19.10.2020

Wie geht es Business Angels in der Coronakrise, Laura Egg?

Gegenüber dem brutkasten erklärt Laura Egg, Managing Director der aaia, wie es den Business Angels in der Krise geht, welche Branchen derzeit angesagt sind und was Startups derzeit am meisten brauchen.
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Laura Egg, Managing Director der aaia.
Laura Egg, Managing Director der aaia © aaia

Die Startup-Community durchlebt in der Coronakrise schwere Zeiten. Der brutkasten beleuchtet daher verschiedene Teile des Ökosystems, um zu sehen, wie es den jeweiligen Akteurinnen und Akteuren derzeit geht. Kernstück dieses Vorhabens ist eine regelmäßige Umfrage mit starting-up und TemEcho – die Ergebnisse des ersten Durchlaufs finden sich unter diesem Link. Außerdem haben wir schon porträtiert, wie es dem VC Venionaire und dem Corporate VC Elevator Ventures derzeit ergeht. Und für Österreichs Business Angels beantwortet Laura Egg, Managing Director der austrian angel investors association (aaia), unsere Fragen.

Wie haben sich die Portfolios der österreichischen Business Angels laut deiner Beobachtung während der Coronakrise entwickelt?

Zu Beginn der Krise herrschte große Unsicherheit und Unklarheit über die bestmögliche Unterstützung des Portfolios. „Focus on the winners“ stand als Strategie im Raum und auch die Anfragen nach Überbrückungsfinanzierungen summierten sich. Nach Einführung des COVID-Hilfsfonds folgten relativ viele Finanzierungsrunden. Erfahrene Business Angels mit großen Portfolios haben sich weitgehend auf Finanzierungen ihrer bereits investierten Startups fokussiert und laut meinen Beobachtungen gab es bis dato wenige Konkursanmeldungen. Hingegen haben neue Business Angels die Krise als Einstieg genutzt und neue Investitionen gewagt. Die richtigen Auswirkungen auf die Portfolios werden allerdings wahrscheinlich erst im Verlauf von 2021 sichtbar werden.

Sind Österreichs Business Angels derzeit weiterhin auf der Suche nach Investments oder warten sie mal ab?

Business Angels sind generell sicherlich weiterhin auf der Suche, jedoch etwas bedachter und zurückhaltender als vor der Krise. Die Ticket Sizes sind etwas geringer geworden und Co-Investments zur Risikominimierung beliebter. Wir haben im September 21 *Newcomer* Angels geschult und unsere online Pitch Formate sind gut besucht. Demnach ist die Nachfrage und das Interesse sichtlich vorhanden. Wir werden zudem Anfang 2021 den Business Angel Report 2020 verfassen und können die Aktivität dann auch (hoffentlich) mit positiven Zahlen belegen.  

Welche Branchen sind für die Business Angels derzeit besonders interessant?

Momentan sind vor allem Branchen, welche weniger von der Pandemie beeinflusst wurden oder sich sogar positiver entwickelt haben, klare Gewinner. Um drei besonders spannende Branchen hervorzuheben:  EduTech-Startups erleben einen exponentiellen Aufschwung, da Menschen aus allen möglichen von COVID betroffenen Ländern Alternativen zu herkömmlichen Lehr- und Lernmethoden suchen. Digital Health ist nach wie vor ein großes Thema. Besonders in dieser Zeit wurde deutlich, dass unserer Gesundheitssystem noch wesentlichen technologischen Aufholbedarf hat und effizienter funktionieren könnte. Von Fulfillment Anbietern und verschiedenen Marketplaces bis hin zu Marketing Optimierungs Software. E-Commerce ist mittlerweile für fast jedes Geschäft essentiell, Startups bieten hier einfache Lösungen und hilfreiche Tools.

Wie wird sich die Situation nach Eurer Einschätzung in den kommenden Monaten entwickeln?

Der COVID-Hilfsfonds hat sehr gut funktioniert und als Incentivierung für Investments gesorgt. Jetzt wird spannend, wann der Runway Fonds aktiv werden kann und zusätzliches Kapital in das österreichische Startup-Ökosystem fließen kann. Ohne weitere Hilfeleistungen von staatlicher Seite wird es wahrscheinlich schwierig werden. Bestandsinvestorinnen und -investoren haben auch begrenzte Mittel und das Jahr 2021 könnte bei einigen Startups zu Liquiditätsengpässen führen.

Was brauchen Startups derzeit am dringendsten?

