Startup-Portrait. Traditionelles Handwerk trifft auf E-Commerce: Cobbler24 hat es sich zur Mission gemacht, das Schuster-Gewerbe zu revolutionieren und bringt es mit seinem Online-Reparaturservice nun ins digitale Zeitalter.
Das Schusterhandwerk hat nur dann eine Zukunft, wenn wir es digital machen – mit diesen Gedanken im Hintergrund gründete Ovadia Yagudaev das Startup Cobbler24 und vereint mit seinem Online Schuh- und Stiefelreparatur-Service modernste Technologie mit authentischer Handwerkskunst. Der 36-jährige Wahl-Wiener mit israelischen Wurzeln führt nun in dritter Generation gemeinsam mit Mitgründer Yaniv Yonantanov das Familienvermächtnis der Schuhreparatur fort. Dabei setzt er Impulse für die Digitalisierung einer gesamten Branche.
Cobbler24 transformiert das traditionelle Ladengeschäft und hat es sich zur Aufgabe gemacht, als Premium-Schuh- und Stiefelreparatur-Service durch die Anwendung von jahrzehntelanger Erfahrung im Schusterhandwerk zusammen mit moderner, benutzerfreundlicher Technologie die Wünsche seiner Kunden bestmöglich zu erfüllen.
Lieferung direkt an die Haustür: bequeme Abwicklung von zuhause aus
In einem einfachen Bestellvorgang können die Kunden in nur wenigen Schritten die Reparaturaufträge für ihre kaputten Schuhe erstellen. Ein spezieller Online-Konfigurator unterstützt die Kunden bei der genauen Beschreibung der Schäden. In Wien können die Schuhe dann an mehreren, verkehrsgünstig gelegenen Drop Boxen abgegeben werden. Nachdem erstklassig ausgebildete Schuster die Schuhe wieder auf Hochglanz gebracht haben, liefert Cobbler24 die reparierten Schuhe an die angegebene Adresse zurück.
Ein eigens geschultes Support-Team steht den Kunden bei Fragen dabei telefonisch zur Verfügung. Mittels Order-Tracking-System kann der Lieferstatus jederzeit verfolgt werden. Auf der Online-Plattform finden Schuhliebhaber zusätzlich zahlreiche Tipps und Tricks zur Schuhpflege.
Ab August launcht cobbler24 einen Sneaker-Reinigungsservice um den Lieblingstretern wieder zum strahlendem Look zu verhelfen.
2000 Paar schuhe pro Tag: ambitionierte Pläne für die Zukunft
Geschäftsführer Ovadia Jagudaev ist gebürtiger Israeli und lebt bereits seit 28 Jahren in Wien. Fasziniert von der Geschäftstätigkeit seiner Eltern und Großeltern kam er bereits in früher Kindheit mit dem Schuster-Handwerk in Berührung. Das umfangreiche Wissen seiner Familie und die jahrelange Erfahrung im Bereich Digitalisierung, Produktentwicklung und Wirtschaft im Ausland helfen ihm heute bei seinem Vorhaben. In dritter Generation führt er nun das Familienvermächtnis weiter und hegt trotz aller Herausforderungen, die einem traditionellen Handwerksgewerbe heutzutage oftmals begegnen, ambitionierte Pläne für die Zukunft:
„Wir bieten den Kunden einen erstklassigen, komfortablen Service, den sie problemlos in ihren Alltag integrieren können. Unsere Mission ist es, die kaputten Schuhe so zu reparieren, dass sich die Kunden in ihren Schuhen noch wohler fühlen als zuvor. Wir arbeiten hart, um unser Service weiterhin zu optimieren – unser Ziel ist es, das größte Schuhreparatur-Unternehmen der Welt zu werden. Bis 2019 wollen wir 2000 Paar Schuhen pro Tag zu neuem Glanz verhelfen”, so CEO Ovadia Yagudaev.
Das Abhol- und Lieferservice von Cobbler24 ist derzeit in ganz Österreich erhältlich. Die Versandpartner Post, DPD, DHL (bundesweit) und Veloce (zusätzlich im Raum Wien) sorgen für eine reibungslose Zustellung. Das 2017 gegründete Wiener Unternehmen bietet seinen Service derzeit in Österreich, Deutschland und den Benelux-Staaten an.
