08.07.2021

Bunq: Niederländische Neobank holt 193 Mio. Euro Investment

Der Großteil des Geldes kommt von der britischen Private-Equity-Gesellschaft Pollen Street Capital. Bunq-Gründer Ali Niknam selbst steuerte 25 Mio. Euro bei. Die Neobank wird in der Runde mit 1,6 Mrd. Euro bewertet.
/artikel/bunq-193-mio-euro-investment
Bunq
Foto: © Bunq

Die Serie an großen Fintech-Investments in Europa reißt nicht ab: Die niederländische Neobank Bunq hat nun eine 193 Mio. Euro (228 Mio. US-Dollar) schwere Series-A-Runde offiziell kommuniziert. Die Bewertung liegt dabei bei 1,6 Mrd. Euro (1,9 Mrd. Dollar). Das Geld kam von der britischen Private-Equity-Gesellschaft Pollen Street Capital, die den Großteil der Runde stemmte. Allerdings steuerte auch Bunq-Gründer Ali Niknam eigenes Geld bei und beteiligte sich mit rund 25 Mio. Euro.

Nikman hat bereits in der Vergangenheit immer wieder eigenes Geld in das 2012 gegründete Fintech gesteckt. Insgesamt sollen sich seine Investments in die Firma inklusive der nun kommunizierten Runde auf fast 125 Mio. Euro belaufen. Daher war Bunq bisher auch nicht auf externe Investoren angewiesen. Nun sei aber das Unternehmen reif genug, um stärker zu skalieren und daher mehr Kapital willkommen, sagte der Gründer. Bei der nun abgeschlossenen Runde handelt es sich nach Angaben von TechCrunch um die höchste Series-A-Runde, die jemals ein europäisches Fintech abgeschlossen hat.

Allerdings weist der Deal durchaus eine Besonderheit auf: Rund 141 Mio. Euro des aufgenommenen Geldes sollen nämlich in die Übernahme der irischen Capitalflow Group fließen, berichtete Reuters. So weit so ungewöhnlich. Aber: Bisheriger Eigentümer des Unternehmens war Pollen Street Capital – also der Investor hinter der aktuellen Runde. Die Behörden müssen der Übernahme noch zustimmen.

Mehr als 1 Mrd. Euro an Kundeneinlagen

Bunq ist nach eigenen Angaben in 30 Ländern aktiv – darunter in der gesamten EU. In diesem Jahr überschritten die Kundeneinlagen bei der Neobank erstmals die Marke von 1 Mrd. Euro. Damit hat sich ihre Summe gegenüber dem Vorjahr ungefähr verdoppelt. Anlässlich der Finanzierungsrunde teilte Bunq außerdem mit, auf Monatsbasis noch in diesem Jahr profitabel zu werden.

Im Mai stellte Bunq, wie berichtet, gemeinsam mit Mastercard das Angebot True Name vor. Mit diesem wird es Kundinnen und Kunden ermöglicht, den Vornamen auf ihrer Bezahlkarte frei wählen zu können. Er muss also nicht – wie bei anderen Banken üblich – mit dem Namen auf behördlichen Dokumenten übereinstimmen. Das Angebot richtet sich vor allem an Transgender-Personen und Menschen mit nicht-binärer Identität. Bunq ist damit die erste Bank, die das 2019 in den USA gestartete Mastercard-Feature auch in Europa anbietet.

Europäische Fintechs bei Investoren gefragt

In den vergangenen Woche gab es zahlreiche größere Investitionsrunden in europäische Fintechs: Beispielsweise schloss der ebenfalls in den Niederlanden beheimatete Zahlungsdienstleister Mollie eine 800 Mio. Dollar schwere Series-C-Runde zu einer Bewertung von 6,5 Mrd. Dollar ab. Das dänische Fintech Pleo hat diese Woche eine 150 Mio. Dollar schwere Runde zu einer 1,7-Mrd.-Dollar-Bewertung kommuniziert. Die Neobank Revolut soll Berichten zufolge an einer Finanzierungsrunde arbeiten, in der die Neobank mit Sitz in London mit mehr als 20 Mrd. Dollar bewertet werden könnte. Größere Runden gab in den vergangenen Monaten außerdem von Klarna, Mollie, Trade Republic oder WeFox. Bereits im April hatte mit BUX ein weiteres niederländisches Fintech 80 Mio. US-Dollar aufgenommen.

Und auch abseits von Finanzierungsrunden sorgten Fintechs zuletzt für Schlagzeilen: Das britische Unternehmen Wise ging diese Woche zu einer Bewertung von 9 Mrd. Euro an die Londoner Börse. Das schwedische Open-Banking-Scaleup Tink wiederum wurde kürzlich für 1,8 Mrd. Euro von Visa übernommen.

