28.06.2022

Das sind die beliebtesten Startup-Städte in Europa

Für den Startup Heatmap Report 2022 wurden rund 24.000 Gründer:innen in ganz Europa befragt. Im Städte-Ranking schneidet Wien mittelmäßig ab.
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beliebtesten Startup-Städte in Europa Startup Heatmap Europa 2022 Climate Tech Landscape
(c) AdobeStock

Was sind die besten Startup-Hubs auf dem Kontinent? Diese Frage versuchen jedes Jahr mehrere Studien zu beantworten. DEEP Ecosystems wählt für seinen Startup Heatmap Report 2022 einen in der Idee simplen, aber in der Umsetzung aufwendigen Ansatz: Man befragt Gründer:innen in ganz Europa – und zwar rund 24.000 an der Zahl. Heraus kommt unter anderem ein Ranking der beliebtesten Startup-Städte in Europa. Natürlich umfasst der Report noch eine ganze Reihe weitere Fragestellungen rund um die Startup-Ökosysteme der europäischen Städte. Über Wiens gutes Abschneiden (auf niedrigem Niveau) beim Anteil an Gründerinnen berichtete der brutkasten bereits.

Startup Heatmap: Wien auf platz 15, Top-Städte spielen in anderer Liga

Und wo liegt Wien im Beliebtheits-Ranking, von dem die Top 50 veröffentlicht wurden (siehe Tabelle)? Mit rund fünf Prozent Nennungen unter den Befragten landet Österreichs Hauptstadt auf Platz 15 der beliebtesten Startup-Städte in Europa. Die Spitzenreiter, allen voran Berlin mit rund 37 Prozent und London mit rund 33 Prozent spielen in einer anderen Liga. Die Top 10 mit Madrid (ca. 6,4 Prozent) auf dem zehnten Platz scheinen aber durchaus in Reichweite. Im Vergleich zum Vorjahr verschlechterte sich Wien um drei Ränge.

Wien schneidet gut in Einzelwertungen ab – mit einer Ausnahme

Betrachtet man das Detail-Rating in der Befragung, fällt übrigens auf, dass der Rang in der Beliebtheitswertung nicht unbedingt damit korreliert. Wien schneidet in fünf von sechs erfragten Kategorien überdurchschnittlich ab und liegt hier zumeist nicht maßgeblich hinter bzw. teilweise vor Spitzenreiter Berlin. Als Schwäche von Österreichs Hauptstadt sticht die Verfügbarkeit von Talenten hervor. Andere Hubs, die im Ranking vor Wien liegen, kommen in einigen Kategorien auf signifikant schwächere Werte.

Ranking: Das sind die beliebtesten Startup-Städte in Europa

RangStadtProzent der NennungenRang Vergleich 2021in Prozent
1Berlin37.36%0-1.56%
2London33.09%0-3.29%
3Barcelona20.01%1+2.69%
4Lissabon16.36%2+6.74%
5Amsterdam16.17%-2-1.28%
6Tallinn9.20%3+0.06%
7Paris8.28%0-1.25%
8München7.55%-3-2.59%
9Stockholm7.12%1+0.94%
10Madrid6.43%3+0.77%
11Zürich5.92%-3-3.27%
12Mailand5.77%5+2.32%
13Porto5.67%5+2.33%
14Dublin5.37%-3-0.57%
15Wien5.01%-3-0.82%
16Warschau4.35%0+0.25%
17Valencia3.66%25+2.25%
18Brüssel3.51%25+2.19%
19Rom3.49%50+2.98%
20Kopenhagen3.24%-6-1.94%
21Helsinki3.05%2+0.69%
22Athen2.61%10+0.70%
22Belgrad2.61%38+1.88%
24Tel Aviv2.28%-9-1.86%
25Antwerpen2.17%63+1.97%
26Riga2.12%2+0.05%
27Sofia2.09%12+0.65%
28Palma de Mallorca1.89%12+0.45%
29Luxemburg1.85%-5-0.46%
30Bukarest1.82%-11-0.88%
31Budapest1.67%21+0.53%
32Vilnius1.65%15+0.47%
33Hamburg1.60%4+0.04%
34Malta1.46%-9-0.78%
35Düsseldorf1.45%55+1.31%
36Basel1.42%10+0.23%
37Nizza1.41%-16-1.03%
38Eindhoven1.35%10+0.17%
39Frankfurt1.32%-5-0.34%
40Prag1.23%-14-0.87%
41Cluj-Napoca1.19%10+0.03%
42Bratislava1.17%29+0.66%
43Trient1.16%29+0.66%
44Utrecht1.07%19+0.52%
45Stuttgart1.02%-7-0.51%
45Istanbul1.02%-1-0.21%
47Genf0.87%-27-1.57%
47Oslo0.87%-20-1.20%
47Zagreb0.87%14+0.22%
50Kölln0.73%-20-1.29%
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Prewave
Harald Nitschinger, Gründer von Prewave | (c) Prewave

