09.09.2022

Code of Conduct: Was ist gegen sexuelle Belästigung im Arbeitsumfeld zu unternehmen?

In der neuen Folge Editor's Choice wird die brutkasten-Initiative #growrespect vorgestellt. Sophie Rendl von der Frauendomäne erklärt ihre Expertise zu Codes of Conduct auf Events und in Unternehmen.
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Sophie Rendl ist Co-Founderin des Expertinnen-Netzwerks Frauendomäne © Daniel Novotny
Sophie Rendl ist Co-Founderin des Expertinnen-Netzwerks Frauendomäne © Daniel Novotny

Im #growrespect-Interview erklärt Sophie Rendl, die Co-Founderin der Frauendomäne, was ein Code of Conduct ist und inwieweit dieser Verhaltenskodex auf Business-Events oder in Unternehmen wirken kann. Die Soft Laws würden einen Rahmen bieten, woran sich Organisationen und Teilnehmende halten müssen. Rendl gibt Beispiele für die sogenannten ‚rules of social interaction‘, die in Codes of Conduct enthalten sind. Beispielsweise hat sie den Code of Conduct für das European Forum Alpbach verfasst, wo sie 2016 als teilnehmende Stipendiatin, nach eigenen Erfahrungen und Beobachtungen, die Notwendigkeit für mehr Bewusstsein gesehen hat.

Mehr Bewusstsein durch MeToo-Bewegung

Bei ihrer Arbeit würde von Organisationen eingangs häufig die Frage aufkommen, weshalb man einen Code of Conduct überhaupt brauche. Dahinter stehe oft der Zugang: „Lieber sprechen wir nicht über Belästigung, sonst glaubt man womöglich, dass bei uns belästigt wird“. Laut Rendl geht es bei Codes of Conduct aber vielmehr darum, ein gewisses Verhalten vorweg abzufangen und eine Sensibilität zu schaffen. Besonders die MeToo-Bewegung habe der Thematik Sexismus und sexuelle Belästigung in den letzten Jahren eine neue Bedeutung geschenkt. Im Podcast erklärt sie aber auch, welche weiteren Hebel noch gesetzt werden müssen, um ein Arbeitsumfeld zu schaffen in dem sich alle sicher fühlen.


Disclaimer: Mit unserer Initiative #growrespect möchten wir für die Themen Sexismus und auch sexuelle Belästigung im Arbeitsalltag sensibilisieren. Dabei wollen wir investigativen Journalismus leisten und sowohl als Informationsplattform, aber auch als Austauschplattform für betroffene Personen auftreten.

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Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller
Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller

Im KI-Boom werden immer mehr Server benötigt und diese produzieren viel Wärme. Die Abwärme zum Heizen zu benutzen, liegt also auf der Hand, ein großer Einwand ebenso: Der Bedarf an Heizwärme unterliegt für gewöhnlich starken saisonalen Schwankungen, jener an Rechenleistung nicht. Das Innsbrucker Startup Serwas Technologies will diese Diskrepanz mit seinem System auflösen – brutkasten berichtete erst im September über ein Pre-Seed-Investment für das Unternehmen.

„Wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die entstehende Wärme direkt gebraucht wird“

„Wir wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die entstehende Wärme direkt gebraucht wird. Gerade Schwimmbäder sind dafür besonders interessant, weil sie das ganze Jahr über einen hohen Wärmebedarf haben“, erklärt Serwas-Mitgründer Timo Berkmann. Das Startup kann so gleichzeitig Abwärme an Projektpartner und Rechenleistung an externe Unternehmen verkaufen.

Das Innenbecken im StuBay im Tiroler Stubaital | (c) StuBay

In einem Hallenbad in Innsbruck läuft das System bereits. Nun wurde mit dem Freizeitcenter StuBay im Tiroler Stubaital ein weiterer Partner präsentiert. Noch vor Jahresende sollen erste Server in der Anlage aufgebaut und in die bestehende Gebäudetechnik eingebunden werden. Die eigens entwickelte Kühltechnologie ermögliche es, die entstehende Abwärme mit Temperaturen von bis zu 70 °C nutzbar zu machen, ohne dass dafür eine zusätzliche Wärmepumpe benötigt werde, heißt es vom Startup.

Schrittweiser Ausbau im StuBay geplant

Nach der ersten Anbindung gemeinsam mit anderen beteiligten Fachunternehmen soll beim System im StuBay dann ein schrittweiser Ausbau erfolgen, „der sich am Wärmebedarf und den technischen Möglichkeiten des Freizeitcenters orientiert“. Mit dem weiteren Ausbau wolle man einen wachsenden Beitrag zur Wärmebereitstellung leisten.

Nach der erwähnten Pre-Seed-Finanzierung über knapp 300.000 Euro durch Gateway Ventures, Business Angels aus dem Pioneers Club und das MCI Innsbruck will Serwas zudem weiteres Kapital aufnehmen: Aktuell läuft eine Crowdinvestingkampagne des Startups.

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