18.09.2018

CCEX: Startup mit Wiener Wurzeln bringt Cloud Services an die Börse

Das Frankfurter Startup CCEX Cloud Commodities Exchange will mit Cloud Services das machen, was mit Öl und Strom bereits vor Jahrzehnten passiert ist - sie standardisieren und dann an die Börse bringen.
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CCEX: Karl-Michael Molzer über Cloud Commodities Exchange - Cloud-Services an der Börse
(c) CCEX: Co-Founder Karl-Michael Molzer

„Wenn Unternehmen Cloud Services benötigen, sehen sie sich üblicherweise die Angebote einiger weniger großer Provider an. Dann entscheiden sie sich für einen davon. Dieser Prozess dauert in der Regel drei bis sechs Monate. Und dann unterschreiben sie einen Vertrag, der sie auf einige Jahre bindet“ – so umreißt Karl-Michael Molzer, Wiener Co-Founder und CFO des Frankfurter FinTech-Startups CCEX Cloud Commodities Exchange den Status Quo am Cloud-Markt. Diesen Zustand wollen der Serial Entrepreneur (ehem. Crowd-o-moto) und seine Co-Founder ändern.

+++ Börsianer-Chef Dominik Hojas über die Börse als Chance für Startups +++

„Es gibt nicht nur Amazon, Microsoft, IBM und Google.“

Denn der Markt sei derzeit keineswegs kundInnenfreundlich, sagt Molzer. „Es gibt in dem Feld nicht nur Amazon, Microsoft, IBM und Google. Es gibt hunderte Provider mit teilweise sehr guten Angeboten. Für KundInnen ist der Markt aber sehr intransparent“, sagt der Gründer. Die Lösung: Man müsse Clowd-Services zur neuen Asset-Klasse an der Börse machen, um Angebot und Nachfrage fairer matchen zu können. Und um börsenübliche Schemata wie Derivate-Handel zu ermöglichen. Das ist das Ziel von CCEX. Auf dem Weg dorthin müssen aber noch einige Etappen genommen werden.

Die Standardisierung von SaaS und Co.

Der Markt liegt momentan weltweit bei einem jährlichen Volumen von rund 170 Milliarden US-Dollar – mit hohem progonostizierten Wachstum in den kommenden Jahren. Die Grundvoraussetzung für den Börsenhandel ist also erfüllt: Hohe Nachfrage. „Die nächste Voraussetzung ist eine Standardisierung. Das ist bei Öl in den 1970’er-Jahren passiert, bei Elektrizität in den 1990’er-Jahren. Für Cloud Services arbeiten wir momentan daran“, sagt Molzer. Ein schwieriges Unterfangen, fallen unter den Begriff Cloud Services doch SaaS, IaaS, PaaS und wie sie alle heißen. Viele Lösungen sind sehr spezifisch auf einzelne Usecases zugeschnitten und haben für sich einen recht kleinen Markt.

Drei Schritte zum Ziel

„Wir gehen davon aus, dass sich zehn Prozent des Gesamtmarkts standardisieren lassen“, sagt Molzer. Dabei knöpfe man sich Schritt für Schritt zunächst die einfacheren Produkte vor. „Speicherplatz und High Performance-Rechenleistung liegen auf der Hand und sind riesige Märkte“, erklärt der Gründer. CCEX will diese Benchmarks nicht nur definieren sondern sie auch „besitzen“, also die die Hoheit über sie behalten. Im nächsten Schritt will man Lizenzen ausstellen und an Börsen verkaufen, um dort mit einem Revenue Share-Modell laufende Einkünfte zu generieren. Im dritten Schritt will man entsprechende Cloud-Indizes besitzen – „ein sehr lukratives Geschäft“, wie Molzer betont.

Markt mal 200

Einmal an der Börse vergrößere sich der Markt noch dazu enorm. „Wenn man sich andere börsengehandelte Ressourcen wie Öl, Elektrizität, Gold, Silber, Getreide, Kaffee und so weiter ansieht, sieht man, dass das Verhältnis des Volumens von Derivaten zum physischen Handel bei bis zu 200 zu eins liegt“, erklärt Molzer. Dabei ginge es nicht nur um „Wetten“, die spätestens seit der letzten Finanzkrise nach 2008 einen schlechten Ruf haben. „Wir reden hier von Futures, also einfachen Termingeschäften, die Preissicherheit schaffen. Für das Liquiditätsmanagement vieler Unternehmen, etwa von Fluggesellschaften mit Kerosin, ist dieses ‚Hedging‘ essenziell“, sagt der Gründer.

CCEX: Börse auf Zeit

Noch ist CCEX aber mit dem oben genannten Schritt eins, der Standardisierung, beschäftigt. Zugleich tritt das Startup in der Aufbau-Phase selbst als „Börse“ auf. Auf der Plattform sind sogenannte OTC-Trades, also außerbörslicher Handel von Cloud Services möglich. „Darüber wollen wir nun genug Liquidität am Markt schaffen“, sagt Molzer. Seitens einiger Partner wie etwa der Börse Singapur bestünde bereits die Bereitschaft, das System zu implementieren – sobald die Zahlen passen. „Wenn alles nach Plan läuft und sich die OTC-Trades entsprechend entwickeln, können wir im dritten Quartal 2019 mit Deals über die Börse starten“, sagt Molzer.

