22.10.2024
INTERVIEW

Maschmeyer: „Ich empfehle Gründern den mail- und digitalfreien Sonntag“

Interview. Carsten Maschmeyer ist einer der bekanntesten Investoren Deutschlands – nicht zuletzt aufgrund der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“. Bei einem Besuch in Wien stattete uns Maschmeyer einen Besuch im Studio ab.
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Carsten Maschmeyer im brutkasten-Studio
Carsten Maschmeyer im brutkasten-Studio | Foto: brutkasten

Dieser Beitrag erschien zuerst in der aktuellen Ausgabe unseres Printmagazins – “Kettenreaktion”. Eine Downloadmöglichkeit findet sich am Ende des Artikels.


Carsten Maschmeyer ist einer der bekanntesten Investoren Deutschlands – nicht zuletzt aufgrund der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“, bei der er seit 2016 in Startups investiert. Doch auch abseits der Kameras ist Maschmeyer als Investor aktiv: Er investiert in Europa und den USA; in Österreich ist er an mehreren Startups beteiligt, darunter Prewave und teamecho. Im brutkasten-Interview erläutert Maschmeyer unter anderem, welche Erfahrungen er bisher mit österreichischen Gründer:innen gemacht hat, wie es ihm gelungen ist, in den USA als Investor Fuß zu fassen und warum er der Vier-Tage-Woche etwas abgewinnen kann.

Mitt seinem in Berlin angesiedelten Venture-Capital-Fonds seed + speed hat Carsten Maschmeyer bisher über 70 Investments in frühphasige Startups getätigt. Die Ticketgrößen liegen in einem Bereich von 300.000 bis 500.000 Euro. In Later-Stage-Startups investiert er über seine Münchner Firma Alstin Capital, mit dieser hat er bisher rund 30 Investments vorgenommen. Dazu kommt noch die auf den US-Markt spezialisierte Investmentfirma Maschmeyer Group Ventures (MGV), die in knapp 50 Startups investiert ist.

Auch in Österreich ist Maschmeyer an mehreren Startups beteiligt, darunter auch am Cover-Startup der aktuellen Ausgabe des brutkasten-Printmagazins, Prewave. Zu den weiteren Beteiligungen in Österreich zählen das Grazer Startup Flasher, das eine Sicherheitslösung für Fahrrad- und Rollerfahrer entwickelt, das Wiener Datenunternehmen Visplore, das Linzer HR-Startup teamecho, das Wiener Food-Supply-Chain-Startup Orderlion und das niederösterreichische Legaltech-Unternehmen Netzbeweis. Als Maschmeyer im Sommer zwei seiner österreichischen Portfolio-Startups besuchte, schaute er auch auf einen Sprung bei brutkasten vorbei.


Die Video-Fassung des Interviews findet sich am Ende dieses Artikels.


brutkasten: In dieser Ausgabe haben wir Prewave am Cover. Du bist bei dem Wiener Scaleup schon seit Längerem investiert. Aus welchen Gründen bist du eingestiegen?

Carsten Maschmeyer: Für mich sind immer die Personen wichtiger als das Produkt. Prewave-Co-Founderin Lisa Smith habe ich im Frühjahr 2020 während des Corona-Lockdowns kennengelernt. Wir hatten nur Videocalls. Sie ist eine tolle Frau und sehr komplementär mit ihrem Co-Founder Harald Nitschinger.

Das Thema der Kontrolle von Lieferketten ist eine sensationelle Geschichte, sie haben mittlerweile Kunden wie BMW oder Lufthansa. Wir sind sehr glücklich, dass wir bereits früh zu einer Vier-Millionen-Bewertung eingestiegen sind, und haben in drei weiteren Runden weiter investiert. Prewave ist in Österreich unser umsatzstärkstes und höchstbewertetes Startup.

Du bist ja auch noch bei mehreren anderen österreichischen Startups beteiligt. Wie sind deine Erfahrungen mit österreichischen Gründer:innen?

Maschmeyer: Wir haben sehr gute Erfahrungen mit österreichischen Gründer:innen. Sie sind im Durchschnitt kommunikativ etwas stärker als ihre deutschen Pendants. Ich glaube, dass die Startups in Österreich am Anfang einen großen Vorteil haben: Es ist hier Nähe, man hält zusammen; Wirtschaft, Wissenschaft, die Gründerszene, die Politik – überall gibt es kurze Wege. Das ist sehr gut.

