24.02.2025
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Das Verpackungs-1×1: Worauf Startups achten müssen

Wer ein neues Produkt entwickelt, denkt an Innovation, Design und Markterfolg – doch oft bleibt die Verpackung eine Nebensache. Warum Startups dieses Thema frühzeitig ernst nehmen sollten und wie Interzero mit einem speziellen Startup-Package unterstützt, erklärt Managing Director Thomas Glatz.
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Thomas Glatz, Managing Director von interzero in Österreich | (c)

Wer sich als junges Unternehmen an die Produktentwicklung macht, hat in aller Regel die Innovation im Blick: Wie hebe ich mich von der Konkurrenz ab? Welche Kundenbedürfnisse soll mein Produkt erfüllen? Wie kann ich wachsen? An Verpackungen und deren rechtliche Fallstricke denken nur die wenigsten. Dass dieses vermeintliche Randthema jedoch immens wichtig ist, betont Thomas Glatz, Managing Director bei Interzero Österreich, immer wieder. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, warum Verpackungen schon sehr früh in jeder Produktentwicklung mitgedacht werden sollten, wie komplex die regulatorischen Anforderungen sind und was Interzero gerade für Gründerinnen und Gründer zu bieten hat.

“Das Thema ist mega komplex … und wird schnell technisch.”

„Ich muss mich da selbst ein bisschen bremsen“, räumt Thomas Glatz gleich zu Beginn unseres Gesprächs ein. „Das Thema Verpackungen wird sehr rasch technisch und komplex. Dass dahinter eine ganze Welt an Regulierungen und Vorgaben steckt, ist vielen (angehenden) Unternehmen nicht bewusst – besonders, wenn es sich um junge Startups handelt, die sich hauptsächlich auf ihre Produkte konzentrieren.“

Wer als Startup in den Handel will, muss sich gut vorbereiten: Die Anforderungen an Verpackung, Logistik und gesetzliche Vorgaben sind hoch | (c) Adobestock

„Ich komme selbst aus der Getränkeindustrie und kenne das sehr gut“, sagt Glatz. „Du brennst fürs Produkt, fürs Marketing, für die Marke – und vergisst leider, dass hinter jeder Verpackung sowohl wirtschaftliche als auch regulatorische Anforderungen stehen.“ Diese Anforderungen verbergen sich in Österreich etwa im Abfallwirtschaftsgesetz und in der Verpackungsverordnung; für den gesamteuropäischen Markt kommen dann noch weitere Regeln wie die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) hinzu. „Das ist für ein junges Unternehmen, das gerade seine Idee skalieren will, schlicht überwältigend“, fasst Glatz zusammen.

Von der Idee bis zur Verpackungslizenzierung

Was müssen Gründerinnen und Gründer also beachten, wenn sie ein Produkt – zum Beispiel eine nachhaltige Seife oder neue Bio-Waffeln – auf den Markt bringen wollen? “Sobald du Verpackungen hast, brauchst du eine Lizenzierung. Wichtig ist, dass man sich um diese sogenannte Systemteilnahmepflicht kümmert, sonst drohen Verwaltungsstrafen“, erläutert Glatz. 

Wirklich spannend wird es aber schon, bevor man überhaupt an die Lizenzierung denkt. „Wenn du die Verpackung erst dann anpasst, hast du schon viele Weichen falsch gestellt“, so Glatz. „Du solltest das Thema genau dann angehen, wenn du mit deinem Produkt noch in den Kinderschuhen steckst – du hast ein tolles Produkt, möchtest es verpacken, weißt aber nicht, welches Material am besten passt. Genau an diesem Punkt setzen wir an.“

Das Startup-Package von Interzero

Für junge Unternehmen, die sich mit diesen Fragestellungen zum ersten Mal konfrontiert sehen, hat Interzero ein eigenes Startup-Package geschnürt (brutkasten berichtete). „Wir haben gesagt: Wir müssen ganz vorne ansetzen, dort, wo die Ideen entstehen. Und wir wollen wirklich helfen“, berichtet Glatz. „Das Consulting Package, das wir speziell für Startups konzipiert haben, ist im ersten Jahr gratis. Im zweiten Jahr kostet es dann die Hälfte, damit der Schritt wirklich niederschwellig ist.“

Mit einem speziellen Startup-Paket unterstützt Interzero junge Unternehmen beim Markteintritt in Österreich. In Zusammenarbeit mit dem FMCG-Accelerator Clever Clover unter der Leitung von Heinrich Prokop bietet der Kreislaufwirtschafts-Dienstleister maßgeschneiderte Services – von Beratung über Verpackungsentwicklung bis hin zum Abfallmanagement.

