05.10.2022

Burger King verliert Vegan-Qualitätssiegel nach Enthüllungsreportage

In Deutschland wurde der Fast-Food-Kette für fünf Produkte das internationale V-Label entzogen, nachdem eine Undercover-Recherche des "Teams Wallraff" erhebliche Mängel aufzeigte.
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Das Burger King Restaurant befindet sich in der U-Bahn-Station am Wiener Westbahnhof | (c) Burger King

Burger King machte die vergangenen Wochen und Monate alles richtig – zumindest in Sachen Marketing. Mit der kontroversen Frage “Normal, oder mit Fleisch?” sorgte die österreichweite Werbekampagne der Fast-Food-Kette im Sommer international für Aufsehen. Man wolle so „die gesellschaftliche Diskussion anregen und zeigen, dass pflanzliche Alternativen zum Verwechseln ähnlich schmecken“, erklärten die Verantwortlichen damals.

Burger King nutzte daraufhin die Gunst der Stunde und eröffnete im Juli am Wiener Westbahnhof Österreichs erste rein vegane Burger King-Filiale. Am Tag der Eröffnung bildete sich in der U-Bahnstation eine Menschenschlange bis zum Ausgang Mariahilfer Straße. Auch im “Kampf der Fast-Food-Ketten” konnte Burger King punkten, als die Marketingverantwortlichen von McDonald’s mit einer süffisanten Kampagne antworteten und damit einen Shitstorm auslösten (brutkasten berichtete).

Plant-based-Produkte wohlmöglich mit tierischen Zutaten kontaminiert

Nun könnte der vegane Siegeszug vorerst zum Erliegen kommen. In Deutschland möchte die RTL-Sendung „Team Wallraff“ aufgedeckt haben, dass nicht alle Burger King-Produkte vegan bzw. vegetarisch sind, obwohl sie als solche gekennzeichnet sind. Die Recherchen der Undercover-Reportage wollen etwa Mängel bei der Trennung der plant-based und fleischhaltigen Burgerpatties festgestellt haben.

Durch unklare Beschriftungen der Wärmebehälter sei nur schwer zu erkennen, welche Patties fleischhaltig und welche vegan beziehungsweise vegetarisch seien. Dement­sprechend kommt es laut der Recherche immer wieder zu Verwechslungen – und mit Fleisch in Berührung gekommene Plant-based-Produkte in den Verkauf.

Burger King verliert V-Label

Als Reaktion entzieht nun der Lizenzgeber „V-Label“ deutschlandweit den Burger King-Filialen das Label für fünf vegane Produkte. Etwa der „Plant-based Long Chicken“ oder pflanzenbasierte Nuggets dürfen vorerst nicht mehr das Vegan-Label tragen. Allgemein wurden Mängel bei Hygiene, Lebensmittelsicherheit und den Arbeitsbedingungen festgestellt, woraufhin Burger King mit einer vorübergehenden Schließung von fünf Filialen reagierte.

Das V-Label soll Konsument:innen Orientierung und Sicherheit beim Verzehr von rein pflanzlichen Produkten liefern. Das international anerkannte Qualitätssiegel wird bereits seit mehreren Jahren von der europäischen Vegetarier Union vergeben.

Auch bei Burger King in Österreich sind erste Speisen und Produkte im neuen veganen Burger King-Restaurant am Westbahnhof bereits mit dem V-Label gekennzeichnet worden. Anlässlich der Eröffnung am Wiener Westbahnhof versicherte die Kette, dass alle tierischen Produkte aussortiert sowie alle Geräte und Oberflächen gründlich und nach strengen Vorgaben gereinigt wurden, “um jegliche theoretische Kontamination mit tierischen Zutaten auszuschließen”. Hierzulande hat sich Burger King noch nicht zu den Vorkommnissen in Deutschland geäußert.

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Impression von der Preisverleihung im Vorjahr | (c) BMWET/Noisternig
Impression von der Preisverleihung im Vorjahr | (c) BMWET/Noisternig

Auch dieses Jahr wird der Brigitte-Bierlein-Frauenpreis des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) vergeben. Erstmalig erfolgt die Ausschreibung in Kooperation mit der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Mit dem Preis soll die Sichtbarkeit von Frauen erhöht werden, die in den Bereichen Innovation, Unternehmertum und gesellschaftliches Engagement in Österreich tätig sind. Die Auszeichnung erinnert an die Namensgeberin Brigitte Bierlein, die erste Bundeskanzlerin in der Geschichte Österreichs, und würdigt zugleich das Lebenswerk der Schirmherrin des Preises, der ehemaligen Bundesministerin Maria Rauch-Kallat.

