07.07.2023

Die ‚low hanging fruits‘ beim Energiesparen: Immobilien als zentraler Faktor für Energieeffizienz in Unternehmen

Energieeffizienz und -einsparmöglichkeiten für Unternehmen beschäftigen nicht nur österreichische Betriebe, sondern auch Banken und Politik. Im Webinar der Erste Bank in Kooperation mit klimaaktiv geben Karin Lenhard und Konstantin Kulterer einen Überblick über Richtlinien und praktische Tipps für Unternehmer:innen.
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Moderatorin Carolin Rainer mit Energie-Experte Konstantin Kulterer und ESG-Expertin Karin Lenhard (v.l.) sprechen über Energieeffizienz in Unternehmen © brutkasten
Moderatorin Carolin Rainer mit Energie-Experte Konstantin Kulterer und ESG-Expertin Karin Lenhard (v.l.) sprechen über Energieeffizienz in Unternehmen © brutkasten
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Im Rahmen des Webinars der Erste Bank gaben die ESG-Expertin Karin Lenhard und der Energie-Experte Konstantin Kulterer Überblick über Ursprung und Ziele der EU-Taxonomie sowie praktische Tipps mit denen Unternehmen ihren eigenen Energieverbrauch reduzieren können. Das Webinar fand im Rahmen der Initiative “Unternehmen wir Zukunft” der Erste Bank statt, in welcher zukunftsweisende Themen für Unternehmer:innen in verschiedenen Formaten besprochen werden.

ESG für Banken und Banken für ESG

“Der europäische Green Deal hat das große Ziel, dass Europa bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent wird. Dafür werden mehrere Maßnahmen gesetzt”, erklärt Lenhard im Webinar.

Da es stets unterschiedliche Meinungen dazu gibt, was nachhaltig ist, war die erste gesetzte Maßnahme die sogenannte EU-Taxonomie: Ein Klassifizierungssystem, das festlegt, was im Sinne des EU Green Deals nachhaltig ist. “Wir als Kreditinstitut müssen prüfen, ob ein Projekt Taxonomie-konform ist, wenn ein Unternehmen an uns herantritt um eine Finanzierung zu erhalten”, so Lenhard. Diese Prüfung besteht aus drei Schritten. Zunächst werde geprüft, ob ein Projekt zu einem wesentlichen Beitrag zu den Taxonomiezielen beiträgt. Weiterhin werde kontrolliert, ob es einen wesentlichen Beitrag zu einem der Ziele leistet, dabei aber keines der anderen Ziele schädigt. Zu guter Letzt müssen außerdem die sozialen Mindeststandards garantiert werden. 

Energieeffizienz: Immobilien spielen besonders große Rolle

Lenhard gibt zudem Beispiele von Guidelines, die sich die Erste Bank zusätzlich gesetzt hat. Besonders der Immobilienbereich sei ein wichtiges Thema für die Energieeffizienz in Unternehmen, da er einen hohen Anteil am europäischen Energieausstoß habe. Hier gebe es viele “low hanging fruits”, die man als Unternehmer:in nutzen kann, um den eigenen CO2-Ausstoß zu reduzieren.

An diese “low hanging fruits”, die keine großen Investitionen für Unternehmer:innen fordern, schloss Konstantin Kulterer in seinem Vortrag direkt an. Er ist seit 2008 für die Entwicklung der Technologieschwerpunkte im Programm “klimaaktiv Energieeffiziente Betriebe” zuständig. 

Energiesparen im Betrieb: Hier kann man anfangen

Kulterer stellte die ersten drei Schritte vor, die Unternehmen beim Energiesparen setzen können. Zum einen sei zu bestimmen, welche Energieträger das eigene Unternehmen einsetzt und wie hoch der jeweilige Energieeinsatz ist. Nachdem der Status quo errechnet wurde, sollte man ermitteln, wofür die Energie aufgewendet wird und wie groß der Energieeinsatz pro Technologie ist. Im letzten Schritt werde dann die Technologie bewertet und Maßnahmenvorschläge erarbeitet. “Wir wollen auch für effiziente Betriebe das Bewusstsein erhöhen, dass es noch mehr Bereiche gibt, die es zu optimieren gilt”, meint Kulterer. Auch die eigenen Mitarbeiter:innen sollen dazu motiviert werden, bei den Maßnahmen aktiv zu werden.

