15.01.2020

Das waren die größten Mobility Highlights der CES 2020

Die Consumer Electronic Show CES in Las Vegas ist eine Messe der Superlative, und inzwischen eine der größten Automotive-Messen weltweit. Georg Fürlinger, Technologiebeaufragter der Außenwirtschaft Austria, berichtet in diesem Gastbeitrag von den spannendsten Entwicklungen der Mobilitätsbranche.
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CES
Eines der Highlights auf der CES 2020 war Sonys Elektroauto VISION-S, das u.a. in Kooperation mit Magna Steyr entwickelt wird | (c) Fürlinger

Die CES entwickelt sich Jahr für Jahr mehr auch zu einer der größten Automotive-Shows der Welt. Auf 27.000 Quadratmetern, was etwa fünf Football-Feldern entspricht, stellen Unternehmen aus der ganzen Welt ihre neuen Automotive-Technologien vor. Ein paar der neuesten Innovationen werden im Folgenden vorgestellt.

+++ zum Fokus-Channel: Mobility +++ 

DeepRoute

DeepRoute ist der Gewinner des CES 2020 Innovations Awards. Das Startup hat eine spannende Technologie für selbstfahrende Fahrzeuge vorgestellt. Die als DeepRoute-Tite bezeichnete Computerplattform ist für autonomes Fahren der Stufe 4 mit dem Xavier-Treiberprozessor von Nvidia ausgestattet. Dieser Chip kann die Kosten, die Größe und den Stromverbrauch reduzieren.

Auf der CES wurde ein Demonstrationsfahrzeug, vorgeführt, das mit sämtlicher DeepRoute-Technologien für Level 4 ausgestattet ist. Mithilfe der DeepRoute-Vision bezeichneten HDR Kamera ist es möglich, auch bei sehr hellem Sonnenlicht oder in einem sehr dunklen Tunnel, optimale Leistungen zu gewährleisten und so die Sicherheit zu erhöhen.

(c) Fürlinger

Sony E-Auto

In Kooperation mit Magna Steyr, einem österreichischen Unternehmen mit Sitz in Graz, hat der japanische Elektronik-Konzern Sony auf der Technik-Messe für eine handfeste Überraschung gesorgt und sein eigenes E-Auto vorgestellt.

Auch wenn es sich beim Vision-S nur um einen Prototyp handelt, zeigt sich deutlich, dass E-Autos nun im Mittelpunkt der Sony-Strategie stehen. Neben Magna-Steyr waren auch die drei großen deutschen Zulieferer Bosch, ZF und Continenta an der Entwicklung beteiligt.

Ausgestattet mit 33 Sensoren wird ein 360-Grad-Blick um das Auto herum geboten. Das „Software-orientierte Design“ von Sony soll drahtlose Updates, sowie eine personalisierte Benutzeroberfläche für jeden Fahrer bieten. Die flexible Automobilplattform soll in Zukunft auch für SUVs und Lieferwagen verwendet werden können.

(c) Fürlinger

Damon

Damon hat auf der CES mit der sogenannten „Hypersport“ ihr neues Meisterwerk präsentiert. Das mit dem CES “Best in Innovation” ausgezeichnete Produkt ist ein elektrisches Superbike, das mit einem KI-Antrieb und einem Co-Pilot System (BlackBerry QNX Technologie) ausgestattet ist. Der 360-Grad-Co-Pilot ist ein komplexes System aus Kameras, Radar und anderen Sensoren, das verwendet wird, um den Fahrer auf Bedrohungen aufmerksam zu machen.

(Fürlinger)

Nissan Ariya

Das schon von Nissan auf der Tokyo Motor Show enthüllte Ariya Concept wurde auf der CES 2020 neuerlich präsentiert. Basierend auf einer neuen Plattform für Elektroautos kommen zahlreiche innovative Technologien zum Einsatz.

Als Highlight wurde die Allrad-Steuerungstechnologie e-4ORCE für zweimotorige Elektroautos vorgestellt. Damit möchte Nissan die Fahrt mit allradgetriebenen E-Fahrzeugen durch die exakte Abstimmung von Leistung und Bremsleistung stabiler und gleichmäßiger gestalten.

