brutkasten Magazin #9 „Vom Startup zum Scaleup“ online lesen
Das brutkasten Magazin #9 "Vom Startup zum Scaleup" ist da! Darin haben wir uns aus unterschiedlichsten Perspektiven mit dem Thema Wachstum, seinen Chancen und Herausforderungen, beschäftigt. Hier könnt ihr es online lesen!
Wachstum – das ist das große Thema, das sich wie ein roter Faden durch das brutkasten Magazin #9 „Vom Startup zum Scaleup“ zieht. Wenn Startups ausreichend wachsen, werden sie zu Scaleups. Was es dazu braucht, haben wir für unsere Kategorie Startup Faces sechs Vertreter der heimischen Szene gefragt. Welche Herausforderungen und Chancen ein stark wachsendes Team mit sich bringt, ist Gegenstand unserer Cover-Strecke und unseres Leitartikels.
Wie Technologie im Wachstum helfen kann, haben wir unter anderem im Interview mit AI-Pionier Sepp Hochreiter ergründet. Wie sich die wachsende Geschwindigkeit durch das neue 5G-Netz auf die Wirtschaft auswirkt, haben wir mit Top-Managern der drei heimischen Mobilfunknetzbetreiber besprochen.
Startup-Investments, CEE-Fachkräfte und KMU-Digitalisierung
Nicht gewachsen ist in der ersten Hälfte dieses Jahres das Investmentvolumen in heimische Startups. Wir haben uns daher gefragt, wie Startups dieser Entwicklung entgegenwirken, international wachsen und Fachkräfte aus dem CEE-Raum für ihr Wachstum rekrutieren können. Nicht ausreichend gewachsen ist bislang auch der Digitalisierungsgrad der heimischen KMU. Wir streichen Positiv-Beispiele heraus, die den Wachstumsweg für andere vorgeben können.
Startups vs. CO2 und kritischer Zugang zu „Work Hard Play Hard“
Zu viel gewachsen sind in den vergangenen Jahrzehnten die CO2-Emissionen. Wir haben uns mit Startups und wissenschaftlichen Lösungen beschäftigt, die ein Wachstum der Wirtschaft ohne gleichzeitiges Wachstum der Umweltprobleme ermöglichen wollen.
Über sich hinausgewachsen sind die Menschen, denen wir für unsere Erfolgsportraits ein paar lockere Fragen gestellt haben. Ebenfalls über sich hinauswachsen wollen Viele durch Selbstoptimierung – wir haben uns dazu kritisch mit der „Work Hard Play Hard“-Philosophie auseinandergesetzt.
Unseren Lesern schließlich wünschen wir mit dieser Magazin-Nummer viele wachsende Synapsen!
Das brutkasten Magazin #9 „Vom Startup zum Scaleup“ im E-Reader:
„Du musst nicht besser sein, du musst schneller sein“: Wie Michael Dobersberger Startups US-fit macht
Michael Dobersberger bringt bei Open Austria österreichische Gründer:innen in den globalen Tech-Hotspot Silicon Valley. Im Gespräch mit brutkasten erklärt er, welche Kulturunterschiede entscheiden und warum Österreicher:innen beim Pitchen umdenken müssen.
„Du musst nicht besser sein, du musst schneller sein“: Wie Michael Dobersberger Startups US-fit macht
Michael Dobersberger bringt bei Open Austria österreichische Gründer:innen in den globalen Tech-Hotspot Silicon Valley. Im Gespräch mit brutkasten erklärt er, welche Kulturunterschiede entscheiden und warum Österreicher:innen beim Pitchen umdenken müssen.
Das Silicon Valley ist nach wie vor das unangefochtene Epizentrum der globalen Tech-Welt. Ein Großteil des weltweiten Risikokapitals ist in der Region rund um San Francisco gebündelt. Für europäische Startups birgt der Markteintritt in den US-amerikanischen Raum jedoch erhebliche kulturelle wie strukturelle Hürden. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Arbeit von Michael Dobersberger an. Brutkasten hat ihm einen Tag lang in San Francisco über die Schulter geschaut.