Ziel ist es, frühzeitig das richtige Verpackungsmaterial zu finden und technische wie regulatorische Hürden zu vermeiden. „Wenn du zum Beispiel eine Seife hast, denkst du vielleicht: ,Ich nehme Papier, das wirkt nachhaltig. Das Problem dabei: Eine Seife gibt Fette ab. Dann brauchst du von innen eine Beschichtung, womöglich aus Kunststoff. Schon hast du einen Verbund, der schwieriger zu recyceln ist“, erklärt Glatz. „Manchmal ist eine monomaterielle Kunststoffverpackung wesentlich sinnvoller, weil sie zu 100 Prozent recycelbar ist und dadurch im Kreislauf bleibt.“

Ebenso wichtig sei aber auch der Kostenfaktor. „Startups haben kein großes Budget. Wenn sie eine neuartige Folie entwickeln wollen, kostet das logischerweise mehr, als wenn sie eine vorhandene Standardfolie wählen. Wir beraten da sehr intensiv, zeigen die Möglichkeiten und sagen ganz offen, was realistisch ist. Wir haben ein riesiges Netzwerk an Verpackungsproduzenten, können aber möglicherweise sogar helfen, den richtigen Abfüller oder Co-Packer zu finden. Damit können wir gezielt Lösungen suchen, die wirtschaftlich passen und langfristig nachhaltig sind.“

„Nicht nur Verpackungen, sondern auch Batterien und Elektroaltgeräte“

Hinter Interzero stehen jedoch weit mehr Leistungen, als man zunächst vermuten würde. „Wir kommen aus der Kreislaufwirtschaft und haben schon über 30 Jahre Erfahrung in diesem Bereich“, betont Glatz. „Neben Verpackungen kümmern wir uns ebenso um Batterien und Elektroaltgeräte. Das heißt, wer ein Produkt mit Batterien oder ein Elektrogerät auf den Markt bringt, braucht ebenfalls eine Lizenzierung – da springen wir auch ein.“

Foto: Adobestock

Interzero deckt außerdem die gesamte Wertschöpfungskette im Verpackungsbereich ab: von der ersten Idee (Verpackungsdesign, Beratung, Materialauswahl) über die klassische Lizenzierung („Systemteilnahme“) bis hin zum Abfallmanagement inkl. Abfallwirtschaftskonzepte für größere Produktionsstandorte. „Wenn du als Startup irgendwann selbst produzierst oder Abfälle an deinem Standort anfallen, stellen wir Kompaktier Anlagen (sog. Ballenpressen der Fa. Orwak) bereit und kümmern uns um die gesamte Müllentsorgung, das Sortieren und Verwerten bzw. das Recyceln von Wertstoffen wie z.B. Papier, Karton oder Folien“, erklärt Glatz. „Alles aus einer Hand, das ist unser USP.“

Die Herausforderung: Regulierungen in jedem EU-Land

Besonders komplex wird das Thema, sobald ein Startup grenzüberschreitend agiert und seine Produkte auch in anderen europäischen Ländern verkaufen möchte. „EU-weit ist das zwar durch die PPWR (Packaging, Packaging Waste Regulation) geregelt, aber auch mega komplex, weil jedes Land eigene Regeln und Anforderungen hat, vor allem wenn es um die Bestellung eines sogenannten Bevollmächtigten (Authorized Representative) geht, oder die kommende Ökomodulation“, stellt Glatz klar.

Interzero ist jedoch europaweit aufgestellt und kann laut Glatz auch in diesem Bereich beraten: „Wir sind aktuell selbst in 8 EU-Ländern tätig, und man merkt, dass es da riesigen Bedarf an Orientierung gibt. Viele Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer sind echt verzweifelt, wenn sie merken, was alles auf sie zukommt.“

Das „Warum“ hinter Interzero

Auf die Frage, warum man sich mit Verpackungsexpertinnen und -experten auseinandersetzen sollte, wenn es einem doch um das eigentliche Produkt geht, hat Thomas Glatz eine klare Antwort: „Weil ohne funktionierende Verpackung und ohne Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben dein Produkt gar nicht in den Handel kommt oder später hohe Strafen drohen. Außerdem: Wir wollen Ressourcen schonen. Verpackungen sind kein Übel, das wir verfluchen sollten – sondern eine notwendige Maßnahme, die man aber smart gestalten kann.“

