28.03.2023

ChatGPT: Jede:r dritte Österreicher:in unter 28 hat den Chatbot schon genutzt

18 Prozent der Österreicher:innen haben den auf künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Chatbot ChatGPT bereits genutzt, wie eine neue Umfrage des Beratungsunternehmens PwC ergeben hat. Zwei Drittel wollen den Einsatz von KI-Tools in Schulen und Universitäten verbieten.
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Mobile phone with website of US artificial intelligence company OpenAI LLC on screen in front of business logo
Foto: Timon - stock.adobe.com

Innerhalb von zwei Monaten hat der Ende November veröffentlichte Chatbot ChatGPT die Marke von 100 Mio. monatlich aktiven Nutzer:innen überschritten – und ist damit laut einer Analyse der Schweizer Großbank UBS die am schnellsten gewachsene Endkund:innen-Anwendung überhaupt. Auch in Österreich ist ChatGPT schon weitverbreitet, wie nun eine neue Studie des Beratungsunternehmens PwC zeigt: Demnach haben 18 Prozent der Österreicher:innen den KI-Chatbot bereits genutzt.

Zwischen den Generationen gibt es allerdings große Unterschiede: In der Altersgruppe von 12 bis 28 Jahren hat bereits gut jede:r Dritte (34 Prozent) das KI-Tool des US-Unternehmens OpenAI ausprobiert. In der Altersgruppe von 29 bis 42 Jahren sind es immerhin noch 22 Prozent. Unter den Österreicher:innen im Alter von 43 bis 57 Jahren haben 11 Prozent ChatGPT bereits genutzt. Am niedrigsten ist die Nutzung in der Babyboomer-Generation: In der Altersgruppe von 58 bis 76 Jahren haben erst 6 Prozent das KI-Tool ausprobiert.

Grafik: PwC

Mehr als zwei Drittel haben wenig Vertrauen in KI

Rund ein Viertel jener Befragten, die ChatGPT noch nicht genutzt haben, wollen dies in Zukunft tun. Grundsätzlich sind 63 Prozent aller Befragten der Meinung, dass KI unsere Gesellschaft revolutionieren wird. Gleichzeitig herrscht aber Unsicherheit über die Auswirkungen: Mehr als zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) haben wenig Vertrauen in KI-Anwendungen – und empfinden deren Einsatz als beängstigend oder beunruhigend.

Auch hier gibt es starke Unterschiede zwischen den Generationen: In der Altersgruppe der 12- bis 28-Jährigen ist das Misstrauen mit 56 Prozent im Vergleich am niedrigsten. Bei den Befragten der Babyboomer-Generation misstrauen 81 Prozent KI-Anwendungen.

65 Prozent befürchten, dass KI unkontrollierbar wird

Grafik: PwC

Was sind dabei aber die konkreten Sorgen der Österreicher:innen? 78 Prozent befürchten, dass KI für Betrugsmaschen eingesetzt werden könnte. 77 Prozent sehen die Gefahr, dass KI-Anwendungen für das Verbreiten von Falschmeldungen genutzt werden könnten. 67 Prozent der Befragten äußern grundsätzliche moralische und ethische Bedenken. Ebenfalls 67 Prozent sehen KI potenziell als Bedrohung für die Privatsphäre, Datenschutz oder sogar für die Meinungsfreiheit.

65 Prozent der Befragten befürchten zudem, dass KI in ferner Zukunft unkontrollierbar werden könnte. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass 81 Prozent der befragten Personen eine strengere Regulierung von KI fordern.

63 Prozent befürchten Wegfall von Arbeitsplätzen

Auch eine andere Sorge, die klassischerweise in Zusammenhang mit KI aufkommt, wurde abgefragt: Die Angst, dass KI Arbeitsplätze kosten könnte. Das befürchten 63 Prozent der Befragten. Etwas mehr als ein Drittel – 37 Prozent – machen sich Sorgen, selbst davon betroffen zu sein, indem der eigene Arbeitsplatz ganz oder zumindest teilweise von einer KI ersetzt werden könnte.

Allerdings sehen viele Befragte auch positive Auswirkungen auf die Arbeitswelt: So gehen etwa 57 Prozent davon aus, dass mühsame Aufgaben durch den Einsatz von KI wegfallen könnten. 40 Prozent wollen, dass die Vorteile von KI künftig zur Arbeitserleichterung eingesetzt werden.

Übersetzen und Verfassen von fremdsprachigen Texten beliebtester Anwendungsfall

Unter den aktiven und potenziellen Nutzer:inner von ChatGPT geben 55 Prozent an, den Chatbot für das Verfassen von berufsbezogenen Texten zu verwenden oder verwenden zu wollen. Andere Anwendungsfälle sind derzeit aber populärer: 75 Prozent nutzen ChatGPT entweder jetzt schon für das Übersetzen und Verfassen von fremdsprachigen Texten oder wollen das künftig tun.

Der zweitbeliebteste Use Case bei den Befragten ist der Einsatz von ChatGPT als Alternative zu Suchmaschinen wie Google. Dann folgt das Verfassen von erfundenen Texten zu Unterhaltungszwecken – konkret etwa Witze, Songtexte oder Geschichte. Dies wurde von 61 Prozent der aktuellen oder möglichen zukünftigen Nutzer:innen genannt.

Erstellen von Referaten und Schummeln bei Prüfungen

Auch Schüler:innen und Student:innen sehen ChatGPT als potenzielles Hilfsmittel: 57 Prozent der aktuellen oder potenziellen User:innen gaben an, den Chatbot als eine Art virtuellen Lehrer zu verwenden, um komplexe Sachverhalte einfach erklärt zu bekommen – oder zumindest dies in Zukunft zu planen.