(c) Fürlinger

Chrysler Airflow

Mit einer neuen Designstudie namens “Chrysler Airflow” zeigt der FCA-Konzern (Fiat Chrysler Automobiles) wie zukünftige Premiumfahrzeuge aussehen könnten und gibt damit ein deutliches Lebenszeichen von sich.

Schwerpunkt bildet natürlich auch hier die Interaktion der Passagiere mit den innovativen Technologien innerhalb des Fahrzeugs während der Reise. So sind eine Vielzahl von Displays verbaut, die von den Passagieren individuell bedient werden können. Hierbei handelt es sich vorrangig um eine Vision der Amerikaner, die so voraussichtlich nie auf den Markt kommen wird.

(c) Fürlinger

Ford Mustang Mach E, 1 & 2

Nachdem Ford bei der CES 2019 ein wenig enttäuscht hatte, trumpft der amerikanische Autohersteller 2020 nun so richtig auf. Mit dem Mustang Mach E, der schon im November 2019 der Weltöffentlichkeit präsentiert wurde, ist nun auch Ford in der Zukunft der Mobilität angekommen und bietet ein Elektrofahrzeug an.

Das Unternehmen bringt das Fahrzeug in drei verschiedenen Versionen auf den Markt. Neben dem Grundmodell wird es eine weitere Variante mit Allradantrieb und eine spezielle First Edition geben.

Auch technologisch ist der Mach-E mit den neuesten Systemen ausgestattet. So wird es u.a. over-the-air Updates der zugrund liegenden Software und einen digitalen Assistenten geben. Es ist klar, dass Ford hier direkt mit Tesla in Sachen Reichweite und Preis konkurrieren möchte. Ob ihnen das gelingt, wird sich jedoch noch zeigen müssen.

(c) Fürlinger

Fun Fact: Der legendäre Ford Mustang GT aus dem Film „Bullitt“ mit US-Schauspieler Steve McQueen ist für 3,7 Millionen Dollar (3,3 Mio. Euro) vor Kurzem versteigert worden. Der Originalwagen ist insbesondere wegen einer atemberaubenden zehnminütigen Verfolgungsjagd durch die Straßen von San Francisco bekannt geworden.

(c) Fürlinger

Honda Augmented Driving Concept

Mit dem Augmented Driving Concept, das man auf der CES live testen konnte, möchte Honda den Übergang vom halb-autonomen zum voll-autonomen Fahrbetrieb simulieren.

Das System ist während der gesamten Fahrt aktiv, um bei Bedarf eingreifen und das Fahrzeug steuern zu können. Während der Fahrt checken unzählige Sensoren die Absichten des Fahrers, um so zwischen den acht unterschiedlichen Modi zu wechseln. Das Konzeptfahrzeug wird lediglich mithilfe des Lenkrads, das über die ganze Fahrzeugbreite verschoben werden kann, gesteuert. Klopft man zweimal auf das Lenkrad startet der Honda, zieht man daran, wird gebremst und drückt man es von sich weg, wird beschleunigt.

(c) Fürlinger

Byton M-Byte 

Ebenfalls auf der CES vertreten war Byton mit seinem Elektro-SUV. Im Mittelpunkt des Messeauftritts stand das Infotainment System, das in Bytons erstem Modell M-Byte integriert ist. Dass dies einen besonderen Stellenwert hat, zeigt auch die Tatsache, dass ein riesiges Infotainmentdisplay den Inneraum des Fahrzeugs prägt. Derzeit gibt es schon mehr als 60.000 Reservierungen für das erste Elektrofahrzeug. Byton will das Fahrzeug ab Mitte 2020 in China bauen und auch zuerst auf dem chinesischen Markt verkaufen. 2021 soll dann der Marktstart in Europa und den USA erfolgen.

(c) Fürlinger
(c) Fürlinger

Mercedes

Mit der Konzeptstudie Vision AVTR blickt Mercedes sehr weit in die Zukunft der Interaktion zwischen Mensch und Auto. In Kooperation mit dem Starregisseur David Cameron entstand nach dem Vorbild des Avatar-Films die auf der CES ausgestellte Konzeptstudie.