Was mir auch auffällt, ist, dass in Österreich oft Freunde gemeinsam gründen. Diese haben dann eine enorme Vertrauensbasis, die eine hohe psychologische Sicherheit bietet. Österreichische Startups haben auch den Vorteil der Nähe zu Zentralosteuropa, sie können dort in große Märkte gehen.

Du investierst sowohl in Europa als auch in den USA. Wie unterscheiden sich Gründer:innen aus Österreich oder Deutschland von jenen in den USA? Sind die Unterschiede noch groß oder haben sich die Dinge mittlerweile geändert?

In Deutschland ist die Kommunikation häufig schwierig, gerade wenn es technisch wird. Computer Scientists sind oft nicht gut in Sales und können auch keine begeisternden Bewerbungsgespräche führen. In Österreich ist das viel offener, viel positiver.

In Amerika wiederum lernen sie schon in der sechsten Klasse, vor 30 Mit schülern zu präsentieren. Dort haben sie nichts da gegen, wenn jemand sagt, dass man Verkäufer haben muss – man weiß, dass alles verkauft werden muss. In Deutschland sieht man Verkaufen als etwas Schlimmes. Die Amerikaner wollen, dass ihre Startups Weltmarktführer werden.

Da sagen auch die Investoren, dass die Unternehmen die besten Leute brauchen – denn nur mit den besten Leuten wird man das beste Startup in einer Nische oder einem Markt. In Deutschland und Österreich nehmen Startups oft lieber nicht so viel Geld auf – dann kriegt man die Finanzierungsrunde leichter hin, sagt man sich.

Man gibt lieber nicht so viel aus, man macht lieber weniger Marketing, damit das Geld länger reicht; man will sich eine tolle Bewerberin nicht leisten. Ich sage dazu immer: Ihr könnt euch schlechte Leute nicht leisten. Gute Leute machen ein Startup stärker, führen zu besseren Innovationen und einem höheren Umsatz.

Wie wichtig war es dir, als Investor auch in den USA Fuß zu fassen?

Es war bis zu einem gewissen Grad Zufall. Meine Frau und meine Tochter sind Schauspielerinnen und haben sehr viel in Kalifornien zu tun. Mein jüngerer Sohn lebt ebenfalls seit zwölf Jahren dort. Ich selbst war dann 2016 ein Jahr lang fast komplett in den USA. Dann haben wir ein Büro eröffnet, in San Francisco.

Es hat geholfen, dass ich sagen konnte, „Shark Tank“ (die US-Version von „Die Höhle der Löwen“, Anm. d. Red.) gibt es auch in Europa. Wenn jemand etwas mit „Shark Tank“ zu tun hat, geht die Tür einfach schneller auf. Am Anfang war es nicht leicht, tolle Mitarbeiter zu bekommen, weil man uns nicht kannte

Wir sind im Moment in den USA in 49 Startups investiert, davon vier Unicorns. Wenn man dann auf der Homepage deren Logos hat, wird es leichter. Es ist wie oft im Leben: Wenn man besser im Fußball ist, bekommt man auch bessere Mitspieler, besseren Rasen und bessere Trainings bedingungen. Aber bis dahin musst du einfach mehr kämpfen und dich mehr engagieren.

Welche Tipps hast du, wenn Startups in neue Märkte expandieren wollen?

Man braucht einen Mix. Man sollte Mitarbeitende hinschicken, die die Firma in- und auswendig kennen, um die Kultur auch zu transportieren. Zusätzlich sollte man aber Menschen hinzunehmen, die aus dem Land kommen, in das man hinwill, weil diese die Mentalität und den Markt kennen.

Man muss sich auf das Land einstellen: Die Verbraucher, die Mentalität, das Verhalten – das ist überall etwas anders. Man muss auch vorher Netzwerke aufbauen, um in dem Land Investoren zu finden; ohne ausreichenden Kapitalstock kann man nicht in ein anderes Land gehen. Man sollte vorher auch Kooperationen ausloten, beispielsweise Vertriebspartnerschaften.

Du bist heute Milliardär, kommst aber aus einfachen Verhältnissen. Inwiefern hat dich das geprägt? Und wie ist dein Blick auf Gründer:innen, was diesen Aspekt angeht?

Das Leben hat es unterm Strich später mit mir sehr gut gemeint, der Start war aber nicht gut: Ich habe meinen Vater nie gesehen, ich bin in einem Mutter-Kind-Heim aufgewachsen. Und wenn man nichts kriegt und nichts hat, dann muss man etwas tun. Ich habe keine psychische Geborgenheit gehabt, ich habe immer Armut erlebt, immer Enge. Aber dadurch ist eine Willenskraft entstanden, die mich die Extrameile hat gehen lassen.