38 Prozent nannten das Verfassen von schriftlichen Arbeiten wie Referaten und 33 Prozent sogar das Schummeln während Prüfungen als Anwendungsfälle, die sie bereits genutzt haben oder in Zukunft verstärkt nutzen wollen. Allerdings: Wie viele der aktuellen oder potenziellen User:innen tatsächlich Schüler:innen oder Student:innen sind, wurde in der Umfrage nicht erhoben, wie eine Rückfrage des brutkasten ergab.

64 Prozent wollen KI-Einsatz an Schulen und Unis verbieten

Insgesamt stehen die Österreicher:innen dem Einsatz von KI-Anwendungen im Bildungsbereich skeptisch gegenüber: 73 Prozent sind der Meinung, dass sich diese negativ auswirken könnten – etwa auf das Bildungsniveau junger Menschen. Fast zwei Drittel (64 Prozent) wollen KI-Anwendungen wie ChatGPT an Schulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen völlig verbieten.

In der Altergruppe unter 28 Jahren fordern allerdings nur 54 Prozent der Befragten ein solches Verbot. Sowohl in der Gruppe der 43- bis 57-Jährigen als auch in der Gruppe der 58- bis 76-Jährigen sprechen sich dagegen 70 Prozent für das Verbieten von KI-Anwendungen in Bildungseinrichtungen aus.

„Die Österreicher:innen haben Vorbehalte, dass neue Technologien den Bildungsbereich durcheinanderbringen könnten“, kommentiert PwC-Partner Andreas Hladky. „Wir stehen uns jedoch mit unserer Technologieskepsis ein wenig selbst im Weg, denn moderne Bildungseinrichtungen nützen die Technologien, anstatt sie zu verbannen und stellen damit sicher, dass ihre Schüler:innen und Student:innen zukunftssicher ausgebildet werden“.

Für die Umfrage hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent im Februar 2023 österreichweit insgesamt 1.001 Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die österreichische Gesamtbevölkerung.
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Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce
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Es gibt für sie unzählige Einsatzmöglichkeiten, in den vergangenen Jahren dominieren sie aber vor allem eines: die Kriegsberichterstattung. Drohnen sind nicht nur zum Sinnbild für moderne Kriegsführung geworden, sondern auch zu einer Produktkategorie, die europäischen Scaleups mitunter Milliardeninvestments einbringt. Von dieser Kategorie ist das Wiener Startup DropForce aktuell noch weit entfernt, das Konzept, mit dem es antritt, ist aber durchaus ambitioniert und vor allem neu.

Drohne aus dem 3D-Drucker im Van oder Container

„Alle anderen Drohnen-Anbieter haben eine zentrale Fabrik und brauchen für den Bau einer Drohne meistens viel länger als nötig. Wir haben unsere Drohne so konzipiert, dass man sie von überall aus bauen kann”, sagt Jakub Hamdard. Er hat DropForce gemeinsam mit Christian Mühl gegründet. Beide bringen dabei Berufserfahrung aus dem Aerospace-Bereich mit.

Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Anbietern: „Bei anderen Drohnen sind die Teile zusammengelötet. Daraus ergeben sich viele Fehlerquellen. Außerdem sind sie stark auf chinesische Bauteile angewiesen, die oft nicht halten, was sie versprechen”, so Hamdard. Die DropForce-Drohne kommt dagegen ohne Löten aus. Die Strukturteile und Module, etwa Kamera-Aufsätze, kommen aus dem 3D-Drucker; Platinen, Motoren und Propeller werden in Europa produziert und vom Startup als Bausatz dazugeliefert. „Man kann die Teile im 3D-Drucker aktuell in ca. 20 Minuten drucken und braucht dann zehn bis 15 Minuten, um die Drohne zusammenzubauen”, sagt der Gründer.

Und dieser Vorgang soll künftig eben nicht in einer einzelnen Fabrik, sondern in kompakten Einheiten direkt beim Kunden passieren, in einem Van oder Container, so die Vision. Denkt man an den DefenseTech-Bereich, heißt das: direkt an der Front. Die Vans bzw. Container sollen dann verkauft, die Produktion lizenziert werden. „Mit dem Van wäre man komplett mobil. Er kann direkt am Einsatzort innerhalb von Minuten Drohnen produzieren, die dann gleich losstarten können”, skizziert Hamdard.

So ein Einsatzort könnte etwa auch der Schauplatz einer Naturkatastrophe sein. In der Kundenansprache fokussiere man aber aktuell primär auf den Verteidigungsbereich. Dort will man, wenn alles nach Plan läuft, um den Jahreswechsel in die ersten Pilotprojekte starten.

Sechsstelliges Investment von BarnVentures und deutscher LNX GmbH

Bereits im Sommer holte sich DropForce für seine Expansionspläne auch ein Investment. BarnVentures rund um Filip Zganjer und die deutsche LNX GmbH stiegen mit einem sechsstelligen Betrag ein und sicherten sich jeweils 20 Prozent am Unternehmen. „Die Idee von einer dezentralen Massenproduktion im Baukasten-System hat mir so gut gefallen. Eine zentrale Produktionsstätte ist in Zeiten wie diesen gefährlich”, kommentiert Zganjer im Gespräch mit brutkasten. Das Startup unterstütze man nun nicht nur mit Geld, sondern auch durch Beratung.

Das Kapital sei bislang vor allem in die Weiterentwicklung, aber auch in Personalkosten geflossen, sagt Hamdard. Zudem sei man aktuell auch im Prozess der Patentanmeldung. Und auch an weiteren Drohnen-Modellen arbeite man bereits. Denn, so die Vision: „Kunden können sich später dann aus einem Portfolio genau die Drohnen aussuchen, die sie gerade brauchen. Wir haben schon einige Ideen, was man machen kann.”

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