Foto: Adobestock

Gerade in Zeiten, in denen nachhaltiges Wirtschaften immer mehr zum Verkaufsargument und zum gesellschaftlichen Muss wird, sei es unerlässlich, früh darüber nachzudenken, wie man seine Ware verpackt. „Obwohl man es bei einer dünnen Kunststofffolie vielleicht gar nicht denkt, kann das durchaus der nachhaltigste Weg sein – sofern man ein recyclingfähiges Monomaterial wählt. Viele Trends, wie vermeintlich ,kompostierbare‘ oder ,biobasierte‘ Kunststoffe, stellen sich am Ende als Sackgasse heraus, weil sie das Recycling stören oder mit falschen Versprechen werben. Wir nennen das Greenwashing, und das will niemand“, so Glatz.

Fazit: Startups sollten frühzeitig Hilfe suchen

Thomas Glatz empfiehlt allen Gründerinnen und Gründern, möglichst früh auf Interzero zuzugehen und sich über das Startup-Package zu informieren: „Wir machen einen kostenlosen Erstcheck, schauen uns das Produkt an und beraten, welche Verpackung Sinn ergibt. Danach klären wir die ganze Lizenzierungsthematik und zeigen auf, welche Paragrafen oder Regelungen relevant sind – Abfallwirtschaftsgesetz, Verpackungsverordnung, PPWR, was auch immer. Da soll sich ein junger Unternehmer gar nicht mit den Details herumschlagen müssen. Wir sind dafür da.“

Wer mehr will und aufwendige Sonderverpackungen braucht oder sein Produktportfolio ausbaut, kann sich ebenfalls an Interzero wenden. „Es gibt nach oben keine Grenzen. Je komplexer die Verpackungsanforderung, desto eher lohnt es sich, jemanden an Bord zu holen, der seit Jahrzehnten nichts anderes macht“, sagt Glatz. Er betont aber auch: „Das Wichtigste ist und bleibt, dass ein Startup sich auf sein Kerngeschäft konzentriert. Und genau dabei nehmen wir den Leuten den technischen und regulatorischen Ballast ab.“

So oder so: Das Thema Verpackung kann in die Tiefe gehen und wird technisch. Doch wer sich davon nicht abschrecken lässt und früh auf professionelle Unterstützung setzt, erspart sich umständliche Nachbesserungen und kostspielige Fehler. „Es geht darum, Zeit, Geld und Nerven zu sparen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Das funktioniert nur, wenn man Verpackung von Anfang an in sein Gründungsvorhaben mitdenkt“, fasst Thomas Glatz zusammen. „Und wenn mir jemand sagt: ,Das ist ja alles kompliziert!‘ – dann antworte ich: ,Ja, aber dafür sind wir ja da.“


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Florian Haas (EY) und Daniela Haunstein (invest.austria) | Foto: EY & invest.austria

„Internationale Investor:innen sind zurück – und zwar nicht nur symbolisch, sondern mit substanziellen Tickets“, sagt Florian Haas, Head of Start-up bei EY Österreich. Nach dem „Start-up-Barometer“ vor zwei Wochen (brutkasten berichtete) veröffentlichte EY nun gemeinsam mit invest.austria auch das „Start-up Investment Barometer“ für das erste Halbjahr, das noch detailliertere Zahlen zu den Investor:innen der Finanzierungsrunden liefert.

„Der Vergleich zum Vorjahr zeigt eine massive Verschiebung: 2025 wurde der Markt noch stark von heimischen und gemischten Investor:innengruppen getragen, 2026 kommt der Großteil des Kapitals wieder aus rein internationalen Runden. Das ist ein starkes Vertrauenssignal für die Qualität österreichischer Startups und für die internationale Wahrnehmung des Standorts“, erklärt Haas.

64 Prozent des Investment-Volumens aus dem Ausland

Wie bereits im „Start-up Barometer“ zu lesen, verzeichnete der österreichische Venture-Capital-Markt in den ersten sechs Monaten des Jahres eine deutliche Erholung: Das Gesamtfinanzierungsvolumen stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 329 Prozent auf 472 Millionen Euro an, während die Zahl der Finanzierungsrunden mit 97 Abschlüssen einen neuen historischen Höchstwert erreichte.