Ich hätte mir vieles verziehen – beispielsweise, wenn ich Pech gehabt hätte. Aber ich hätte mir nie verziehen, wenn ich fleißiger hätte sein können, wenn ich abends länger aufbleiben oder morgens früher aufstehen hätte können. Gründer brauchen unendlichen Hunger. Sie müssen schon ein bisschen besessen sein. Wenn jemand gründet und sagt, das mit einem Acht-Stunden-Tag zu machen, sage ich: „Gute Nacht!“

Gründern, die viele Jahre volle Power geben, muss man eher mal sagen, dass sie ein Wochen- ende ohne Mails einlegen sollen, oder dass sie eine Woche Urlaub machen sollen. Aber den ab- soluten Ehrgeiz – all or nothing –, den müssen Gründer haben. Sie haben natürlich auch ein Ziel: Sie können in wenigen Jahren durch einen Exit zu so viel Geld kommen wie Professoren als Lebens- einkommen haben. Dafür kann man auch ein paar Jahre reinhauen.

Außerdem haben sie einen Purpose, was ich toll finde: Sie wollen einen Teil der Welt nachhaltiger, gesünder, günstiger oder bequemer machen.

Wie kann ich als Gründer:in sicherstellen, dass ich keine Mental-Health-Probleme be- komme?

Eine komplementäre Zusammensetzung im Team ist wichtig. Dominieren emotionale Menschen, fehlt das Planerische, das Strukturierte; sind es nur die Strukturierten, fehlt wiederum das Emotionale. Es braucht ein Team. Ich glaube nicht, dass eine One-Person-Show alles alleine erreichen kann.

Dass Gründer alles kennen, wissen und selber machen, ist zunächst ihre Stärke. Doch diese müssen sie später ablegen – und Delegieren, Kommunikation und Projektmanagement lernen. Sie müssen Manager werden, während sie zu Beginn Erfinder, Bastler und Improvisateure waren.

Zum Managen gehört Zeitmanagement; Ruhepausen sind erforderlich. Ich war Läufer, und wenn man übertrainiert ist, kann man nicht noch mehr trainieren, stattdessen gibt es drei Tage Trainingsverbot. Der Körper braucht Erholung, und mental brauchen wir sie auch. Daher empfehle ich Gründern den mail- und digitalfreien Sonntag.

Du hast dich auch für die Vier-Tage-Woche ausgesprochen. Was ist der Hintergrund?

Ich bin nicht dafür, weniger Leistung zu bringen. Ich bin aber dafür, dass abgesessene Arbeitszeit 2024 kein Kriterium mehr sein sollte. Wir müssen Leistung honorieren. Es ist nicht die Zeitmenge, die honoriert werden sollte, sondern der Output.

Es gibt Berufe, wo eine Vier-Tage-Woche besser funktioniert. Wir haben Arbeitskräftemangel, etwa in Handwerksberufen oder Pflegeberufen. Oder nehmen wir die Gastronomie: Viele wollen nicht fünf Tage in der engen, heißen Küche stehen, und dann oft auch noch am Wochenende. Hier kann eine Vier-Tage-Woche hilfreich sein. In manchen Branchen ist die Frage ja auch nicht „Vier oder fünf Tage?“, sondern „Vier oder null Tage?“ – weil man sonst keine Leute kriegt.

Kommen wir wieder zurück zum Thema Investments: In den vergangenen Monaten gab es in Österreich wieder einige größere Startup-Investments. Ist die Talsohle im Venture-Capital-Bereich durchschritten und geht es jetzt wieder aufwärts?

Der Peak bei den Startup-Runden in Größe und Häufigkeit war im Herbst 2021. Dann ha- ben wir einen Giftcocktail bekommen: Ukrainekrieg, Inflation, Zinswende, Lieferkettenprobleme. Vom Startup-Hochsommer sind wir dann in den Startup-Winter gefallen. Zwischen dem dritten Quartal 2021 und dem Vorjahr, 2023, haben wir in Europa einen durchschnittlichen Bewertungsrückgang von 37 Prozent verzeichnet. Ich glaube aber, dass wir jetzt langsam wieder in einen Startup-Frühling kommen.

Die Investoren machen häufig den Fehler, dass sie nicht das nutzen, was man im Aktien- geschäft Cost-Average-Vorteil nennt. Du kannst aber nicht nur in Startups investieren, wenn sie gerade in und teuer sind; du musst auch in Phasen investieren, in denen die Bewertungen niedriger sind.