WienIT: 500 Nutzer:innen für die konzernweite KI-Plattform
Vor eineinhalb Jahren nahm das bei der WienIT angesiedelte Competence Center KI der Wiener Stadtwerke-Gruppe seine Arbeit auf. Eine Zeit, die vor allem von Aufbauarbeit geprägt war. Im Zentrum steht heute weniger ein einzelner Vorzeige-Use-Case als eine Infrastruktur: eine zentrale KI-Plattform für den gesamten Konzern. Warum dabei bewusst auf Eigenentwicklung gesetzt wird und Startups bislang nicht unmittelbar beteiligt sind.
WienIT: 500 Nutzer:innen für die konzernweite KI-Plattform
Vor eineinhalb Jahren nahm das bei der WienIT angesiedelte Competence Center KI der Wiener Stadtwerke-Gruppe seine Arbeit auf. Eine Zeit, die vor allem von Aufbauarbeit geprägt war. Im Zentrum steht heute weniger ein einzelner Vorzeige-Use-Case als eine Infrastruktur: eine zentrale KI-Plattform für den gesamten Konzern. Warum dabei bewusst auf Eigenentwicklung gesetzt wird und Startups bislang nicht unmittelbar beteiligt sind.
Larisa Stanescu (l.) vom Competence Center KI der Wiener Stadtwerke-Gruppe und Product Owner Jonathan Mayer | (c) WienIT
Im August 2025 zog die WienIT in einem eigenen Beitrag eine erste Zwischenbilanz des Competence Center KI. Der Bogen spannte sich damals vom Wissensmanagement-Tool bis zur KI-gestützten Lösung für Förderanträge.
Ein Jahr später hat sich der Schwerpunkt verschoben. In den Vordergrund gerückt ist eine zentrale KI-Plattform, die allen Mitarbeitenden der Wiener Stadtwerke-Gruppe Zugang zu KI-Werkzeugen geben soll. Sie ist produktiv, und seit dem Rollout wurden nach Angaben des Unternehmens rund 500 Nutzer:innen gewonnen.
„Die vergangenen eineinhalb Jahre waren vor allem von Aufbauarbeit geprägt“, sagt Jonathan Mayer, Product Owner der KI-Plattform. Das größte Vorhaben sei die Entwicklung eben dieser Plattform gewesen, mit dem Ziel, einen „einfachen, sicheren und vertrauenswürdigen Zugang zu KI-Technologien“ zu ermöglichen.
Larisa Stanescu, die das Competence Center leitet, wertet die Zahl als Bestätigung: Die Entwicklung zeige, dass der Bedarf an KI-Werkzeugen im Arbeitsalltag groß sei und kontinuierlich wachse. Entscheidend sei dabei, dass die Plattform einen sicheren und unternehmenskonformen Zugang biete.
Vom Freitextfeld bis zur Bestellprognose
Inhaltlich sieht das Competence Center einen großen Bedarf im Wissensmanagement. Informationen würden immer umfangreicher und verteilter, KI könne relevantes Wissen schneller auffindbar machen.
Daneben kommt KI zur Datenanalyse zum Einsatz, etwa bei der Auswertung offener Antworten aus Mitarbeiter- und Kundenbefragungen. Freitextdaten enthielten oft wertvolle Erkenntnisse, deren manuelle Analyse aber sehr zeitaufwendig sei, so Mayer.
Stanescu betont, dass klassische Data-Science- und Machine-Learning-Ansätze darüber nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Aktuell arbeite man an mehreren Use Cases in der Logistik, bei denen historische Daten genutzt werden, um Bestellmengen und Bestellzeitpunkte präziser zu prognostizieren.
Larisa Stanescu vom Competence Center KI | (c) WienIT
Digitale Souveränität als Leitprinzip
Die Frage nach Modellen und Infrastruktur ist für das Competence Center mehr als eine technische. „Digitale Souveränität ist für uns ein strategisches Leitprinzip“, sagt Mayer. Ziel sei es, die Kontrolle über die eigenen Daten und deren Verarbeitung zu behalten und gleichzeitig die Vorteile moderner Cloud- und KI-Technologien nutzen zu können.
Der Weg dorthin wird als pragmatisch beschrieben: Abhängig von den Anforderungen eines Use Cases und der Sensibilität der Daten wird entschieden, welche Infrastruktur und welche Technologien zum Einsatz kommen.