Falls Startups in Geschäftsfeldern aktiv sind, die stark von COVID betroffen sind, ist ein langer Atem notwendig. Jetzt heißt es durchhalten und geduldig bleiben, sowohl von Investorinnen- und Investoren, als auch von Startup Seite. Generell müssen sich Startups intensiv mit den Chancen und Risiken der Pandemie auseinandersetzen und gegebenenfalls Geschäftsmodelle anpassen. Eine der größten Stärken von Startups, die Flexibilität, ist somit mehr denn je gefragt.

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V.l.n.r.: Peter Llewellyn-Davies (Präsident BIOTECH AUSTRIA), Lejla Pock (CEO Human.technology Styria), Marcus Hofer (CEO Standortagentur Tirol) © BIOTECH AUSTRIA

Rund 250 Teilnehmer:innen aus zwölf Ländern, zwei Tage in Innsbruck, ein Motto: „Start up, Scale up, Step up!“ Mit vielen neuen Kontakten und einem guten Gefühl bin ich nach Hause gefahren und mit einer offenen Frage: Die österreichische Biotech-Branche ist so gut vernetzt wie nie, aber woher kommt  künftig das Geld, damit aus exzellenter Forschung Unternehmen werden, die in Europa groß werden?

Am Wissen fehlt es nicht. Ob Europa in der Biotechnologie mitspielt, entscheidet sich an der Finanzierung der Wachstumsphase.

Europa zwischen den USA, Golfstaaten und China

Der Schwerpunkt des Summits lag auf dem Scaleup, also auf dem Schritt vom Startup zum international wachsenden Unternehmen.

Ein Bild für die Zukunft der Pharmatrends zeichnete Claudio Albrecht, ehemaliger CEO der Stada AG. Er sprach darüber, wie Geopolitik, neue Technologien und sich wandelnde Gesundheitssysteme die Pharmaindustrie bis 2035 prägen könnten. Besonders hervorgehoben hat er dabei die Transformation Chinas von einer Service-Industrie zu einem Innovationsmotor sowie die Dynamik in den Golfstaaten. Europa widmete er keine eigene Folie in seiner Präsentation, was vom Publikum hinterfragt wurde. Es wirft die Frage auf, welchen Stellenwert Europa künftig im globalen Wettbewerb überhaupt noch spielen wird.

(c) Hofelich – Claudio Albrecht gab einen Ausblick in die Zukunft.

 Ein Champion, der nicht auswandern muss

Den Gegenentwurf lieferte Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) und ehemaliger Bundeskanzler. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir vor allem ein Satz: „The next champion should not need to leave Europe in order to become a global champion.“ 

(c) Hofelich – Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB).

Das Ziel ist ambitioniert und gerade in der Biotechnologie bislang schwer erreichbar. Entwicklungszyklen dauern hier i. d. R. mehr als ein Jahrzehnt. 

Der Startup- & Scaleup-Dachfonds: eine gute Nachricht mit Fragezeichen

Für die Branche besonders interessant war die Diskussion über den geplanten österreichischen Dachfonds. Stefan Haubner, Founding Partner bei APEX Ventures, widmete sich der Frage, ob Europa ein eigenes Modell für Venture Capital braucht. Dabei ging es auch um den österreichischen Fund-of-Funds. 

Der Dachfonds soll Anfang 2027 starten. Der Staat steuert 100 Mio. Euro bei, institutionelle Investoren sollen weitere 400 Mio. Euro bringen. Das ist ein wichtiges Signal. Weil es ein Dachfonds ist, investiert er aber nicht direkt in Unternehmen, sondern in andere Fonds.

Wie viel von diesem Geld tatsächlich bei Biotech-Unternehmen ankommt, ist derzeit offen.

Life Sciences brauchen Investoren mit Fachwissen und langem Atem. Davon gibt es in Österreich nur wenige. Wenn der Dachfonds vor allem in Generalisten-Fonds fließt, könnte die Biotechnologie leer ausgehen.

Tirol zeigt, wie Standortarbeit aussieht

Auch organisatorisch war der Summit ein Vorzeigeprojekt. Veranstaltet wurde der Summit von BIOTECH AUSTRIA, Human.technology Styria und der Standortagentur Tirol. Vor Ort vertreten waren Peter Llewellyn-Davies, Präsident von BIOTECH AUSTRIA, Marcus Hofer, CEO der Standortagentur Tirol, und Lejla Pock, CEO von Human.technology Styria. Äußerst charmant moderiert hat Damita Pressl.