2023 und auch 2024 sehe ich daher als goldene Jahre für Investoren: Sie kommen zu nied- rigeren Bewertungen rein und haben investoren-freundliche Terms – Liquidationspräferenzen und Downside Protection. Wir Investoren haben für die gleichen Gelder mehr Startup-Anteile bekommen oder uns mit dem gleichen Geld an mehr Startups beteiligen können.

Gründer:innen können aber kein Dauer-Fundraising mehr betreiben, bei dem egal ist, wie hoch die Verluste ausfallen. Das ist vorbei. Die Investoren wollen, dass ein Break-even in Sicht ist. Natürlich kann man es mit den Investoren besprechen, wenn der Break-even-Point nicht erreicht wird, weil man beispielsweise einen neuen Markt erschließen will – aber die Möglichkeit muss da sein. Die guten Startups kriegen weiter Geld. Das sieht man auch hier in Österreich.

Du bist seit 2016 als Investor Teil der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“. Wie lange willst du das noch machen?

Das Wichtigste ist: Ich muss einen Sinn in meinem Tun sehen. Als ich vor neun Jahren gefragt wurde, ob ich mitmache, habe ich zugesagt. So viele sagen, dass sie die Startup-Szene unterstützen wollen, und machen dann nichts. Aber ich bringe diese 15 bis 20 Drehtage in meinem Terminkalender unter.

Mit der Sendung tun wir mehr für die Startup-Szene als viele andere Initiativen: Wir bringen einfach Gründertum, Selbstständigkeit, Umsatz, Margen und Prozentrechnung ins Wohnzimmer. Das ist fantastisch.

Solange ich bei „Die Höhle der Löwen“ tolle Gründer:innen sehe, mit Mega-Ideen und Innovationen, an die ich sonst nicht gekommen wäre, mache ich das gerne weiter. Wir haben ja auch einen riesigen Vorteil: Wenn ein Startup da präsentiert, hat es sofort ein Millionenpublikum. Viele, die zusehen, bestellen Produkte gleich parallel am Smartphone. Das ist auch ein Marketingkanal, das muss man ganz offen sagen.


Das vollständige Interview mit Carsten Maschmeyer als Video:

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Zwei der PlanRadar-Co-Founder, Sander van de Rijdt und Ibrahim Imam | (c) PlanRadar
Zwei der PlanRadar-Co-Founder, Sander van de Rijdt und Ibrahim Imam | (c) PlanRadar

Das Unternehmen konnte sein Standing innerhalb Österreichs in den vergangenen Jahren konstant halten: 2013 in Wien gegründet zählt PlanRadar zu den erfolgreichsten Scaleups im Land – nicht zuletzt wegen seiner anhaltenden internationalen Expansion. Nun legte das Unternehmen seinen Jahresabschluss 2025 und einen begleitenden Lagebericht vor, die nicht nur Einblicke in die Finanzen geben.

Umsatz steigt auf 33,64 Millionen Euro

Aber zunächst zu den zentralen Kennzahlen: Im vergangenen Jahr erzielte die Wiener PlanRadar GmbH, die nach wie vor als Muttergesellschaft der internationalen Gruppe fungiert, Umsatzerlöse in Höhe von 33,64 Millionen Euro nach 31,97 Mio. Euro im Vorjahr. Das entspricht einer Steigerung von 5,24 Prozent. Und das „trotz eines herausfordernden Marktumfelds“ im europäischen Kernmarkt, wie die Geschäftsführung im Lagebericht festhält. Zu beachten ist hier, dass es sich um den Einzelabschluss der GmbH handelt und für die internationalen Tochtergesellschaften keine Zahlen vorliegen. Der ausgewiesene Umsatz enthält auch sogenannte Intercompany-Umsätze, da die Muttergesellschaft ihren Vertriebstöchtern konzernintern Lizenzgebühren für die Softwarenutzung verrechnet.

Als wesentliche Treiber der Entwicklung im Jahr 2025 nennt das Unternehmen „sowohl die Akquise neuer Kunden als auch die Erweiterung bestehender Verträge“. Während der europäische Markt unter den Nachwehen des Rückgangs im Wohnungsbau gelitten habe, sei die Konjunktur in den Wachstumsmärkten MENA (Middle East / Northern Africa) und APAC (Asia Pacific), wo Großprojekte für eine erhöhte Nachfrage sorgten, dynamischer verlaufen, heißt es weiter. Gerade in der MENA-Region hat sich die Gesamtlage bekanntermaßen seitdem geändert: Im Lagebericht weist die Geschäftsführung explizit auf eine erhöhte geopolitische Unsicherheit infolge des Konflikts im Iran hin. Zudem musste ein konzerninternes Darlehen an die Tochtergesellschaft in Dubai bereits vollständig abgeschrieben werden.

