01.03.2018

Wiener Business Angel Institute startet Programm in Saudi Arabien

Das Business Angel Institute schließt eine Kooperation mit dem saudischen Consulting-Unternehmen Ertyad. Ziel ist die Etablierung des Trainingsprogramms und des "Certified Business Angels" am arabischen Markt.
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Business Angel Institute startet Programm in Saudi Arabien
(c) Fabian Greiler: v.l.: Abdulaziz Aladwani, Ahmad Alafaliq, Abdullah Al Mashari, Zoha Alsnaidi, Nader Shinnawi, Berthold Baurek-Karlic.

Das in Wien gegründete Business Angel Institute hat sich auf die Wissensvermittlung und Weiterbildung von Frühphasen-Investoren spezialisiert. Nun expandiert die Initiative in den Mittleren Osten – ein mehr als 400 Millionen Menschen umfassender Markt. Dafür hat das Business Angels Institute mit dem saudi-arabischen Consulting-Unternehmen Ertyad eine neue Partnerschaft gestartet. Ertyad bietet Coaching und Beratung an und hat in über zehn Jahren bereits tausende Führungskräfte in der Region ausgebildet. Zu den Kunden zählt unter anderem das „Institute of Finance“, ein Tochterunternehmen der saudischen Zentralbank.

+++ aaia-Befragung: Das wissen wir über Österreichs Business Angels +++

ISO-Zertifizierung für Early Stage-Investoren

Durch die Partnerschaft werden sich zukünftig auch arabische Investoren als Certified Business Angel (CBA) zertifizieren lassen können. Beim CBA handelt es sich um die weltweit erste ISO-Personenzertifizierung für Investoren in frühphasige Unternehmen. Das Trainingsprogramm des Business Angel Institutes wird diesen Investoren vorab das nötige Wissen und Erfahrungen vermitteln. Dadurch sollen auch die Eintrittsbarrieren für Angel-Investments gesenkt werden. In Österreich zählen zu den zertifizierten Business Angels etwa Markus Ertler (AAIA Super Angel des Jahres 2015), Oliver Holle (Speedinvest), Stefan Kalteis (u. a. Investor bei i5invest), oder Christian Vogrinec (SAMAN Ventures).

„Im Einklang mit Saudi Vision 2030“

„Das Business Angel Institute und seine Programme, Workshops und Zertifikate werden sich positiv auf die Entwicklung des Startup-Systems und der Angel-Investments im Mittleren Osten auswirken. Diese Partnerschaft steht im Einklang mit der ‚Saudi Vision 2030‘, dem Plan von Saudi Arabien, das Unternehmertum von kleinen und mittleren Unternehmen zu unterstützen und eine diversifizierte Wirtschaft zu entwickeln“, sagt Abdullah Mashari, Geschäftsführer von Ertyad. Gemeinsam mit Abdulaziz Aladwani ist er zudem Gründer des lokalen Angelnetzwerkes Manafa VC.

Erste Geschäftskontakte bei Wien-Besuch

Anfang Februar kam eine sechsköpfige Delegation aus Saudi Arabien für ein „Train the Trainer“-Programm nach Wien. „Großes Interesse zeigten die Gäste für die gute Entwicklung der österreichischen Startup-Szene“, heißt es seitens des Business Angel Institute. Unter anderem hätten Paul Pöltner von CONDA und Alexander Schmid von Courseticket die Gelegenheit genutzt, erste Geschäftskontakte zu knüpfen. Nikolas Wageneder und Mona Hübl von WeXelerate führten das Team von Ertyad durch ihren Startup-Hub und brachten ihnen das WeXelerate-Konzept näher.

Business Angel Institute startet Programm in Saudi Arabien
(c) Fabian Greiler: Beim Besuch im Wiener weXelerate

Business Angel Institute: Internationalisierung auf der Agenda

Für das Business Angel Institute ist es bereits die zweite internationale Partnerschaft. Ebenfalls im Aufbau ist der niederländische Markt dank einer Kooperation mit dem lokalen Partner und Accelerator NEXT Amsterdam. „Heuer starten wir bereits den fünften Durchlauf unseres Trainingsprogramms in Österreich und haben damit eindeutig den Proof of Concept erbracht. Wir sind nun bereit für die Skalierung und wie Ertyad zeigt, besteht weltweit eine wachsende Nachfrage für Know-how in Startup-Investments“, sagt Herwig Rollett, Präsident des Business Angel Institute.