Die Villa Blanka hoch über Innsbruck bot eine außergewöhnliche Kulisse; ebenso das Gala-Dinner am Abend in der Rooftop-Bar des Hotels aDLERs. Begeistert zeigten sich auch die Teilnehmer:innen, die am Vortag im Rahmenprogramm die Skisprungschanze Bergisel besichtigt hatten. Ich selbst habe mir am Dienstagmorgen den Health Hub Tirol angesehen. Das Technologiezentrum ist seit knapp einem Jahr in Betrieb und bietet noch freie Flächen. Das ist die Art Standortpolitik, die wirkt: Infrastruktur, Netzwerk und ein Treffpunkt, an dem Forschung, Investor:innen und Politik tatsächlich ins Gespräch kommen.

Was es jetzt braucht

Der Summit hat gezeigt, dass die Branche sich der Herausforderungen bewusst ist und weiß, was zu tun ist.

Der nächste Champion muss nicht auswandern. Aber dafür muss das Kapital vor Ort stärker mobilisiert werden. 

Der fünfte Biotech Summit Austria findet am 21. und 22. Oktober 2027 in Graz statt. Bis dahin wissen wir mehr darüber, ob der Dachfonds auch der Biotechnologie hilft.


Disclaimer: Karin Hofelich ist Life Science Lead beim brutkasten-Schwestermagazin VentureCapital. Das VC Magazin war Medienpartner des Summits.

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AI Summaries

Wie geht es Business Angels in der Coronakrise, Laura Egg?

  • Die Startup-Community durchlebt in der Coronakrise schwere Zeiten.
  • Der brutkasten beleuchtet daher verschiedene Teile des Ökosystems, um zu sehen, wie es den jeweiligen Akteurinnen und Akteuren derzeit geht.
  • Kernstück dieses Vorhabens ist eine regelmäßige Umfrage mit starting-up und TemEcho.
  • Außerdem haben wir schon porträtiert, wie es dem VC Venionaire und dem Corporate VC Elevator Ventures derzeit ergeht.
  • Und für Österreichs Business Angels beantwortet Laura Egg, Managing Director der austrian angel investors association (aaia), unsere Fragen.

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

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  • Die Startup-Community durchlebt in der Coronakrise schwere Zeiten.
  • Der brutkasten beleuchtet daher verschiedene Teile des Ökosystems, um zu sehen, wie es den jeweiligen Akteurinnen und Akteuren derzeit geht.
  • Kernstück dieses Vorhabens ist eine regelmäßige Umfrage mit starting-up und TemEcho.
  • Außerdem haben wir schon porträtiert, wie es dem VC Venionaire und dem Corporate VC Elevator Ventures derzeit ergeht.
  • Und für Österreichs Business Angels beantwortet Laura Egg, Managing Director der austrian angel investors association (aaia), unsere Fragen.

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Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

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Wie geht es Business Angels in der Coronakrise, Laura Egg?

  • Die Startup-Community durchlebt in der Coronakrise schwere Zeiten.
  • Der brutkasten beleuchtet daher verschiedene Teile des Ökosystems, um zu sehen, wie es den jeweiligen Akteurinnen und Akteuren derzeit geht.
  • Kernstück dieses Vorhabens ist eine regelmäßige Umfrage mit starting-up und TemEcho.
  • Außerdem haben wir schon porträtiert, wie es dem VC Venionaire und dem Corporate VC Elevator Ventures derzeit ergeht.
  • Und für Österreichs Business Angels beantwortet Laura Egg, Managing Director der austrian angel investors association (aaia), unsere Fragen.

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

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Wie geht es Business Angels in der Coronakrise, Laura Egg?

  • Die Startup-Community durchlebt in der Coronakrise schwere Zeiten.
  • Der brutkasten beleuchtet daher verschiedene Teile des Ökosystems, um zu sehen, wie es den jeweiligen Akteurinnen und Akteuren derzeit geht.
  • Kernstück dieses Vorhabens ist eine regelmäßige Umfrage mit starting-up und TemEcho.
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  • Und für Österreichs Business Angels beantwortet Laura Egg, Managing Director der austrian angel investors association (aaia), unsere Fragen.

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

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  • Die Startup-Community durchlebt in der Coronakrise schwere Zeiten.
  • Der brutkasten beleuchtet daher verschiedene Teile des Ökosystems, um zu sehen, wie es den jeweiligen Akteurinnen und Akteuren derzeit geht.
  • Kernstück dieses Vorhabens ist eine regelmäßige Umfrage mit starting-up und TemEcho.
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  • Und für Österreichs Business Angels beantwortet Laura Egg, Managing Director der austrian angel investors association (aaia), unsere Fragen.

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

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