07.10.2025
FTI

CDG fördert zehn österreichische Spin-offs mit 6,8 Millionen Euro

Die Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG) startet mit 6,8 Millionen Euro ein neues Förderprogramm, das Forscher:innen dabei unterstützt, ihre wissenschaftlichen Ideen in marktfähige Produkte und Unternehmen zu überführen. Zehn Projekte aus Medizin, Materialforschung und Hightech-Hardware sind bereits an Bord.
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Transfer.S2S
Symbolbild | Foto: Stock.Adobe/Gorodenkoff

Der Sprung von der wissenschaftlichen Idee zum marktfähigen Produkt ist alles andere als einfach. Genau hier setzt das Förderprogramm der Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG) an. Unter dem Titel Transfer.Science to Spin-off (Transfer.S2S) werden Forscher:innen unterstützt, die ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse in kommerzielle Anwendungen überführen wollen. Für diese Ausschreibung stehen insgesamt 6,8 Millionen Euro bereit.

Bereits im letzten Herbst gab es einen Aufruf der CDG: Mit dem damals neu präsentierten Transfer.S2S-Programm hat man Wissenschaftler:innen unterstützt, die Ideen für innovative Produkte oder Dienstleistungen haben, denen aber noch grundlegende Erkenntnisse oder die Bestätigung von Hypothesen fehlen. Darauf aufbauend wurde entschieden, ob die Idee Marktpotential hat – brutkasten berichtete. Damals war das Förderprogramm mit 6,5 Millionen Euro dotiert.

CDG-Präsident: „Wir kennen die Förderlücke zwischen Forschung und Gründung“

„Wir wussten natürlich um die bestehende Förderlücke zwischen der Grundlagenforschung und der Unternehmensgründung“, betont CDG-Präsident Martin Gerzabek und meint weiter: „Deshalb haben wir uns auch bewusst dafür entschieden, Forschende an genau diesem Punkt zu unterstützen: Wenn Ideen für mögliche Ausgründungen im Raum stehen, aber noch letzte wissenschaftliche Fragen offen sind und gleichzeitig auch schon unternehmerisches Wissen aufgebaut werden muss. 100 Anträge, von denen wir leider nur 10 fördern können, zeigen das große Potential dieser Förderschiene und auch den Unternehmergeist unserer Wissenschafterinnen und Wissenschafter.“

Das sind die zehn ausgewählten Wissenschafter:innen und ihre Themen

Aus rund 100 Anträgen wurden zehn Projekte ausgewählt, die nun für bis zu drei Jahre lang gefördert werden. Das Spektrum reicht von Medizin über Materialforschung bis hin zu Industrieanwendungen:

  • Prof. Christoph Bock (CeMM, Wien): Optimierte CRISPR-verstärkte CAR-T-Zellen gegen Blutkrebs und Autoimmunerkrankungen.
  • Dr. Danica Drpic (CeMM, Wien): Umweltfreundliche Fluoreszenzfarbstoffe zur Diagnose von Stoffwechselstörungen.
  • Prof. Philipp Haslinger (TU Wien): Kombination von Elektronenspinresonanz und Transmissionselektronenmikroskopie für Nanomaterialien.
  • Prof. Martin Kaltenbrunner (Uni Linz): Biologisch abbaubares, flexibles Leiterplatten-Substrat aus Pilzmyzel.
  • Prof. Erwin Rosenberg (TU Wien): Neuer Gas-Chromatograph für schnellere und präzisere Messungen auf kleinem Raum.
  • Prof. Ian Teasdale, Prof. Eleni Priglinger, Prof. Florien Jenner (Uni Linz & Vetmed Wien): Biomimetische Harze für die regenerative Knochenmedizin.
  • Prof. Stephan Weiss (Uni Klagenfurt): GPS-unabhängige Drohnen zur Überprüfung kritischer Energieinfrastruktur.
  • Prof. Richard Wilhelm (TU Wien): Druckbare Leiterplatten für extreme Umgebungen, von Weltraum bis Quantencomputing.
  • Dr. Georg Winter (CeMM, Wien): Verbesserte, weniger toxische Therapien für Kinderkrebs.
  • Dr. Kai Schwenzfeier & Dr. Michael Hollerer (TU Wien): Präzisionssysteme für die Halbleiterindustrie zur Kompensation von Drift und Wärmeausdehnung.

