08.03.2021

Codecool: Programmierschule mit Job-Garantie baut Campus in Wien auf

In Budapest gestartet betreibt Codecool bislang Campus in drei Ländern. Nun nahm man sieben Millionen Euro unter anderem für die Expansion nach Wien auf.
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Codecool: Gestartet in Budapest steht Wien als nächstes auf dem Expansionsplan der Programmierschulen-Kette
(c) Codecool: Gestartet in Budapest steht Wien als nächstes auf dem Expansionsplan der Programmierschulen-Kette

2014 in Budapest gegründet betreibt Codecool mittlerweile fünf Campus (Programmierschule & „IT Talent Hub“) in Ungarn, Rumänien und Polen. Die Besonderheit: Bei den einjährigen Full Stack-Kursen gilt eine „Jobgarantie“ – das heißt, das Startup übernimmt die Jobsuche für Absolventen und es erfolgt eine direkte Vermittlung am Ende des Kurses. Bezahlen müssen Absolventen erst im Nachhinein. Zudem werden auch andere, kürzere Kurs-Varianten (ohne Jobgarantie) angeboten.

Die Zielgruppe sind junge Erwachsene. Begegnen will Codecool damit, wie so viele andere, dem Fachkräftemangel in der IT-Branche – allein hierzulande wurden laut Erhebungen vor der Coronakrise (aktuellere gib es noch nicht) von Unternehmen mehr als 20.000 IT-Fachkräfte gesucht.

7 Mio. Euro für die Codecool-Expansion – erste Station: Wien

Und das Angebot des Budapester Unternehmens wird gut angenommen – derzeit ist es auf Expansionskurs. Dazu schloss es eine Kapitalrunde über sieben Millionen Euro unter dem Lead des ungarischen VC Integral Venture Partners ab. Insgeamt hat das Startup damit bislang 12,5 Millionen Euro aufgenommen.

Der nächste Standort, der noch vor der Jahreshälfte 2021 eröffnen soll, ist Wien. „Die Investition ermöglicht uns die Fortsetzung unserer Expansion in Europa: In Kürze eröffnen wir unseren neuen Campus in Wien, im zweiten Halbjahr 2021 steht der Eintritt in einen weiteren europäischen Markt bevor. Wir haben uns das Ziel gesetzt, 2025 mehr als zehn Codecool-Programmierschulen in Betrieb zu haben“, kommentiert CEO József Boda.

Auf Anfrage des brutkasten, warum Wien als Standort gewählt wurde, heißt es vom Startup: „Österreich ist ein sehr reifer IT-Markt, der im Begriff ist, sich zu einem führenden Tech-Hub in Europa zu entwickeln. Dies erzeugt eine noch höhere Nachfrage nach Menschen mit Up-to-date-Digital-Skills“. Die eigene Recherche habe ergeben, dass die Nachfrage nach einem derartigen Angebot in Österreich sehr groß sei – auch auf Seiten potenzieller Corporate-Partner.

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Das Flatwise-Gründertrio (v.l.) Marc Lindorfer, Edwin Schneider und Johannes Reichl © Flatwise

Wenn es nach Johannes Reichl, Edwin Schneider und Marc Lindorfer geht, ist Immobilienverwaltung bis heute vor allem eines: kleinteilig, zeitintensiv und von manuellen Abläufen geprägt. Genau hier wollen die drei Linzer mit ihrem Startup Flatwise ansetzen. Das Gründerteam entwickelt eine Software, die zentrale Aufgaben von Vermieter:innen, von Mietanpassungen über Betriebskostenabrechnungen bis zur Vorbereitung von Steuerunterlagen, mithilfe von KI-Agenten automatisieren soll. Bereits vor dem offiziellen Marktstart setzen laut Angaben des Startups Vermieter:innen mit insgesamt mehr als 3.000 Wohnungen auf die Plattform.

