22.04.2020

Coronavirus-Kurve: Auflockerungen in Österreich ohne negative Auswirkung

Die bislang in Österreich erfolgten Auflockerungen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie zeigen bisher keine negativen Auswirkungen in den Zahlen. Die Coronavirus-Kurve entwickelt sich weiter positiv.
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Coronavirus-Kurve in Österreich - keine negative Auswirkung von Auflockerungen und Osterwochenende
(c) Adobe Stock - volurol

Schon die Ankündigung der ersten Auflockerungen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie in Österreich ließ gewisse Bedenken aufkommen, ob nicht zu früh gehandelt wurde. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO warnte zu diesem Zeitpunkt europäische Staaten vor dem Nachlassen. Das zu dem Zeitpunkt bevorstehende Osterwochenende bot, obwohl die ersten Auflockerungen (Öffnung bestimmter Geschäfte ab Dienstag, 14. April) erst danach inkraft traten, zusätzlichen Grund zur Sorge über einen neuerlichen Anstieg der Covid-19-Fälle. Mit ausreichendem Abstand von mehr als einer Woche kann nun gesagt werden: Eine negative Auswirkung blieb bislang aus. Die Coronavirus-Kurve entwickelt sich weiter positiv.

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Coronavirus-Kurve: Osterwochenende und Auflockerungen ohne Auswirkung

So liegt die Anzahl der positiven Coronavirus-Tests in Österreich seit fünf Tagen jeweils unter 100. Zum Vergleich: Rund um den „Peak“ der Zahl der Erkrankten Ende März/Anfang April kamen trotz bereits deutlicher Abflachung der Coronavirus-Kurve noch täglich um die 500 positiv Getestete dazu. Eine etwaige starke Auswirkung (etwa des Ansturms auf die heimischen Baumärkte am 14. April) hätte sich bei der bislang festgestellten Verzögerung zwischen Inkrafttreten von Maßnahmen und Änderungen in der Entwicklung bereits in den vergangenen drei Tagen zeigen müssen. Auch die Zahlen von Personen in Krankenhaus-Behandlung bzw. in intensivmedizinischer Behandlung sanken in den vergangenen Tagen weiter. Hier würden sich etwaige Auswirkungen der Auflockerungen oder des Osterwochenendes allerdings noch nicht zeigen, sondern erst in einigen Tagen.

Begleitmaßnahmen: Schutzmasken-Pflicht und Co. funktionieren

Die Entwicklung der Zahlen deutet also darauf hin, dass die Begleitmaßnahmen der Auflockerung, etwa die Schutzmasken-Pflicht, sowie Dinge wie Abstand Halten und Hände Desinfizieren gut umgesetzt werden und auch entsprechend wirken. Das lässt auch einen gewissen Optimismus für die Auswirkung der weiteren von der Bundesregierung angekündigten Auflockerungen zu. Der „neue Normalzustand“ scheint soweit zu funktionieren und in die Gänge zu kommen.

Weitere Auflockerungen in Österreich wohl möglich

Allerdings ist die Öffnung weiterer Geschäfte ein verhältnismäßig deutlich weniger riskantes Unterfangen als etwa die Öffnung von Restaurants und vor allem von Kindergärten, Schulen und Unis. Prinzipiell könnte es von dort ausgehend sehr schnell wieder zu einem rapiden Anstieg der Coronavirus-Kurve kommen. Prinzipiell, denn so niedrig, wie die Covid-19-Zahlen in Österreich derzeit liegen, scheint das Virus innerhalb des Landes tatsächlich unter Kontrolle (zum niedrigen gemessenen Wert kommt eine im Verhältnis dazu stehende Dunkelziffer hinzu – der ersten Studie dazu zufolge wahrscheinlich nochmal ungefähr doppelt so viele Fälle). Ein schnelles Wiederaufflammen dürfte auch bei weiteren Auflockerungen im Land ausbleiben.

