14.04.2026
MEILENSTEIN

Chatarmin: Wiener Bootstrap-Startup erreicht 5 Mio. Euro ARR

Das auf WhatsApp‑Marketing und KI‑gestützten Kundenservice spezialisierte Wiener Startup Chatarmin hat nach eigenen Angaben die Grenze von fünf Millionen Euro jährlich wiederkehrendem Umsatz (ARR) überschritten - ohne Fremdfinanzierung.
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Die Chatarmin-Gründer (vl.) Armin Daryabegi und Johannes Mansbart | (c) Chatarmin
Die Chatarmin-Gründer (vl.) Armin Daryabegi und Johannes Mansbart | (c) Chatarmin

Billa, Bipa, Bauhaus, Air Up, Biogena und Waterdrop – die Liste namhafter Referenzkunden, die auf der Page des Wiener Startups Chatarmin zu finden sind, ließe sich noch eine Zeit lang fortsetzen. Gewonnen wurden sie mit Angeboten im WhatsApp-Marketing und im KI-gestützten Kundenservice. Die Besonderheit, die das Gründerduo Johannes Mansbart und Armin Daryabegi nicht müde wird, (vor allem auf LinkedIn) zu betonen: Das alles gelang ohne Fremdfinanzierung, also „gebootstrapped“.

Rasiert und getortet

Nun verkündeten die Gründer das Erreichen eines weiteren Meilensteins: Man habe die Grenze von fünf Millionen Euro jährlich wiederkehrendem Umsatz (Annual Recurring Revenue; ARR) überschritten. Gefeiert wurde das mit einem an eine Szene aus dem Film „Wolf of Wall Street“ angelehnten Video, das auf LinkedIn zu sehen ist. Den beiden Chatarmin-Gründern werden dabei die Köpfe rasiert. Zuletzt bekommen sie noch jeweils eine Torte ins Gesicht.

„10 Prozent langsamer, 100 Prozent besser. Das schaffen wir. Gemeinsam“, kommentiert Co-Founder Mansbart auf LinkedIn in Anspielung auf die Bootstrap-Strategie des Startups. „Der Erfolg folgt dem Aufbau und der Exzellenz. Nicht umgekehrt.“ Man sei immer noch am „day zero“.

Mit gezielter Provokation zur starken Personal Brand

Mansbart sorgt regelmäßig mit provokanten Beiträgen und Videos auf LinkedIn für Aufmerksamkeit und vor allem Reichweite in der Szene. Dabei schreckt er nicht vor harter Kritik an anderen Startups zurück und nimmt es mit den Fakten nicht immer genau. Vor einigen Wochen behauptete er in einem Video etwa, das KI-Startup MostlyAI sei in Konkurs. Tatsächlich wird dieses zwar liquidiert, allerdings nicht im Rahmen eines Insolvenzverfahrens. Auch ein zur Gewohnheit gewordenes Lamento Mansbarts, Chatarmin werde nicht bei brutkasten gefeatured, weil man auf Bootstrapping setze, lässt sich leicht widerlegen: brutkasten berichtete seit 2023 mehrfach (etwa hier, hier und hier).

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Die Gewinner:innen des SME EnterPRIZE 2026 der Generali Österreich | (c) Niko Cami

Die Generali Österreich hat auch heuer wieder kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit dem SME EnterPRIZE ausgezeichnet. Der Preis würdigt laut dem Versicherer Betriebe, die ökologische und soziale Aspekte mit wirtschaftlicher Entwicklung verbinden und nachhaltige Lösungen in ihrem Wirkungsbereich umsetzen.

Vergeben wurde der Award in drei Hauptkategorien: Nachhaltiges Geschäftsmodell, Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen sowie Nachhaltige Startups. Die Erstplatzierten erhalten jeweils 10.000 Euro Preisgeld, eine einjährige Mitgliedschaft bei der Climate Academy des Startups Glacier sowie die Chance, am internationalen SME EnterPRIZE Event in Brüssel teilzunehmen. Zusätzlich vergab die Generali einen Sonderpreis für nachhaltige Familienunternehmen, dotiert mit je 3.000 Euro.

„KMU sind ein zentraler Bestandteil der österreichischen Wirtschaft. Hinter jedem Unternehmen stehen Menschen, die den Mut haben, Verantwortung zu übernehmen und neue Wege zu gehen. Mit dem SME EnterPRIZE machen wir jene sichtbar, die nachhaltige Aspekte in ihr wirtschaftliches Handeln einfließen lassen und damit Impulse für ihre Branche setzen“, sagt Gregor Pilgram, CEO der Generali Österreich.

2nd Cycle gewinnt Startup-Kategorie

In der Kategorie Startups setzte sich die 2nd Cycle FlexCo aus Niederösterreich durch. Das Startup entwickelt Lösungen für die Wiederverwendung und das Recycling von Photovoltaikmodulen und will damit die Kreislaufwirtschaft in der Solarbranche stärken. Das Amstettener Unternehmen ist in der heimischen Startup-Szene kein Unbekannter: Bereits bei der Gründung Anfang 2024 stiegen Business Angel Michael Altrichter und die Müller-Guttenbrunn Gruppe ein, im Oktober 2025 folgte eine Finanzierungsrunde über rund eine Million Euro, unter anderem mit eQventure und Angels United.

Den Preis in der Kategorie Nachhaltiges Geschäftsmodell erhielt die Sonnenschmiede GmbH aus der Steiermark. Das Unternehmen ermöglicht gemeinschaftlichen Sonnenstrom in Mehrparteienhäusern und macht die Energiewende damit für Mieter:innen und Wohnungseigentümer:innen leichter zugänglich. Die Gründer Thomas Auer und Alexander Hojas haben ihr Modell im Mai 2025 im brutkasten-Talk „Climate Business“ erläutert. Das gebootstrappte Unternehmen hatte damals nach eigenen Angaben bereits mehr als 200 PV-Anlagen in ganz Österreich realisiert.

In der Kategorie Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen ging der Preis ebenfalls in die Steiermark: Die lixtec GmbH entwickelt intelligente Sensorsysteme für bedarfsgerechte Außenbeleuchtung und verbindet damit Energieeffizienz mit dem Schutz von Mensch und Umwelt. brutkasten hat die Grazer Firma bereits 2022 vorgestellt, damals im Kontext der Energiekrise: Die radarbasierte Sensorik soll laut lixtec Energieeinsparungen von bis zu 85 Prozent bei der Straßenbeleuchtung ermöglichen.

Sonderpreis geht ex aequo an Luftburg und Rabmer

Der Sonderpreis für nachhaltige Familienunternehmen wurde ex aequo vergeben. Die Kolarik im Prater GmbH mit dem Restaurant Luftburg in Wien wurde für ihre familiengeführte Gastronomie mit Fokus auf biologische Lebensmittel, Regionalität und Ressourcenschonung ausgezeichnet. Die Rabmer Gruppe GmbH aus Oberösterreich überzeugte mit Lösungen in den Bereichen Wasser-, Energie- und Ressourceneffizienz sowie regionaler Wertschöpfung.

Über die Auszeichnungen entschied eine Expertenjury aus Wirtschaft, Nachhaltigkeit und Wissenschaft. Bewertet wurden unter anderem die gesellschaftliche Wirkung der umgesetzten Maßnahmen, der Innovationsgrad, nachhaltigkeitsbezogene Strategien im Unternehmen, die Einbindung relevanter Stakeholder sowie das Potenzial für die weitere Entwicklung.

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