Interessant waren die 33 hexagonalen Flaps am Heck des Fahrzeugs, die in alle Richtungen bewegbar sind. Sie können den Abtrieb des Fahrzeugs vergrößern oder eben auch für die Kommunikation mit der Umgebung genutzt werden. Man könnte meinen, dass es Mercedes vor allem darum ging, den digitalen Luxus zu definieren. Denn was wird einen Mercedes künftig von all den anderen Autos, die in den nächsten Jahren teil/autonom unterwegs sein werden, unterscheiden?

(c) Mercedes

Bird Cruise

Auch auf der CES war Bird mit ihrem einen neuen E-Scooter “Bird Cruiser” vertreten, der optisch sehr einem Moped ähnelt. Der Scooter enthält eine Vollfederung, einen gepolsterten Sitz, der Platz für bis zu zwei Personen bietet, sowie ein digitales Display. Der Roller wird voraussichtlich im Sommer 2020 in ausgewählten Märkten eingeführt werden, bevor die Entscheidung getroffen wird, ob er weltweit verfügbar sein wird. Bird bietet seinen Kunden mit dem Cruise eine weitere umweltfreundliche Transportmöglichkeit an.  

(c) Fürlinger

Hyundai und Uber

Die Firmen Hyundai und Uber arbeiten zusammen, um ein innovatives Flugtaxi zu entwickeln. Das Fluggerät, hört auf den Namen S-A1 und soll 2023 den Dienst beim Fahr- und Flugdienstleister Uber aufnehmen.

Da der S-A1 noch nicht fertig ist, wurde auf der CES ein kleinerer Prototyp ausgestellt und ein Virtual-Reality Erlebnis angeboten. Das fertig gebaute Lufttaxi soll dann bis zu vier Personen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 290 km/h transportieren können. Ziel ist es, dass das System autonom operieren kann und somit keinen eigenen Piloten mehr benötigt. Der Elektromotor und die Bauweise des Fluggeräts ermöglichen einen vertikalen Start und Landung. Eingesetzt werden soll das Flugtaxi auf der von Uber entwickelten Plattform Uber Elevate.

(c) Fürlinger

Bell Helicopters

Bell Helicopters, ein US-Hubschrauberhersteller, hat auf der CES eine Weiterentwicklung ihres senkrecht startenden Fluggeräts vorgestellt. Das autonom-fliegende Fluggerät hat nun den Namen Nexus 4EX. Die 4EX im Namen des Flugzeugs stellen die wichtigsten Konstruktionsänderungen dar: “4” für vier Mantelpropeller, “E” für Elektrik und “X” für Experimentell.

Das ursprüngliche Konzept Nexus, das jetzt als 6HX bezeichnet wird, verwendete sechs Mantelpropeller und war als ein Fluggerät mit Hybridantrieb gedacht. Aufgrund von Marktveränderungen hat man sich dazu entschieden, die oben angeführten Änderungen am Flugobjekt vorzunehmen, vor allem was die volle Elektrisierung betrifft.

Der 4EX kann bis zu fünf Personen mit einer Geschwindigkeit von ca. 240 km/h bis zu 96 Kilometer weit befördern. Der Fokus des Unternehmens ist es, ein sicheres Fluggerät zu entwickeln, welches leise (signifikant leiser als ein Helikopter) und umweltfreundlich ist und mit einem erschwinglichen Preis für viele zugänglich ist. Interessant war auch zu sehen, wie Flugdienstleister durch eine eigene Software dazu in der Lage sein werden, ihre Nexus-Flotte effizient zu steuern.

(c) Fürlinger

Branchenreport „Future of Mobility“

Wer mehr über das Thema “Future of Mobility” erfahren möchte kann sich hier den Branchenreport “Zukunft der Personenmobilität | Silicon Valley” herunterladen. Dieser wurde von der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA zusammen mit dem future.lab und dem aspern.mobil LAB der TU Wien verfasst.

Das Ziel war es, einen fundierten Einblick in das global einzigartige Innovations-Ökosystem Silicon Valley zu geben, wo die (Mobilitäts-)Welt von morgen miterfunden wird.

