07.08.2020

Virgin plant Concorde Nachfolger – in 90 Minuten London-New York

Das US-amerikanisches Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic rund um Richard Branson plant ein neues Überschallflugzeug, das eine Geschwindigkeit von Mach 3 erreichen soll. Beim Antrieb möchte Virgin auf Triebwerke von Rolls-Royce setzen.
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Concorde
(c) Virgin Galactic/The Spaceship Company

Die Concorde galt als „Königin der Lüfte“ und war der Inbegriff von Schnelligkeit, Fortschritt und Luxus. Fast 25 Jahre stand sie im Dienste von British Airways und Air France, ehe eine vollbesetzte Maschine am 25. Juli 2000 wenige Minuten nach dem Start am Flughafen Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle Feuer fing und abstürzte. Damals verloren nicht nur 113 Menschen ihr Leben, das Unglück leitete auch das vorläufige Ende ziviler Überschallflugzeuge ein.

Concorde Nachfoger mit Mach 3

Die Überschallfliegerei könnte nun jedoch ein Revival erleben: Virgin Galactic, die Tochtergesellschaft der Virgin Group des britischen Unternehmers Richard Branson, hat nun in einem Blog-Beitrag angekündigt, ein neues Überschallflugzeug auf den Markt bringen zu wollen. Das Flugzeug soll eine Geschwindigkeit von Mach 3 erreichen. Mit dieser Geschwindigkeit könnten Passagiere in 90 Minuten von London nach New York fliegen. Im Vergleich dazu erreichte die alte Concorde eine Geschwindigkeit von Mach 2,24 – die Atlantiküberquerung betrug damals rund rund 2 Stunden und 50 Minuten.

Das Flugzeug bietet laut Virgin allerdings nur Platz für höchstens 19 Passagieren. Die Concorde konnte im Gegensatz dazu rund 130 Passagiere aufnehmen. Die Flughöhe des Deltaflüglers soll rund 18.000 Meter betragen. Im Gegensatz dazu beträgt die maximale Reiseflughöhe einer Boeing 777 rund 13.000 Meter.

Partnerschaft mit Rolls-Royce

Für die Entwicklung der Antriebstechnologie möchte Virgin mit Rolls-Royce zusammenarbeiten. Know-How in Sachen Überschallfliegerei hat Rolls-Royce jedenfalls genug: So stammten die Triebwerke der alten Concorde ebenfalls von der britischen Firma. Zudem kooperieren die Briten in Sachen Hochgeschwindigkeitsantrieb bereits seit längerem mit der NASA.

Tom Bell, Chairman & CEO von Rolls-Royce North America, über die Zusammenarbeit „Rolls-Royce kann auf eine einzigartige Geschichte im Bereich des Hochgeschwindigkeitsantriebs zurückblicken, die bis zur Concorde zurückreicht. Wir freuen uns auf die Partnerschaft mit Virgin Galactic.“

Eine entsprechende Machbarkeitsstudie sei laut Virgin bereits erfolgreich abgeschlossen. Zudem stehe man in Kontakt mit der US-Luftfahrtbehörde FAA, die für die Zertifizierung des Flugzeuges zuständig wäre.


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Vlnr: Mag. Markus Manz (CEO SCCH Innovations GmbH) und die Gründer*innen von LUML, Nikita Gonchar, Oleh Kostromin und Iryna Kondrashchenko | (c) SCCH

Das Software Competence Center Hagenberg forscht als COMET-Zentrum seit Jahren für Industriepartner wie Siemens, Bosch oder Fronius. Mit der SCCH Innovations GmbH will das oberösterreichische Forschungszentrum seine Ergebnisse zusätzlich auch selbst in Unternehmen überführen, statt sie ausschließlich an Auftraggeber weiterzugeben. „Es war mir immer ein besonderes Anliegen, dass die Ergebnisse unserer Forschung nicht mit dem Abschluss eines Forschungsprojekts enden, sondern ihren Weg in die wirtschaftliche Anwendung finden“, sagt Markus Manz, CEO der SCCH Innovations GmbH.

Rund 30 Unternehmen als Ziel

Im Gespräch mit brutkasten formuliert Manz ein ambitioniertes Zielbild: Rund 30 Beteiligungen sollen bis 2030 und darüber hinaus realisiert bzw. aufgebaut  werden. Die Vision beschreibt er als Unendlichsymbol (∞), welches das Forschungs- und das Gründerökosystem iterativ verbindet. Tiefe Technologien aus der angewandten Forschung sollen in Unternehmensgründungen überführt werden, die Rückflüsse daraus wiederum die Forschung speisen. Es gehe dabei nicht darum, eine App zu entwickeln, betont Manz, sondern darum, tiefe Technologien aus der eigenen Forschung mit Industriepartnern und Universitäten in Unternehmensgründungen zu bringen. Ein vergleichbares Modell, bei dem ein angewandtes Forschungszentrum eine eigene Beteiligungsgesellschaft betreibt, kenne er aus seiner Recherche nicht.

