09.05.2025
SICHERHEITSLÜCKE

Clickwise: Spin-off der Uni Wien simuliert Cyberangriffe auf Unternehmen

Das Wiener Startup Clickwise sagt Cyberangriffen den Kampf an. Ziel ist es, das Risiko von Phishing-Attacken durch kontinuierliches und praxisnahes Training gezielt zu reduzieren.
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Clickwise-Co-Founder Christian Orlowski und Felix Marcial. (Der dritte Co-Founder Christoph Hemmelmayr fehlt auf dem Bild). © Clickwise

Laut Bundeskriminalamt ist die Zahl gezielter Cyberattacken auf Unternehmen in den letzten Jahren stark angestiegen. Verschiedene Quellen berichten, dass sich die registrierten Angriffe im vergangenen Jahr verdreifacht haben – mit Schadenskosten bis zu 500.000 Euro pro Vorfall. Besonders kleine und mittlere Unternehmen geraten vermehrt ins Visier von Cyberkriminellen, getrieben durch die zunehmende Digitalisierung und den wachsenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

Das Wiener Startup Clickwise möchte sich genau dieser Problematik annehmen. Doch Trainingsplattformen für Cybersicherheit seien für viele Unternehmen zu komplex und zeitintensiv. Daher entwickelte Clickwise eine Lösung, die speziell vor allem auch auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen zugeschnitten ist.

KI-gestützte Angriffe

Clickwise dreht den Spieß um: Das Startup setzt selbst KI-gestützte Angriffsmethoden ein – dieselben, die auch von echten Cyberkriminellen verwendet werden. Allerdings mit dem Ziel, Unternehmen zu schützen statt zu schaden. Auf Basis öffentlich verfügbarer Unternehmensdaten wird analysiert, welche potenziellen Angriffsflächen bestehen. Daraus wird ein „realistisches Social-Engineering-Szenario“ entwickelt.

Diese Simulationen überprüfen anonymisiert, ob Mitarbeitende auf simulierte Phishing-Links klicken. Anhand dieser realistischen Angriffe könne man “die Schwachstellen des jeweiligen Unternehmens herausfinden und die Mitarbeitenden für den Ernstfall trainieren“, erklärt Clickwise.

Wenig Aufwand für Unternehmen

Das Ergebnis der Simulationen: Aktuell würden die Klickraten bei 50 bis 60 Prozent liegen, während der Branchendurchschnitt zwischen 20 und 30 Prozent betragen würde, behauptet das Startup.

Die Resultate werden anschließend in einem individuellen Report zusammengefasst, inklusive konkreter Empfehlungen für gezielte Trainingsmaßnahmen. Dabei soll der gesamte Prozess extern ablaufen, ohne dass den teilnehmenden Unternehmen zusätzlicher Aufwand entsteht, verspricht Clickwise. Der Hauptvorteil für die Kunden sei ein deutlich reduziertes Risiko durch kontinuierliches Training.

Ziel: Klickraten senken

Seit dem Start im März dieses Jahres habe man „bereits die ersten zahlenden Kunden gewinnen“ können, sagt Co-Founder Christian Orlowski. Gemeinsam mit Felix Marcial und Christoph Hemmelmayr gründete er im September 2024 offiziell Clickwise als Spin-off der Universität Wien.

Derzeit arbeite das Team daran, die Klickraten in Unternehmen zu senken und diese langfristig vor Cyberangriffen zu schützen. „Unser Ziel bleibt es, Cybersicherheit für KMUs einfach, effektiv und erfahrbar zu machen – bevor der Ernstfall eintritt“, so das Startup.

2024: Entrepreneurship Award Universität Wien

Die Geschichte von Clickwise begann bereits 2023 im Digital Innovation Lab der Universität Wien. Damals noch mit einem etwas anderen Fokus: einem Cybersicherheits-Flugsimulator. Das war „eine Plattform, auf der Nutzer:innen nicht nur theoretische Konzepte lernen, sondern aktiv mit realen Bedrohungen konfrontiert werden und so erfahrungsbasiert den Umgang mit Cyberrisiken trainieren“, erklären die Gründer. Dieses Konzept wurde vom aws First Incubator, der Wirtschaftsagentur Wien sowie INiTS unterstützt. Zusätzlich gewann das Team im vergangenen Jahr den Entrepreneurship Award für Studierende der Universität Wien – brutkasten berichtete.

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Ein Mann in Accra sitzt in einer Garage und repariert einen alten Computer (c) refurbed
Schrotthändler Fuseini Yakubu arbeitet im informellen Sektor von Accra. (c) refurbed

Ein Blick auf Ghanas Hauptstadt Accra. Im sogenannten „informellen Sektor“ der E-Waste-Verarbeitung liegt Agbogbloshie, eine der größten Elektromüllhalden der Welt. Hier werden Berge an Elektroteilen gesammelt, sortiert, repariert und weiterverarbeitet. Das ist die Einstiegszene der neuen refurbed-Doku „fixed“.