Von der Pilot- zur Marktphase

Das Team, das erst im August 2026 eine GmbH gegründet hat, hat sein Produkt in den vergangenen Monaten eng mit den ersten 100 Pilotnutzer:innen weiterentwickelt, mit Feedback, Interviews und echten Kund:innendaten, wie Mitgründer Johannes Reichl im Interview erklärt. Der Ansatz unterscheide sich damit von klassischen Proptech-Lösungen, die bestehende Prozesse lediglich digitalisieren: „Wir wollen Immobilienverwaltung nicht nur digitalisieren, sondern grundlegend neu denken. Immobilien sollen sich künftig weitgehend von selbst verwalten können. Vermieter:innen können durch die Software von Flatwise professionell vermieten, ohne dabei selbst Fachexpert:innen sein zu müssen“, so Reichl.

KI-Agenten im Einsatz

Konkret möchte Flatwise KI dort einsetzen, wo Verwaltungsprozesse sinnvoll automatisiert oder unterstützt werden können. Dazu zählen für das Team unter anderem die Vorbereitung und Berechnung von Mietanpassungen, die Unterstützung bei Betriebskostenabrechnungen sowie die strukturierte Aufbereitung von Finanz- und Steuerinformationen. Der KI-Agent verbindet dabei unterschiedliche Daten und Prozessschritte innerhalb der Software, bereitet relevante Informationen auf und unterstützt Vermieter:innen bei der weiteren Bearbeitung.

Der Weg zum Ökosystem

Im Schnitt verwaltet ein:e Flatwise-Nutzer:in laut Unternehmen aktuell rund zehn Wohnungen. Für Reichl zeigt sich dabei ein klares Bild der Branche: „Der Markt ist extrem fragmentiert, es gibt viele Anbieter, die eigentlich zusammenhängen müssten, aber kaum vernetzt sind.“

Dieses Nebeneinander will Flatwise auflösen und sich schrittweise zu einem Ökosystem entwickeln, das Vermieter:innen, Mieter:innen und Dienstleister:innen auf einer Plattform zusammenbringt. „Wir glauben daran, dass gute Vermieter:innen das Wohnen für alle besser machen. Flatwise soll es einfacher machen, gut zu vermieten“, heißt es dazu vom Gründungsteam.

Enterprise-Lösung in Arbeit

Flatwise richtet sich an Vermieter:innen mit Beständen zwischen einer und hundert Immobilien. Mittlerweile hätten sich aber auch Hausverwaltungen und Bestandshalter:innen mit deutlich größeren Portfolios gemeldet. Deshalb entwickelt Flatwise momentan ein Enterprise-Modell, das künftig gezielt auf die Anforderungen größerer Bestandshalter:innen und Hausverwaltungen eingehen soll, wie der Mitgründer im Interview erklärt.

Wachstum vorerst ohne Angels oder VCs

Trotz bestehender Investmentangebote will das Team bei der Finanzierung vorerst auf Förderungen und den eigenen Cashflow setzen. Rund 20 Angebote von Angels und Venture-Capital-Geber:innen sind laut Reichl bereits eingegangen. Aufgegriffen werden sollen sie frühestens, wenn erste Umsätze stehen. Für eine geplante Wachstumsphase ist jedoch in der ersten Jahreshälfte 2027 eine Finanzierungsrunde angedacht. Unterstützung erhält das Gründerteam zudem im Inkubatorprogramm von tech2b durch ein Advisory Board aus Immobilienexpert:innen und erfahrenen Unternehmer:innen.

Wissen als Türöffner

Um neue Kund:innen zu erreichen, setzt Flatwise zusätzlich auf einen eigenen Immobilienratgeber mit aktuell rund 160 Artikeln, der komplexe Themen rund um Immobilien und Wohnen laienverständlich aufbereitet. Bereits mehrere tausend Personen sollen die Inhalte monatlich lesen. Für Reichl ist das ein wichtiger Kanal, um Vertrauen aufzubauen und so langfristig neue Nutzer:innen für die Plattform zu gewinnen.

Im kommenden Jahr will Flatwise nach eigenen Angaben marktführend in Österreich werden. Mittelfristig ist auch eine internationale Expansion, etwa nach Deutschland, angedacht. Ein konkreter Zeitpunkt steht laut Reichl aber noch nicht fest.

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