„Türen schließen, wenn die Klimaanlage an ist“

Konstantin Kulterer verweist auch auf einzelne Bereiche, in denen Sofortmaßnahmen leicht umzusetzen sind. Beispielsweise könne man ein Energiedatenmanagement und eine monatliche Datenauswertung einführen. Auch die Bereiche Beleuchtung, Lüftung und Ventilatoren oder auch Kältesysteme bergen viele Möglichkeiten zu mehr Energieeffizienz. Dazu gehören auch Klassiker, wie ein einfaches “Türen schließen, wenn die Klimaanlage an ist”, “Licht ausschalten, wenn man das Büro verlässt” oder “den Verbrauch an Wochenende und Feiertagen nicht vergessen”.

Auf Letzteres verweist Kulterer auch in der abschließenden Q&A-Session mit den Zuschauer:innen. Der Wochenende-Verbrauch sei nämlich ein häufig unterschätzter Energiefresser. Als abschließenden Tipp betont auch Karin Lenhard noch einmal den Vorbereitungsaufwand, der mit einer nichtfinanziellen Berichterstattung einhergehe. Daher sei es empfehlenswert, dass österreichische Betriebe früh damit anfangen und je nach Unternehmensgröße auch externe Expert:innen hinzuziehen.

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Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger
Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger

Dass für Unternehmen kein Weg mehr an Agentic AI vorbeiführt, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Dass eine sichere und konforme Umsetzung davon nicht so einfach ist, ebenfalls. „Für KI im Unternehmenskontext gelten andere Spielregeln als im privaten Bereich. Ich spreche hier besonders von souveräner KI“, sagt Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich, bei einem gemeinsamen Pressetermin mit A1 und dessen Cloud-Tochter Exoscale. Mit einer gemeinsamen Plattform, die IBM watsonx auf A1 Exoscale bringt, will man Unternehmenskunden gemeinsam eine sichere und digital souveräne Lösung bieten.

„Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur“

Denn Schatten-KI, also die Nutzung privater bzw. vom Unternehmen nicht genehmigter KI-Anwendungen durch Mitarbeiter:innen, sei ein echtes Sicherheitsrisiko, betont Martin Resel, stv. Vorstandsvorsitzender von A1 und CCO Enterprise. „Unternehmen können es sich nicht leisten, KI nicht zu nutzen. Da geht es um Wettbewerbsfähigkeit. Alles muss effizienter werden, etwa auch in der Verwaltung. Wenn man dann aber Daten global findet, die eigentlich nicht global gespeichert werden sollten, ist das ein Problem“, sagt Resel.

Für viele A1-Unternehmenskunden und auch für A1 selbst sei das besonders relevant. „Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur. Viele hochsensible Daten laufen auf unseren Netzen. Wir haben nicht nur Unternehmen aller Größen als Kunden, sondern zum Beispiel auch Ministerien“, sagt der A1-CCO. Gerade in der aktuellen geopolitischen Situation müssten sich Österreich und ganz Europa daher souverän aufstellen.

Orchestrierte KI-Agenten mit klaren Regeln und voller Transparenz

Und wie macht das die gemeinsame Plattform? „Ich bin mir bewusst, dass ich Repräsentant eines amerikanischen Unternehmens bin“, räumt Marco Porak ein. IBM habe aber nach nicht weniger als 98 Jahren am österreichischen Markt ein anderes Standing, als etwa die US-Hyperscaler. Warum? „IBM hat seit jeher das Prinzip, dass Kundendaten Kundendaten sind und die Architektur vom Kunden bestimmt wird“, so Porak. Und: „Globale Innovation und lokale Kontrolle widersprechen einander nicht.“ Genau so sei es auch bei watsonx. Kunden können dort entscheiden, welche KI-Modelle genutzt werden und wo die Daten liegen. Die Bandbreite geht dabei von lokal gehosteten On-Premise-Lösungen über europäische bzw. Open-Source-Modelle auf europäischen Servern bis zu Frontier-Modellen in Datencentern der US-Hyperscaler.

