem Vorgängerprojekt OpMoSi fort. „Unsere Stärke liegt darin, modernste Simulations- und Analysemethoden mit industrieller Entwicklungskompetenz zu verbinden“, sagt Projektleiter Philip Kargl von Virtual Vehicle.

Varta Innovation steuert die Fertigungsseite bei, von der Materialentwicklung über die Elektrodenfertigung bis zur Zellintegration. Großes Potenzial sehen die Partner vorerst bei stationären Speichern. Langfristig könnten die Ergebnisse auch der Elektromobilität nützen.

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