23.01.2025
KRIMINELLE ENERGIE

Dark Leadership: So sieht unmoralische Unternehmensführung aus

Viel wird über moderne Unternehmensführung geredet. Die dunkle Seite von Leadership dagegen wird in der Öffentlichkeit kaum behandelt. Deshalb haben Forscher:innen der WU Wien Aspekte toxischer Verhaltensweisen durchleuchtet. Und bestimmte Muster ausgearbeitet.
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Toxische Unternehmensführung, Dark Leadership
© WU Executive Academy - WU-Leadership-Experte Günter Stahl.

Verbale Gewalt, Korruption, Machtmissbrauch und Manipulation. Was wie ein Rezept für den Antagonisten eines Polit- oder Wirtschaftsthrillers klingt, ist ein realer Zweig einer toxischen Unternehmensführung, die den schmalen Grat zwischen Narzissmus und Pschychopathentum geht. Das haben Günther Stahl, Management-Professor und -Forscher an der WU Wien und langjähriger Vortragender an der WU Executive Academy, Stephan Doering, Vorstand der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie der MedUni Wien und eine Forscherin an der WU Wien herausgefunden. Und damit die dunkle Seite von Leadership offengelegt.

Toxische Unternehmensführung: Drei Persönlichkeitsmuster

Dies taten sie in einem Forschungsprojekt, indem sie sechs international bekannte Top-CEOs untersucht haben, die in Betrugsfälle verwickelt waren. Die Hypothese dabei war: „Diese CEOs könnten psychopathologische Tendenzen aufweisen“. Die „dunkle Triade“ von Persönlichkeit, die den Forschern hierbei als Basis diente, besteht aus den drei Persönlichkeitsmustern: Narzissmus, Psychopathie und Machiavellismus.

Fünf der sechs CEOs wurden wegen Machtmissbrauchs bzw. Korruption zu Haftstrafen verurteilt und wiesen den Ergebnissen nach starke machiavellistische Züge auf: die Tendenz zu lügen, zu betrügen und zu manipulieren. Zwei von ihnen zeigten auch narzisstische Züge wie Grandiosität, Aufmerksamkeitssucht, Arroganz und Kritikunfähigkeit.

„Unverantwortliches Leadership ist oft durch egoistisches Verhalten und das Streben nach persönlichen Vorteilen auf Kosten anderer geprägt. Prominente Beispiele für unethisches bis hin zu korruptem Verhalten in den Führungsetagen sind etwa die Lehman-Pleite von 2008, die nach dem Platzen einer Immobilienblase auch eine weltweite Finanzkrise einläutete, oder der Abgas-Skandal von 2015, bei dem Volkswagen die Abgaswerte einiger Modelle bewusst manipulierte, um bestimmte Abgasnormen einzuhalten“, liest es sich in einer Aussendung.

Unternehmenskultur spielt eine Rolle

Die Studie untersuchte zudem auch die Unternehmenssysteme -und kulturen, in denen sich diese CEOs bewegten. Fehlende ethische Strukturen, fehlende oder unethische Anreizsysteme in ihren Unternehmen und ein starker Druck, sich anpassen zu müssen, könnten ihr Fehlverhalten begünstigt haben, so die These.

„In allen Unternehmen fanden wir starken Konformitätsdruck auf Top-Managementebene, der zu einigen der beobachteten Verhaltensanpassung führte“, erklärt Stahl und zeigt damit folgende Kohärenz: wenn Unternehmen ethische Strukturen und Anreizsysteme vernachlässigen, steigt die Wahrscheinlichkeit für unethisches und unmoralisches Verhalten.

Toxische Unternehmensführung

Spannend ist außerdem, dass im Nachhinein Fehlverhalten gern mithilfe der Gepflogenheiten und Normen des Unternehmens rationalisiert wird. Aussagen wie „dieses Vorgehen ist weit verbreitet in unserer Branche“ oder „der Zweck heiligt die Mittel“ helfen solchen Führungskräften dabei, sich selbst als ethische Personen zu sehen, obwohl ihre Handlungen das Gegenteil belegen.