Die detaillierte Analyse der Investorendaten zeigt nun, dass dieser Aufschwung in erster Linie durch ausländisches Kapital getragen wird. So flossen im ersten Halbjahr 2026 mindestens 300 Millionen Euro beziehungsweise 64 Prozent der Gesamtsumme von rein internationalen Investor:innengruppen nach Österreich – im ersten Halbjahr 2025 waren es lediglich rund 21 Millionen Euro beziehungsweise 27 Prozent gewesen. Der Anteil rein österreichischer Investorengruppen am Investitionsvolumen sank im selben Zeitraum von 17 auf nur noch fünf Prozent.

„Je größer die Finanzierungsrunde, desto internationaler wird die Kapitalbasis“

Trotz des gestiegenen Anteils an internationalem Kapital bilden inländische Investor:innen weiterhin das quantitative Fundament des österreichischen Ökosystems. Heimische Geldgeber waren an mindestens 61 der 97 registrierten Finanzierungsrunden (63 Prozent) beteiligt. Zudem wurden 39 Abschlüsse (40 Prozent) ausschließlich von österreichischen Kapitalgeber:innen finanziert. Auch personell stellen heimische Akteure die stärkste Gruppe: Von den mindestens 230 namentlich bekannten Investor:innen haben 116 (50 Prozent) ihren Hauptsitz in Österreich, gefolgt von Deutschland mit 49 (21 Prozent) und der Schweiz mit elf Geldgeber:innen.

Doch die Studie kommt einmal mehr zum Ergebnis: Mit steigenden Finanzierungssummen nimmt die Präsenz österreichischer Investor:innen kontinuierlich ab. Bei kleineren Deals bis zu einer Million Euro stellen sie noch 74 Prozent aller beteiligten Geldgeber:innen, bei mittelgroßen Runden (1,1 bis zehn Millionen Euro) sinkt der Wert auf 36 Prozent und bei Großfinanzierungen über zehn Millionen Euro liegt der heimische Anteil bei lediglich rund 13 Prozent. Im ersten Halbjahr 2025 lag dieser Anteil bei Deals über zehn Millionen Euro noch bei rund 80 Prozent. In der aktuellen Berichtsperiode kamen sieben der zehn größten Finanzierungsrunden ohne jegliche Beteiligung österreichischer Investor:innen zustande.

Daniela Haunstein, Managing Director von invest.austria, ordnet diese Abhängigkeit ein: „Die Zahlen zeigen sehr deutlich, dass internationales Kapital wieder bereit ist, größere Wachstumsfinanzierungen in Österreich zu begleiten. Das ist eine erfreuliche Entwicklung und ein wichtiges Signal für den Standort. Gleichzeitig macht die Analyse aber auch sichtbar, dass Österreich bei großen Finanzierungsrunden weiterhin stark von ausländischem Kapital abhängig ist. Um langfristig mehr Wertschöpfung, Wachstum und Skalierung im Inland zu ermöglichen, müssen wir zusätzliche heimische Kapitalquellen erschließen.“ Gerade institutionelle Investor:innen wie Pensionskassen, Versicherungen und Stiftungen würden dabei eine zentrale Rolle spielen. Deshalb sei die rasche und ambitionierte Umsetzung des angekündigten Dachfonds ein wichtiger Schritt, um privates Kapital stärker für Innovation und Unternehmertum zu mobilisieren.

„Flywheel-Effekt“

Diese ausgeprägte Abhängigkeit von ausländischen Kapitalgebern bei großen Runden birgt laut invest.austria langfristige Nachteile für das Ökosystem, die sich insbesondere bei Unternehmensverkäufen bemerkbar machen. Im ersten Halbjahr 2026 stachen neben den Finanzierungsrunden auch erfolgreiche Exits wie jener des oberösterreichischen Haustier-Tracking-Spezialisten Tractive oder die Übernahme des Linzer AI-Startups Emmi AI hervor.

