05.07.2019

Dark Social: Wenn Traffic-Quellen nicht nachvollziehbar sind

Bei Dark Social handelt es sich um Traffic, der aus Quellen stammt, die für Webseitenbetreiber nicht ersichtlich sind. Vorrangig entsteht Dark Traffic durch Links, die in e-mails und WhatsApp-Nachrichten angeklickt werden. Mit dem brutkasten spricht Linkilike-Founder Alexander Pühringer über die "quellenlosen Klicks".
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(c) Linkilike - Das Unternehmen von Linkilike-Founder Alexander Pühringer erklärt Dark Social.

Was wie etwas aus einem düsteren Fantasy-Roman klingt und Assoziationen zu dubiosen und gar bösen Dingen erzeugt, ist in Wahrheit etwas, dass auf die fehlende Nachvollziehbarkeit von Quellen anspielt. Bei Dark Social handelt es sich um Traffic, von etwa Chats bei WhatsApp, Messenger oder einfachen e-Mails, bei dem ein Link mitgesandt und vom Empfänger angeklickt wird. Auch das einfache Eintippen einer URL (ohne Suchergebnis) in die Adresszeile des Browsers erzeugt Dark Traffic, bei der der Anbieter nicht weiß, woher der Traffic herkommt. Der Content-Distributer Linkilike hat das Thema aufgegriffen und in einem Blog seine persönliche Sichtweise über dieses wenig bekannte Phänomen, das aber immer stärkeren Einfluss nimmt, dargelegt.

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Dark Social und die Kritik daran

„Dark Social wird oft kritisch gesehen, weil Analysten bzw. Analyseprogramme nicht Alles bis ins kleinste Detail erfahren können“, sagt Linkilike-Gründer Alexander Pühringer. Wie er und seine Mitarbeiterin Christina Weitz, Onlinemarketing-Chefin, erklären, ist das Thema gar nicht so neu. 2012 hat Alexis C. Madrigal im Artikel „Dark Social: We Have the Whole History of the Web Wrong“ behauptet, dass die Bedeutung von Social Media wie Facebook oder Twitter massiv überschätzt wird und der Großteil an geteilten Links über Dienste mit nicht nachvollziehbaren Quellen verbreitet werden.

Kein Ende von Facebook-Kampagnen

2016 konnte eine Studie von RadiumOne diese Aussage bestätigen und fand heraus, dass über 80 Prozent des Traffics über Dark Social entstehen. Neun Prozent des Traffics kommt über Facebook und nur sieben Prozent über alle anderen sozialen Netzwerke. Dennoch sollte man nicht überspitzt reagieren, was Social Media betrifft, und dessen Bedeutung unterschätzen, meint Pühringer: „Wenn etwa Mercedes eine Kampagne startet, um Traffic zu generieren, führt kein Weg an Facebook vorbei“, sagt er.

Du, sieh mal…

Dennoch ist bemerkenswert, dass in dieser Studie herausgefunden wurde, dass 62 Prozent aller Klicks über Dark Social-Shares von mobilen Endgeräten stammen und nur 38 Prozent von Desktop-Geräten, wie Weitz beschreibt. Ein weiteres Beispiel dafür, so Pühringer, wäre die Satire-Plattform „Die Tagespresse“, die über einen hohen Anteil an Dark Traffic verfüge. User würden nicht aktiv danach suchen, sondern von Freunden und Bekannten Links erhalten.

Wie kann man Dark Social nutzen?

Ein Grund dafür ist das veränderte Verhalten in Social Media. Die User legen mehr Wert auf Privatsphäre und teilen diverse Themengebiete verstärkt privat. Durch diese persönliche Empfehlung tendieren Adressaten eher dazu, den erhaltenen Link zu öffnen, da er von Freunden oder Bekannten geschickt wurde. Und hier liegt laut Linkilike die Chance, Dark Traffic zu nutzen. Neben gutem Content als Grundvoraussetzung sollten auch Onpage-SEO-Maßnahmen gesetzt werden, um etwa für mündliche Empfehlungen, die zu einer Suchanfrage führen, gewappnet zu sein. Auch die Implemetierung eines Share-Button zur einfachen Teilung der Inhalte gehöre dazu.