Konkret greift das System auf eine Vielzahl an Large Language Models (LLMs) und Agentic-Modelle zurück und orchestriert KI-Agenten, um Tasks zu erfüllen. Die dazugehörige Governance-Plattform ermöglicht nicht nur das Festlegen der Regeln dafür, sondern bietet auch jederzeit komplette Transparenz, um jeden Arbeitsschritt und die dafür genutzten Modelle nachvollziehen zu können. Für Martin Resel ist dabei ebenfalls klar: „Dass alles, was aus Asien oder Amerika kommt böse ist, sehen wir nicht so. Wichtig ist die Wahlfreiheit.“ Die Plattform sei daher offen für sämtliche Modelle.

„Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“

Je nach Usecase und dem damit verbundenen Sicherheits-Level der Daten seien unterschiedliche LLMs und Speicherorte sinnvoll. „Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“, sagt Resel. Nach dieser erfolge die Entscheidung, welche Modelle genutzt werden können. Gleichzeitig optimiere die Plattform durch die passende Modell-Auswahl auch den Token-Verbrauch. „Das kann sonst bekanntlich schnell teuer werden“, sagt der A1-CCO.

A1 bietet seinen Enterprise-Kunden nicht nur Zugang zur Plattform, sondern auch begleitende Services, um diese aufzusetzen. Mit den europäischen Datencentern der Tochter Exoscale kommt noch das Angebot der souveränen Cloud im eigenen Land hinzu.

Wie watsonx für A1 und seine Kunden konkret funktioniert, zeigt Exoscale-KI-Experte Christos Kapodistrias beim Pressetermin vor. In seinem Beispiel arbeiteten nicht weniger als 14 KI-Agenten orchestriert zusammen, um eine optimale Vorbereitung auf ein Kundengespräch zu erstellen. „Diesen Usecase nutzen wir auch selber“, erklärt der Experte und zeigt die verschiedenen Sicherheits- und Kontrollmechanismen ebenso wie die Nachvollziehbarkeit über die Governance-Plattform. Marco Porak merkt dazu an: „Man sieht, es gibt mehrere Checkpoints im Prozess, der ‚Human in the Loop‘ bleibt erhalten.“ Denn es gehe eben darum, Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

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Die ‚low hanging fruits‘ beim Energiesparen: Immobilien als zentraler Faktor für Energieeffizienz in Unternehmen

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Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Aus dem Artikel geht hervor, dass die EU-Taxonomie und Maßnahmen zur Energieeffizienz in Unternehmen wichtige Instrumente sind, um die Ziele des europäischen Green Deals zu erreichen. Diese Maßnahmen werden voraussichtlich zu einer geringeren Umweltbelastung und einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes führen. Dies hat positive gesellschaftliche Auswirkungen, da es zur Bekämpfung des Klimawandels beiträgt und die Lebensqualität der Menschen verbessert. Darüber hinaus werden durch die Förderung von Energieeffizienz und umweltfreundlichen Technologien neue Arbeitsplätze in diesem Sektor geschaffen. Insgesamt trägt die Umsetzung dieser Maßnahmen zu einer nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Gesellschaft bei.