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Mehr zu Thema Börse: Video-Interview mit Finanzminister Löger, Oberbank-Chef Gasselsberger und Börsianer-Chef Hojas:

Live aus dem Finanzministerium zu den Megatrends am Kapitalmarkt

Finanzminister Hartwig Löger, Bundesministerium für Finanzen, Oberbank AG Generaldirektor Franz Gasselsberger und Börsianer-Chefredakteur Dominik Hojas, live über die #Megatrends am #Kapitalmarkt, die Finanzierungschancen für Startups & KMUs, aktuelle Themen aus dem FinTech Beirat uvm, dass im Rahmen der Börsianer Messe 18 besprochen wird.

Gepostet von DerBrutkasten am Montag, 3. September 2018

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vl. Shalev Hulio (Co-Founder und CEO) und Sebastian Kurz, (Co-Founder and President) | (c) DREAM/eclipse media
vl. Shalev Hulio (Co-Founder und CEO) und Sebastian Kurz, (Co-Founder and President) | (c) DREAM/eclipse media

Anfang 2025 war Dream mit einer 100 Millionen US-Dollar schweren Finanzierungsrunde zum Unicorn geworden (brutkasten berichtete). Nun holte sich das Scaleup erneut frisches Kapital. Mit einem Investment von 260 Millionen US-Dollar erreicht es in seiner Series-C-Kapitalrunde eine Bewertung von drei Milliarden US-Dollar. Die Runde wurde von den Investmentfonds Bicycle Capital und Group 11 angeführt, gemeinsam mit Beteiligung von Bain Capital, Tru Arrow Partners, Antler „und weiteren globalen Investoren“.

„Wir sind noch ein junges Unternehmen, aber wir sind sehr dankbar, dass sich alles in die richtige Richtung entwickelt und wir schnell wachsen. Wir arbeiten weiter hart daran, dass es sich auch in den nächsten Jahren weiter so positiv entwickelt“, kommentiert Co-Founder und Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz, der als President von Dream fungiert.

Auch Co-Founder mit bekannter Vorgeschichte

Nicht nur sein Name ist ein klingender. Auch Mitgründer und CEO Shalev Hulio erlangte bereits zuvor internationale Bekanntheit. Als Co-Founder und Ex-CEO des Unternehmens NSO hatte er mit dessen Spionagesoftware Pegasus, die an Staaten vertrieben wurde, weltweit für Kontroversen gesorgt. Mit Dream wechselte Hulio vom Cyber-Offensiv- in den Cybersecurity-Bereich. Die Zielgruppe hat aber eine große Überschneidung: Staaten und Betreiber kritischer Infrastruktur. In diesem Bereich ist freilich auch der Ex-Kanzler bestens vernetzt.

Digitale Souveränität als neues Verkaufsargument

Im Produkt setzt Dream mit seinem „Cyber Language Model“ voll auf Künstliche Intelligenz, im Narrativ mittlerweile auch auf Digitale Souveränität, die zuletzt vor allem in Europa zum großen Thema wurde. „Die entscheidende Frage für Staaten ist nicht mehr, ob sie Künstliche Intelligenz einsetzen werden, sondern ob sie diese auch besitzen, betreiben und vollständig kontrollieren. Andernfalls begeben sie sich in eine kritische Abhängigkeit von anderen Staaten, wie beispielsweise China oder den USA“, sagt Kurz.

Und Hulio legt nach: „Wer die Kontrolle über seine KI verliert, verliert langfristig auch einen Teil seiner staatlichen Souveränität. So wie es undenkbar wäre, die Kontrolle über Verteidigung, kritische Infrastruktur oder die Innere Sicherheit aus der Hand zu geben, wird es künftig undenkbar sein, keine vollständige Kontrolle über die eigenen KI-Systeme zu haben.“ Dass KI-Modelle, auf denen zentrale Elemente staatlichen Handelns abgestützt sind, über Nacht abgestellt werden können, sei keine theoretische Debatte, wie man zuletzt bei „Fable“ von Anthropic gesehen habe, argumentiert man beim Unternehmen.

Cybersecurity: KI als Herausforderung und Lösung

Und wie will Dream das konkret lösen? Die KI-Systeme des Scaleups arbeiten laut Unternehmen „in einer völlig souveränen und sicheren Umgebung“. Dort biete man unter anderem einen umfassenden Cyber-Abwehr-Schirm, strukturiere sensible Daten als Entscheidungsbasis und decke noch unbekannte Cybersecurity-Schwachstellen („Zero Days“) auf. „Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat sich Cybersicherheit grundlegend verändert. Herkömmliche Systeme können keinen ausreichenden Schutz mehr bieten. Nur durch den konsequenten Einsatz von KI auch in der Cyber-Abwehr ist ein Schutz auch in der Zukunft möglich“, sagt Hulio.

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