08.06.2022

Danube Dynamics: Investment für Linzer KI-Startup

Danube Dynamics will die in der Industrie eingesetzten Roboter und Maschinen mit seiner KI effizienter machen. Nun soll eine breite Markteinführung erfolgen.
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Danube Dynamics - vlnr. F. Schnitzhofer, J. und C. Langer und Danube Dynamics Gründerteam E. Schweiger, N. Teringl und P. Knaack
vlnr. F. Schnitzhofer, J. und C. Langer und Danube Dynamics Gründerteam E. Schweiger, N. Teringl und P. Knaack | (c) Jasmin Proier, Danube Dynamics

Man sei davon überzeugt, dass die jetzt in der Industrie eingesetzten Roboter und Maschinen „noch effizienter und schlauer“ arbeiten können, heißt es vom 2020 gegründeten Linzer Startup Danube Dynamics. Das Unternehmen will mit seiner „selbstoptimierten“ KI die nahtlose Zusammenarbeit von Mensch und Roboter erleichtern. Die sogenannten Cobots sollen als „smartes Herzstück“ für Industriemaschinen und Roboterarme fungieren und dabei selbstständig und vorausschauend Prozesse optimieren, wodurch Arbeitnehmer:innen entlastet werden sollen.

„Langjährige Begleiter“ steigen bei Danube Dynamics ein

Nun holte sich das Startup ein sechsstelliges Seed-Investment – eine konkrete Summe wurde nicht genannt. Die Investoren, der FH Hagenberg-Professor Josef Langer, der mit seiner Frau Christa Langer eine Beratungsagentur betreibt, und Florian Schnitzhofer, Gründer des Unternehmens ReqPOOL, seien bereits langjährige Wegbegleiter, heißt es von Danube Dynamics. Die beiden sollen das Startup nun auch aktiv unterstützen. Langer werde seine Erfahrungen als Unternehmensgründer einbringen und „beim Aufbau von Prozessen helfen, damit das Startup strukturiert wachsen kann“. Schnitzhofer, den man über den Inkubator tech2b kennengelernt habe, bringe seine Expertise im Vertrieb und in der Kundenakquise ein, heißt es vom Startup.

Expansionspläne: Erst Europa, ab 2030 auch Nordamerika

Danube Dynamics CEO Nico Teringl erklärt: „Die Entwicklung eines innovativen Hardware-Software-Produkts für die Industrie ist enorm kostenintensiv. Ein Teil davon wird über die laufenden Umsätze durch Dienstleistung finanziert, ein Teil wird über eine Förderung durch die FFG finanziert, und der Rest wird über das Investment finanziert“. Bis zur Markteinführung rechnet der Gründer mit Kosten von rund 1,5 Millionen Euro. Zunächst wolle man sich nun bis Ende 2023 darauf fokussieren, das Kernprodukt erfolgreich im Markt zu platzieren.

Dann wolle man internationalisieren, so Teringl: „Ziel ist nachhaltige und wirtschaftliche Automationslösungen für den produzierenden KMU-Markt in ganz Europa und in weiterer Folge auch in Amerika zu bieten. Bis 2030 soll der europäische Markt erschlossen werden, ab 2030 ist der Eintritt zunächst in den USA geplant, in weiterer Folge auch Kanada und Mexiko“. Dafür werde man eine weitere Finanzierungsrunde brauchen.

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Gropyus, Berlin, Lichtenberg
© Gropyus

Es ist wohl eine der aufsehenerregendsten Insolvenzen in der heimischen Startup-Geschichte: Die auf automatisierten Hausbau spezialisierte Wiener Gropyus AG, die zuletzt im März dieses Jahres eine weitere in einer Reihe von Finanzierungen über je 100 Millionen Euro kommunizierte, vermeldet die Insolvenz mehrerer Tochtergesellschaften. Öffentliche Daten gibt es zu diesen Insolvenzen aktuell noch nicht – bislang ist nur bekannt, was Gropyus selbst per Aussendung kommuniziert.

Investorenzahlung laut Gropyus ausgeblieben

Demnach ist die Muttergesellschaft nicht insolvent. Auslöser für die Anträge bei den Tochtergesellschaften sei ein akuter Liquiditätsengpass. „Die Auszahlung einer vertraglich vereinbarten und bereits fälligen Investorenfinanzierung ist nicht wie geplant erfolgt, eine Überbrückung durch bestehende Gesellschafter reichte nicht für alle Gesellschaften aus“, heißt es vom Unternehmen. Die Verfahren sollen nun „einen geordneten rechtlichen Rahmen“ schaffen, um den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren, Finanzierungslösungen umzusetzen und die Fortführung der betroffenen Gesellschaften zu ermöglichen. „Zugleich verschaffen sie die Zeit, die laufenden Gespräche mit bestehenden und neuen Kapitalgebern strukturiert zum Abschluss zu bringen“, heißt es in der Aussendung weiter.

CEO Erler: „Gropyus soll gestärkt aus diesem Prozess hervorgehen“

Gründer und seit dem Abgang von Markus Fuhrmann im August alleiniger CEO Philipp Erler kommentiert: „Die Anträge sind kein Rückzug, sondern ein aktiver Schritt, um diese Substanz zu sichern und Gropyus neu aufzustellen. Unser Fokus liegt auf der Fortführung laufender Projekte, der Stabilisierung des Geschäftsbetriebs und einer tragfähigen Finanzierung, mit der frisches Kapital gezielt in Produktion und Projekte fließt. Die weit fortgeschrittenen Investorengespräche wollen wir schnell abschließen – noch vor Eröffnung der Verfahren. Unser Ziel ist klar: Gropyus soll gestärkt aus diesem Prozess hervorgehen.“

Vergesellschaftungsdebatte in Berlin als Unsicherheitsfaktor

Trotz der dezidierten Begründung der Insolvenz mit der ausbleibenden Investoren-Zahlung verweist Gropyus in der Aussendung auch auf ein „deutlich verschärftes“ Marktumfeld. „Hohe Bau- und Finanzierungskosten belasten die Wirtschaftlichkeit neuer Projekte, lange Planungs- und Genehmigungszyklen verzögern Projektstarts“, heißt es vom Unternehmen. Hinzu kämen politische und regulatorische Unsicherheiten, „insbesondere die aktuellen Debatten um die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände in Berlin, einem wichtigen Markt für Gropyus“.

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