Brennende Müllberge im globalen Süden sind Bilder, die uns in Europa bekannt sind und unser Narrativ über Elektroschrott prägen. Während kaputte Geräte in Europa sehr schnell als Müll betrachtet werden, was die Wegwerfgesellschaft ankurbelt, hat sich in Ghana durch den E-Müll eine formelle wie auch informelle Reparatur- und Recyclingwirtschaft entwickelt.

Um die unterschiedliche Wahrnehmung von E-Waste aufzuzeigen, hat ein Team rund um refurbed-Co-Founder Kilian Kaminski im April die erste eigene Doku „fixed – Accras Antwort auf Europas Elektroschrott“ vor Ort in Ghana gedreht.

Elektroschrott als Krise, aber auch als Ressource

„In den letzten Jahren drehten sich Gespräche rund um Nachhaltigkeit oft um CO2-Emissionen, und das ist auch wichtig. Aber im Hintergrund brodelt eine weitere Krise, die ständig wächst: der Elektroschrott. Dazu gehören Berge von ausrangiertem Elektroschrott, giftige Umgebungen und Gemeinschaften, die für Konsumgewohnheiten bezahlen müssen, die sie selbst gar nicht verursacht haben“, hält Kaminski in seinen Begrüßungsworten bei der Präsentation der Dokumentation fest.

Gleichzeitig hat der E-Schrott eine innovative Reparaturkultur in Ghana entwickelt. Dr. Michael Osei Asibey, Experte für Umweltpolitik an der ghanaischen KNUST-Universität, forscht seit Jahren intensiv zum Recyclingsektor und plädiert im Film für ein radikales Umdenken. Seine prägnante Formel „Waste is a resource in the wrong place“ (Abfall ist eine Ressource am falschen Ort) bringt das Kernanliegen der Dokumentation auf den Punkt: Elektronik darf kein kurzlebiges Wegwerfprodukt sein. Vielmehr müssen wir ausgediente Geräte als wertvolle Materiallager begreifen, die dauerhaft in einem Kreislaufsystem gehalten werden.

Co-Founder von refurbed Kilian Kaminski (r.) bei den Dreharbeiten in Ghana. (c) refurbed

Vielschichtige Blockaden der Kreislaufwirtschaft

Politische, wirtschaftliche, aber auch gesellschaftliche Blockaden verhindern in Europa die Umsetzung von flächendeckenden Kreislaufwirtschaften. Kaminski sieht Blockaden in der Politik vor allem darin, dass der Fokus meist auf kurzfristigen Themen liegt. „Man konnte das gut im März 2020 beobachten, als Covid kam. Plötzlich waren Nachhaltigkeit und die Kreislaufwirtschaft nicht mehr die wichtigen Themen. Das Thema Nachhaltigkeit wird immer als ein Zukunftsproblem behandelt, obwohl es eigentlich ein aktuelles Problem ist, weil wir jetzt dagegen vorgehen müssen“, so der Co-Founder von refurbed.

Unternehmen seien gefragt, auf langlebige Produkte zu setzen. Die Praxis der künstlichen Obsoleszenz – also das bewusste Kaputtgehen von Geräten für schnellere Upgrades – sollte nicht weiter gefördert werden.

„Und als Privatpersonen sollten wir wirklich überdenken: Was und wie konsumieren wir? Behalten wir vielleicht ein Produkt länger? Geben wir alte Produkte weiter? Also einfach ein Verständnis zu entwickeln, dass der Wert des Gerätes viel höher ist, als wir eigentlich denken. Es geht nicht nur um den finanziellen Wert. Die Rohstoffe, die in den Produkten sind, haben einen sehr langen Lebenszyklus und kommen oftmals aus der gesamten Welt zurück zu einem Ort.“

Durch die Dokumentation soll ein differenzierteres Bild von E-Waste geschaffen werden. (c) refurbed

Kreislaufwirtschaft als Thema für Startups

Im Thema Kreislaufwirtschaft stecke für Startups und Jungunternehmen laut Kaminski gerade sehr viel Potenzial. Es sei nur eine Frage der Zeit, wann die Wirtschaft den Fokus auf diese Themen lege. „Wir stehen mit der Kreislaufwirtschaft ganz am Anfang. Und ich glaube, jetzt kann man vor allem die großen Unternehmen speziell mit Geschäftsmodellen, die die Kreislaufwirtschaft im Herzen haben, viel mehr challengen, als mit Geschäftsmodellen, die einfach dasselbe machen, wie es seit 100 Jahren gemacht wurde. Und das beinhaltet ja am Ende des Tages ganz viele Nachhaltigkeitsthemen, egal ob es Energie oder Rohstoffe sind.“

Auf die Frage, welches Problem Kaminski heute als Startup lösen würde, antwortet er: „Ich würde nach wie vor den E-Waste bekämpfen.“

Über refurbed

Ziel des 2017 von Peter Windischhofer, Kilian Kaminski und Jürgen Riedl in Wien gegründeten Unternehmens refurbed ist es, den Konsum in ganz Europa dauerhaft zu verändern. Mittlerweile ist das Scaleup in 24 europäischen Ländern aktiv und zählt zu den führenden Online-Marktplätzen für generalüberholte Produkte.

Die ganze Dokumentation von refurbed wurde gestern auf YouTube veröffentlicht und vorab präsentiert.

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