Die Gesellschaft soll zu Beginn mit rund 500.000 Euro kapitalisiert werden. Große Einzelinvestments sind damit nicht geplant: Die Ticketgröße für Erstinvestments liegt laut Manz bei maximal 100.000 Euro. Das Startkapital soll Gründer:innen helfen, die erste Phase zu überbrücken, Förderungen einzureichen und das Produkt weiterzuentwickeln. Noch heuer sind drei weitere Beteiligungen geplant, zwei davon im Deep-Tech-Bereich und eine im Dienstleistungsbereich, um schneller rekapitalisieren zu können.

Die Wege in den Markt

Die SCCH Innovations GmbH verfolgt mehrere Beteiligungsmodelle. Bei klassischen Spinoffs aus Forschungsprojekten setzt das Forschungszentrum bewusst auf externe, erfahrene Gründer:innen statt auf die eigenen Forscher:innen. Diese erhalten die Mehrheit der Anteile, während sich das SCCH einen bis zu einem vereinbarten Unternehmenswert nicht verwässerbaren Minderheitsanteil sichert. Dazu kommen Joint Ventures mit Unternehmenspartnern, etwa die gemeinsam mit TÜV AUSTRIA gegründete TRUSTIFAI, der österreichische Prüf- und Zertifizierungshub für KI-Systeme, sowie strategische Beteiligungen ohne Kapitalfluss.

Das vierte Modell heißt Research for Equity: Das SCCH bringt Forschungs- und Entwicklungsleistungen in ein Startup ein und erhält dafür, ganz oder teilweise anstelle einer klassischen Vergütung, Unternehmensanteile. „Mit diesen unterschiedlichen Modellen schafft die SCCH Innovations GmbH neue Möglichkeiten für den Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft“, so Manz.

Erste Beteiligungen

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die erste Beteiligung der neuen Gesellschaft. Oleh Kostromin, Data Scientist am SCCH, hat gemeinsam mit Iryna Kondrashchenko und Nikita Gonchar die LUML FlexCo gegründet. Die entwickelte Plattform soll Data Scientists helfen, Machine-Learning-Modelle schneller in die Praxis zu bringen, und ist von Anfang an darauf ausgelegt, dass Menschen und KI-Agenten gemeinsam an ML-Projekten arbeiten. „LUML läuft auf der Infrastruktur des jeweiligen Unternehmens. Die Daten und Modelle verlassen die Unternehmensumgebung nicht“, sagt Kostromin.

An LUML hält die SCCH Innovations GmbH auf brutkasten-Nachfrage fünf Prozent, als reine strategische Beteiligung ohne Kapitalfluss. Laut Manz bringt das SCCH dafür vor allem Zugang zu seinem Industrienetzwerk, eine gemeinsame Vermarktungskampagne und Mitarbeiterstunden ein und setzt die Plattform in eigenen Forschungsprojekten ein. Zusätzliches Kapital habe das Startup nicht benötigt, weil das Produkt bereits fertig entwickelt war. Der bewusst niedrige Anteil soll LUML für spätere Investoren attraktiv halten. Das Wachstum soll vorerst gebootstrapped erfolgen, je nach Entwicklung sind laut SCCH aber auch eigene Finanzierungsrunden denkbar.

Das SCCH gehört als Mitglied des UAR Innovation Network zu den Beteiligungsgesellschaften der Upper Austrian Research GmbH und beschäftigt derzeit rund 130 Mitarbeiter:innen. Bereits im Jänner hatte sich das Forschungszentrum am KI-Spin-off Responsible Annotation Services beteiligt (brutkasten berichtete) und hält weitere Beteiligungen, die zukünftig auf die SCCH Innovations GmbH übertragen werden sollen.

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AI Summaries

Virgin plant Concorde Nachfolger – in 90 Minuten London-New York

  • Die Concorde galt als „Königin der Lüfte“ und war der Inbegriff von Schnelligkeit, Fortschritt und Luxus.
  • Fast 25 Jahre stand sie im Dienste von Britisch Airways und Air France, ehe eine vollbesetzte Maschine am 25. Juli 2000 wenige Minuten nach dem Start am Flughafen Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle Feuer fing und abstürzte.
  • Mit dieser Geschwindigkeit könnten Passagiere in 90 Minuten von London nach New York fliegen.
  • Im Vergleich dazu erreichte die alte Concorde eine Geschwindigkeit von Mach 2,24 – die Atlantiküberquerung betrug damals rund rund 2 Stunde und 50 Minuten.
  • Die Concoarde konnte im Gegensatz dazu rund 130 Passagiere aufnehmen.
  • Im Gegensatz dazu beträgt die maximale Reiseflughöhe einer Boeing 777 rund 13.000 Meter.

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