Coronavirus-Kurve: Reisefreiheit als größte Herausforderung

Problematisch ist hingegen die internationale Perspektive. Schon einige asiatische Länder, die die Corona-Pandemie im Land bereits im Griff hatten, machten schlechte Erfahrungen mit „importierten Fällen“, die zu einem neuerlichen Ausbruch führten. So sehr das Coronavirus also auch innerhalb Österreichs unter Kontrolle ist – die Reisefreiheit bleibt eine Herausforderung, die deutlich schwerer zu lösen ist.

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Das Gründerteam von Theradocx. (v.l.) Petronel Liciu, Selin Matun, Jan Hoppel | © Theradocx

Theradocx möchte den Arbeitsalltag von Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen erleichtern. Eine eigens entwickelte KI-Anwendung erstellt Protokolle und Zusammenfassungen, indem sie Sitzungen aufnimmt und analysiert, wie brutkasten berichtete. Kürzlich erhielt Theradocx ein FFG-Förderprojekt mit einem Projektvolumen von 580.000 Euro.

Verbesserung der KI

Im Zuge dieses Projekts will das 2025 gegründete Unternehmen seine KI weiterentwickeln. Das heißt: Die Transkription soll präziser werden, unterschiedliche Sprecher besser erkannt und die Erstellung von Protokollen sowie thematischen und emotionalen Analysen verbessert werden. „Ein großer Teil der Projektmittel fließt in den Ausbau unseres Entwicklungs- und Forschungsteams und damit direkt in die technologische Weiterentwicklung von Theradocx“, erklärt Co-Founderin Selin Matun.

Zudem wird laut Matun die Plattform auch rechtlich und regulatorisch weiterentwickelt. Stichwort: Datenschutz und EU AI Act.

Kooperation mit Sigmund Freud Privatuniversität

Im Zuge des geförderten Projekts ging Theradocx eine Kooperation mit der Sigmund Freud Privatuniversität ein, durch die seine KI-Systeme validiert werden sollen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Spracherkennung. Unterschiedliche Dialekte, Sprecher:innen und akustische Bedingungen sollen getestet werden, wodurch Schwachstellen identifiziert werden können. Zudem sollen die psychotherapeutischen Dokumentationen und Analysen durch Fachpersonal der Sigmund Freud Privatuniversität verbessert werden.

„Für uns ist diese Kooperation besonders wichtig, weil wir nicht nur technisch leistungsfähige KI entwickeln möchten. Wir wollen auch wissenschaftlich überprüfen, ob die Ergebnisse psychotherapeutischen Qualitätsstandards entsprechen und in der Praxis tatsächlich einen Mehrwert schaffen“, sagt Matun und ergänzt: „Gemeinsam möchten wir einen wissenschaftlich fundierten Evaluationsprozess etablieren, durch den die Qualität unserer KI-Ergebnisse nicht nur technisch, sondern auch anhand psychotherapeutischer Kriterien beurteilt und kontinuierlich verbessert werden kann.“

Etablierung im DACH-Raum

Neben der qualitativen Verbesserung der KI möchte Theradocx in Zukunft weiter skalieren und sich noch stärker im DACH-Raum festigen. Das Ziel sei laut Matun, zu einer „zentralen digitalen Arbeitsplattform für Psychotherapeut:innen“ zu werden. Anschließend möchte das Startup weitere europäische Märkte erschließen.

Brigitte-Hamann-Preis 2026

Kürzlich wurde das Projekt mit dem  Brigitte-Hamann-Preis 2026 in der Kategorie „Startup“ ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis würdigt herausragende Leistungen von Studierenden und Absolvent:innen österreichischer Privatuniversitäten in den Bereichen Forschung, Startups und Kunst. Eine Fachjury zeichnet pro Kategorie eine Person aus.

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  • Das lässt auch einen gewissen Optimismus für die Auswirkung der weiteren von der Bundesregierung angekündigten Auflockerungen zu.
  • Schon einige asiatische Länder, die die Corona-Pandemie im Land bereits im Griff hatten, machten jedoch schlechte Erfahrungen mit „importierten Fällen“, die zu einem neuerlichen Ausbruch führten.
  • So sehr das Coronavirus also auch innerhalb Österreichs unter Kontrolle ist – die Reisefreiheit bleibt eine Herausforderung, die deutlich schwerer zu lösen ist.

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