Es nennt sich Quantified Resilience und soll zeigen, was Lieferkettenrisiken tatsächlich kosten. Das neue Portfolio des Wiener Startups adressiert die Risikolandschaft für globale Lieferketten, die sich seit Covid, der Chipknappheit sowie dem Krieg im Iran und in Russland verändert hat. Unternehmen haben in den vergangenen Jahren darauf reagiert und auf mehr Transparenz gesetzt, mehr Lieferanten überwacht und mehr Signale und Warnmeldungen verfolgt. Doch Einkaufsteams wollen nicht mehr Informationen, meint Co-Founder und seit Jänner alleiniger CEO Harald Nitschinger. „Sie wollen eine belastbare Entscheidungsgrundlage“, sagt er und bezieht sich auf eine Gartner-Studie aus 2026 mit dem Titel: „Market Overview for Supplier Risk Management Solutions.“ Teams, die ihre Zeit damit verbringen, schwer fassbare Risiken bei Sub-Tier-Lieferanten zu recherchieren und zu bewerten, hätten kaum Kapazitäten, um langfristige Resilienz aufzubauen.

Prewave: KI-Agenten übernehmen Recherche

Hier soll Quantified Resilience helfen, die globalen Risikodaten von Prewave mit den eigenen Daten eines Unternehmens zu verbinden, darunter Stücklisten, Lagerbestände, alternative Bezugsquellen und Umsatzzahlen. Spezialisierte KI-Agenten würden dann die Recherche übernehmen, Risiken priorisieren und deren mögliche finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen bewerten.

Ein Bestandteil des neuen KI-Portfolios heißt Prewave Respond und beinhaltet KI-Agenten, die Signale aus der gesamten Plattform bündeln und Risikosituationen danach ordnen, wie dringend Handlungsbedarf besteht. Risikomanager würden so auf einen Blick sehen, welche Situationen jetzt Aufmerksamkeit erfordern und welche warten können. Die Agenten lassen sich an die eigenen Prozesse und Prioritäten des jeweiligen Unternehmens anpassen.

Plattform zeigt Betroffenheit

„Die Bewertung einer Störung hat unser Risikoteam früher einen halben Tag gekostet, plus Abstimmung mit den Konzerneinkäufern, um die Auswirkungen auf die Lieferanten zu verifizieren“, erklärt Verena Rausch, Group Risk Manager bei der Vaillant Group, wie Prewave den Aufwand bei der Bewertung einzelner Störungen reduziert. „Beim Erdbeben von Kumamoto hat Prewave rund 50 aufgezeigte Lieferanten auf 11 eingegrenzt, die geprüft werden mussten, und einen unmittelbaren Produktionsstopp aufgezeigt. Das verkürzt den Zeitaufwand für jede Bewertung.“

Der Schlüssel zu dieser Priorisierung liege darin zu verstehen, was eine Störung für das Geschäft bedeutet. Die Prewave-Plattform kombiniert Informationen zu globalen Ereignissen, Lieferantenstandorten, Tier-n-Beziehungen und Rohstoffabhängigkeiten mit den eigenen Lieferketten- und ERP-Daten des Unternehmens. Sie zeige so, welche Lieferanten, Materialien oder Produkte tatsächlich betroffen sind.

Für Nitschinger ist Quantified Resilience der nächste Schritt im Umgang mit zunehmend komplexen Lieferkettenrisiken: „Unseren Kunden fehlt es nicht an Informationen. Im Gegenteil, sie werden mit Warnmeldungen, Ratings und Lieferanten-Updates überflutet. Wir geben ihnen jetzt Werkzeuge an die Hand, die diese Signale in eine konkrete Entscheidungsgrundlage verwandeln: Was verdient meine Aufmerksamkeit? Wo bin ich tatsächlich exponiert? Was steht finanziell auf dem Spiel? Und wo sollten wir Resilienz aufbauen, um die größte Wirkung zu erzielen? Quantified Resilience macht diese Zusammenhänge messbar und damit steuerbar.“

Resilienz von Kostenfaktor soll zur Investitionsentscheidung werden

Über die Priorisierung hinaus berechnet Prewave die finanziellen Auswirkungen einer Störung anhand von Daten wie Lagerbeständen, Stücklisten und Umsatz, heißt es. Damit soll die Resilienz von einem Kostenfaktor zu einer Investitionsentscheidung werden. Unternehmen könnten Ausgaben dorthin lenken, wo sie am meisten bewirken, und sie gegenüber Geschäftsführung und Vorstand mit belastbaren Zahlen untermauern.

Künftig will Prewave diesen Ansatz nutzen, um die Lieferketten seiner Kunden ganzheitlich und proaktiv zu optimieren. Prewave Optimise, ein weiteres Tool aus der „Quantified Resilience“-Strategie, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet, soll zeigen, wo Absicherungen über das notwendige Maß hinausgehen und wo gefährliche Lücken bestehen. Ziel ist ein Lieferantennetzwerk, das Kosten und Resilienz entsprechend der individuellen Risikobereitschaft eines Unternehmens ausbalanciert.

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