460.000 Euro des Budgets aus Eigenmitteln der CDG

Die Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG) unterstützt in Österreich Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Seit 30 Jahren fördert die CDG anwendungsorientierte Grundlagenforschung in Christian Doppler Labors und Josef Ressel Zentren.

Für diese Pilotausschreibung des Förderprogramms Transfer.S2S erhält die CDG Mittel von der Österreichischen Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung aus dem Fonds Zukunft Österreich FZÖ: Das Budget der nun genehmigten Projekte liegt bei 6,8 Mio. Euro, rund 460.000 davon stammen aus Eigenmitteln der CDG, heißt es in einer Pressemeldung.

Die Projekte werden für bis zu drei Jahre gefördert. Die ausgewählten Projekte müssen im Zuge dessen eine Kommerzialisierungsstrategie entwickeln. Dafür wird ein Business Mentoring vonseiten der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) angeboten, heißt es.

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© refurbed

Der Marktplatz für generalüberholte Produkte refurbed erweitert sein Sortiment um eine neue Sparte: Vor Kurzem startete auf der Plattform die Kategorie für Musikinstrumente mit knapp 1.000 Akustik- und E-Gitarren von Marken wie Fender Japan, Tokai oder Greco.

Damit dehnt das Wiener Unternehmen sein Geschäftsmodell nach Smartphones, Laptops, E-Bikes und Kinder-Equipment auf ein weiteres Produktsegment aus. Nach Angaben des Wiener Scaleups entwickelte sich das Segment bereits in einer Testphase zur am schnellsten wachsenden Kategorie der Firmengeschichte.

Aufbereitung durch Spezialpartner

Die angebotenen Instrumente stammen von spezialisierten Partnerunternehmen, die gebrauchte Gitarren „in der Regel“ von Privatpersonen beziehen, technisch prüfen, reinigen und instand setzen, teilt das Unternehmen per Aussendung mit. Verschleißteile wie Schalter, Buchsen oder Potentiometer würden bei Bedarf ausgetauscht werden und neue Saiten aufgezogen.

Für Käufer:innen gelten dabei wie bei den elektronischen Produkten auch mindestens zwölf Monate Garantie sowie ein 30-tägiges Rückgaberecht. Die durchschnittliche Preisersparnis gegenüber Neuware liegt laut Unternehmen bei 15 Prozent.

„Musikinstrumente sind dafür gebaut, Generationen zu begleiten. Trotzdem landen unzählige hochwertige Instrumente ungenutzt in Kellern oder auf Dachböden“, erklärt Peter Windischhofer, Co-Gründer und CEO von refurbed. Mit dem Einstieg in das neue Segment wolle man zeigen, „dass Refurbishment heute weit mehr leisten kann als bei klassischer Unterhaltungselektronik“.

Jedes Instrument erhält vor dem Verkauf ein professionelles Refurbishment. © refurbed

Schrittweiser Ausbau der Kategorie

In den kommenden Wochen soll das Angebot zunächst um Effektpedale und Verstärker erweitert werden. Im Anschluss ist die Aufnahme von Synthesizern sowie klassischen Instrumenten wie Geigen und Trompeten vorgesehen. Langfristig verfolgt refurbed das Ziel, sämtliche Musikinstrumente und musikbezogene Produkte auf seinem Marktplatz anzubieten.

„Unser Ziel ist es, immer mehr Produktkategorien für die Kreislaufwirtschaft zu erschließen und nachhaltigen Konsum dort möglich zu machen, wo ihn viele bislang noch nicht erwartet hätten“, so Peter Windischhofer zur Sortimentsstrategie von refurbed.

Laut Unternehmensangaben entwickelte sich die neue Kategorie bereits in der Testphase zum bislang erfolgreichsten Launch der Firmengeschichte und wachse aktuell doppelt so schnell wie das restliche Sortiment.

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