05.11.2019

Diagnosia: Exit für Hansmann und Speedinvest bei Wiener HealthTech-Startup

Der Österreichische Apotheker-Verlag (Apoverlag), der dem Österreichischen Apothekerverband und dem Verband angestellter Apotheker gehört, übernimmt die Mehrheit der Anteile des Wiener E-Health-Startups Diagnosia u.a. von Business Angel Hansi Hansmann und Speedinvest (II).
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Diagnosia: Apoverlag übernimmt Anteile von Hansmann und Speedinvest
(c) Diagnosia: Die Gründer Lukas Zinnagl und Michael Mikesch

2011 gegründet, bietet das Wiener HealthTech-Startup Diagnosia die – nach eigenen Angaben – meist verwendete Ärzte-App des Landes (Diagnosia Mobile) mit knapp 9000 aktiven Ärztinnen und Ärzten sowie eine der meist verwendeten Arzneimittel-Softwares (Diagnosia Enterprise) bei über 70 Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen. Bereits sehr früh war Bsuiness Angel Hansi Hansmann eingestiegen. 2017 folgten in einer weiteren Finanzierungsrunde Speedinvest (SI II) und GI Pharma – Hansmann verstärkte damals sein finanzielles Engagement. Nun verkauften die drei Investoren ihre Anteile in einem weiteren Deal.

+++ Das neue Lieblingsspielfeld der Investoren +++

Auch Gründer Zinnagl wird Anteile verkaufen

Der Österreichische Apotheker-Verlag (Apoverlag), der zu je 50 Prozent dem Österreichischen Apothekerverband und dem Verband angestellter Apotheker gehört, übernimmt laut einsehbaren Firmendaten rund 47 Prozent des Unternehmens. Der Deal ist aber noch nicht abgeschlossen – seitens des Startups ist von „mehr als 50 Prozent“ die Rede, die am Ende dem Apoverlag gehören werden. Neben Hansmann (zuvor ca. 27 Prozent), Speedinvest (ca. 12 Prozent) und GI Pharma (ca. 2,5 Prozent), die mit dem aktuellen Deal raus sind, wird auch Co-Founder und Geschäftsführer Lukas Zinnagl im nächsten Schritt Anteile verkaufen (er steht laut einsehbaren Firmendaten derzeit noch bei rund 36,5 Prozent). Co-Founder und COO Michael Mikesch hält seine Anteile (ca. 16,5 Prozent) und komplettiert die aktuelle Gesellschafter-Liste. Über das Volumen des Deals gibt Diagnosia keine Auskünfte.

Diagnosia soll Apoverlag-Angebot „strategisch ergänzen“

Die Zusammenarbeit von Diagnosia und Apoverlag solle die Arbeit für Ärzte und Pharmazeuten vereinfachen, die Qualität der Patientenversorgung deutlich erhöhen und das Informationsangebot konsolidieren, heißt es in einer Aussendung zu Deal. Das Startup werde vorrangig im Bereich Ärzte und Krankenanstalten das Produkt- und Dienstleistungsportfolio des Apoverlag strategisch ergänzen. „Diagnosia hat in den letzten Jahren durch starkes Wachstum bewiesen, dass Ärzte und andere medizinische Fachkreise die Softwarelösung in ihre tägliche Arbeit einbeziehen. Über die große Marktdurchdringung in Österreich und Deutschland, sowie die laufend wachsende Funktionalität, hat es in Österreich eine Innovationsführerrolle in diesem Marktsegment eingenommen“, sagt Heinz Wlzek, Geschäftsführer des Apoverlag.

i5invest strukturierte den Deal

Diagnosia CEO Lukas Zinnagl kommentiert: „Der Zusammenschluss mit dem Apoverlag ermöglicht uns die Erweiterung der Kundengruppe auf Pharmazeuten und die Stärkung unseres Enterprise Produktes, das Krankenanstalten in Österreich, Deutschland und der Schweiz mit einer Software Lösung für Arzneimittelinformationen versorgt“. Strukturiert wurde der Deal von i5invest. Der verantwortliche M&A-Berater Johannes Raidl sieht im Zusammenschluss großes Potenzial: „Die starke Digital-Kompetenz von Diagnosia vereint mit der Reichweite und Marktstärke des Apoverlag werden beiden Unternehmen einen Wachstumsimpuls geben und es ermöglichen weitere Produktinnovationen im Markt einzuführen“.

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Links Mitgründer von NXAI Sepp Hochreiter und Mitte rechts CEO von Neura Robotics David Reger | (c) Neura Robotics / NXAI

„Ein Roboter, der im Alltag und in der Industrie wirklich hilft, muss sich erinnern“, sagt David Reger, Gründer und CEO von Neura Robotics. Daher arbeitet sein Unternehmen mit dem Linzer Startup NXAI an der Merkfähigkeit von Robotern. „Gedächtnis und Erfahrungen sind die Voraussetzungen für Roboter, Aufgaben über viele Schritte zuverlässig zu lösen“, ergänzt Sepp Hochreiter, Gründer von NXAI.

Die Grundlage bietet Neura Robotics mit einem multimodalen Foundation-Modell, das Funktionen wie 3D-Sehen, Tastsinn und Audio mit einer Gedächtnisfunktion verbindet. Der Physical-AI-Stack von Neura Robotics wird mit einem xLSTM von NXAI, also einem künstlichen neuronalen Netz, verbunden. „xLSTM ist dafür gebaut, ist schnell, speichereffizient und kann den Zustand über lange Sequenzen halten“, sagt Hochreiter.

NXAI plant, ein eigenes Modell auf Basis der xLSTM-Architektur auf Neura Robotics‘ hauseigener Neuraverse-Plattform bereitzustellen. „Mit dem Neuraverse schaffen wir die Plattform, auf der auch andere starke KI-Ansätze ihren Weg in Roboter finden“, erklärt Reger.

Gesteigerte Effizienz

Ein Roboter arbeitet in Schleifen und verarbeitet permanent Wahrnehmungen, Entscheidungen und Handlungen. Laut Neura Robotics braucht er dafür Gedächtnis auf zwei Ebenen: das Arbeitsgedächtnis und das episodische Gedächtnis. Ein Roboter, der einen Prozess wiederholt ausgeführt hat, soll bei derselben Situation auf frühere Erfahrungen zurückgreifen können und so aus der Erfahrung handeln.

Die Roboter der Zukunft

Langfristig möchten die beiden Firmen, dass Roboter nicht nur einzelne Fähigkeiten ausführen, sondern über die Zeit Erfahrung aufbauen. Fähigkeiten, die Roboter aus der Interaktion mit der realen Welt lernen, sollen verbessert und auf andere Maschinen und Umgebungen übertragen werden.

From Science to Business

NXAI, gegründet vor drei Jahren, ist ein Deep-Tech-Unternehmen mit Sitz in Linz, das Lösungen für industrielle Anwendungen entwickelt. Die Firma versteht sich als Brücke zwischen Wissenschaft und Industrie. So möchte sie die eigene KI-Forschung in marktreife Produkte überführen. Im Mittelpunkt der Forschung stehen xLSTM-Modelle in den Bereichen Time Series und Robotics.

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