Deine ungelesenen Artikel:
29.10.2026

Klartext AI: Wiener Startup startet internationale Kooperation gegen Wegwerf-Technik

Das Wiener Startup Klartext AI beteiligt sich an einem internationalen Forschungsprojekt zur Kreislaufwirtschaft in der Elektronikindustrie. Gemeinsam mit Fraunhofer IPA, der Universität Stuttgart und zwei deutschen Industrieunternehmen soll ein KI-gestütztes System entstehen, das Hersteller bei der Entwicklung nachhaltigerer Produkte unterstützt.
/artikel/klartext-ai-wiener-startup-startet-internationale-kooperation-gegen-wegwerf-technik
29.10.2026

Klartext AI: Wiener Startup startet internationale Kooperation gegen Wegwerf-Technik

Das Wiener Startup Klartext AI beteiligt sich an einem internationalen Forschungsprojekt zur Kreislaufwirtschaft in der Elektronikindustrie. Gemeinsam mit Fraunhofer IPA, der Universität Stuttgart und zwei deutschen Industrieunternehmen soll ein KI-gestütztes System entstehen, das Hersteller bei der Entwicklung nachhaltigerer Produkte unterstützt.
/artikel/klartext-ai-wiener-startup-startet-internationale-kooperation-gegen-wegwerf-technik
Teamfoto Klartext AI | (c) Leandra Schurz Photography

Elektronikprodukte enthalten wertvolle Rohstoffe, werden aber häufig so entwickelt, dass sie sich nicht einfach reparieren, wiederverwenden oder recyceln lassen. Das Wiener Startup Klartext AI will mit Künstlicher Intelligenz dazu beitragen, das zu ändern. Das 2025 gegründete Unternehmen entwickelt KI-Lösungen für unterschiedliche Anwendungsbereiche, darunter doclarity, ein Tool zur Erstellung barrierefreier PDF-Dokumente. Im Rahmen des Eureka-Forschungsprojekts „ManageR“ entwickelt es einen KI-Assistenten, der Elektronikhersteller bei Entscheidungen zur Kreislaufwirtschaft unterstützen soll. Dafür erhält Klartext AI eine Förderung von rund 250.000 Euro von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Das Projekt startete am 1. Oktober 2026 und läuft über drei Jahre. Klartext AI ist dabei für die KI-Technologie zuständig und entwickelt den sogenannten ‚ManageR Copilot‘. Dieser soll Informationen über Produkte, Materialien und gesetzliche Vorgaben zusammenführen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten.

KI soll Reparatur und Wiederverwendung bewerten

Im Mittelpunkt von ManageR steht ein digitales Bewertungs- und Optimierungstool. Dieses soll Unternehmen dabei helfen, für einzelne Produkte und Komponenten geeignete Kreislaufstrategien zu finden. Dabei geht es beispielsweise um die Frage, ob Bauteile repariert, wiederverwendet, aufbereitet oder recycelt werden sollten. Die Software soll in unterschiedlichen Phasen des Produktlebenszyklus zum Einsatz kommen – etwa bei der Entwicklung oder im Einkauf. Je nach Lebenszyklusphase soll das System unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Neben ökologischen Faktoren soll dabei auch die Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden.

Eine Herausforderung ist dabei die Vielzahl an benötigten Informationen. Dazu zählen etwa Produktstücklisten, Materialdaten, regulatorische Anforderungen und branchenspezifisches Fachwissen. Diese Informationen sind häufig auf unterschiedliche Systeme und Abteilungen verteilt oder liegen bei einzelnen Experten. Das Wiener Startup entwickelt deshalb ein KI-Agentensystem samt Benutzeroberfläche, das die Daten verknüpfen soll. Ein besonderer Schwerpunkt liegt laut Anna Poledna, Business Development bei Klartext AI, auf der Nachvollziehbarkeit: Nutzer sollen erkennen können, auf welchen Informationen und Quellen die Vorschläge beruhen. Technologisch setzt das Startup dafür unter anderem auf Wissensgraphen und Multi-Agenten-Systeme.

Eine Rolle bei der Entstehung des Projekts spielten laut Poledna auch neue EU-Vorgaben. Die Ökodesign-Verordnung (ESPR) soll unter anderem die Langlebigkeit und Reparierbarkeit von Produkten verbessern. Der Digitale Produktpass soll künftig Informationen zu Materialien, Reparaturmöglichkeiten und Umweltauswirkungen verfügbar machen.

Zusammenarbeit mit Fraunhofer und Industrieunternehmen

An ManageR sind neben Klartext AI das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), die Universität Stuttgart sowie die deutschen Unternehmen ifm und Ansmann beteiligt. Fraunhofer koordiniert das Projekt und entwickelt unter anderem ein Bewertungsmodell, während die Universität Stuttgart ihre Expertise in der Ökobilanzierung einbringt. Die beiden Industrieunternehmen stellen ein 3D-Kamerasystem und ein Ladegerät zur Verfügung, an denen die Technologie getestet werden soll.

„Für uns ist es großartig, dass wir unsere KI-Forschung direkt in die Anwendung bringen können. In ManageR entwickeln wir gemeinsam mit führenden Forschungseinrichtungen neue Methoden und testen sie gleichzeitig an echten Industrieprodukten“, sagt Poledna.

Nach Abschluss des Forschungsprojekts im September 2029 soll die Technologie laut Poledna kommerziell angeboten werden. Geplant ist, sie künftig auch für weitere Elektronikprodukte einzusetzen. Wie breit das System anwendbar sein wird, hängt insbesondere von der Verfügbarkeit entsprechender Daten ab.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Bunq: Niederländische Neobank holt 193 Mio. Euro Investment

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Bunq: Niederländische Neobank holt 193 Mio. Euro Investment

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Bunq: Niederländische Neobank holt 193 Mio. Euro Investment

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Bunq: Niederländische Neobank holt 193 Mio. Euro Investment

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Bunq: Niederländische Neobank holt 193 Mio. Euro Investment

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Bunq: Niederländische Neobank holt 193 Mio. Euro Investment

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Bunq: Niederländische Neobank holt 193 Mio. Euro Investment

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Bunq: Niederländische Neobank holt 193 Mio. Euro Investment

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Bunq: Niederländische Neobank holt 193 Mio. Euro Investment