Daniela Haunstein warnt jedoch davor, die Wertschöpfung solcher Exits ins Ausland zu verlieren, falls heimische Geldgeber bei der Skalierung außen vor bleiben: „Internationale Investor:innen bringen nicht nur Kapital, sondern auch Netzwerke, Erfahrung und Marktzugang. Österreichische Startups profitieren davon enorm. Gleichzeitig sollte es unser Ziel sein, künftig mehr dieser Wachstumsfinanzierungen gemeinsam mit heimischen Investor:innen darzustellen. Warum das so wichtig ist, zeigt sich ganz besonders im Exit-Fall: Wenn Aushängeschilder wie Tractive oder zuletzt Emmi AI erfolgreich verkauft werden, fließt das Geld nur dann in unseren Kreislauf zurück, wenn heimische Geldgeber:innen an Bord waren.“ Diese würden das freigewordene Kapital durch neue Investments wieder in das System zurückspielen – ein „Flywheel-Effekt“, der in anderen Startup-Nationen längst als Erfolgsmotor diene. „Je stärker unsere heimische Investor:innenlandschaft also wird, desto mehr Wertschöpfung und Know-how können wir durch diesen Kreislauf langfristig im Land halten“, so Haunstein.

Künstliche Intelligenz etabliert sich als zweitstärkster Sektor

Neben der Herkunft des Kapitals zeigt die Studie klare thematische Schwerpunkte im Verhalten der Investor:innen, wobei Künstliche Intelligenz (AI) eine herausragende Rolle einnimmt. Im ersten Halbjahr 2026 flossen insgesamt 93 Millionen Euro an österreichische Startups mit einem KI-Schwerpunkt. Dies entspricht dem zweithöchsten je in einem Halbjahr registrierten Wert seit Beginn der Auswertungen im Jahr 2023 – nur im ersten Halbjahr 2024 lag die Summe mit 117 Millionen Euro noch höher. Insgesamt entfielen 30 der 97 Finanzierungsrunden (31 Prozent) auf Unternehmen mit KI-Bezug.

Laut Florian Haas investieren Kapitalgeber in diesem Segment zunehmend zielgerichteter: „Künstliche Intelligenz ist der zentrale Innovationstreiber in nahezu allen Branchen. Investor:innen investieren heute nicht mehr nur in die Technologie selbst, sondern vor allem in konkrete Anwendungsfälle mit skalierbaren Geschäftsmodellen. Österreichische Startups können hier mit starken Lösungen in Bereichen wie Health, Cybersecurity, Enterprise Software oder Industrial Tech punkten“.

Die internationale Sichtbarkeit heimischer Entwicklungen werde zudem durch den Emmi-AI-Exit bestärkt: „Die erfolgreiche Übernahme von Emmi AI durch Mistral hat international für viel Aufmerksamkeit gesorgt und zeigt, dass Österreich im Bereich Künstliche Intelligenz nicht nur innovative Technologien hervorbringt, sondern Unternehmen mit internationaler Relevanz aufbauen kann. Solche Erfolgsgeschichten schaffen Sichtbarkeit, stärken das Vertrauen von Investor:innen und setzen wichtige Signale für die nächste Generation von AI-Gründer:innen“, so Haas.

Nachhaltigkeit: „Kapitalintensive und größere Wachstumstickets“

Ein noch größeres Finanzierungsvolumen als der KI-Bereich konnte das Querschnittsthema Nachhaltigkeit (Sustainability) für sich verbuchen. Mit insgesamt 170 Millionen Euro floss im ersten Halbjahr 2026 mehr als jeder dritte investierte Euro (36 Prozent) in Startups mit Nachhaltigkeitsbezug. Dies stellt laut der Studie den mit Abstand höchsten Betrag seit Beginn der Untersuchungen im Jahr 2022 dar.

Gleichzeitig steht diesem Rekordvolumen eine vergleichsweise geringe Anzahl an Transaktionen gegenüber: Lediglich 14 der 97 Finanzierungsrunden (14 Prozent) entfielen auf diesen Bereich. Florian Haas erklärt dieses Phänomen mit den spezifischen technologischen Anforderungen des Sektors: „Im Nachhaltigkeitsbereich beobachten wir, dass Investor:innen sehr gezielt in Unternehmen investieren, die bereits eine gewisse Größenordnung erreicht haben und Lösungen für zentrale Transformationsherausforderungen entwickeln. Themen wie nachhaltiges Bauen, Energie, Batterietechnologie oder Dekarbonisierung sind häufig kapitalintensiv und erfordern größere Wachstumstickets.“ Entsprechend konzentriere sich ein erheblicher Teil des verfügbaren Kapitals auf vergleichsweise wenige Unternehmen mit hohem Skalierungspotenzial und internationaler Relevanz.

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