In diese Studie flossen zahlreiche Interviews und persönlichen Gespräche, Erkenntnisse der aktuellen Fachliteratur, sowie auch der Austausch über Praxiserfahrungen zu Innovationen im Mobilitätsbereich ein. Sie zeigt an konkreten Beispielen und Analysen die Wirkungen des Wandels deutlich, welche schon heute den Alltag und das Stadtbild in der San Francisco Bay Area prägen. Es wurde außerdem ersichtlich, dass Wirtschaft, Wissenschaft und Politik lokal und (inter)national kooperativ agieren müssen, um diese komplexen und großen Herausforderungen zu bewältigen.


Über Georg Fürlinger

Georg Fürlinger.

Georg Fürlinger ist Technologiebeaufragter bei der Außenwirtschaft Austria, die Internationalisierungs- und Innovationsagentur der österreichischen Wirtschaft, sowie Co-Director des Open Austria Büros in San Francisco. Er unterstützt österreichische Startups und etablierte Unternehmen bei ihrer US-Markteintrittsstrategie sowie beim Technologie-, Partner- und Investoren-Scouting. Zuvor forschte er am Austrian Institute of Technology im Bereich innovativer Ökosysteme und arbeitet mit dem Startup Accelerator StartX der Stanford Universität zusammen. Georg ist Co-Autor des Buches „Abseits von Silicon Valley“.

 


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Initiator Berthold Baurek-Karlic eröffnet das World Venture Forum, im Hintergrund Bitcoin Suisse CEO Andrej Majcen – Foocredit: World Venture Forum

Wenn sich Anfang Juli Investor:innen aus 33 Nationen in Kitzbühel versammeln, dann nicht für Pitch-Marathons, sondern für Gespräche am Berg: Das World Venture Forum (WVF) ging heuer von 6. bis 11. Juli in seine zwölfte Ausgabe – unter dem Motto „Vectors of Change“. Den heutigen Namen trägt die Veranstaltung seit vier Jahren, davor lief sie als Venture Week. Das Format ist bewusst klein gehalten: Rund 200 Teilnehmer:innen, die laut Veranstalter ein Kapital von mehr als 40 Milliarden Euro repräsentieren, verteilen sich über eine Woche auf Themen-Chalets zu Web3, Family Offices, Corporate Innovation und Impact. Dazu kommen ein Golfturnier, eine Trekking-Tour auf die Streif und die Gala im K3 KitzKongress samt Award-Verleihung. Am Donnerstag und Freitag verschmilzt das Programm traditionell mit dem Business Angel Summit, dem Jahrestreffen der österreichischen Angel-Szene.

Hinter dem Event steht Berthold Baurek-Karlic, Gründer und CEO von Venionaire Capital, der das Forum vor zwölf Jahren mit ins Leben gerufen hat. brutkasten traf ihn vor Ort zum Gespräch – über die Anfänge als Golfrunde, die Philosophie hinter dem Format, die neu eingetragene gemeinnützige Stiftung und die Frage, warum Österreich seiner Ansicht nach zehn Jahre in der Standortdebatte verloren hat.


brutkasten: Das World Venture Forum geht mittlerweile in die zwölfte Ausgabe. Wie ist das Ganze entstanden – und wie hängt es mit dem Business Angel Summit zusammen?

Berthold Baurek-Karlic: Vor zwölf Jahren gab es hier in Kitzbühel eine kleine Golfrunde – gemeinsam mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Standortagentur Tirol. Wir haben gesagt: Wir bringen informell lokale und ein, zwei internationale Investoren zusammen und reden darüber, wie wir mehr Kapital mobilisieren und international mehr Augen auf unseren Heimatmarkt und die EU bringen. Das Feedback war sehr gut, es gab Folgeveranstaltungen. Dann hat sich herauskristallisiert, dass es Bedarf an einem Jahrestreffen der Business Angels gibt – stark auf Österreich fokussiert, mit Bayern und Südtirol als Umfeld. Daraus wurde der Business Angel Summit, den wir bis heute in Partnerschaft und Freundschaft begleiten. Wir selbst haben daraus eine europäische Venture Week in Kitzbühel entwickelt – das heutige World Venture Forum. Es beginnt bereits am Montag; am Donnerstag und Freitag verschmilzt das Programm dann mit dem Summit, unserem Partnerevent.

Was ist die DNA des Forums?