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Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Der Artikel hebt die Bedeutung von Energieeffizienz in Unternehmen hervor, insbesondere im Immobilienbereich. Die Einführung der EU-Taxonomie als Klassifizierungssystem zur Bestimmung nachhaltiger Projekte hat Auswirkungen auf Kreditinstitute und erfordert eine Prüfung der Nachhaltigkeit von Finanzierungen. Unternehmen werden ermutigt, ihren eigenen Energieverbrauch zu reduzieren, indem sie „low hanging fruits“ nutzen und in Energieeffizienzmaßnahmen investieren. Dies kann positive wirtschaftliche Effekte haben, indem Energiekosten gesenkt und Ressourcen optimiert werden. Darüber hinaus wird betont, dass eine nichtfinanzielle Berichterstattung und die Zusammenarbeit mit externen Experten bei der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen hilfreich sein können.

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Als Innovationsmanager:in ist der Inhalt dieses Artikels für dich relevant, da er Möglichkeiten zur Reduzierung des Energieverbrauchs in Unternehmen aufzeigt. Insbesondere im Immobilienbereich gibt es „low hanging fruits“, also einfache Maßnahmen, um den CO2-Ausstoß zu verringern. Darüber hinaus werden praktische Schritte und Tipps zur Verbesserung der Energieeffizienz vorgestellt. Diese Informationen können dir helfen, innovative Strategien und Lösungen zu entwickeln, um den Energieverbrauch deines Unternehmens zu optimieren und nachhaltige Ziele zu erreichen.

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Als Investor:in ist der Inhalt dieses Artikels relevant, da er wichtige Informationen zum Thema Energieeffizienz und Nachhaltigkeit liefert. Die EU-Taxonomie wird zunehmend zur Bewertung von Investitionen herangezogen, um sicherzustellen, dass Projekte den Anforderungen des EU Green Deals entsprechen. Unternehmen, die in diesem Bereich aktiv sind und ihren Energieverbrauch reduzieren, können von Finanzierungen profitieren und bieten langfristiges Potenzial für nachhaltige Renditen. Zudem verdeutlicht der Artikel, dass der Immobilienbereich in Unternehmen eine große Rolle spielt und Möglichkeiten für Energieeinsparungen bietet. Dies kann dazu beitragen, Energiekosten zu senken und die Umweltbelastung zu reduzieren. Insgesamt zeigt der Artikel, dass Energieeffizienz ein wichtiges Thema ist und für Investitionen im Nachhaltigkeitsbereich von Bedeutung sein kann.

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Der Inhalt dieses Artikels ist für dich als Politiker:in relevant, da er sich mit den Maßnahmen und Möglichkeiten zur Energieeffizienz in Unternehmen befasst. Als Politiker:in hast du die Verantwortung, klimapolitische Ziele umzusetzen und den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft zu fördern. Durch die Kenntnis der EU-Taxonomie und praktischer Tipps zur Reduzierung des Energieverbrauchs von Unternehmen kannst du geeignete politische Maßnahmen entwickeln, um Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Energieeffizienz zu verbessern und klimaschädlichen CO2-Ausstoß zu verringern.

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Der Artikel präsentiert die Bedeutung von Energieeffizienz in Unternehmen im Rahmen des europäischen Green Deals und der EU-Taxonomie. Durch die Reduzierung des eigenen Energieverbrauchs können Unternehmen ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten und gleichzeitig von praktischen Tipps und Maßnahmen profitieren. Insbesondere Immobilien spielen eine große Rolle bei der Energieeffizienz, und es gibt viele „low hanging fruits“, also einfache Maßnahmen, die Unternehmen umsetzen können, um ihren CO2-Ausstoß zu verringern. Die Implementierung von Energiedatenmanagement, technologischer Bewertung und Schulungen für Mitarbeiter:innen sind einige der empfohlenen Schritte. Das größere Bild besteht darin, dass Unternehmen aktiv zur Erreichung des Ziels eines klimaneutralen Europas bis 2050 beitragen können, während sie gleichzeitig von möglichen Kosteneinsparungen und einem positiven Image profitieren.

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Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Die relevantesten Personen in diesem Artikel sind:
  • Karin Lenhard (ESG-Expertin)
  • Konstantin Kulterer (Energie-Experte)

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Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

  • Erste Bank
  • Karin Lenhard (ESG-Expertin)
  • Konstantin Kulterer (Energie-Experte)

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