Stahl fand derartige Mechanismen in allen von ihm untersuchten Unternehmen und betont, dass unethisches Verhalten oft ganz langsam und kaum merklich zur Gewohnheit wird. Kleine Regelbrüche erscheinen mit der Zeit immer weniger problematisch, was dazu führt, dass sich Führungskräfte zunehmend in unethische Verhaltensmuster verstricken. Allerdings: „Auf jeden korrupten Manager kommt vermutlich ein Dutzend Führungskräfte, die verantwortungsvoll und sinnorientiert handeln“, betont Stahl.

Das Fazit: Die meisten Führungskräfte, so die Erkenntnis, seien weder Heilige noch Betrüger, aber bestimmte Persönlichkeitsmerkmale in Kombination mit einer dysfunktionalen Organisationskultur könnten toxisches oder unethisches Verhalten begünstigen.

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Links Mitgründer von NXAI Sepp Hochreiter und Mitte rechts CEO von Neura Robotics David Reger | (c) Neura Robotics / NXAI

„Ein Roboter, der im Alltag und in der Industrie wirklich hilft, muss sich erinnern“, sagt David Reger, Gründer und CEO von Neura Robotics. Daher arbeitet sein Unternehmen mit dem Linzer Startup NXAI an der Merkfähigkeit von Robotern. „Gedächtnis und Erfahrungen sind die Voraussetzungen für Roboter, Aufgaben über viele Schritte zuverlässig zu lösen“, ergänzt Sepp Hochreiter, Gründer von NXAI.

Die Grundlage bietet Neura Robotics mit einem multimodalen Foundation-Modell, das Funktionen wie 3D-Sehen, Tastsinn und Audio mit einer Gedächtnisfunktion verbindet. Der Physical-AI-Stack von Neura Robotics wird mit einem xLSTM von NXAI, also einem künstlichen neuronalen Netz, verbunden. „xLSTM ist dafür gebaut, ist schnell, speichereffizient und kann den Zustand über lange Sequenzen halten“, sagt Hochreiter.

NXAI plant, ein eigenes Modell auf Basis der xLSTM-Architektur auf Neura Robotics‘ hauseigener Neuraverse-Plattform bereitzustellen. „Mit dem Neuraverse schaffen wir die Plattform, auf der auch andere starke KI-Ansätze ihren Weg in Roboter finden“, erklärt Reger.

Gesteigerte Effizienz

Ein Roboter arbeitet in Schleifen und verarbeitet permanent Wahrnehmungen, Entscheidungen und Handlungen. Laut Neura Robotics braucht er dafür Gedächtnis auf zwei Ebenen: das Arbeitsgedächtnis und das episodische Gedächtnis. Ein Roboter, der einen Prozess wiederholt ausgeführt hat, soll bei derselben Situation auf frühere Erfahrungen zurückgreifen können und so aus der Erfahrung handeln.

Die Roboter der Zukunft

Langfristig möchten die beiden Firmen, dass Roboter nicht nur einzelne Fähigkeiten ausführen, sondern über die Zeit Erfahrung aufbauen. Fähigkeiten, die Roboter aus der Interaktion mit der realen Welt lernen, sollen verbessert und auf andere Maschinen und Umgebungen übertragen werden.

From Science to Business

NXAI, gegründet vor drei Jahren, ist ein Deep-Tech-Unternehmen mit Sitz in Linz, das Lösungen für industrielle Anwendungen entwickelt. Die Firma versteht sich als Brücke zwischen Wissenschaft und Industrie. So möchte sie die eigene KI-Forschung in marktreife Produkte überführen. Im Mittelpunkt der Forschung stehen xLSTM-Modelle in den Bereichen Time Series und Robotics.

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