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Steinberger, Peter Steinberger, OpenClaw, OpenAI
© zVg - Jeannette Gorzala.

Der globale KI-Wettlauf hat nicht nur wirtschaftliche, sondern auch geopolitische Dimensionen erreicht. Sowohl die USA als auch Europa erkennen die Bedeutung strategischer Initiativen, um KI-Entwicklung aktiv zu fördern und zu gestalten. Trotz unterschiedlicher politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen verfolgen beide Regionen ähnliche Ziele, die auf strukturellen Innovationen beruhen. Insbesondere in den Bereichen Regulatory Sandboxes, Datenzugang und Behördenstrukturen existieren bemerkenswerte Parallelen.

Sandboxes: Flexibilität als Innovationstreiber

Sowohl die USA als auch Europa setzen auf Regulatory Sandboxes – flexible Räume, in denen Unternehmen Innovationen im Dialog mit Regulierungsbehörden entwickeln können, ohne sofort den vollen regulatorischen Anforderungen zu begegnen. Dies ermöglicht eine schnellere Markteinführung, während die Behörden wertvolle Erkenntnisse über Technologie sammeln.

In den USA sind Sandboxes bereits in zahlreichen Bundesstaaten etabliert (z.B. im Bereich FinTech, LegalTech). Das AI Legislative Framework aus März 2026 sieht nunmehr auch die Einrichtung von spezifischen KI-Sandboxes vor. Europa hingegen hat mit dem EU AI Act bereits in 2024 die Notwendigkeit von Sandboxes für den KI-Bereich formalisiert. Jeder EU-Mitgliedsstaat hat bis August 2026 mindestens eine horizontale KI-Sandbox zu etablieren, wobei ergänzend auch lokale, sektorspezifische und grenzüberschreitende Sandboxes möglich sind, um Innovationspotenziale zu bündeln. Ergänzend ermöglicht der EU AI Act auch das Testen von Hochrisiko-KI-Systemen unter Realbedingungen außerhalb von Sandboxes als innovationsfördernde Maßnahme.

Während die USA sehr markt- und wettbewerbsorientiert agieren, werden in der EU aktuell Ressourcen für die Umsetzung von Regulatory Sandboxes in Diskussionen zum Digitalen Omnibus gebunden. Durchführungsrechtsakte bleiben auf der Strecke, der Aufbau der Organisationsstruktur ist deutlich im Verzug. Debattiert wird sogar eine Verschiebung der Deadline für Sandboxes auf Dezember 2027.

Während die USA schneller agieren, könnte Europa trotz der Herausforderungen von der langfristigen Strukturierung profitieren. Für Unternehmen bedeutet dies, dass es unerlässlich ist, die regulatorischen Landschaften zu verstehen und in strategische Innovationspläne zu integrieren.

Daten: Zugang als Wettbewerbsvorteil

Zugang zu großen, qualitativ hochwertigen Datensätzen bleibt ein entscheidender Wettbewerbsvorteil im KI-Bereich. Die USA setzen im National AI Legislative Framework auf die Öffnung von staatlichen Datensätzen, um Unternehmen eine breitere Datenbasis für präzisere KI-Modelle zu bieten. Europa verfolgt einen ähnlichen Weg, allerdings mit stärkerer Berücksichtigung von Datenschutz und Sicherheit. Die Europäische Datenstrategie, unterstützt durch den Data Act und den Data Governance Act, fördert den freien Datenfluss innerhalb definierter regulatorischer Grenzen.

Der Data Act ermöglicht einen effizienteren Zugang zu und Austausch von Daten zwischen Unternehmen und öffentlichen Institutionen, indem er den rechtlichen Rahmen für die Nutzung öffentlicher und privater Datensätze schafft. Der Data Governance Act sorgt für eine verantwortungsvolle Nutzung dieser Daten, indem er die Einrichtung von sicheren Datenräumen fördert. Zusammen zielen diese Gesetze darauf ab, dass der freie Datenfluss vorangetrieben wird, ohne die Rechte der betroffenen Personen zu gefährden, was Unternehmen einen stabilen und sicheren Rahmen für die Nutzung von Daten zur Innovation und Wettbewerbsfähigkeit bietet.