Als Co-Direktor der Initiative Open Austria, einem Joint Venture der Wirtschaftskammer Österreich und des Außenministeriums, fungiert Dobersberger als strategischer Sparring-Partner vor Ort. Während die WKÖ-AußenwirtschaftsCenter in New York und Los Angeles das operative Tagesgeschäft im Exportgeschäft abwickeln, konzentriert sich das AußenwirtschaftsCenter in San Francisco unter seiner Leitung auf spezialisierte Formate.
„Ich sehe meine Aufgabe darin, Startups ready für das Silicon Valley zu machen, damit sie einen gewissen Startvorteil gegenüber anderen europäischen Startups haben“, erklärt Dobersberger im Gespräch. Sein Aufgabengebiet umfasst gezieltes Startup-Coaching für den US-Markteintritt sowie Innovation Scouting für etablierte Großunternehmen. Die Nachfrage ist hoch: „Allein heuer habe ich schon über 260 Unternehmen in einem meiner Programme gehabt.“
Die kulturellen Gräben zwischen europäischen und US-amerikanischen Entrepreneurship-Zugängen erlebt Dobersberger täglich. Während hierzulande Risiken oft im Vordergrund stehen, herrscht in Kalifornien eine ausgeprägte Optimierungskultur.
Den zentralen Unterschied im Denkansatz bringt Dobersberger pragmatisch auf den Punkt: „In den USA heißt es: ‚Es kann funktionieren, wenn …‘, während in Europa oft gesagt wird: ‚Das funktioniert nicht, weil …‘“. Es gehe keineswegs darum, kritische Einwände zu ignorieren, sondern Geschäftsideen konstruktiv zu bewerten und Chancen in den Mittelpunkt zu rücken.
Schnelligkeit und ein realistischer Blick auf Fehler
Ein entscheidender Erfolgsfaktor am US-Markt sei die Umsetzungsgeschwindigkeit. „Du musst nicht besser sein, du musst schneller sein“, betont Dobersberger. Wer rasch am Markt testet, gewinnt wertvolles Feedback und kann Mitbewerber überholen.
Ergänzt wird dieses Tempo durch den vielzitierten Umgang mit dem Scheitern, der jedoch häufig missverstanden werde. Fehler seien zwar Teil der Lernkurve, dürften das Unternehmen jedoch nicht ruinieren. „Fail fast, fail often – and keep the price to a minimum“, bringt es Dobersberger auf den Punkt. Das bedeutet übersetzt so viel wie: „Scheitere schnell, oft und halte die Kosten dabei auf einem Minimum.“
Präzision fordert der Experte auch beim Markenauftritt und Produktstart. Zu langes Perfektionieren im Stillen sei gefährlich: „Wenn du nicht irgendwann sagst: ‚Mein erstes Produkt war so peinlich‘, dann bist du zu spät an den Markt gegangen“, veranschaulicht er eindrücklich.
Auch in der Kommunikation rät Dobersberger zu einer radikalen Vereinfachung. Statt technischer Details müsse in den ersten Sekunden das zugrundeliegende Problem im Fokus stehen. Dobersberger nutzt dafür das Bild einer umgekehrten Matrjoschka-Puppe.
„Die erste Matrjoschka ist die wichtigste – das ist dein Why“, erklärt er. Ziel der ersten 40 Sekunden sei es nicht, das gesamte Produkt zu erklären, sondern Neugier zu wecken und Folgetermine zu sichern. Wer zu tief ins Technische abgleite, verliere das Gegenüber rasch.
Menschen investieren in Menschen
Zudem entscheide die Persönlichkeit des Gründerteams oft mehr als die Technologie selbst. Das Feedback internationaler Investor:innen zeichne hier ein klares Bild: „Die Investoren investieren zu 90 Prozent ins Team und zu zehn Prozent in die Technologie.“ Starken Gründerpersönlichkeiten traue man eher zu, Märkte zu erschließen und Geschäftsmodelle bei Bedarf anzupassen.
Mit diesem ganzheitlichen Ansatz, von der Schärfung der Story bis hin zur Vernetzung vor Ort, unterstützt Dobersberger heimische Gründer:innen dabei, im Silicon Valley nachhaltig Fuß zu fassen.
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