Wir machen ein Event von Investoren für Investoren. Unser Versprechen ist: Hier sitzt du am Tisch und nicht am Menü. Du gehst nicht in einen Raum, wo auf einen Investor zehn Startups kommen, die Geld wollen. Stattdessen hast du eine entspannte Atmosphäre über mehrere Tage, in der du Vertrauen aufbauen kannst, um international zu co-investieren. Kitzbühel ist dafür wunderbar geeignet: Wir machen den Content am Berg – dort kann keiner weglaufen, und es gibt wenig Ablenkung. Im zwölften Jahr haben wir 33 Nationen versammelt und repräsentiertes Kapital von weit über 40 Milliarden. Gleichzeitig sind wir bewusst klein geblieben, knapp über 200 Teilnehmer – Qualität ist wichtiger als Quantität.

Berthold Baurek-Karlic bei der Eröffnung des Gala Dinners am Mittwoch | (c) World Venture Forum

Seit dem Vorjahr gibt es auch eine Stiftung.

Ja, die World Venture Forum Stiftung, eine gemeinnützige Stiftung nach Bundesstiftungsrecht. Es war unglaublich schwierig, sie zu bekommen – zwei Jahre und zehn Monate. Sie kann nicht wieder aufgelöst werden, sie hat den Anspruch, ewig zu bestehen. Wir mussten aber lernen, dass sie ein Jahr eingetragen sein muss, bis die Spendenabsetzbarkeit greift. Das letzte Jahr war deshalb in Wahrheit die Hölle. Heuer konnten wir mit unserer Charity Auction erstmals Kapital einsammeln – knapp 60.000 Euro. Dazu haben wir mittlerweile Chapter Presidents in 19 Ländern, die das ganze Jahr die lokale mit der internationalen Community vernetzen. Die Stiftung lebt nach einem einfachen Prinzip: Innovation in Isolation ist eine Illusion.

Im Fokus der Stiftung steht Bildung. Was heißt das konkret?

Es geht um Innovations- und Entrepreneurship-Empowerment. Einerseits Capacity Building: Investoren die Skills zu geben, um lokal einen guten Job zu machen und internationale Standards einzuhalten. Andererseits haben wir mit der Hochschule Fresenius ein Programm entwickelt, das Scaleup-Gründern die Werkzeuge gibt, international zu raisen. Am Anfang hast du Friends, Family, Fools und lokale Angels – aber irgendwann brauchst du internationale Investoren, die dir neue Märkte aufmachen. Dort helfen wir.

Der Vorstand der World Venture Forum Stiftung: Alexander Rapatz und Berthold Baurek-Karlic | (c) World Venture Forum

Es sind auch Startups vor Ort. Welche Regeln gelten für sie?

Die Oberregel ist: Hier wird nichts verkauft. Es sind ausschließlich Scaleups vor Ort, in der Regel im Windschatten eines Sponsors – und jeder Founder, der hier ist, hat selbst schon investiert. Ein gutes Beispiel ist Florian Wimmer von Blockpit, der seit Jahren auch als Business Angel aktiv ist. Am Ende soll es keine Verkaufsveranstaltung sein. Die Leute sollen nach Hause gehen und sagen: Ich habe etwas gelernt.

Beim Business Angel Summit wurde viel über die politischen Rahmenbedingungen in Österreich diskutiert. Ist das auch hier Thema?

Wir haben ganz bewusst Martin Ohneberg als Festredner eingeladen und ich bin sehr glücklich über seine Rede. Er hat zu hundert Prozent recht: Wir labern viel zu viel und tun viel zu wenig. Politischer Diskurs ist wichtig, aber wenn wir zehn Jahre über einen Dachfonds diskutieren, haben wir zehn Jahre verloren. Ursprünglich wurde an einem Fund of Funds mit fünf bis zehn Milliarden gearbeitet – heute reden wir über einen Scaleup-Fonds mit 500 Millionen. Wir haben also weniger und zehn Jahre verloren. Am Panel kam die Frage, ob der Staat nicht mehr Geld in Fonds stecken sollte. Die Antwort eines deutschen Scaleup-Gründers war treffend: Viel gescheiter wäre, der Staat würde die Produkte kaufen, die in Europa entstehen – Umsatz ist besser als Eigenkapital.

Disclaimer: brutkasten ist Medienpartner des World Venture Forum

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