Ziel der Initiative ist es, Frauen im unternehmerischen und wirtschaftlichen Umfeld sichtbar zu machen und deren Leistungen durch öffentliche Aufmerksamkeit sowie politische Anerkennung zu unterstützen. Die Veranstalter:innen wollen damit erfolgreiche Frauen als Vorbilder für nachfolgende Generationen positionieren, um junge Talente zur Verfolgung von Laufbahnen in Wirtschaft, Forschung und Innovation zu motivieren. Das soll auch langfristig zum Abbau von Geschlechterungleichheiten in Führungspositionen beitragen.

Die Voraussetzungen für den Brigitte-Bierlein-Frauenpreis 2026

Konkret richtet sich die Ausschreibung an Frauen unter 35 Jahren, die in Führungspositionen oder mit Verantwortung in Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder Organisationen tätig sind. Schwerpunkte liegen dabei auf den Bereichen Entrepreneurship, Innovation und Technologie, angewandte wirtschaftlich-technische Forschung und Wissenschaft, Familienunternehmen sowie Startups.

Für eine Nominierung müssen die Leistungen der Bewerberinnen einen Bezug zu Österreich aufweisen. Das kann durch eine Wirkung auf den Wirtschafts- oder Innovationsstandort, eine entsprechende Tätigkeit im Land oder relevante Projekte mit Österreich-Fokus passieren. Die Staatsbürgerschaft und der aktuelle Wohnsitz der Kandidatinnen sind für die Vergabe hingegen kein Kriterium.

Die Vorjahres-Preisträgerinnen: v.l. Marlene Rezk-Füreder (3. Platz), Anja Moser-Tscharf (2. Platz), Katharina Baumgartner (1. Platz), Lara Vadlau (Ehrenpreis); Foto: BMWET/Veronika Noisternig

Die drei Preiskategorien

Die Vergabe des Preises erfolgt dieses Jahr in drei Kategorien, die mit jeweils 5.000 Euro dotiert sind:

  • Entrepreneurship, Führungskräfte & Nachfolge: Diese vom BMWET vergebene Kategorie richtet sich an Frauen, die als Gründerinnen, Unternehmensübernehmerinnen oder Managerinnen mit Ergebnisverantwortung zur Entwicklung eines Unternehmens beitragen. Berücksichtigt werden laut Ausschreibung Leistungen in Bereichen wie Betriebsübernahmen, Generationenwechseln, Internationalisierung, Wachstum aus bestehenden Strukturen, Social Entrepreneurship sowie bei der Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle.
  • Forschung, Innovation & Transfer: In dieser von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) gestifteten Kategorie werden Frauen ausgezeichnet, die wissenschaftliche Arbeit mit wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Wirkung verbinden. Der Fokus liegt auf der Überführung von Forschungsergebnissen in marktfähige Anwendungen – wie etwa Spinoffs, technologiegetriebene Startups oder Kooperationsprojekte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft – sowie auf Lösungen mit wirtschaftlicher Relevanz oder Skalierbarkeit.
  • Ehrenpreis Maria Rauch-Kallat: Gesellschaftlicher Impact & Role Model: Diese vom BMWET vergebene Auszeichnung würdigt Frauen, die durch eine Vorbildfunktion und einen gesellschaftlichen Beitrag über Branchengrenzen hinweg wirken. Preisträgerinnen sollen beispielhaft für gesellschaftlichen Wandel und Empowerment stehen. Die Ausgezeichnete erhält neben dem Preisgeld einen Platz im WoMentoring-Programm des club alpha.


Zeitplan und Nominierungsverfahren

Die Einreichfrist für Nominierungen hat bereits begonnen und läuft bis zum 17. August 2026. Für Mitte September ist die Veröffentlichung der Liste „35 under 35“ mit den nominierten Frauen vorgesehen. Anfang November tritt eine achtköpfige Fachjury aus den Bereichen Unternehmertum, Wissenschaft und Startups zusammen, um die Preisträgerinnen auszuwählen. Die feierliche Preisverleihung findet am 7. Dezember 2026 statt.

Nominierungen können sowohl als Selbstnominierung der Bewerberinnen als auch als Fremdnominierung durch Dritte eingereicht werden.


Jetzt Nominieren oder Bewerben!

Die Einreichung von Nominierungen und Bewerbungen ist über die Online-Formulare des Bundesministeriums möglich.

Weitere Details und die vollständigen Vergaberichtlinien stehen auf der offiziellen Website zum Preis zur Verfügung.

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