Im Hinblick auf Dark Traffic sei es zudem wichtig, dass diese Share-Buttons nicht nur klassische Optionen wie „Teilen auf Facebook“ oder „Twitter“ bieten, sondern auch die Weiterleitung auf WhatsApp, per e-Mail und auf anderen Messenger-Diensten ermöglichen. Dadurch ließe sich der Anteil an Dark Traffic enorm steigern.


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Die Wiener High-Tech-Gruppe TTTech stellt sich neu auf. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 gründet das Unternehmen die TTTech Systems SE, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft, in der die Geschäftsfelder Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritische Infrastruktur gebündelt werden. Zur kritischen Infrastruktur zählt TTTech etwa Anwendungen in der Energieerzeugung. Laut Aussendung wachsen diese Märkte gerade in Nordamerika und Europa stark.

Das Portfolio der neuen Gesellschaft umfasst Komponenten, Produkte und komplette Plattformlösungen für sicherheitsrelevante Anwendungen. Zum Einsatz kommen sie nach Unternehmensangaben in Kommunikations- und Avionikarchitekturen von Verkehrsflugzeugen, militärischen Luftfahrzeugen, Advanced-Air-Mobility-Plattformen, Satelliten, Raumfahrzeugen und Trägerraketen. Technologien und Produkte von TTTech kommen unter anderem in der europäischen Trägerrakete Ariane 6 und bei der NASA-Mondmission Artemis II zum Einsatz.

Nächster Schritt nach NXP-Deal und Invest-AG-Einstieg

TTTech ordnet die Gründung als weiteren Schritt seiner langfristigen Wachstumsstrategie ein. Anfang 2025 hatte die Gruppe ihre Anteile an der von ihr mitbegründeten TTTech Auto an NXP verkauft und sich danach stärker auf ihre Kerngeschäfte konzentriert. Erst im August stieg zudem die Linzer Invest AG mit 11 Prozent bei TTTech ein (brutkasten berichtete).

Das Unternehmen verweist auf die weltweit steigende Nachfrage nach sicheren, resilienten und zunehmend autonomen Technologien. Gleichzeitig würden technologische Souveränität, Versorgungssicherheit und digitale Resilienz an Bedeutung gewinnen.

„Europa braucht in Bereichen wie Raumfahrt, Verteidigung, kritischer Infrastruktur und industrieller Automatisierung starke Technologieunternehmen mit langfristiger Perspektive. Mit der TTTech Systems SE schaffen wir die Voraussetzungen, unsere Stärken gezielter einzusetzen und neue Wachstumschancen in internationalen Märkten zu nutzen“, wird Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTech, in der Aussendung zitiert.

Eddie Myers wird CEO

An der Spitze der TTTech Systems SE steht Eddie Myers. Er ist am 15. Juli zu TTTech gekommen und derzeit als CEO von TTTech North America tätig. Die Leitung der neuen Gesellschaft übernimmt er mit 1. Oktober zusätzlich. Myers soll laut Aussendung Branchenkenntnisse und Verbindungen in Nordamerika, einen Kernmarkt von TTTech, einbringen und die weltweite Marktpositionierung der Tochter vorantreiben.

Hauptsitz bleibt Wien

Sowohl TTTech als auch die TTTech Systems SE haben ihren Hauptsitz in Wien. Die Stadt soll auch künftig das Zentrum der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Gruppe bleiben, ergänzt durch Engineering-Teams in Deutschland, Finnland, Serbien und Rumänien.

Für Kunden, Partner und Lieferanten ändert sich mit dem Übergang der Geschäftsbereiche laut TTTech nichts. Produkte, Dienstleistungen, laufende Projekte und Supportleistungen würden in gewohnter Form fortgeführt. Bestehende Verträge, Zertifizierungen und Geschäftsbeziehungen bleiben demnach gültig, ebenso die bisherigen Ansprechpartner und Prozesse.

„Gleichzeitig steht dieser Schritt für Kontinuität. Unsere Kunden und Partner können weiterhin auf die technologische Exzellenz und Verlässlichkeit vertrauen, für die TTTech seit Jahrzehnten steht“, so Kopetz.

Die TTTech Group beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 1.200 Mitarbeitende an zwölf Standorten in elf Ländern.

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