Behördenstrukturen: Optimierung statt Expansion

Eine weitere bemerkenswerte Parallele ist die Nutzung bestehender Behördenstrukturen zur Überwachung von KI-Entwicklungen. In den USA soll die Aufsicht durch bereits etablierte Institutionen wie die Federal Trade Commission (FTC) und die Food and Drug Administration (FDA) erfolgen, die mit den jeweiligen Sektoren vertraut sind und schnell auf neue Entwicklungen reagieren können.

In Europa verfolgt der EU AI Act ebenfalls den Ansatz der Einbindung bestehender Aufsichtsbehörden und delegiert grundsätzlich die Marktüberwachungskompetenzen im KI-Bereich an bereits zuständige Sektorbehörden (z.B. Maschinen, Medizinprodukte, Spielzeug) und Datenschutzbehörden, um bürokratischen Overhead zu minimieren. Für jene Bereiche, für die es noch keine dezidierte Aufsichtsbehörde gibt (z.B. Personal, Bildung), muss eine Zuordnung der Aufsichtskompetenz erfolgen. Für KI-Modelle ist das neue EU AI Office in Brüssel zuständig, das zentralisiert die Aufsicht über KI-Modelle übernimmt. Auch hier liegt der Fokus auf der Optimierung bestehender Strukturen und der Vermeidung unnötiger bürokratischer Hürden.

Europa und die USA setzen in ihrer Struktur auf bewährte regulatorische Institutionen, um die Effizienz zu steigern und gleichzeitig Innovation zu fördern. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie aktiv mit den bestehenden Institutionen zusammenarbeiten müssen, um sicherzustellen, dass ihre Innovationen in beiden Regionen reibungslos integriert werden. Das Verständnis der regulatorischen Struktur wird zum Vorteil in einem zunehmend komplexen Marktumfeld.

An dieser Stelle ist die frühzeitige Einrichtung der KI-Servicestelle in Österreich bei der RTR GmbH hervorzuheben, die Unternehmen als Ansprechpartnerin bei allgemeinen Fragen und Anlaufstelle dient. Die KI-Servicestelle hat in diesem komplexen Marktumfeld, in dem noch einige (Zuständigkeits-)Fragen ungeklärt sind, einen sehr positiven Mehrwert für den KI-Standort Österreich erreicht und wurde als Best Practice auch auf europäischer Ebene als Blueprint identifiziert und als Instrument übernommen. Eine vergleichbare Informations- und Anlaufstelle ist in den USA nicht eingerichtet.

Fazit: Der strategische Blick

In der Wahrnehmung vieler gilt der US-Markt als der Goldstandard – mehr Möglichkeiten, weniger Regulierung, schnellere Innovation. Doch die Realität ist differenzierter: Auch in Europa gibt es gleiche Mittel und potenzielle Chancen.

Der zentrale Unterschied liegt in der Innovationskultur und der Bereitschaft, Risiken einzugehen und zu experimentieren. In den USA ist Fehlerkultur (Fail-forward Culture) tief verankert, Unternehmen sind häufig bereit, Fehler als Lernprozesse zu betrachten und unternehmerisches Scheitern nicht zu stigmatisieren. Diese Einstellung, gepaart mit einer dynamischen Finanzierungslandschaft insbesondere durch Venture Capital, ermöglicht es Startups und etablierten Unternehmen, schneller zu skalieren und zu innovieren.

In Europa hingegen bieten stabile Rahmenbedingungen ein Umfeld, das Sicherheit und langfristige Planung fördert. Mit einem Netzwerk von AI Factories findet in Europa ein bedeutender Infrastrukturausbau statt. Gleichzeitig bleibt jedoch die Fehlerkultur oft zurückhaltend, was zu einer vorsichtigeren Herangehensweise an Innovationen führt. Risikobereitschaft ist hier häufig geringer. Der Kapitalmarkt in Europa ist zwar gut etabliert, aber im Vergleich zu den USA oft weniger agil und fokussiert sich stärker auf etablierte Unternehmen, wodurch Startups und risikobehaftete Innovationen nicht immer die nötige finanzielle Unterstützung erhalten, um schnell zu skalieren und zu experimentieren.

Die Frage ist daher nicht, ob die Möglichkeiten vorhanden sind, sondern wer in beiden Märkten die nötige Geschwindigkeit und Innovationskultur aufbaut, um im globalen Wettbewerb nachhaltig zu wachsen. Ebenso entscheidend ist die richtige Balance zwischen langfristigem Investitionsansatz und agiler Kapitalbeschaffung, um eine erfolgreiche und nachhaltige Expansion zu ermöglichen.

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