Zudem gab es 2025 laut Lagebericht Konsolidierungsmaßnahmen in mehreren Märkten. So wurden die Tochtergesellschaften in Brasilien und der Schweiz im Geschäftsjahr 2025 geschlossen, in Deutschland läuft eine Liquidation und der Rückzug aus Russland dauere aufgrund bürokratischer Hürden weiter an.

Sprung beim Betriebsergebnis (EBIT)

Auf operativer Ebene konnte die PlanRadar GmbH ihre Profitabilität deutlich steigern. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg laut Jahresabschluss von 2,52 Millionen Euro im Vorjahr auf 3,98 Millionen Euro im Jahr 2025 – ein Zuwachs von knapp 58 Prozent. „Diese Entwicklung spiegelt die fortgesetzte Ausrichtung des Unternehmens auf effizientes Wachstum wider“, heißt es von der Geschäftsführung dazu im Lagebericht.

Hauptverantwortlich für die verbesserte operative Marge war eine erhöhte Kosteneffizienz. Laut der im Lagebericht enthaltenen Kostenanalyse blieben die Marketingkosten im Verhältnis zum Umsatz konstant bei drei Prozent, während der Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz von 48 Prozent im Vorjahr auf 42 Prozent sank. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl stieg gleichzeitig von 144 auf 157 Personen. Ein Wermutstropfen blieb dabei laut Bericht die Zahlungsmoral mancher Kunden: Wegen Uneinbringlichkeit mussten 2025 Forderungen in Höhe von 344.000 Euro abgeschrieben werden – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 190.000 Euro im Jahr 2024.

Negativer Finanzerfolg sorgt unterm Strich für Minus

Dem positiven Betriebsergebnis steht beim Finanzerfolg ein Minus von 4,71 Millionen Euro gegenüber (2024: minus 5,55 Millionen Euro). Dieser Posten ist maßgeblich durch Aufwendungen aus Finanzanlagen in Höhe von 6,72 Millionen Euro geprägt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Abschreibungen auf Ausleihungen an (internationale) Tochtergesellschaften. Dem standen teilweise Wertzuschreibungen bei Finanzanlagen in Höhe von rund 393.000 Euro gegenüber. Zudem wurde ein Teil des Darlehens an die italienische Tochtergesellschaft zur Finanzierung in Eigenkapital umgewandelt, womit die Wiener Muttergesellschaft einen entsprechenden Forderungsverzicht übte.

Unterm Strich ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von minus 732.699 Euro. Der Verlust konnte gegenüber dem Vorjahresfehlbetrag (-3,02 Millionen Euro) dabei um mehr als 75 Prozent reduziert werden. Unter Berücksichtigung des Verlustvortrags aus Vorjahren (-52,89 Millionen Euro) lag der Bilanzverlust zum 31. Dezember 2025 bei minus 53,62 Millionen Euro.

17 Millionen Euro liquide Mittel

Zur Einordnung der finanziellen Gesamtlage und der Risikostruktur verweist das Unternehmen auch auf seine Barreserven und den operativen Zahlungsstrom. Die liquiden Mittel erhöhten sich demnach auf rund 17 Millionen Euro (2024: ca. 15 Millionen Euro). Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit stieg auf 5,38 Millionen Euro nach 3,66 Millionen Euro im Jahr 2024.

„Wachstumsaussichten bleiben optimistisch“

Für die Weiterentwicklung setzt PlanRadar laut Lagebericht weiterhin auf Produktinnovationen und Expansion. Im Geschäftsjahr 2025 wurden 4,06 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben und durchschnittlich 37 Mitarbeiter in diesem Bereich beschäftigt. Neben KI-gestützten Funktionen hebt das Unternehmen die Markteinführung der Technologie „PlanRadar SiteView 360°“ hervor.

Und wie geht es weiter? „Trotz der anhaltenden Herausforderungen bleiben unsere Wachstumsaussichten aber optimistisch. Das Unternehmen strebt eine moderate Umsatzsteigerung an, während wir unsere Dienstleistungen über die Bauindustrie hinaus auf Branchen wie Facility Management und Brandschutz ausweiten“, heißt es von der Geschäftsführung.

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