Konkret wird es beim nächsten Release der Plattform. Dann sollen Nutzer:innen zwischen verschiedenen Modellen selbst auswählen können, etwa europäischen Modellen oder Thinking-Modellen. Parallel dazu soll Model Routing implementiert werden, das automatisch das passende Modell für die jeweilige Fragestellung auswählt.
Warum Startups bislang nicht unmittelbar beteiligt sind
Bemerkenswert für ein Innovationsthema dieser Größenordnung: Startups sind bislang nicht unmittelbar beteiligt. „Aktuell arbeiten wir in unseren KI-Projekten nicht unmittelbar mit Startups zusammen“, sagt Stanescu. Den Wiener Stadtwerken sei der interne Knowhow-Aufbau besonders wichtig, weshalb auch im Hinblick auf digitale Souveränität stark auf Eigenentwicklungen gesetzt werde.
Eine grundsätzliche Absage ist das nicht. Entscheidend sei, ob eine Lösung konkreten Mehrwert biete und sich in die Anforderungen an Sicherheit, Datenschutz und Integration einfüge. Künftige Kooperationen schließe man keineswegs aus, so Stanescu: Gerade im dynamischen KI-Markt könnten Partnerschaften mit innovativen Unternehmen eine interessante Ergänzung zu etablierten Technologieanbietern sein.
Jonathan Mayer, Product Owner der KI-Plattform von WienIT | (c) WienIT
Keine hochsensiblen Daten, On-Premises als Option
Auf technischer Ebene arbeitet das Competence Center mit klaren Datenklassifizierungen. Derzeit werden auf der Plattform keine hochsensiblen Daten verarbeitet. In Pilotprojekten wird evaluiert, wie künftig auch sensiblere Anwendungsfälle umgesetzt werden können, etwa durch On-Premises-Modelle, bei denen Daten die eigene Infrastruktur nicht verlassen.
Unabhängig von der Technologie gelte ein Grundsatz, sagt Mayer: KI unterstütze Menschen bei ihrer Arbeit, ersetze aber nicht die menschliche Verantwortung. Bei wichtigen Entscheidungen bleibe die finale Bewertung und Freigabe stets in menschlicher Hand.
Begleitet wird der Rollout von einem Change- und Enablement-Ansatz. Jede neue Nutzerin und jeder neue Nutzer der Plattform erhält ein strukturiertes Onboarding zu den Regeln im Umgang mit KI, dazu kommen Informationsveranstaltungen, Schulungen und eine Community für den Erfahrungsaustausch.
„Welches Problem lösen wir?“
Eine der wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Monate formuliert Stanescu grundsätzlich: KI sei kein reines IT-Thema, technologische Exzellenz allein reiche nicht aus. Erfolgreiche Projekte entstünden dort, wo Fachbereiche, IT, Informationssicherheit, Datenschutz und Change Management früh eingebunden werden. Die Abstimmung dieser Anforderungen brauche oft mehr Zeit als die technische Umsetzung selbst.
Der Erfolg von KI-Anwendungen hänge zudem wesentlich stärker von Akzeptanz, Vertrauen und nutzbaren Anwendungsfällen ab als von der Leistungsfähigkeit einzelner Modelle. Statt „Welches Modell ist das beste?“ solle man fragen: „Welches Problem lösen wir für unsere Kolleginnen und Kollegen?“
Agentische KI und ein Hackathon
In den kommenden Monaten liegt der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung der Plattform. Der Zugang zu KI soll weiter vereinfacht, zusätzliche Anwendungsfälle sollen erschlossen werden.
Parallel beschäftigt sich das Competence Center mit agentischer KI. Das Competence Center für Intelligent Process Automation pilotiert erste agentische Fähigkeiten innerhalb der Wiener Stadtwerke-Gruppe. Evaluiert wird, wie KI künftig nicht nur Informationen bereitstellen, sondern komplexere Aufgaben und Prozessschritte eigenständig unterstützen kann.
Um die Innovationskraft im Konzern zu stärken, ist außerdem ein KI-Hackathon geplant, bei dem Mitarbeitende eigene Ideen umsetzen können.
Langfristig sieht das Competence Center seine Rolle nicht darin, einzelne Lösungen bereitzustellen, sondern nachhaltige KI-Kompetenz im gesamten Konzern aufzubauen. Der größte Hebel liege nicht in einzelnen Tools, sondern in den Menschen, die diese Technologien sinnvoll einsetzen.
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